Samstag, 29. Dezember 2012

Die 159 englischen Naturlandschaften (National Character Areas)

Die Naturschutzbehörde England`s, "Natural England", teilt die Landfläche von England in insgesamt 159 Naturlandschaften ein. Sie tragen die Bezeichnung National Character Areas. 

Zur Zeit ist die Behörde dabei, die Profile und die Beschreibungen für alle 159 National Character Areas zu überarbeiten. Am 14. 12. 2012 veröffentlichte die Behörde die überarbeitete Beschreibung der 25. National Character Area. Hierbei handelt es sich um die South Purbeck National Character Area. Diese Naturlandschaft befindet sich an der Südküste von England. Bis April 2014 soll die Beschreibung aller 159 National Character Areas fertiggestellt sein.

Jede National Character Area ist durch eine bestimmte Kombination aus Landschaft, Biodiversität, Geodiversität sowie kultureller und wirtschaftlicher Aktivität definiert. Die Grenzen der einzelnen National Character Areas folgen nicht den Verwaltungsgrenzen, sondern orientieren sich entlang natürlicher Linien. 

Die Beschreibungen und Profile der National Character Areas sind für alle raumplanenden Behörden einschließlich des Flächennaturschutzes von Bedeutung. Die hierüber abrufbaren Informationen sind in dieser Breite und Intensität von keiner anderen Stelle verfügbar.

Hier sind die Informationen über die National Character Areas auf der Seite von Natural England.
  

 
 

Donnerstag, 27. Dezember 2012

Bereits 2.248 Schutzgebiete für Smaragd-Netzwerk (emerald network) des Europarats nominiert

Im Rahmen des vom Europarat mit der Berner Konvention initiierten Schutzgebietsnetzwerks Smaragd (emerald network) sind mit Stand Ende 2012 bereits 2.248 Schutzgebiete offiziell nominiert worden. Offiziell anerkannt worden sind bisher nur die 37 von der Schweiz nominierten Schutzgebiete (siehe den vorangegangenen Post in diesem Blog).

Nicht berücksichtigt sind hierbei die Natura 2000-Gebiete der EU, die ebenfalls Bestandteil des emerald network sind.

Sonntag, 23. Dezember 2012

Europarat anerkennt die ersten 37 Smaragd-Gebiete (Emerald-Network) der Schweiz

Der für die Umsetzung der Berner Konvention zur biologischen Vielfalt zuständige Ausschuss des Europarats hat bei seiner Sitzung in Straßburg im November 2012 die ersten 37 Smaragd-Gebiete anerkannt, die die Schweiz gemeldet hat.

Im Rahmen der Berner Konvention zur biologischen Vielfalt soll es in allen Unterzeichnerstaaten der Konvention ein Schutzgebietsnetzwerk geben, das die Erhaltung der in der Berner Konvention genannten Tier- und Pflanzenarten sowie Lebensräume sicherstellen soll. Dieses Schutzgebietsnetzwerk trägt den original-englischen Namen "emerald-network'. In der deutschsprachigen Schweiz wird es als "Netzwerk Smaragd" bezeichnet.

Nun gehen die Meinungen darüber auseinander, ob dies nun für die Schweiz ein Erfolg ist oder nicht.

Donnerstag, 20. Dezember 2012

Österreichs bisher einziges Wildnisgebiet "Dürrenstein" soll erweitert werden

In Österreich gibt es bisher nur ein Gebiet, das von der IUCN in die Schutzgebietskategorie I (Wildnisgebiet) eingeordnet worden ist. Dies ist das Wildnisgebiet Dürrenstein. Es befindet sich im Bundesland Niederösterreich im Gebiet Eisenwurzen nahe der Grenze zum Bundesland Steiermark.

Die Schutzgebietskategorie des Wildnisgebiets gibt es in Niederösterreich nicht. Das Gebiet ist dort als Naturschutzgebiet geschützt (Naturschutzgebiete Rothwald I bis III). Das Management des Gebiets als Wildnisgebiet ist durch Verträge zwischen den Eigentümern und der Landesregierung gesichert.

Dienstag, 11. Dezember 2012

Netzwerk der "Großen Orte Frankreichs" (Grands Sites de France) hat jetzt 40 Mitglieder

Das Netzwerk der "Großen Orte Frankreichs" (Le Reseau des Grands Sites de France) hat am 3. Oktober 2012 drei neue Mitglieder aufgenommen. Damit sind jetzt 40 Grands Sites Mitglied in diesem Netzwerk.

Die drei neuen Mitglieder sind:

Dunes de Flandres
Dieses Gebiet befindet sich in der Region Nord-Pas-de-Calais und im Departement Nord. Dieses Departement ist das nördlichste Departement Frankreichs. Es erstreckt sich entlang der französisch-belgischen Grenze und hat auch einen Anteil Meeresküste am Ärmelkanal. Dort befinden sich die Dünen von Flandern (Dunes de Flandres).  

Massif des Ocres
Dieses Gebiet befindet sich in der Region Provence-Alpes-Cote d`Azur und im Departement Vaucluse sowie im Naturpark Luberon. Die Region ist berühmt wegen ihrer farbigen Felsen. 

Presqu`ile de Giens, Salins d`Hyeres
Dieses Gebiet befindet sich in der Region Provence-Alpes-Cote d`Azur und im Departement Var. Die Presqu`ile de Giens ("Fast-Insel" von Giens) liegt an der Mittelmeerküste in der Nähe der Stadt Toulon. Diese Halbinsel ist über zwei schmale Landzungen mit dem Festland verbunden und stellt damit eine der größten Merkwürdigkeiten der französischen Meeresküste dar. Zwischen den Landzungen befinden sich die Salinen von Hyeres. 

Donnerstag, 6. Dezember 2012

Aussicht von Sulzberg im Bregenzerwald


Das hat wirklich Seltenheitswert: Eine Ortschaft quasi auf dem höchsten Punkt eines Berges. Die 1.700 Einwohner-Gemeinde Sulzberg im Bregenzerwald im österreichischen Vorarlberg kann mit einer solchen Lage aufwarten. Und der Sulzberg - Berg wie Ortschaft haben denselben Namen - erhebt sich soweit über seine Umgebung und ist auch so weit von den höheren Alpen abgerückt, dass die Aussicht vom Ort Sulzberg außergewöhnlich ist.

Dieser interessanten Lage und dieser schönen Aussicht verdankt Sulzberg einen großen Teil seiner Attraktivität für Touristen. Mitten im Ort gibt es eine Panoramaterrasse mit Erläuterungstafeln und Informationen zum Naturpark Nagelfluhkette. Sulzberg gehört zu den Vorarlberger Gemeinden, die dem bayerischen Naturpark Nagelfluhkette beigetreten sind. In Vorarlberg gibt es ansonsten die Schutzgebietskategorie des Naturparks nicht. 

Montag, 3. Dezember 2012

Die größten Naturschutzgebiete der deutschen Bundesländer

Naturschutzgebiete in Deutschland sind eine sehr heterogene Angelegenheit. Große Unterschiede gibt es bei der Flächengröße der Gebiete und beim Schutzstatus. 

In einigen Naturschutzgebieten darf sich die Natur nach ihrem eigenen Gusto entwickeln. Diese Naturschutzgebiete kann man als Wildnisgebiete bezeichnen und diese Naturschutzgebiete könnte man ohne Probleme in eine neue Schutzgebietskategorie "Wildnisgebiet" überführen. Leider sind diese Gebiete unter den Naturschutzgebieten in der Minderzahl. 

In der Mehrzahl der Naturschutzgebiete werden Pflegemaßnahmen durchgeführt, um einen bestimmten Entwicklungszustand der Natur auf Dauer zu erhalten. Meist handelt es sich hierbei um einen Zustand der Natur, wie er durch jahrhundertelange Einflussnahme des Menschen entstanden ist. In einigen Naturschutzgebieten - das sind vor allem Naturschutzgebiete in Wäldern - wird Forstwirtschaft betrieben. Diese Naturschutzgebiete gehören zum Traurigsten, was Deutschland in Sachen Flächennaturschutz zu bieten hat.

Im heutigen Post in diesem Blog ist das jeweils größte Naturschutzgebiet der 16 deutschen Bundesländer aufgelistet, geordnet nach der Flächengröße. Unter Naturschutzgebiet wird hier nur die Schutzgebietskategorie des Naturschutzgebiets im engeren Sinne und nicht das Naturschutzgebiet als Überbegriff über alle Flächenschutzgebiete verstanden.

Freitag, 30. November 2012

Die Schleierfälle in der Ammerschlucht


Die Ammer gehört zu den letzten Flüssen Oberbayerns, die fast ohne Verbauungen einen großen See (Ammersee) erreichen. Zwischen den Ammergauer Alpen und dem Ammersee verläuft die Ammer zu einem großen Teil in einer Schlucht, die auf Abschnitten nicht einmal gangbar ist. 

Bei den Schleierfällen auf Höhe von Bad Bayersoien tritt Wasser an einer Gesteinsgrenze am Hang der Ammerschlucht aus. Dieses Wasser führt Kalk mit, der sich nach dem Austritt als Tuff ablagert. Oberhalb des Wasseraustritts lagern wasserdurchlässige Kiese aus der letzten Eiszeit. Unterhalb steht wasserundurchlässiges Molassegestein an. Die im Laufe der letzten Jahrtausende entstandenen Kaskaden aus Tuffgestein sind als Geotop geschützt. Ein weiteres Geotop ist gleich um die Ecke. Es heißt Ammerprallhang bei den Schleierfällen. 

Montag, 26. November 2012

Deichrückverlegung schafft neue Kernzonen im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe

Durch aktuell stattfindende Deichrückverlegungsmaßnahmen werden im Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe neue dynamische Naturzonen geschaffen. Damit wird die bisher unbefriedigende Situation bei den Kernzonen in diesem Biosphärenreservat verbessert.

Das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe umfasst einige Besonderheiten. Das Biosphärenreservat erstreckt sich über fünf Bundeländer (Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein). Das ist in Deutschland ein Rekord. Zudem ist es das größte Biosphärenreservat Deutschlands ohne Meeranteil. Mit über 400 Kilometern Länge ist es auch das längste Biosphärenreservat Deutschlands.

