Freitag, 24. Dezember 2010

Kärntens Nockberge werden bald Biosphärenpark

Die Nockberge im österreichischen Bundesland Kärnten sind zur Zeit einer von sieben Nationalparks in Österreich. Jedoch sind die Nockberge kein Nationalpark im Sinne der Unesco und auch nicht im Sinne der österreichischen Gesetzgebung. 

Die Nockberge entsprechen mehr einem Landschaftsschutzgebiet als einem Nationalpark. Denn fast nirgendwo im Bereich des Nationalparks Nockberge kann sich die Natur ohne Einfluss des Menschen ungestört entwickeln. Überall wird der Wald forstwirtschaftlich genutzt und die offenen Flächen werden beweidet.

Es ist deshalb seit langer Zeit klar, dass sich in der Zukunft irgendetwas am 1987 eingerichteten Nationalpark Nockberge ändern muss. Eine Möglichkeit wäre, die Nutzung durch den Menschen auf 75 Prozent der Fläche des Parks aufzugeben und damit die Bedingungen für die IUCN-Kategorie II (Nationalpark) zu erfüllen. Das lässt sich bei den bestehenden Eigentumsverhältnissen im Gebiet jedoch nicht verwirklichen. Eine andere Möglichkeit ist, das Label Nationalpark durch das Label Naturpark zu ersetzen. Damit bräuchte man nur die Beschriftung und die Informationstafeln auszutauschen. Im Gebiet selbst bliebe alles beim Alten.


Die Kärntner Landesregierung strebt jedoch an, einen Kompromisweg zwischen den beiden genannten Varianten zu gehen. Im Jahr 2004 hat das Nationalparkkomitee beschlossen, das Gebiet des bisherigen Nationalparks Nockberge als Biosphärenpark (die österreichische Bezeichnung für Biosphärenreservat) auszuweisen. Und nach längerer Abstimmungszeit scheint man jetzt kurz vor dem Ziel zu stehen. Der Nationalparkreferent der Kärntner Landesregierung, Landeshauptmannstellvertreter Uwe Scheuch, hat jetzt bekanntgegeben, dass ein Biosphärenpark Nockberge kurz vor der Realisierung steht. 

Damit sind die Grundeigentümer im bisherigen Nationalparkgebiet der Politik einen Schritt entgegenkommen. Zwar müssen in einem Biosphärenpark nicht 75 Prozent der Fläche von menschlicher Nutzung freigestellt werden. Jedoch gibt es in einem Biosphärenpark Kernzonen, die mindestens 3 Prozent der Fläche umfassen müssen. Und in diesen Kernzonen gilt: "Natur Natur sein lassen". Und das ist immerhin ein kleiner Fortschritt zum bestehenden Schutzsystem. Man darf gespannt sein, welche Flächen in den Nockbergen zukünftig als Kernzonen ausgewiesen werden.   

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