Mittwoch, 23. November 2011

Bergtour auf den Wiedemerkopf im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen


Das Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen ist mit einer Fläche von 20.724 Hektar das größte Naturschutzgebiet des bayerischen Regierungsbezirks Schwaben sowie das zweitgrößte Naturschutzgebiet Bayerns (nach den Ammergauer Alpen). Das im Jahr 1992 verordnete Naturschutzgebiet umfasst große Teile des Hauptkamms der Allgäuer Alpen südlich, östlich und nordöstlich des bekannten Kurorts Oberstdorf. Auch der südlichste Punkt Deutschlands ist Bestandteil des Naturschutzgebiets.


Das Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen zeichnet sich durch eine große Vielfalt an Landschaftsformen aus. Das wiederum hat seine Ursache in der Vielzahl der im Gebiet vorkommenden Gesteine. Die Allgäuer Alpen sind das in geologischer Sicht vielfältigste Alpengebiet Deutschlands. In den Hochtälern der Allgäuer Alpen wird Viehwirtschaft betrieben. Aus diesem Grund sind die Allgäuer Alpen etwas waldärmer als viele andere Teile der bayerischen Alpen. Die ausgedehnte Viehwirtschaft ist wiederum in den besonders fruchtbaren Böden begründet. Die Viehwirtschaft wird durch das Naturschutzgebiet nicht eingeschränkt. 

Im Gegensatz zu den Weidelandschaften stehen die unglaublich formenreichen Hochgebirgslandschaften. Die steilsten Grasberge der ganzen Alpen sind im Gebiet ebenso vorhanden wie weltenferne, zerborstene Felsberge aus Hauptdolomit. 

Die folgenden Bilder stammen von einer Bergtour auf den Wiedemerkopf im hintersten Hintersteiner Tal.

Wasserfall im Bärgündeletal beim Anstieg zum Prinz-Luitpold-Haus des Alpenvereins
Der Wiedemerkopf, gesehen vom Anstieg zur Prinz-Luitpold-Haus
Blick von der Umgebung des Prinz-Luitpold-Hauses über das oberste Bärgündeletal hinweg auf den Schneck, einer der Charakterberge der Allgäuer Alpen
Prinz-Luitpold-Haus mit dem Hauptdolomitgipfel der Fuchskarspitze
Blick vom Anstieg zum Wiedemerkopf auf den König der Allgäuer Alpen, den 2.593 m hohen Hochvogel
Blick vom Wiedemerkopf auf die Fuchskarspitze (links) und auf die Balkenscharte: von links unten nach oben sieht man die Serpentinen des Wegs vom Prinz-Luitpold-Haus über die Balkenscharte auf den Hochvogel.
Blick vom Wiedemerkopf auf den Glasfelderkopf (links), die Kesselspitze (rechts davon) und den gezackten Grat zur Fuchskarspitze: hier sieht man beispielhaft, wie die Hauptdolomitschichten (ohne Vegetation) der sogenannten Lechtaldecke auf die begrünten Juraschichten der Allgäudecke aufgeschoben worden sind. Der Hauptdolomit stammt aus der Trias. Die Trias ist älter als der Jura. Somit liegen hier ältere Gesteinsschichten auf jüngeren, ein Beispiel der Alpenfaltung.
Blick vom Wiedemerkopf auf die Balkenscharte mit dem Felszahn des Balken, dahinter sieht man den Großen Rosszahn in der Rosszahngruppe. Die Rosszahngruppe ist die einsamste Gebirgsgruppe der Allgäuer Alpen.
Vom Wiedemerkopf erstreckt sich ein türmereicher Felsgrat hinüber zum Kreuzkopf im Hauptkamm der Allgäuer Alpen.
Man kann den 2.163 m ü NN hohen Wiedemerkopf als Tagestour vom Tal aus unternehmen. Von Hinterstein (Busverbindungen), wo sich am Ortsende ein gebührenpflichtiger Großparkplatz befindet, fährt man mit dem Linienbus auf der für den öffentlichen Verkehr gesperrten Straße bis zum Giebelhaus. Dort beginnt der Anstieg zum Prinz-Luitpold-Haus zunächst auf einer Asphaltstraße im Bärgündeletal und dann auf einem Pfad. Der Höhenunterschied vom Giebelhaus bis zum Prinz-Luitpold-Haus ist ca. 780 Meter.

Vom Prinz-Luitpold-Haus folgt man zunächst wenige hundert Meter dem Höhenweg in Richtung Kemptner Hütte. Dann biegt nach links ein Steig zum Gipfel des Wiedemerkopfs ab. Für diesen Steig ist Trittsicherheit, Kletterfertigkeit und Schwindelfreiheit unabdingbar. Der Höhenunterschied vom Prinz-Luitpold-Haus zum Wiedemerkopf ist ca. 320 Meter.     

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