Donnerstag, 22. November 2012

Bald erstes Wildnisgebiet Frankreichs im Naturpark Vercors

Das Naturschutzgebiet Hauts Plateaux im Naturpark Vercors könnte das erste richtige Wildnisgebiet Frankreichs werden. Das hat jetzt die PAN Parks-Organisation auf ihrer Internetseite bekanntgegeben.

Frankreich ist zwar dünner besiedelt als zum Beispiel Deutschland. Deshalb ist es jedoch trotzdem nicht einfach, in Frankreich ein Wildnisgebiet zu finden, das dem Anspruch an Wildnis in Größe und Qualität genügt. Oft sind potenzielle Gebiete zu klein oder sie weisen doch irgend eine Form der Nutzung (z.B. Schafhaltung) auf.

Das musste jetzt auch die Organisation PAN Parks erfahren. PAN Parks ist eine Nichtregierungsorganisation, die wichtige Arbeiten für das Wildnisprogramm der EU durchführt. Für ihr "million project" (mindestens eine Million Hektar Wildnis in Europa bis zum Jahr 2015) benötigt PAN Parks dringend auch ein oder zwei Wildnisgebiete in Frankreich.

Samstag, 17. November 2012

Die pannonische biogeographische Region

Die pannonische biogeographische Region ist eine von insgesamt neun biogeographischen Regionen, mit denen im Rahmen des europäischen Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000 die Fläche der EU unterteilt wird.

Vier Staaten der EU haben Anteil an der pannonischen biogeographischen Region. Dies sind die Tschechische Republik, Ungarn, Rumänien und die Slowakei. Als einziges Land liegt Ungarn vollständig in der pannonischen biogeographischen Region. Die anderen drei EU-Länder befinden sich nur mit Randgebieten in der Region. Die pannonische Region setzt sich auch in Gebiete außerhalb der EU fort. Sie erstreckt sich auch über Teile Serbiens, Kroatiens und der Ukraine. Die pannonische biogeographische Region bedeckt drei Prozent der Fläche der EU.

Montag, 12. November 2012

Nationalparks in Dänemark

Dänemark ist unter den europäischen Ländern ein Spätentwickler in Sachen Nationalpark. Gerade auch im Vergleich zu anderen skandinavischen Ländern wie Schweden, Norwegen und Finnland wird dies deutlich. Während Schweden z.B. über den ältesten Nationalpark Europas verfügt und - wie auch Norwegen und Finnland - heute weit über 20 oder 30 Nationalparks besitzt, wurde in Dänemark erst im Jahr 2008 der erste Nationalpark eingerichtet.

Allerdings gibt es, was Dänemark betrifft, ein Kuriosum. Grönland, das ein selbstverwalteter und autonomer Teil des Königreichs Dänemark ist, verfügt über den flächengrößten Nationalpark der Welt. Der Gronlands Nationalpark (Nationalpark in Nordostgrönland) hat eine Fläche von 972.000 km² und wurde bereits im Jahr 1974 eingerichtet und im Jahr 1988 erweitert. Dies ist auch der nördlichste Nationalpark der Welt  Seit 1977 ist der Nationalpark auch ein Unesco-Biosphärenreservat. Der überwiegende Teil des Parks besteht aus arktischer Wüste mit Eisbedeckung und in kleineren Teilen Felsen und Steine.

Donnerstag, 8. November 2012

Luxemburg-Belgischer Wanderweg "Eisleck Trail" ist der zweite Qualitätswanderweg Europas

Am 1. Oktober 2012 wurde in Luxemburg und Belgien der "Eisleck Trail" eröffnet. Auf einer Länge von 104 Kilometern verläuft dieser Wanderweg von Kautenbach in Luxemburg bis nach La Roche-en-Ardenne in Belgien.

Als zweiter Wanderweg in Europa ist der Eisleck Trail mit dem Label "Leading Quality Trails - Best of Europe" der Europäischen Wandervereinigung (EWV) ausgezeichnet worden. Dieses Label wurde von der Europäischen Wandervereinigung in Anlehnung an das vom Deutschen Wanderverband bereits seit längerer Zeit vergebene Label "Qualitätsweg Wanderbares Deutschland" geschaffen. Als erster Wanderweg in Europa wurde im Frühjahr 2012 der Lechweg in Tirol mit dem europäischen Label ausgezeichnet (siehe auch die Posts vom 10.03.2012 und vom 06.08.2012 in diesem Blog.)

Der Eisleck Trail wird in 5 Tagesetappen zurückgelegt: 
Kautenbach – Clervaux : 25 km
Clervaux – Asselborn : 19 km
Asselborn – Houffalize : 21,5 km
Houffalize – Nadrin : 21.5 km
Nadrin – La Roche-en-Ardenne : 17 km

In Belgien verläuft der Eisleck Trail durch den Naturpark Parc Naturel des Deux Ourthes in den Ardennen. Dieser im Jahr 2001 verordnete Naturpark hat eine Fläche von 76.000 Hektar.

Sonntag, 4. November 2012

Tschechische Republik meldet zwei neue Ramsar-Gebiete

Die Tschechische Republik hat im September 2012 zwei neue Gebiete als Ramsar-Gebiete ausgewiesen. Ramsar ist das weltweite Übereinkommen zum Schutz der Feuchtgebiete. Damit hat die Tschechische Republik jetzt insgesamt 14 Ramsar-Gebiete mit einer Fläche von 60.207 Hektar.

Wie das Ramsar-Sektretariat mitteilt, heißen die beiden neuen Ramsar Gebiete "Horni Jezera" (der Oberlauf des Flusses Jezera) und "Pramenne vyvery a raseliniste Slavkoskeho lesa" (Quellen und Seen des Slavkov-Waldes).

Montag, 29. Oktober 2012

Zwei neue europäische Mitglieder im Weltnetzwerk der Geoparks

Das Weltnetzwerk der Geoparks hat im September 2012 vier neue Geoparks als Mitglieder aufgenommen. Darunter befinden sich zwei in Europa. Dies sind der Geopark Bakony-Balaton in Ungarn sowie der Geopark Central Catalonia in der spanischen Region Katalonien. 

Ungarn hat nun insgeamt zwei Geoparks, die Mitglied im Weltnetzwerk der Geoparks sind. Spanien hat nun bereits acht Geoparks im Weltnetzwerk der Geoparks. Für die spanische Region Katalonien ist es der erste Geopark.

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Türkischer Küre-Gebirge Nationalpark erhält PAN Parks Zertifikation

Der Nationalpark Küre-Gebirge in der Türkei hat im September 2012 von der PAN Parks-Organisation das Zertifikat PAN Park erhalten. Dies ist das erste Schutzgebiet in der Türkei, das dieses Zertifikat erhalten hat. Insgesamt gibt es in Europa jetzt 13 PAN Parks.

Auf türkisch heißt das Schutzgebiet Küre Daglari Milli Parki. Der Nationalpark Küre-Gebirge ist einer von 33 Nationalparks in der Türkei. Er umfasst das Küre-Gebirge in der westlichen Schwarzmeer-Region mit einer Höhe von bis zu 2.019 m ü NN. Der Nationalpark ist 37.753 Hektar groß mit einer Pufferzone von 134.366 Hektar. Die Topographie der Parks ist plateauartig mit tief eingeschnittenen Schluchten.  Es gibt auch Höhlen und Wasserfälle. Der Nationalpark ist einer von 100 Wald-Hotspots in Europa in Bezug auf die Artenvielfalt und die Schutzbedürftigkeit seltener Tiere und Pflanzen.

Gemäß den Angaben der PAN Parks-Organisation beträgt der Wildnisanteil des Parks 15.758 Hektar (40,54 Prozent der Parkfläche). Die PAN Parks-Organisation ist eine Nichtregierungsorganisation, die sich den Schutz der europäischen Wildnisgebiete zum Ziel gesetzt hat. PAN Parks ist auch ein wichtiger Partner bei der Erarbeitung des Wildniskonzepts der EU.

Internetseite von PAN Parks: www.panparks.org 

Internetseite des Nationalparks Küre-Gebirge: www.kdmp.gov.tr

Freitag, 19. Oktober 2012

Neue Internetseite des geplanten Waldnationalparks "Champagne et Bourgogne"

In Frankreich wurde erst vor wenigen Monaten mit dem Nationalpark Calanque bei Marseille der zehnte Nationalpark des Landes eröffnet. Nun laufen die Planungen für den elften Nationalpark auf Hochtouren.

Der elfte Nationalpark Frankreichs wird ein Waldnationalpark sein. Er wird sich in den Regionen Champagne und Bourgogne im östlichen Zentrum des Landes befinden. Sein Name wird sein: "Parc national des forets de Champagne et Bourgogne".

Nun kann man die letzten Vorbereitungen zur Schaffung des Nationalparks mitverfolgen. Denn es gibt jetzt eine eigene Internetseite, auf der der aktuelle Stand zu diesem Nationalpark dokumentiert wird. 

Die Adresse der Internetseite ist: www.forets-champagne-bourgogne.fr

Im neuen Waldnationalpark Champagne et Bourgogne werden naturgemäß die Wälder und hier insbesondere die Buchenwälder dominieren. Dieser Nationalpark wird mit dem Ziel geschaffen, in Frankreich ein großes Schutzgebiet einzurichten, das dem Schutz der Laubwälder der Ebene dient. Unter den Tieren ist vor allem die Wildkatze interessant, für deren Schutz ja auch in Deutschland einiges unternommen wird. Die Lage des Nationalparks ist südwestlich des Autobahndreiecks A5 / A31. Die A5 bildet in etwa die nördliche Grenze, die A31 bildet in etwa die östliche Grenze des geplanten Nationalparks. 

