Sonntag, 8. November 2009

Bergtour in den Ampezzaner Dolomiten



Seit dem Sommer 2009 ist es endlich soweit: die Dolomiten sind Unesco-Weltnaturerbe. Damit haben die Weltnaturerbestätten ein absolut würdiges neues Mitglied bekommen. Denn von den Dolomiten zu sprechen, heißt international schon immer, von Superlativen zu sprechen. (Das schönste Gebirge der Welt, die grandiosesten Kalkmassive der Erde, unerreicht, was die Vielfalt der Bergformen betrifft und so weiter.)

Die Dolomiten sind eine sogenannte serielle Weltnaturerbestätte. Das Weltnaturerbe Dolomiten umfasst kein zusammenhängendes Gebiet, sondern neun voneinander getrennte Teile. Die Bergregion, die in den Bildern gezeigt wird, gehört zu einem dieser neun Teile, dem Gebiet "Nördliche Dolomiten" mit einer Fläche von 53.583 Hektar. Die Gesamtfläche des Weltnaturerbes beträgt 141.902,8 Hektar.

Das Weltnaturerbe umfasst nur diejenigen Flächen der Dolomiten, die frei von Siedlungen und sonstiger Infrastruktur sind. Eine Ausnahme bilden die Luftseilbahnen auf die Marmolada und auf die Tofana. Der italienische Staat hat gegenüber dem Welterbekommitee angekündigt, dass die Skilifte auf der Marmolada und auf dem Marmoladagletscher demnächst demontiert werden und das Gelände renaturiert wird.

Die Unesco ist trotzdem mit dem Zustand des Welterbes noch nicht ganz zufrieden und hat dem Staat Hausaufgaben mitgegeben. So muss ein einheitliches Schutzkonzept für das gesamte Weltnaturerbe erstellt werden. Der Schutz der Wälder muss verbessert werden. Kahlschläge werden zwar bereits jetzt vermieden, sie sind jedoch gesetzlich noch nicht verboten. Positiv vermerkt wird das Wiedererstarken der ursprünglichen Natur durch die allmähliche Reduzierung oder Aufgabe der Viehbeweidung der Hochlagen. Weitere touristische Eingriffe in die Hochregionen sind ab sofort tabu. 

Diese Bergtour führt vom Tre Croci - Pass östlich von Cortina d`Ampezzo auf zwei Berge der Sorapiss-Gruppe. Hier geht der Blick vom Pass nach Norden auf den Monte Cristallo.

Der erste Teil der Bergtour beinhaltet den Anstieg vom Tre Croci - Pass zur Forcola Marcoira (Scharte). Hier geht der Blick nach Norden in Richtung Drei Zinnen.

Der erste Gipfel der Tour ist erreicht, die Cima di Marcoira, 2422 m. In Richtung Südosten breitet sich die Marmarolegruppe aus, eine der ursprünglichsten und einsamsten Gebirgsgruppen der Dolomiten.

Hier blickt man von der Cima di Marcoira in Richtung Sorapiss-Gruppe. In der linken Bildhälfte dominiert die Cesta, 2768 m. Dies ist der zweite Gipfel dieser Tour. Rechts im Hintergrund erhebt sich die Punta Nera, 2847 m.

Edelweiß an der Forcola Marcoira. Während in den bayerischen Alpen das Edelweiß eine absolute Rarität darstellt, ist diese Pflanze in den Dolomiten überraschend häufig anzutreffen.

Der Gipfel der Cesta ist erreicht. Bevor Missverständnisse entstehen: dies ist eine Bergtour ausschließlich für erfahrene Bergsteiger. Es führt kein Weg auf den Gipfel, Schwindelfreiheit, Trittsicherheit und Kletterfertigkeit sind unabdingbar. Vom Gipfel der Cesta zeigt sich endlich der Sorapiss, 3205 m. Der Westgletscher (ghiaccaio occidentale) ist einer von drei Gletschern an diesem Bergmassiv. Der untere Teil des Gletschers ist von Schuttmassen bedeckt.

Über die Forcola Sora la Cengia del Banco hinweg blickt man auf die kollosale Kalkburg des Monte Pelmo und rechts dahinter auf das Riesenmassiv der Civetta.

Von der Cesta blickt man tief unten auf den Lago di Sorapiss. Links des Sees ist das Rifugio Sorapiss zu erkennen.

Dieses Felsmassiv in der Sorapiss-Gruppe heißt Tre Sorelle (Drei Schwestern).

Und an der Punta Nera (links) vorbei geht hier der Blick weit nach Westen bis zur gletschergekrönten Marmolada rechts hinten.

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