Montag, 4. April 2011

Das Netzwerk Smaragd (Emerald-Network) des Europarats

Schon das Schutzgebiets-Netzwerk Natura 2000 der EU ist in Deutschland bei der Bevölkerung nur wenig bekannt. Noch schlechter ist der Bekanntheitsgrad des Netzwerks Smaragd (englisch: Emerald-Network) des Europarats. 

Dabei ist das Netzwerk Smaragd des Europarats eigentlich nichts anderes als das Natura 2000 - Netzwerk der EU, übertragen auf die Länder Europas, die nicht Mitglied der EU sind. Das Netzwerk Smaragd gilt auch für die Länder der EU. Jedoch brauchen die Länder der EU keine eigenen Smaragd-Schutzgebiete auszuweisen. Denn die Natura 2000 - Gebiete sind automatisch auch Smaragd - Gebiete.

Die Länder Europas, für die das Emerald-Network unmittelbar gilt, sind: Andorra, Albanien, Armenien, Aserbaidschan, Weißrussland, Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Georgien, Island, Kasachstan, Liechtenstein, Moldavien, Monaco, Montenegro, Norwegen, Russland, Serbien, Schweiz, Mazedonien, Türkei und Ukraine. Zudem haben sich verschiedene afrikanische Staaten dem Emerald-Network angeschlossen, wie z.B. Burkina Faso, Marokko, Senegal, Tunesien.


Das Emerald-Network wurde im Jahr 1999 ins Leben gerufen und befindet sich zur Zeit in der Umsetzungsphase. Im Rahmen des Vorhabens müssen die teilnehmenden Staaten genügend Schutzgebiete ausweisen, um den Rückgang der Biodiversität wirksam zu stoppen. Für die einzelnen Staaten soll zudem eine Datenbank entwickelt werden, aus der die zu schützenden Tier- und Pflanzenarten sowie Biotope hervorgehen.

In den Jahren 2011/12 sind die folgenden Schritte im Rahmen des Emerald-Networks geplant:
  • Auswahl eines Pilotprojekts für Tunesien
  • Umsetzung eines zweiten Pilotprojekts für Marokko
  • Machbarkeitsstudie für ein zweites Pilotprojekt in der Türkei
  • Abschluss der Pilotprojekte in Bosnien-Herzegowina
  • Abschluss der Pilotprojekte in Armenien, Azerbaidschan, Georgien und Moldavien
  • Umsetzung von 80 Prozent der Pilotprojekte in der Ukraine
  • Umsetzung von mindestens 50 Prozent der Pilotprojekte in Weißrussland und dem europäischen Teil von Russland
  • Abschluss der Pilotprojekte in der Schweiz, Norwegen und Island
  • Abstimmung über die Identifizerung von Pilotprojekten in Andorra, Liechtenstein, Monaco und dem europäischen Teil von Kasachstan
Es ist geplant, das Emerald-Network bis zum Jahr 2020 fertig auszuweisen und funktionsfähig zu machen.
      
http://www.coe.int/t/dg4/cultureheritage/nature/EcoNetworks/Default_en.asp

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