Montag, 15. Oktober 2012

Kernzone "Moorkomplex Tiefenwald" im Biosphärenpark Großes Walsertal

Der Moorkomplex Tiefenwald ist eine von sechs Kernzonen im Biosphärenpark Großes Walsertal. Dieser Biosphärenpark befindet sich im österreichischen Bundesland Vorarlberg und ist der einzige Biosphärenpark dieses Bundeslandes. In Österreich gibt es insgesamt sieben Biosphärenparks. Biosphärenpark ist der in Österreich verwendete Begriff für die von der Unesco ins Leben gerufene Schutzgebietskategorie Biosphere Reserve.

Der Biosphärenpark Großes Walsertal umfasst eine Fläche von ca. 19.200 Hektar. Die Unesco hat das Gebiet im Jahr 2000 anerkannt. Die Kernzonen haben im Biosphärenpark Großes Walsertal einen Anteil von knapp 20 Prozent. Das ist ein sehr hoher und weit überdurchschnittlicher Anteil. Die sechs Kernzonen sind sehr unterschiedlich groß. Die Kernzonen Gadental und Faludriga-Nova umfassen ganze Täler im Lechquellengebirge in den Nördlichen Ostalpen. Dem steht die kleinste Kernzone "Moorkomplex Tiefental" gegenüber. Als einzige der Kernzonen befindet sie sich nicht im Großen Walsertal direkt, sondern nördlich des Faschinajochs bereits im Einzugsgebiet der Bregenzer Ache. Das hat seinen Grund darin, das eine der Gemeinden des Großen Walsertals hier mit ihrem Gemeindegebiet auf das Nachbartal übergreift.

Mittwoch, 10. Oktober 2012

Berghütte "Son Amer" in Mallorca`s Serra de Tramuntana

In Mallorca`s größtem Gebirgszug, der Serra de Tramuntana, gibt es einige Schutzhütten, die im Besitz der Regierung der Balearen sind. Zudem gibt es entlang des Weitwanderwegs GR 221 verschiedene Schutzhütten im Besitz der Inselregierung von Mallorca.

Die Balearenregierung betreibt drei bewirtschaftete und neun unbewirtschaftete Hütten. Die Inselregierung besitzt im Verlauf des Weitwanderwegs GR 221 weitere fünf Schutzhütten. Für eine Übernachtung in einer der Hütten ist eine vorherige telefonische Reservierung erforderlich. Für den durchschnittlichen Mallorca-Touristen kommt eine Übernachtung in einer der Hütten im Allgemeinen kaum in Betracht. Es ist möglich, je nach der Lage der Touristenunterkunft (meist in Meeresnähe) Tagestouren in der Serra de Tramuntana durchzuführen.

Freitag, 5. Oktober 2012

Naturschutzgebiet Eriskircher Ried am Bodensee

Das Eriskircher Ried ist das größte und wertvollste Naturschutzgebiet am deutschen Bodenseeufer und die größte naturbelassene Fläche des nördlichen Bodenseeufers. Das Eriskircher Ried wurde bereits im Jahr 1939 unter Naturschutz gestellt und im Jahr 1983 auf seine heutige Flächengröße von 520 Hektar erweitert.

Das Eriskircher Ried befindet sich zwischen der Stadt Friedrichshafen und der Gemeinde Langenargen sowie zwischen der Einmündung der Rotach und der Einmündung der Schussen in den Bodensee.

Nach der letzten Eiszeit lagerten im Gebiet des heutigen Eriskircher Rieds die Flüsse Rotach und Schussen große Schuttfächer ab. In der damals noch weitgehend vegetationsfreien Landschaft führten die Flüsse wesentlich mehr Geschiebe mit sich als dies heute der Fall ist. Der Wasserspiegel des Bodensees war am Ende der letzten Eiszeit wegen der hohen Schmelzwasserströme aus den Alpen höher als heute. Es später senkte sich der Wasserspiegel und gab die von den Flüssen unter Wasser abgelagerten Schuttfächer teilweise frei.    

Montag, 1. Oktober 2012

NABU-Stiftung besitzt über 10.000 Hektar Fläche

Die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe hat Ende des Jahres 2011 ihren Flächenbesitz auf über 10.000 Hektar erhöht. Das geht aus dem Jahresbericht 2011 der Stiftung hervor, der im August 2012 veröffentlicht worden ist. Genau genommen besaß die Stiftung Ende 2011 11.455 Hektar Fläche.

Der Flächenzuwachs resultiert vor allem aus der Übernahme von Flächen aus dem sogenannten Nationalen Naturerbe. Das sind Flächen im Bundesbesitz, die für ihren ursprünglichen Zweck (z.B. Truppenübungsplatz) nicht mehr benötigt werden und nun an verschiedene Naturschutzorganisationen weitergegeben werden. 

Im Jahr 2011 kamen im Rahmen von 15 Übertragungsverträgen 1.703 Hektar zusätzlich in den Besitz der Stiftung. Die Vergrößerung bestehender Schutzgebiete führte zu einem weiteren Flächenzuwachs von 1.894 Hektar. Die neuerworbenen Gebiete verteilen sich auf die Bundeländer Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Niedersachsen.

Der im Jahr 1899 gegründete NABU (Naturschutzbund Deutschland e.V.) ist eine der größten nichtstaatlichen Naturschutzorganisationen Deutschlands. Seit dem Jahr 2002 ist die NABU-Stiftung eine rechtlich selbständige Stiftung des NABU.  

Mittwoch, 26. September 2012

Naturschutzgebiet Hohe Kugel - Hoher Freschen - Mellental im Bregenzerwald

Das Naturschutzgebiet Hohe Kugel - Hoher Freschen - Mellental ist mit einer Fläche von ungefähr 7.500 Hektar das größte Naturschutzgebiet im österreichischen Bundesland Vorarlberg. Das Naturschutzgebiet wurde im April 1979 verordnet.

Das Schutzgebiet umfasst fast das gesamte Mellental, ein westliches (linkes) Seitental des Tals der Bregenzerache. Auch Teile des ins Alpenrheintal entwässernden Ebniter Tals gehören zum Naturschutzgebiet.

Montag, 24. September 2012

Rumänien meldet vier neue Ramsar-Gebiete

Rumänien hat im Juni 2012 vier neue Ramsar-Gebiete - Schutzgebiete im Rahmen des internationalen Abkommens über die Feuchtgebiete - gemeldet. Das hat jetzt das Ramsar-Sekretariat mitgeteilt.

Insgesamt hat Rumänien nun 12 Ramsar-Gebiete. Sie bedecken eine Fläche von insgesamt 923.597 Hektar. Weitere Gebiete sind in Vorbereitung zur Ausweisung als Ramsar-Gebiet. Alle vier neu gemeldeten Gebiete befinden sich entlang der Donau. Und für alle vier Gebiete ist zusammen mit dem angrenzenden Bulgarien die Ausweisung eines internationalen Ramsar-Gebiets geplant.

Dies sind die vier neuen Ramsar-Gebiete:

Freitag, 21. September 2012

Masca in Teneriffa`s Naturpark Teno

Das Tenogebirge im Westen der Kanareninsel Teneriffa ist als Naturpark (parque rural) geschützt. Das Dorf Masca im Teno-Gebirge ist der bekannteste und bei den Touristen beliebteste Ort in diesem Teil der Insel Teneriffa.

Der Parque Rural de Teno hat eine Fläche von 8.063,6 Hektar. Er wurde im Jahr 1994 verordnet. Das Gebiet ist auch ein Natura 2000-Vogelschutzgebiet. Es gibt auf den Kanaren zwei Schutzgebietskategorien vom Typ Naturpark, der Parque Natural und der Parque Rural. Der Parque Natural ist eine strengere Schutzgebietskategorie als der Naturpark in Deutschland. In einem Parque Natural steht der Schutz der Natur im Vordergrund. Einwohner gibt es in diesen Gebieten fast keine. Der Parque Rural entspricht mehr dem deutschen Naturpark oder auch einem Biosphärenreservat. In einem Parque Rural ist der Naturschutz ebenfalls Thema. Dort gibt es jedoch auch Siedlungen, deren traditionelle Bewirtschaftungsformen gefördert werden.

Freitag, 14. September 2012

Lagunas de Ruidera werden das 74. Ramsar-Gebiet Spaniens

Spanien hat sein 74. Schutzgebiet gemäß der Ramsar-Konvention zum Schutz der Feuchtgebiete gemeldet. Es sind die Seen von Ruidera (Lagunas de Ruidera) in der Region Castilla-La Mancha. Damit ist Spanien hinter Großbritannien und Mexiko das Land mit den meisten Ramsar-Gebieten weltweit. 

Das neue Ramsar-Gebiet Lagunas de Ruidera hat eine Fläche von 6.639 Hektar. Seine Koordinaten sind gemäß den Angaben des Ramsar-Sekretariats: 38 56 23 N / 02 51 35 W. Die Lagunas de Ruidera sind eine 25 Kilometer lange Kette von natürlichen Seen entlang eines Flusslaufs. Die Seen wurden durch Dämme aus Travertin gebildet, die das kalkhaltige Wasser im Laufe der Jahrtausende aufgebaut hat. Den Lagunas de Ruidera liegt damit dasselbe Phänomen zugrunde wie den wesentlich berühmteren Plitvicer Seen in Kroatien.

Dienstag, 11. September 2012

Nagelfluh am Hochgrat - einer der 100 schönsten Geotope Bayerns

"Nagelfluh am Hochgrat" heißt ein Geotop in den Allgäuer Voralpen in Bayern. Dies ist sogar eines der 100 schönsten Geotope Bayerns, gemäß der offiziellen Zählung des Bayerischen Landesamts für Umwelt.

Der Hochgrat ist mit einer Höhe von 1.834 m ü NN der höchste Gipfel Deutschlands, der aus Molassegestein besteht. Nagelfluh ist die lokale Bezeichung für Molassegestein. Der höchste Molassegipfel überhaupt ist der Speer in den Schweizer Voralpen mit einer Höhe von 1.950 m ü NN.

Das Molassegestein wurde in der Frühzeit der Alpenfaltung von heute nicht mehr existierenden Flüssen aus den Alpen nach Norden ins Alpenvorland transportiert. Dort wurde es abgelagert und später durch den anhaltenden Druck der afrikanischen auf die eurasische Kontinentalplatte erneut zu Bergen aufgefaltet. 

Die Ablagerung des Molassegesteins erfolgte nicht gleichmäßig am Nordrand der Alpen entlang. Dort wo die Flüsse aus den Alpen ins Alpenvorland traten, wurde besonders viel Molassegestein abgelagert. An diesen Stellen wurden später dann auch die höchsten Molasseberge aufgetürmt. Einer dieser früheren Flüsse mündete in der Gegend des heutigen Hochgratgipfels ins Alpenvorland. Das ist der Grund, weshalb gerade an dieser Stelle später der höchste Molasseberg Deutschlands aufgefaltet wurde. Die Geologen nennen den damaligen Mündungsbereich des Flusses den Hochgratfächer.

Samstag, 8. September 2012

Organisation PAN Parks will eine Million Hektar Wildnis in Europa bis 2015

Die Organisation PAN Parks hat vor einiger Zeit das "Million-Project" gestartet. Ziel ist, bis zum Jahr 2015 eine Million Hektar echte Wildnis in Europa sicherzustellen. 

Der von PAN Parks hierbei verstandene Wildnisbegriff ist sehr eng gefasst. Flächen, die durch menschliche Eingriffe erst zur Wildnis rückentwickelt werden müssen, zählen ebensowenig zu einer echten Wildnis wie z.B. die Schafbeweidung, wie sie in einigen IUCN-II-Nationalparks praktiziert wird.

Wie PAN Parks auf seiner Internetseite www.panparks.org bekanntgibt, sind durch die sogenannten wilderness-partners aktuell bereits 396.365 Hektar Wildnisgebiet sichergestellt. Damit sind bis 2015 noch ca. 600.000 Hektar Wildnisflächen zu sichern. Am 10. August 2012 gab PAN Parks bekannt, dass nun auch der Salzburger Teil des Nationalparks Hohe Tauern ein wilderness-partner geworden ist und im Nationalpark Hohe Tauern 10.000 Hektar Wildnisfläche identifiziert hat, die den strengen Anforderungen von PAN Parks entsprechen.

Das Million-Project wird von den folgenden NGO`s unterstützt:
  • Information and Nature Conservation Foundation
  • Synergiz
  • Wilderness Foundation UK
  • Iceland Nature Conservation Association
  • Stiftung Naturlandschaften Brandenburg
  • Bulgarian Biodiversity Foundation  
Zu den bereits sichergestellten Wildnisgebieten zählen selbstverständlich auch die Kerngebiete aller derjenigen Nationalparks in Europa, die von der PAN Parks-Organisation in den vergangenen Jahren als PAN Parks zertifiziert worden sind. Dies sind zur Zeit 12 Nationalparks. Darunter befindet sich allerdings leider noch kein Nationalpark in Deutschland, Österreich und der Schweiz. 

Sonntag, 2. September 2012

Andorra tritt der Ramsar-Konvention bei

Als 163. Mitglied ist der Pyrenäen-Kleinstaat Andorra im Juli 2012 der Ramsar-Konvention, dem internationalen Abkommen zum Schutz der Feuchtgebiete beigetreten. Gleichzeitig hat Andorra sein erstes Ramsar-Gebiet ausgewiesen. Das hat jetzt das Sekretariat der Ramsar-Konvention auf seiner Website mitgeteilt.

Andorra ist ein Kleinstaat in den östlichen Pyrenäen unmittelbar südlich des Pyrenäen-Hauptkamms. Der Staat grenzt an Frankreich und an Spanien. Andorra ist 468 km² groß und hat ca. 78.000 Einwohner.

Das von Andorra jetzt neu ausgewiesene Ramsar-Gebiet ist der Naturpark Vallee de Sorteny. Dieser Park befindet sich in der Gemeinde Ordino ganz im Norden von Andorra. Das Parkgebiet ist 1.080 Hektar groß und reicht bis in eine Höhe von 2.915 m ü NN. Dies ist ein Hochgebirgs-Naturpark. Das nasse Element ist im Naturpark vertreten durch Feuchtwiesen, Sumpfwälder, Wasserstellen und einen alpinen See. 

Der Naturpark Vallee de Sorteny ist die Heimat einiger seltener Tier- und Pflanzenarten. Der Park ist auch wichtig für die Reinigung und Bereitstellung von Wasser und  für den Wasserhaushalt. Im Gebiet gibt es auch Überbleibsel früherer wirtschaftlicher Tätigkeiten wie Eisenabbau und Weidewirtschaft.    

Donnerstag, 30. August 2012

Naturfreunde erklären Oberrhein zur Landschaft des Jahres

Die Organisation Naturfreunde Internationale (NFI) hat den Oberrhein zur Landschaft des Jahres 2013/2014 erklärt. Die Organisation erklärt seit dem Jahr 1989 alle zwei Jahre eine grenzüberschreitende Landschaft in Europa zur Landschaft des Jahres. Leitziel ist eine nachhaltige Entwicklung der jeweiligen Region.

Die jetzt ausgewählte Landschaft Oberrhein umfasst Gebiete in Deutschland, Frankreich und der Schweiz. In Deutschland gehören dazu Süd- und Mittelbaden sowie die südliche Pfalz. Frankreich ist vertreten mit dem Elsaß und die Schweiz mit den Kantonen Basel-Stadt, Basel-Land, Jura, Solothurn und Aargau. Die Landschaft Oberrhein ist ungefähr 21.500 km² groß. In ihr leben ca. 6 Millionen Menschen. Die Organisation NFI charakterisiert die Landschaft Oberrhein als ein Gebiet mit einem engen Netz lebenswerter Städte und dazwischenliegenden ländlichen Räumen. Die Landschaft entspricht der trinationalen Metropolregion Oberrhein.

Mittwoch, 29. August 2012

Der Feldseewald - Wildnis beim höchsten Schwarzwaldgipfel

Der 102,6 Hektar große Bannwald Feldseewald befindet sich am Osthang des Feldbergs, des höchsten Schwarzwaldgipfels. Mit dem Begriff Bannwald bezeichnet man in Baden-Württemberg ein Naturwaldreservat. Der Bannwald Feldseewald ist einer von mehreren Bannwäldern an den Hängen des Feldbergs und seiner Ausläufer.

Der Bannwald Feldseewald umfasst unterschiedlichste Biotope. Der Feldsee, einer der schönsten Karseen des Schwarzwalds, gehört ebenso zum Bannwald Feldseewald wie Moore, Lawinenbahnen und Bergwälder. Besuchermagnete wie der Feldsee verursachen in Teilen des Bannwalds Feldseewald sehr hohe Besucherzahlen. Dem gegenüber stehen andere Teile des Feldseewalds, die ruhig geblieben sind.

Montag, 27. August 2012

Vier neue Naturpärke in der Schweiz

In der Schweiz gibt es ab Anfang 2013 vier neue Naturpärke. Das Schweizer Bundesamt für Umwelt hat nun vier weiteren Kandidaten das Label Regionaler Naturpark verliehen. Die vier neuen Regionalen Naturpärke sind:

Beverin (Kanton Graubünden)
Fläche: 373 km², 2.483 Einwohner, 12 Gemeinden

Doubs (Kantone Jura, Bern, Neuenburg)
Fläche: 378 km², 60.330 Einwohner, 19 Gemeinden 

Jura Vaudois (Kanton Waadt)
Fläche: 530 km², 32.000 Einwohner, 30 Gemeinden

Pfyn-Finges (Kanton Wallis)
Fläche: 279 km², 27.124 Einwohner, 13 Gemeinden
 
Insgesamt gibt es in der Schweiz nun 14 Regionale Naturpärke. Dazu kommt ein Nationalpark sowie ein Naturerlebnispark.

Donnerstag, 23. August 2012

Quelltuff-Naturlehrpfad bei Lingenau im Bregenzer Wald

Das Quelltuffvorkommen im Tal der Subersach bei Lingenau im Bregenzer Wald gilt als eine der großartigsten Kalksinterbildungen nördlich der Alpen und als eine der herausragendsten geologischen Erscheinungen im österreichischen Bundesland Vorarlberg. Der Quelltuff bei Lingenau wurde im Jahr 1998 als Naturdenkmal ausgewiesen. Zudem ist das gesamte Schluchtgebiet der Subersach, eines Seitenflusses der Bregenzer Ach, ein Biotop im Vorarlberger Biotopinventar.

Ein Lehrpfad führt von dem auf einer späteiszeitlichen Schotterterrasse gelegenen Ort Lingenau am Nordhang der Subersachschlucht zu den Quelltuffvorkommen hinab, am Hang entlang und wieder auf die Hochfläche hinauf.  Fünf Informationstafeln bieten Texte und Bilder zu den Themen Übersicht, Geologie, Vegetation, Ausblick und Lokalgeschichtliches.

Das Kalksintervorkommen bei Lingenau wurde in früheren Jahren bis in die Fünfziger Jahre des Zwanzigsten Jahrhunderts teilweise abgebaut. Kalksinter war ein begehrter Baustoff. Auch die St. Anna-Kapelle bei Lingenau, der Ausgangspunkt der kleinen Wanderung über den Kalktuff-Naturlehrpfad, ist aus Kalktuff erbaut worden - wie auch die Pfarrkirche von Lingenau. 

Montag, 20. August 2012

Pyrenäengipfel Canigou ist der elfte große Ort Frankreichs (Grand site de France)

Die französische Umweltministerin Batho hat am 13. Juli 2012 die Entscheidung unterzeichnet, dass das Gebirgsmassiv des Canigou in den östlichen Pyrenäen das Label "Grand Site de France" (Großer Ort Frankreichs) erhält. Dies ist bereits der elfte große Ort Frankreichs. 

Das Label der Grand Site de France ist seit dem 12. Juli 2010 im Umweltgesetzbuch Frankreichs enthalten. Es handelt sich hierbei um eine ganz spezielle Schutzgebietskategorie. Sie umfasst landschaftlich und naturschutzfachlich herausragende, bekannte und vielbesuchte Orte in Frankreich. Voraussetzung für die Erteilung des Label Grand Site de France sind vorausgehende umfangreiche Maßnahmen, die den entsprechenden Ort aufwerten, den Naturschutz verbessern und die negativen Auswirkungen der großen Besucherzahlen minimieren. Diese Maßnahmen fasst man unter dem Begriff operation grand site zusammen. Es gibt ca. 30 weitere Kandidaten für das Label Grand Site de France.

