Freitag, 9. Juli 2010

Naturschutzgebiet Wurzacher Ried in Oberschwaben


Die Landschaft von Oberschwaben im Süden des deutschen Bundeslands Baden-Württemberg ist von den Relikten der Eiszeiten geprägt. Es gibt eine Vielzahl von Seen, Mooren und Moränenwällen. Das Wurzacher Ried bei Bad Wurzach in Oberschwaben umfasst unter anderem die größte zusammenhängende intakte Hochmoorfläche Mitteleuropas. Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von 1387 Hektar. Teilflächen wurden bereits ab dem Jahr 1959 geschützt, die heutige Schutzgebietsfläche besteht seit dem Jahr 1981. 

Beim Wurzacher Ried handelt es sich mit einer gewisssen Wahrscheinlichkeit um das größte Wildnisgebiet Baden-Württembergs. Leider kann man diese Aussage nicht ganz sicher treffen, denn die Schutzgebietskategorie des Wildnisgebiets gibt es in Baden-Württemberg (noch) nicht. Es gibt die Bannwälder, die sich auf Waldflächen erstrecken und es gibt Naturschutzgebiete, von denen jedoch viele keine Wildnis sind. Die in Baden-Württemberg bestehenden Bannwälder sind alle sehr viel kleiner als das Wurzacher Ried. 


Weite Bereiche des Wurzacher Rieds sind nach vielen Jahren des Torfabbaus und nach umfangreichen Renaturierungsmaßnahmen heute wieder in einem Zustand, in dem der Mensch keinen Einfluss mehr ausübt. Der zentrale Bereich des Schutzgebiets ist nicht einmal für Besucher zugänglich. Es lohnt sich gleichwohl, dem Gebiet einen Besuch abzustatten. Mitten in Bad Wurzach gibt es ein Besucherinformationszentrum. Und es gibt mehrere kürzere und längere Wege, die zwar nur in den Randbereichen des Moors verlaufen, jedoch trotzdem hochinteressant sind. Das Wurzacher Ried ist seit dem Jahr 1989 auch ein Europaschutzgebiet des Europarats.
 
Hervorragend beschildert sind die Rundwanderwege bei Bad Wurzach und im Wurzacher Ried. In diesem Post wird der Wanderweg 1 mit einer Länge von ca. 12 Kilometern vorgeschlagen.



Dieser Planausschnitt zeigt den Verlauf des Wanderwegs 1. Der Weg (blaue Farbe) führt von den Parkplätzen (rechts) beim Kurhaus von Bad Wurzach am Riedsee, am Oberen Ried und am Stuttgarter See vorbei und macht dann eine Schleife, wobei er bei den Haidgauer Quellseen vorbeiführt. Das eigentliche nicht betretbare große Moor (rote Farbe) erstreckt sich im Plan nach oben.

In den Flussarmen der Wurzacher Ach, die im Wurzacher Ried entspringt, blühen im Juli die Wasserpflanzen.

Der Riedsee am Rand des Wurzacher Rieds ist eines der markantesten Relikte der früher praktizierten Torfgewinnung. Heute ist der See wertvoller Lebensraum für viele (Zug)Vögel.

Als Folge der in den vergangenen Jahren durchgeführten Renaturierungsmaßnahmen ist der Wasserspiegel in verschiedenen Bereichen des Moors angestiegen. Das hat zum Absterben der Bäume geführt, die seinerzeit als Folge des Torfabbaus und des Absinkens des Grundwasserspiegels das Moor besiedelt haben.

Immer wieder gibt es Wegabschnitte, die auf Holzbohlen verlegt sind.

Im Westen des Rundwanderwegs 1 sieht man größere offene Moorflächen.



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