Sonntag, 26. Juni 2011

Fünf Buchenwälder in Deutschland als Unesco-Weltnaturerbe anerkannt

Das Welterbekomitee der Unesco hat am 25. Juni 2011 fünf Buchenwäldern in Deutschland den Titel Unesco-Weltnaturerbe zugesprochen. Die fünf Buchenwälder bilden keine eigene Welterbestätte. Vielmehr wird die im Jahr 2007 anerkannte Weltnaturerbestätte der Buchenurwälder in der Ukraine und in der Slowakei um die fünf deutschen Gebiete erweitert.

Die erweiterte Weltnaturerbestätte trägt nun den Namen "Buchenurwälder der Karpathen und alte Buchenwälder Deutschlands". Der englische Originaltitel ist "The Primeval Beech Forests of the Carpathians and the Ancient Beech Forests of Germany". Interessant hierbei ist, dass nur die Karpathen-Buchenwälder als wirkliche Urwälder (primeval forests) bezeichnet werden. Die deutschen Buchenwälder sind zwar sehr alt, aber wohl keine seit der letzten Eiszeit vom Menschen niemals beeinflussten Wälder.

Die fünf deutschen Welterbe-Buchenwälder haben eine Gesamtfläche von 4.391 Hektar. Die  Weltnaturerbestätte in den Karpathen hat eine Fläche von 29.278 Hektar. 


Die fünf deutschen Buchenwald-Welterbegebiete sind:
  • Ein Teil des Nationalparks Jasmund auf der Insel Rügen in Mecklenburg-Vorpommern: Dieses Gebiet ist 493 Hektar groß mit einer 2.511 Hektar großen Pufferzone.
  • Ein Teil des Nationalparks Müritz (Teilgebiet Serrahn) in Mecklenburg-Vorpommern: Dieses Gebiet ist 268 Hektar groß.
  • Das Gebiet Grumsin im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin in Brandenburg: Dieses Gebiet ist 590 Hektar groß.
  • Die zentralen Bereiche im Nationalpark Hainich in Thüringen: Dieses Gebiet ist 1.573 Hektar groß.
  • Die Kernflächen des Nationalparks Kellerwald-Edersee in Hessen; Dieses Gebiet ist 1.467 Hektar groß. 
Naturschutzverbände in Deutschland haben die Anerkennung der Buchenwälder durch die Unesco begrüßt. Gleichzeitig haben die Verbände jedoch darauf hingewiesen, dass Deutschland sich nicht auf diesen fünf Buchenwäldern ausruhen dürfe. Vielmehr müsse Deutschland jetzt das Ziel, bis zum Jahr 2020 fünf Prozent der Waldfläche der natürlichen Entwicklung zu überlassen, ernsthaft angehen.

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