Der Pyrenäengipfel Canigou mit einer Höhe von 2.784 m ü NN befindet sich Luftlinie 48 Kilometer vom Mittelmeer entfernt in der Region Languedoc-Roussillon. Der Berg ist die bekannteste Landmarke der östlichsten Pyrenäen und von weitem sichtbar. Im Rahmen der operation grand site wurden unter anderem verschiedene Straßen geschlossen, die weit an den Berghängen hinaufführten. Statt dessen wurde ein hunderte Kilometer langes Wanderwegenetz eingerichtet. 39 Kommunen sind an dem Projekt Grand Site de Canigou beteiligt.

Freitag, 17. August 2012

Aussichtspunkt Penya des Migdia auf Mallorca`s Halbinsel Alcudia

Penya des Migdia heißt auf deutsch Mittagsspitze. Und am Nordsporn dieses Berges auf Mallorca`s Halbinsel Alcudia befindet sich einer der schönsten Aussichtspunkte der Insel.

Die Halbinsel Alcudia im Nordosten von Mallorca ist ein beliebter Ort für Naturliebhaber und Wanderer. Der östliche, äußere Teil der Halbinsel ist ein Landschaftsschutzgebiet (Area natural de especial interes, ANEI). Das Gebiet befindet sich zudem im Eigentum der öffentlichen Hand (finca publica la victoria). Die Halbinsel Alcudia wurde auch als FFH-Gebiet und Vogelschutzgebiet im Rahmen des europäischen Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000 ausgewiesen (La Victoria, Nr. ES 0000079, Größe 995,69 Hektar).

Ein Netz an Wanderwegen überzieht die Halbinsel Alcudia. Dazu gehören beschilderte und nicht beschilderte Wege. Der Weg zum Aussichtspunkt Penya des Migdia verläuft zunächst auf einem beschilderten Forstweg und dann auf einem nicht beschilderten Pfad.

Dienstag, 14. August 2012

Bassin de la Dordogne ist 11. Biosphärenreservat Frankreichs

Frankreich hat jetzt 11 Biosphärenreservate. Die Unesco hat bei der 24. Sitzung ihres Koordinierungsausschusses zu den Biosphärenreservaten am 11. Juli 2012 in Paris das neue Biosphärenreservat Bassin de la Dordogne anerkannt. Dies ist nun das mit Abstand größte Biosphärenreservat Frankreichs (europäischer Teil) sowie auch das bevölkerungsreichste Biosphärenreservat des Landes. Außerdem hat die Unesco einer Erweiterung des Biosphärenreservats Iroise auf die Meeresfläche zugestimmt. Der neue Name dieses Biosphärenreservats ist nun Iles de la mer d`Iroise.

Das neue Biosphärenreservat Bassin de la Dordogne umfasst das gesamte Becken des Flusses Dordogne mit einem Wassereinzugsgebiet von 24.000 km². Zwar gibt es im Gebiet keine größeren Städte. Jedoch ist das Flusssystem der Dordogne eines von drei Schwerpunkten in Frankreich für die Erzeugung von elektrischer Energie. 

Die Dordogne entspringt im Zentralmassiv. Sie mündet in die Garonne im Bereich des großen Mündungstrichters dieses Flusses am atlantischen Ozean. Die Dordogne ist 483 km lang.

Das neue Biosphärenreservat Bassin de la Dordogne hat eine Fläche von 24.000 km² und eine Bevölkerungszahl von 1,2 Millionen in 1.451 Kommunen. Das Biosphärenreservat erstreckt sich über die Regionen Auvergne, Limousin, Midi-Pyrenees und Aquitaine.        

  

Samstag, 11. August 2012

Die Starzlachklamm im Allgäu

Die Starzlachklamm ist eine der zahlreichen Schluchten des Allgäus. Die Klamm selbst wie auch ein Wasserfall am Ausgang der Klamm sind als Geotope ausgewiesen. Ansonsten ist die Starzlachklamm auch ein Naturdenkmal.

Die Starzlachklamm befindet sich auf dem Gebiet der Stadt Sonthofen, am Südrand des Grünten, eines Bergs am Nordrand der Allgäuer Alpen. Die den Grünten und seine Umgebung aufbauenden Gesteine sind sehr vielfältig. Es gibt Gesteinswechsel auf engstem Raum. Die Starzlachklamm befindet sich an einer Stelle, an der der Bach Starzlach durch eine harte Schicht aus Nummulitenkalk fließt. Dieses Gestein wurde am Beginn des Tertiärs in einem nur wenige Meter flachen, warmen Meer abgelagert. Es besteht fast ausschließlich aus Einzellertieren, die eine heute nicht mehr vorkommende Größe hatten. 

Donnerstag, 9. August 2012

Salzburger Lungau und Kärntner Nockberge sind der siebte Biosphärenpark Österreichs

Die Unesco hat auf der 34. Sitzung des Internationalen Koordinierungsrats zu den Biosphärenreservaten vom 06. bis 13. Juli 2012 in Paris den Salzburger Lungau und die Kärntner Nockberge als biosphere reserve (in Österreich: Biosphärenpark) anerkannt. Damit gibt es in Österreich nun sieben Biosphärenparks.

Der neue Biosphärenpark Salzburger Lungau und Kärntner Nockberge ist jetzt der größte Biosphärenpark Österreichs. Und dieser Biosphärenpark erstreckt sich über zwei Bundesländer. Die Unesco charakterisiert den neuen Biosphärenpark auf ihrer Internetseite als ein repräsentatives Beispiel einer inneralpinen Landschaft mit hohen Bergen und tief eingeschnittenen Tälern. Das Gebiet befindet sich in einer Höhenlage von 600 bis 3.000 Meter ü NN und umfasst für die Zentralalpen typische Ökosysteme wie Begwiesen und Moore mit einer großen Biodiversität. 

Montag, 6. August 2012

Lechweg von Stanzach nach Weißenbach am Lech


Im Juni 2012 wurde entlang des Lechtals in den Alpen der neue Lechweg offiziell eingeweiht. Dieser 132 Kilometer lange, neue Weitwanderweg mit dem Untertitel "Von der Quelle bis zum Fall" führt in 13 Tagesetappen vom Formarinsee im Lechquellengebirge bis zum Lechfall bei Füssen am nördlichen Alpenrand.

Der größere Teil des neuen Lechwegs führt duch das österreichische Bundesland Tirol und dort wiederum durch den Naturpark Tiroler Lech. Die ersten 2,5 Tagesetappen verlaufen durch das Bundesland Vorarlberg und die letzte Tagesetappe verläuft teilweise durch Bayern.

Es gibt zwei Besonderheiten, die eine Wanderung entlang des ganzen Lechwegs oder entlang eines Teils davon lohnend erscheinen lassen.

Montag, 30. Juli 2012

Die Färöer-Inseln erklären drei neue Ramsar-Gebiete

Die Färöer-Inseln haben im Juni 2012 drei neue Gebiete im Rahmen des internationalen Abkommens über Feuchtgebiete (Ramsar-Abkommen) erklärt. Die Färöer-Inseln gehören zu Dänemark, sind aber weitgehend autonom mit einem eigenen Parlament. Die Färöer-Inseln sind nicht Mitglied in der EU. Es gibt dort somit keine Natura 2000-Schutzgebiete. In Dänemark gibt es jetzt insgesamt 42 Ramsar-Gebiete.

Die drei neuen Ramsar-Gebiete weisen jeweils eine beachtliche Größe von weit über 1.000 Hektar auf. Alle drei Gebiete sind sehr wichtige Lebensräume für Seevögel. Die drei Gebiete sind von Bird Life International bereits als IBA-Gebiete (Important Bird Areas) festgesetzt worden.

Dies sind die drei neuen Ramsar-Gebiete:

Samstag, 28. Juli 2012

Pfrunger-Burgweiler Ried in Oberschwaben (Teil 2)

Das Pfrunger-Burgweiler Ried in Oberschwaben gehört zu den bedeutendsten Moorgebieten Südwestdeutschlands. Im vorangegangenen Post in diesem Blog gab es bereits einige Informationen zum Bannwald Pfrunger-Burgweiler Ried, dem zur Zeit größten Bannwald in Baden-Württemberg, sowie zum Naturschutzgebiet, das noch wesentlich größer ist als der Bannwald. Auch die Wiedervernässung weiter Bereiche sowie der neue Rundwanderweg um den Großen Trauben waren das Thema im vorangegangenen Post.

Im heutigen Post geht es darum, weitere Aspekte der großen Moorlandschaft Pfrunger-Burgweiler Ried zu zeigen, die sich im Verlauf des Rundwanderwegs um das Hochmoorgebiet Großer Trauben darbieten.

Freitag, 27. Juli 2012

Pfrunger-Burgweiler Ried in Oberschwaben (Teil 1)

Das Pfrunger-Burgweiler Ried gilt nach dem Federseeried als die zweitgrößte Moorlandschaft Südwestdeutschlands. Im Gegensatz zu anderen Moorgebieten in Oberschwaben, wie zum Beispiel dem Federseeried oder dem Wurzacher Ried ist das Pfrunger-Burgweiler Ried bisher jedoch kaum bekannnt.

Das könnte sich in den kommenden Jahren jedoch ändern. Im Rahmen eines Naturschutz-Großprojekts wurden und werden weite Bereiche des Gebiets wiedervernässt. Vor wenigen Monaten wurde als erster Erfolg der Maßnahmen der größte Bannwald (Naturwaldreservat) des Bundeslandes Baden-Württemberg ausgewiesen. Zudem wurden und werden Wege und Stege angelegt, so dass man die zukünftige Wildnis und die wiedervernässten Bereiche ganz aus der Nähe erleben kann.

Der neue Bannwald Pfrunger-Burgweiler Ried hat eine Größe von 441 Hektar. Im Gegensatz zu den bisher ausgewiesenen Bannwäldern in Baden-Württemberg umfasst dieser Bannwald auch bisher waldlose Flächen, zum Beispiel Gewässer oder Wiesen. Dieser Bannwald ist somit ein Wildnisgebiet, wie es etwa auch die USA kennen. Der Bannwald wird in den kommenden Jahren und Jahrzehnten großen Veränderungen unterworfen sein. Einerseits wird auf bisher waldfreien Flächen durch die natürliche Sukzession ein Wald wachsen. Andererseits werden durch die Wiedervernässung großer Gebiete die bisher dort wachsenden, standortfremden Bäume absterben und möglicherweise einem waldfreien Hochmoor Platz machen. Auf die weitere Entwicklung darf man gespannt sein.

Samstag, 21. Juli 2012

Sorgen um Bulgarien`s Weltnaturerbe Pirin-Nationalpark

Geplante neue Skigebiete und eine damit zusammenhängende Verkleinerung der Pufferzone sind die hauptsächlichen Kritikpunkte, die die Unesco zur Weltnaturerbestätte Pirin-Nationalpark in Bulgarien hat. Bei der 36. Sitzung des Unesco-Welterbekommittees im Juni/Juli 2012 wurden Auflagen für das Welterbegebiet erlassen. Jedoch wurde zunächst darauf verzichtet, den Pirin Nationalpark auf die Liste des Welterbes in Gefahr zu setzen.

Zunächst einmal hat die Prüfungskommission Entwarnung gegeben. Die in den vergangenen Jahren durchgeführten Modernisierungen und Kapazitätserweiterungen der in der Pufferzone des Pirin-Weltnaturerbegebiets befindlichen Skiliftanlagen haben sich nicht negativ auf den Welterbestatus des Gebiets ausgewirkt und sie haben auch nicht zu einer Erhöhung der Zahlen bei den Skifahrern geführt. 

Montag, 16. Juli 2012

"Attersee-Traunsee" wird der dritte Naturpark von Oberösterreich

Das österreichische Bundesland Oberösterreich hat mit der Verordnung Nr. 52 vom 29. Juni 2012 den Naturpark Attersee-Traunsee ausgewiesen. Dies ist der dritte Naturpark des Bundeslandes. Der neue Naturpark hat eine Größe von 9.691 Hektar. Er befindet sich im Mittelgebirgsland zwischen dem Attersee und dem Traunsee, zwei Seen des Salzkammerguts.

Die Flächen wurden als Landschaftsschutzgebiet und gleichzeitig als Naturpark ausgewiesen. Sie befinden sich im politischen Bezirk Gmunden (Gemeinde Altmünster) sowie im politischen Bezirk Vöcklabruck (Gemeinden Weyregg am Attersee, Schörfling am Attersee, Aurach am Hongar und Steinbach am Attersee). Der Naturpark liegt nördlich des Höllengebirges, das eine Höhe von 1.862 m ü NN erreicht. Das Gebiet des Naturparks erreicht jedoch nur eine Höhe von 1.090 m ü NN.

Freitag, 13. Juli 2012

Erster Abschnitt von England`s Küstenpfad (England Coast Path) eröffnet

Bei Weymouth in der englischen Grafschaft Dorset ist Ende Juni 2012 der erste 32 Kilometer lange Abschnitt des England Coast Path (England`s Küstenpfad) eröffnet worden. Der neue Abschnitt des Küstenpfads verläuft entlang der Bucht von Weymouth. Dieser Abschnitt wird es den Erholungssuchenden und Wanderern erlauben, die Segelwettbewerbe der Olympischen Spiele 2012 direkt von der naturbelassenen Küste Englands aus zu verfolgen.

Dienstag, 10. Juli 2012

Unesco entscheidet über neue Biosphärenreservate 2012

Der internationale Koordinierungsausschuss des MAB (man and biosphere)-Programms der Unesco hält seine diesjährige Sitzung (die 24. Sitzung insgesamt) vom 9. bis 13. Juli 2012 in Paris ab. Hierbei wird über die Neuaufnahme von 27 Gebieten in das Weltnetzwerk der Biosphärenreservate und die Erweiterung von 4 bestehenden Biosphärenreservaten entschieden.

Das internationale Beratungskommittee für die Unesco-Biosphärenreservate hat bereits vom 2. bis 4. April 2012 getagt und hierbei zu den einzelnen Kandidaturen Empfehlungen ausgesprochen. Hierbei gibt es vier Kategorien.
1. Eine Kandiatur wird ohne weitere Bedingungen akzeptiert.
2. Eine Kandidatur wird akzeptiert unter der Bedingung, dass noch verschiedene Voraussetzungen erfüllt werden.
3. Eine Kandidatur wird zurückgestellt, weil sie nicht alle Voraussetzungen für ein Biosphärenreservat erfüllt.
4. Eine Kandidatur wird zurückgewiesen, weil sie mit den Prinzipien der Biosphärenreservate nicht übereinstimmt.

Insgesamt hat das Beratungskommittee 27 Kandiaturen für neue Biosphärenreservate behandelt, darunter sind 12 Kandidaturen aus Europa. Dann  gab es 4 Kandidaturen für die Erweiterung von Biosphärenreservaten, darunter 3 aus Europa. Die europäischen Kandidaturen sind nachfolgend aufgelistet:

Sonntag, 8. Juli 2012

Unesco beschließt 26 neue Welterbestätten

Vom 25. Juni bis zum 6. Juli 2012 fand in St. Petersburg die 36. Sitzung des Welterbekommittees der Unesco statt. Hierbei wurden 26 Welterbestätten neu in die Liste des Welterbes aufgenommen. Der Tschad, der Kongo, Palau (Südsee) und Palästina haben hierbei ihre erste Welterbestätte erhalten.

Unter den 26 neuen Welterbestätten befinden sich 5 Weltnaturerbestätten sowie eine gemischte Weltnatur- und -kulturerbestätte. Diese 6 Stätten befinden sich nicht in Europa. 20 Weltkulturerbestätten wurden neu aufgenommen. Davon befinden sich 6 Stätten in Europa.
Unter den 20 neuen Weltkulturerbestätten ist auch eine Stätte in Deutschland, das Opernhaus von Bayreuth.

Innerhalb des Weltkulturerbes gibt es die Kategorie der Kulturlandschaft. Diese Kategorie ist in diesem Blog neben dem Weltnaturerbe ebenfalls von Interesse. In Frankreich wurde eine Weltkulturerbestätte neu ausgewiesen, die zur Kategorie der Kulturlandschaften gehört. Dies ist "Nord-Pas de Calais Mining Basin". Das Gebiet hat eine Flächengröße von 3.943 Hektar mit einer Pufferzone von 18.804 Hektar. Es umfasst Landschaften, die über drei Jahrhunderte lang vom Kohlenabbau geprägt worden sind. 

Als Kandidaten für das Welterbe waren unmittelbar vor der Sitzung des Welterbekommittees noch 36 Stätten genannt worden. Nicht in die Welterbeliste aufgenommen wurden unter anderem die gemischte Weltnatur- und -kulturerbestätte "Plasencia-Monfrague-Trujillo, Mediterranean Landscape" in Spanien und die Kulturlandschaft "Vineyard Landscape of Piedmont" in Italien.       

Freitag, 6. Juli 2012

AlpSeeHaus - Infozentrum des Naturparks Nagelfluhkette

Direkt am Alpsee in Immenstadt im Allgäu befindet sich das Infozentrum des noch relativ jungen, ersten deutsch-österreichischen Naturparks Nagelfluhkette.

Im AlpSeeHaus wurde am 17. Juni 2012 die Naturparkerlebnisausstellung "Expedition Nagelfluh" eröffnet. Außerdem gibt es im AlpSeeHaus Bücher, Prospekte und Karten zum Naturpark Nagelfluh. Auch Lebensmittel aus der Region gibt es zu kaufen.

Der Naturpark Nagelfluh ist der erste deutsch-österreichische Naturpark (Bayern / Vorarlberg). In Bayern ist der Naturpark durch eine Erklärung des Umweltministeriums zustandegekommen. In Vorarlberg wurde der Naturpark durch den Beitritt von acht Gemeinden ins Leben gerufen. Die Schutzgebietskategorie des Naturparks gibt es in Vorarlberg zur Zeit nicht. Der Naturpark Nagelfluhkette ist insgesamt ca. 405 km² groß.

Im heutigen Post werden alle Artikel in diesem Blog, die sich mit dem Naturpark Nagelfluhkette befassen, verlinkt.  

Montag, 2. Juli 2012

Sierra de Guadarrama soll 15. Nationalpark Spaniens werden

Die Sierra de Guadarrama wird im Jahr 2013 der 15. Nationalpark Spaniens. Das hat Anfang Juni 2012 der zuständige Rat des Netzes der Spanischen Nationalparks beschlossen. Der erforderliche Gesetzgebungsprozess wird im Laufe des Jahres 2013 stattfinden.

Die Sierra de Guadarrama gehört zum Kastilischen Scheidegebirge. Dieses Gebirge zieht sich quer durch die zentralspanische Hochebene, die sogenannte Meseta und teilt sie in eine Nord- und eine Südhälfte. Der höchste Berg der Sierra de Guadarrama ist die Penalara mit einer Höhe von 2.430 m ü NN.

Der neue Nationalpark wird mit einer Fläche von 35.664 Hektar der fünftgrößte Nationalpark Spaniens sein. Davon liegen 21.740 Hektar in der autonomen Region Madrid und 13.924 Hektar in der autonomen Region Castilla y Leon. Der vollständige Name des zukünftigen Nationalparks lautet: Parque Nacional de las Cumbres de la Sierra de Guadarrama (Cumbres = Gipfelzonen).

Der neue Nationalpark wird zahlreiche Biotope und Geotope der alpinen Gipfellagen neu in das Spanische Nationalparksystem einbringen. Zudem gibt es bei der Flora und Fauna des Gebiets zahlreiche Endemismen.    

