Montag, 5. Juli 2010

Biosphärenreservate - Planungen in Österreich

Bei der 22. Versammlung des Unesco-Biosphärenreservate-Komitees in Paris hat das nationale österreichische Biosphärenreservate-Komitee eine Übersicht über den Stand und die Planungen bei den österreichischen Biosphärenreservaten vorgelegt.

Zur Zeit gibt es in Österreich sechs Biosphärenreservate. Davon entsprechen allerdings nur zwei den Kriterien gemäß der Sevilla-Strategie für Biosphärenreservate, die seit dem Jahr 1995 zur Anwendung kommt (Einteilung in drei Zonen, Mindestgrößen der einzelnen Zonen, Mindestgröße des Reservats). Dies sind die Biosphärenreservate (bzw. Biosphärenparks) Großes Walsertal (Vorarlberg) und Wienerwald (Wien und Niederösterreich). Die anderen vier Biosphärenreservate wurden bereits vor dem Jahr 1995 ausgewiesen. Diese Reservate müssen in den kommenden Jahren so gestaltet werden, dass sie den Bedingungen der Sevilla-Strategie genügen. Andernfalls geht zu gegebener Zeit die Anerkennung durch die Unesco verloren.


Das Biosphärenreservat Lobau bei Wien ist inzwischen Bestandteil des Nationalparks Donauauen. Im Zusammenhang mit Planungen der Stadt Wien, in der Nachbarschaft des Biosphärenreservats Wohnungsbau in großem Stil zu betreiben, wird eine Neuausrichtung des Biosphärenreservats geplant.

Das Biosphärenreservat Neusiedlersee als grenzüberschreitendes Reservat (Österreich - Ungarn) ist im Begriff, sich an die Anforderungen der Sevilla-Strategie anzupassen.

Das Biosphärenreservat Gurgler Kamm in Tirol (Ötztaler Alpen) entspricht zur Zeit in keinster Weise den aktuellen Anforderungen an Biosphärenreservate. Es gibt jedoch Planungen, in Zusammenarbeit mit dem benachbarten Italien ein neukonfiguriertes Biosphärenreservat zu errichten.

Das Biosphärenreservat Gössenköllesee in Tirol ist ebenfalls ein Biosphärenreservat der ersten Stunde. Es umfasst nur die kleine Fläche des Gössenköllesees in den nördlichen Stubaier Alpen. Die Unesco wird wohl die Anerkennung dieses Reservats demnächst aufheben. Es spricht jedoch überhaupt nichts dagegen bzw. es wäre wünschenswert, wenn die Tiroler Landesregierung den Gössenköllesee stattdessen als Naturschutzgebiet ausweist.

Konkrete Planungen gibt es zur Zeit für drei neue Biosphärenreservate:
  • Lungau, ein Alpental in den Tauern
  • Donau / Drau / March: ein grenzüberschreitendes Biosphärenreservat entlang grandioser Flusslandschaften
  • March-Thaya: ebenfalls ein grenzüberschreitendes Reservat entlang der noch weitgehend natürlich fließenden Flüsse March und Thaya.
Vorüberlegungen gibt es für sechs weitere Biosphärenreservate:
  • Dürrenstein / Ötscherland (in diesem Gebiet befindet sich unter anderem der größte Urwald Österreichs.)
  • Nockberge (das Biosphärenreservat soll hier das bestehende Label Nationalpark ersetzen. Das Label Nationalpark ist unpassend, denn bei den Nockbergen in ihrem derzeitigen Zustand handelt es sich allenfalls um einen Naturpark.)
  • Koralm
  • Tennengebirge
  • Karwendel (eine Weiterentwicklung des bestehenden Labels Naturpark)
  • Wachau 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen