Freitag, 14. August 2009

Naturschutzgebiet Ammergebirge in den bayerischen Alpen



Das Naturschutzgebiet Ammergebirge ist das größte Naturschutzgebiet Bayerns und ganz Süddeutschlands. Mit einer Fläche von 28850 Hektar umfasst es einen großen Teil des deutschen Anteils der Ammergauer Alpen. Die Größe des Gebiets gelangt erst bei einem Vergleich richtig zur Geltung. So ist das Naturschutzgebiet Feldberg, das größte Naturschutzgebiet Baden-Württembergs, 4226 Hektar groß.

Das Naturschutzgebiet Ammergebirge wurde im Jahr 1963 eingerichtet. Bereits in den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts gab es für das Gebiet erste Unterschutzstellungen. Das Schutzgebiet umfasst - zusammen mit dem Nationalpark Berchtesgaden - den schönsten und ursprünglichsten Teil der Bayerischen Alpen.

Große Schuttströme in den Tälern, hohe Kalkgipfel, große Wälder und alpine Matten kennzeichnen das Gebiet. Ist man im Gebiet vor Ort, stellt man jedoch auch gewisse Dinge fest, die durchaus hinterfragt werden könnten. So wird in Teilen des Gebiets, vor allem im Bereich der Trauchberge, relativ intensiv Forstwirtschaft mit einer Vielzahl von Forststraßen betrieben. Weiter fällt auf, dass manche Seitenbäche intensiv verbaut sind. Den Höhepunkt dieses Bauens bildet der Kühalpenbach südlich von Graswang. Dort sind gigantische Mauern im Bachbett, die den Bach wie eine riesige Parkkaskade aussehen lassen. Es stellt sich die Frage, wie sich diese teilweise massive Verbauung der Bäche und der damit einhergehende Eingriff in das Geröllregime mit einem der Ziele des Naturschutzgebiets verträgt, nämlich "die naturbedingten Veränderungen der Oberflächengestalt (Geomorphologie) der Gebirgslandschaft unverändert zu lassen". Wünschenswert wäre, wenn zukünftig der Natur auch im Verlauf der Seitenbäche wieder mehr Freiraum gelassen wird.

Zum Ammergebirge (bzw. zu den Ammergauer Alpen) siehe auch in diesem Blog:
Flysch im Röthenbachtal in den Ammergauer Alpen (Geotop) im Post vom 21.08.2009
Vorschlag für Nationalpark Ammergebirge im Post vom 26.10.2009
Naturwaldreservat Friedergries in den Ammergauer Alpen im Post vom 01.08.2010
Initiative für Nationalpark Ammergebirge im Post vom 04.03.2013
Die Kreuzspitze im Naturschutzgebiet Ammergebirge im Post vom 01.02.2014
Sind Wildnisinseln die Alternative zu einem Nationalpark Ammergebirge? im Post vom 17.08.2014     

Das Elmautal zieht sich auf 13 Kilometer Länge durch den südlichen Teil des Naturschutzgebiets Ammergebirge, ein großartig wildes und unbesiedeltes Tal.

Der Gipfel des Frieder nimmt das erste Morgenlicht auf, gesehen vom Anstieg zur Kuchelberg-Diensthütte.
Die dicht bewaldeten Trauchberge befinden sich am nördlichen Rand des Naturschutzgebiets Ammergebirge, hier gesehen vom Klammspitzkamm.

Die Kreuzspitze über dem Ammerwald gehört zu den eindrucksvollsten Gipfeln im Naturschutzgebiet Ammergebirge.
Die Ostflanke der Scheinbergspitze erhebt sich über dem Lindergries.

Der Gipfel der Krähe fällt mit begrünten Schrofen nach Süden ab.


Gemse südlich des Hochplattengipfels im Naturschutzgebiet Ammergebirge


Wasserfall im Roggental

Der Halblech mit dem Schwarzenkopf im Hintergrund, auf diesem Abschnitt kann der Fluss noch frei fließen.

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