Freitag, 29. Juni 2012

Die Wutachschlucht - ein Schaufenster der Erdgeschichte (Teil 2)

Die Wutachschlucht ist eines der ältesten Naturschutzgebiete in Baden-Württemberg. Die Schlucht wurde bereits im Jahr 1939 unter Schutz gestellt. Vorher war es gelungen, Pläne für einen Stausee und ein Wasserkraftwerk abzuwehren. Im Jahr 1989 wurde das Naturschutzgebiet auf die heutige Fläche von 950 Hektar vergrößert. Als Pufferzone dient ein Landschaftsschutzgebiet mit weiteren 415 Hektar Fläche.

Dienstag, 26. Juni 2012

Die Wutachschlucht - ein Schaufenster der Erdgeschichte (Teil 1)

Die Wutachschlucht gehört zu den erdgeschichtlich und naturschutzfachlich bedeutendsten Tälern Deutschlands. Die im Südwesten Deutschlands zwischen dem südlichen Schwarzwald und der südlichen Schwäbischen Alb gelegene Schlucht ist geologisch sehr jung. Sie zeigt alle Gesteine des Südwestdeutschen Schichtstufenlandes.


Sonntag, 24. Juni 2012

Mallorcas öffentliche Finca (Finca Publica) Santuiri bei Pollenca (Teil 2)

Ein kleines, bei den Touristen kaum bekanntes, aber durchaus besuchenswertes Schutzgebiet ist die öffentliche Finca Santuiri im Norden von Mallorca bei der großartigen Kulturstadt Pollenca. Im vorangegangenen Post in diesem Blog war der Rundweg um den Santuiri-Hügel (Puig de Santuiri) das Thema. Heute besteigen wir den Gipfel des Puig de Santuiri und genießen von dort einen großartigen Blick auf Teile des Nordens von Mallorca. 


Samstag, 23. Juni 2012

Mallorca`s öffentliche Finca (Finca Publica) Santuiri bei Pollenca (Teil 1)


Ländereien, die von der öffentlichen Hand gekauft worden sind, spielen für die Freizeitgestaltung in der Natur auf der Baleareninsel Mallorca eine große Rolle. Nur in diesen Gebieten gibt es die Sicherheit, dass man sich jederzeit frei bewegen kann. Diese "Fincas Publicas" genannten Gebiete unterscheiden sich voneinander durch ihre unterschiedliche Größe und auch durch ihre unterschiedlichen Besitzer. Als Besitzer kommen in Frage: der Spanische Staat, die autonome Region Balearen, die Inselregierung von Mallorca sowie eine Stadt oder Gemeinde.

Die Finca Publica Santuiri gehört zu den kleineren Fincas Publicas. Dieses im kommunalen Eigentum befindliche Gebiet umfasst den Santuiri-Hügel (Puig de Santuiri). Dieser Hügel befindet sich im Norden Mallorcas nur 1,5 Kilometer östlich der Kulturstadt Pollenca. Die Finca Publica Santuiri muss man als Geheimtip bezeichnen. Bei den Touristen ist dieses Gebiet so gut wie nicht bekannt.

Dienstag, 19. Juni 2012

Der Eistobel im Allgäu (Teil 2)


Die faszinierende Molassewelt des Eistobels im Westallgäu ist jetzt schon zum zweiten Mal das Thema in diesem Blog.

Das Molassegestein befindet sich am Nordrand der Alpen. Es wurde in der Frühzeit der Alpenfaltung von Flüssen aus den jungen Alpen ins Alpenvorland transportiert. Die im Molassegestein enthaltenen runden Felsbrocken deuten klar auf den Transport im Wasser hin.

Die Molassegesteine werden unterteilt in die Süßwassermolasse und in die Meeresmolasse. Die Süßwassermolasse wurde zu einer Zeit im Alpenvorland abgelagert, als das Alpenvorland oberhalb des Meeresspiegels lag und Festland war. Die Meeresmolasse wurde zu einer Zeit abgelagert, als das Alpenvorland tiefer als der Meeresspiegel lag und sich von Westen ein Meeresarm im Gebiet des heutigen deutschen Alpenvorlands erstreckte.

Montag, 18. Juni 2012

Der Eistobel im Allgäu (Teil 1)


Die faszinierende Landschaft des Eistobels im Westallgäu ist ein Naturschutzgebiet, ein FFH-Gebiet und eines der 100 schönsten Geotope Bayerns. Der Eistobel ist der Durchbruch des Flusses Obere Argen durch einen Molassehöhenrücken am Alpennordrand. Die Obere Argen entspringt in den Allgäuer Voralpen nördlich des Orts Oberstaufen. Westlich von Wangen im Allgäu vereinigt sie sich mit der Unteren Argen zur Argen und mündet bei Kressbronn in den Bodensee.


Das Geotop trägt den vollen Namen Molasseprofil Eistobel. Im Eistobel sind die verschiedenen Schichten der Molasse beispielhaft aufgeschlossen. Mit Molasse bezeichnet man die Gesteine, die in der Frühphase der Alpenbildung bereits einmal abgetragen worden sind und von Flüssen in das damalige Alpenvorland transportiert worden sind. Dort wurden sie später wegen des anhaltenden Drucks der afrikanischen auf die eurasische Kontinentalplatte erneut angehoben oder teilweise sogar erneut zu Bergen - man könnte dies auch Bergerecycling nennen - aufgefaltet. 

Wegen der großen Naturschönheit des Eistobels gibt es in diesem Blog zwei hintereinanderfolgende Posts zu diesem Geotop.

Donnerstag, 14. Juni 2012

"Mannsberg-Boden" ist das 32. Europaschutzgebiet Kärntens

Mit einer Verordnung vom 12. März 2012 hat das österreichische Bundesland Kärnten das Gebiet Mannsberg-Boden als Europaschutzgebiet ausgewiesen. Mannsberg-Boden ist nun ein FFH-Gebiet im europäischen Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000.

Das 683 Hektar große Gebiet ist bereits das 32. Europaschutzgebiet Kärntens. Die beachtliche Größe von 683 Hektar macht Mannsberg-Boden zum größten Europaschutzgebiet Kärntens außerhalb des hochalpinen Bereichs. 

Mannsberg-Boden befindet sich im politischen Bezirk St. Veit an der Glan und im Gebiet der Gemeinden Kappel am Krappfeld, Klein St. Paul und St. Georgen am Längsee ca. 25 Kilometer nordnordöstlich von Klagenfurt. Das Gebiet umfasst eine Mittelgebirgslandschaft westlich des Gebirgszugs der Saualpe. Das Gebiet zeichnet sich durch naturnahe Wälder und durch Kulturlandschaften aus. Schützenswert gemäß der FFH-Richtlinie der Europäischen Union sind im neuen Europaschutzgebiet insbesondere der Hainsimsen-Buchenwald, der Waldmeister Buchenwald und Illyirsche Rotbuchenwälder sowie die Schmetterlingsart Russischer Bär und die Käferart Alpenbock.       

Dienstag, 12. Juni 2012

Neue Ramsar-Gebiete in Estland

Estland hat im März 2012 vier bereits bestehende Ramsar-Gebiete vergrößert und ein neues Ramsar-Gebiet ausgewiesen. Das Ramsar-Abkommen ist eine der ersten internationalen Konventionen zum Naturschutz, hier speziell zum Schutz der Feuchtgebiete.

Die folgenden Gebiete wurden vergrößert:
Alam-Pedja von 26.000 auf 34.220 Hektar (Naturschutzgebiet, zum ersten Mal gemeldet im Jahr 1997)
Endla von 8.050 auf 10.110 Hektar (Naturschutzgebiet, zum ersten Mal gemeldet im Jahr 1997)
Muraka von 12.400 Hektar auf 13.980 Hektar (Naturschutzgebiet, zum ersten Mal gemeldet im Jahr 1997)
Soomaa von 37.169 Hektar auf 39.639 Hektar (Nationalpark, zum ersten Mal gemeldet im Jahr 1997)

Sonntag, 10. Juni 2012

36. Sitzung des Welterbekommittees in St. Petersburg

Die 36. Sitzung des Unesco-Welterbekommittees findet vom 24. Juni bis zum 6. Juli 2012 in St. Petersburg in Russland statt. Bei dieser Sitzung soll über 36 neue Welterbestätten abgestimmt werden.

5 der 36 neuen Welterbestätten sind Weltnaturerbestätten. Keines der 5 Gebiete befindet sich in Europa. 3 der 36 neuen Welterbestätten sind gemischte Weltnatur- und -kulturerbestätten. Davon befindet sich ein Gebiet in Europa. Diese potenzielle Welterbestätte trägt den Namen Plasencia-Monfrague-Trujillo: Mediterranean Landscape. Das Gebiet befindet sich in Spanien in der Region Extremadura. Es umfasst den Nationalpark Monfrague und die historischen Städte Trujillo und Plasencia.

28 der 36 neuen Welterbestätten sind Weltkulturerbestätten. Darunter sind auch einige Kulturlandschaften. Eine dieser Kulturlandschaften befindet sich in Europa. Diese potenzielle Welterbestätte trägt den Namen Vineyard Landscape of Piedmont: Langhe Roero and Monferrato. Das Gebiet befindet sich in Italien in der Region Piemont.  

Fünf Mitglieder der Unesco werden bei der 36. Sitzung ihre ersten Welterbestätten erhalten: Tschad, Kongo, Palau, Palästina und Katar. Die im Jahr 1972 geschaffene Welterbekonvention wird im Jahr 2012 40 Jahre alt.    

Dienstag, 5. Juni 2012

"The Burren" soll als erstes Gebiet Irlands das Europadiplom erhalten

Bisher gibt es in Irland kein Gebiet, das mit dem Europadiplom des Europarats ausgezeichnet worden ist. Das soll sich jetzt aber ändern. Als erstes Gebiet hat "The Burren" seine Bewerbung für das Europadiplom beim Europarat eingereicht. Mit einer Zustimmung des Europarats ist in diesem Jahr 2012 zu rechnen.

