Sonntag, 20. November 2011

Gute und schlechte Nachrichten zu den Biosphärenparks in Österreich

Der Lungau, eine Region im österreichischen Bundesland Salzburg, erwartet im Frühjahr 2012 die Anerkennung als Unesco-Biosphärenpark. Der Lungau wäre der größte Biosphärenpark in Österreich. Die Bewertungskommission der Unesco hat den Lungau bereits besucht. Bis Ende 2011 sollen alle Unterlagen zum zukünftigen Biosphärenpark bei der Unesco eingereicht sein. Offen ist noch die Finanzierung des Parks seitens des Bundeslandes Salzburg. Vor allem in den ersten fünf Jahren entstehen für den Aufbau der Parkeinrichtungen höhere Kosten.



Sorgen bereitet dagegen weiterhin der geplante Biosphärenpark Nockberge im Bundesland Kärnten. Dort ist seit vielen Jahren geplant, den von der Unesco nicht anerkannten Nationalpark in einen Biosphärenpark umzuwandeln. Probleme gibt es vor allem mit den Grundstückseigentümern im Gebiet. Es ist schwierig, die Kernzonen und Pflegezonen des Biosphärenparks festzulegen. Nachdem im Dezember 2010 die Verträge fast unter Dach und Fach waren, machten die Grundstückseigentümer später wegen von den Naturschutzorganisationen eingebrachten kleineren Änderungen wieder einen Rückzieher. Das größte Problem beim geplanten Biosphärenpark Nockberge ist, dass die Grundstückseigentümer eine zeitliche Befristung des Schutzstatus auf die Dauer von 20 Jahren fordern. Danach solle Bilanz gezogen und gegebenenfalls aus dem Schutzgebiet ausgestiegen werden. Eine zeitliche Befristung ist jedoch mit den internationalen Bestimmungen nicht vereinbar. Ein zeitlich befristeter Biosphärenpark würde genausowenig eine Anerkennung der Unesco bekommen wie der bestehende Nationalpark. Somit gibt es noch einiges zu tun, bis ein Unesco-Biosphärenpark Nockberge Wirklichkeit werden kann.

In Österreich gibt es zur Zeit sechs biosphere reserves (englischer Begriff). In Österreich nennt man die biosphere reserves Biosphärenpark.
  • Gossenköllesee
  • Großes Walsertal
  • Gurgler Kamm
  • Lobau
  • Neusiedler See
  • Wienerwald

Zur Zeit genügen nur die Biosphärenparks Großes Walsertal, Neusiedler See und Wienerwald den Anforderungen der Sevilla-Strategie von 1995 (neue Festlegungen zur Größe und zur Zonierung der biosphere reserves). Die anderen Biosphärenparks müssen in den kommenden Jahren entweder angepasst oder aufgegeben werden.      

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