Dienstag, 3. Mai 2011

Neues großes Wildnisgebiet in den italienischen Abruzzen

Am 15. März 2011 hat die Gemeinde San Vincenzo Valle Roveto in der italienischen Region Abruzzen das 800 Hektar große Wildnisgebiet (Area Wilderness) Pizzo Deta in der Gebirgsgruppe der Monti Ernici ausgewiesen. Zusammen mit einigen angrenzenden Gebieten könnte in den Monti Ernici eines der größten Wildnisgebiete Italiens entstehen.

In Italien gibt es eine Wildnisbewegung (Associazione Italiana per la Wilderness), die die Kommunen des Landes zur Ausweisung von Wildnisgebieten ermuntert. Die italienischen Wildnisgebiete (aree wilderness) sind also keine staatlichen, per Gesetz oder Verordnung verfügten Schutzgebiete. Sie basieren auf Entscheidungen der jeweiligen Kommunen. Das hat Vor- und Nachteile. Als Vorteil kann gelten, dass die Wildnisgebiete bei der lokalen Bevölkerung Akzeptanz finden und nicht als von oben verordnet betrachtet werden. Ein Nachteil ist, dass der gesetzliche Schutz dieser Gebiete auf einer relativ niedrigen Stufe angesiedelt ist und durch eine Entscheidung der Kommune auch wieder aufgehoben werden kann.

Der Pizzo Deta hat eine Höhe von 2.041 m ü NN. Dies ist der zweithöchste Berg der Monti Ernici. Der Pizzo Deta gehört zu den eindrucksvollsten Bergen der Abruzzen. Denn aus Richtung des Roveto-Tals erhebt sich der Berg mit einer Steilflanke von 1.690 Metern Höhe, ein selbst in den Alpen nur selten anzutreffender Höhenunterschied.

Die Monti Ernici sind eine Gebirgskette der Abruzzen, die sich entlang der Grenze zwischen den Regionen Abruzzen und Latium von Nordwest nach Südost erstreckt. Auf der Latium-Seite der Monti Ernici gibt es ebenfalls bereits ein Wildnisgebiet, das von der Gemeinde Sora ausgewiesen worden ist.      

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