The Burren bedeutet in der keltischen Sprache Felslandschaft. Das Gebiet erstreckt sich entlang der Irischen Atlantikküste und südlich der Galway-Bucht über die Counties Clare und Galway. The Burren ist ca. 720 km² groß und wird als das Flaggschiff der irischen Landschaften bezeichnet. The Burren ist weithin wegen seiner beeindruckenden Kalklandschaften, die von Karstphänomenen und von der Eiszeit geprägt werden, bekannt. Zudem gibt es im Gebiet archäologische Stätten, die bis zu 6.000 Jahre zurückdatieren und eine vielfältige Flora und Fauna. 640 der 900 in Irland vorkommenden Pflanzenarten finden sich im Gebiet.

Dienstag, 29. Mai 2012

Fulufjellet ist der 42. Nationalpark Norwegens

Im April 2012 hat Norwegen seinen 42. Nationalpark ausgewiesen. Der Fulufjellet-Nationalpark ist 82,5 km² groß. Er befindet sich in der Provinz Hedmark und in der Gemeinde Trysil im Osten Südnorwegens. Der neue Nationalpark befindet sich unmittelbar an der Grenze zu Schweden. Er hat eine gemeinsame Grenze mit dem schwedischen Nationalpark Fulufjället, der bereits im Jahr 2002 ausgewiesen worden ist.

Zusammen mit dem Nationalpark Fulufjellet wurde auch das Naturschutzgebiet Fregn westlich des Nationalparks mit einer Fläche von 3,9 km² ausgwiesen. Das Fjällgebirge des Fulufjälls ist nun auf einer Fläche von 466 km² Nationalpark (82,5 km² auf norwegischer Seite und 384,14 km² auf schwedischer Seite). 

Der neue Nationalpark Fulufjellet besteht zum größeren Teil aus Tundra. In den tieferen Regionen gibt es Kiefernwälder. Im Gebiet kommen zahlreiche Tierarten wie Braunbär, Elch und Wolf vor.   

Montag, 28. Mai 2012

Birspark ist Schweizer Landschaft des Jahres

Die Stiftung Landschaftsschutz Schweiz zeichnet seit dem Jahr 2011 jährlich eine Landschaft des Jahres in der Schweiz aus. Im Jahr 2011 wurde das Val Sinestra im Unterengadin als Landschaft des Jahres ausgezeichnet. Zur Landschaft des Jahres 2012 wurde nun der Birspark bestimmt.

Der Birspark ist eine städtisch geprägte Landschaft unmittelbar südlich der Großstadt Basel im Halbkonton Basel Land sowie im angrenzenden Kanton Solothurn. Damit unterscheidet sich der Birspark diametral von der Landschaft des Vorjahres, dem Val Sinestra.

Mittwoch, 23. Mai 2012

EU definiert die Schutzgebietskategorie Wildnisgebiet

Wildnis ist ein wichtiges Thema für die EU - spätestens seit dem Februar 2009, als das Europäische Parlament fast einstimmig für die Ausweisung und Vergrößerung von Wildnisgebieten in Europa gestimmt hat. Nach langer Vorbereitungszeit hat jetzt "Wild Europe", die von der EU beauftragte Institution, eine verbindliche Definition zur zukünftigen Schutzgebietskategorie Wildnisgebiet fertiggestellt.

Zunächst soll hier die Definition von Wildnisgebiet wiedergegeben werden:

Wildnisgebiete sind großflächige, unbeeinflusste oder nur unwesentlich beeinflusste Naturgebiete, in denen natürliche Prozesse ohne Intervention des Menschen, Infrastruktur oder Dauersiedlungen ablaufen. Diese Gebiete sollen geschützt und überwacht werden, um ihren Naturzustand zu erhalten und den Menschen die Möglichkeit zu geben, die spirituelle Qualität der Natur zu erfahren.

Dienstag, 22. Mai 2012

Großflächige Schutzgebiete der Alpen

Alparc, das Netzwerk alpiner Schutzgebiete, hat im April 2012 eine neue Karte der großflächigen Schutzgebiete der Alpen veröffentlicht.

In der Karte sind mit verschiedenen Farben die Nationalparks, die Naturschutzgebiete (sofern sie genügend groß sind), die Naturparks, die Gebiete mit Sonderschutzformen, die geologischen Naturschutzgebiete, das Unesco-Weltnaturerbe und die Biosphärenreservate eingetragen. Ein wenig kritisch ist anzumerken, dass die Definition der Schutzgebietskategorien und ihre Darstellung ein wenig zu sehr von den Gegebenheiten in Frankreich dominiert wird. Sehen wir uns die einzelnen Schutzgebietskategorien einmal näher an.

Sonntag, 20. Mai 2012

Neue Broschüre zu den Naturparks in Nordrhein-Westfalen

Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des deutschen Bundeslands Nordrhein-Westfalen hat im Jahr 2012 eine neue Broschüre über die 14 Naturparks sowie den bisher einzigen Nationalpark des Bundeslands herausgebracht. Auf 98 Seiten werden die Naturparks mit Text und Bildern sowie jeweils einer Karte und weiteren Informationen vorgestellt.

Der flächengrößte Naturpark von Nordrhein-Westfalen ist der Naturpark Teutoburger Wald mit einer Fläche von 2.712 km². Der flächenkleinste Park ist der Naturpark Siebengebirge mit einer Fläche von 112 km². Der Nationalpark Eifel hat eine Fläche von 107 km².

Donnerstag, 17. Mai 2012

Upper Nene Valley (Oberes Nenetal) wird 169. Ramsar-Gebiet Großbritanniens

Anfang 2012 ist das Upper Nene Valley (Oberes Nenetal) in der englischen Grafschaft Northamptonshire als Natura 2000-Gebiet ausgewiesen worden (siehe hierzu den Post vom 19.01.2012 in diesem Blog). Im März 2012 folgte nun die Meldung als Ramsar-Gebiet. Damit ist das Upper Nene Valley das 169. Gebiet in Großbritannien, das im Rahmen des internationalen Übereinkommens zum Schutz der Feuchtgebiete gemeldet worden ist.

Montag, 14. Mai 2012

Europadiplom für Naturschutzgebiet Lüneburger Heide soll verlängert werden

Der Naturschutzpark Lüneburger Heide im deutschen Bundesland Niedersachsen ist eines von sieben Schutzgebieten in Deutschland, die mit dem Europadiplom des Europarats ausgezeichnet worden sind. Ein Expertenbericht, der dem Europarat vorliegt, empfiehlt nun die Verlängerung des Europadiploms für die Dauer von 10 Jahren bis zum Jahr 2022.

Der Naturschutzpark Lüneburger Heide wurde bereits im Jahr 1922 errichtet. Er umfasst eine Fläche von 23.400 Hektar. Als Besonderheit unter den deutschen Schutzgebieten gehört ein bedeutender Teil der Fläche einem Verein, dem Verein Naturschutzpark e.V. Wie im Expertenbericht zu lesen ist, hat die dem Verein gehörende Fläche von 7.000 Hektar im Jahr 1997 auf 7.900 Hektar im Jahr 2011 zugenommen. Der Verein besitzt 98 Prozent der Heidelandschaft im Naturschutzpark, 17 Prozent der Waldfläche, 85 Prozent der Moorfläche und 15 Prozent des Ackerlands. 

Freitag, 11. Mai 2012

Donau-Zollernalb-Weg im Naturpark Obere Donau


Der Donau-Zollernalb-Weg ist ein vom Deutschen Wanderverband mit dem Label "Qualitätsweg Wanderbares Deutschland" zertifizierter Weitwanderweg im südwestlichen Baden-Württemberg. Der Weg führt mit zehn Tagesetappen durch das Obere Donautal und über die Zollernalb. Zusammen mit dem ebenfalls zertifizierten Donauberglandweg, der über die höchsten Punkte der Südwestalb führt, ergibt sich eine Rundtour in 14 Tagesetappen über die Südwestalb.

Der Donau-Zollernalb-Weg beginnt in Beuron im Donautal. Das im wildromatischen Donautal gelegene Koster Beuron gehört zu den schönsten Orten in Baden-Württemberg. Das Ende des Weges ist auf dem Lemberg, dem höchsten Gipfel der Schwäbischen Alb. Sowohl der Donau-Zollernalb-Weg als auch der Donauberglandweg verlaufen zum größten Teil im Naturpark Obere Donau.

Mittwoch, 9. Mai 2012

Neues Informationszentrum in Mallorca`s Serra de Tramuntana eröffnet


Anfang 2012 wurde das neue Informationszentrum für die geschützte Naturlandschaft Serra de Tramuntana auf der Baleareninsel Mallorca eröffnet. Das Informationszentrum befindet sich auf dem Gelände des Klosters Lluc im nördlichen Teil der Serra de Tramuntana. Das Kloster Lluc ist das Zentrum für Wanderer, Radfahrer und Autotouristen in der nördlichen Serra de Tramuntana.

Die geschützte Naturlandschaft Serra de Tramuntana (Paratge Natural de Serra de Tramuntana) wurde am 16. März 2007 verordnet. Das Schutzgebiet umfasst 62.403 Hektar Landfläche und 1.123 Hektar Meeresfläche. Damit ist es das größte Schutzgebiet der Balearen. Das Schutzgebiet verfügt über eine Zonierung (Totalreservat, beschränkte Nutzung, kompatible Nutzung und allgemeine Nutzung). Im Jahr 2011 wurden Teile der Serra de Tramuntana zum Unesco-Welterbe (Kulturlandschaft) erklärt.

Montag, 7. Mai 2012

Koviljsko-Petrovaradinski Rit ist das zehnte Ramsar-Gebiet Serbiens

Serbien hat am 08. März 2012 sein zehntes Gebiet gemäß dem internationalen Abkommen über Feuchtgebiete (Ramsar-Abkommen) ausgewiesen. Das Schutzgebiet Koviljsko-Petrovaradinski Rit befindet sich in der Provinz Wojwodina entlang der Donau. Wojwodina ist die nördlichste serbische Provinz. Nach der weltweiten Zählung ist Koviljsko-Petrovaradinski Rit das 2.028 Ramsar-Gebiet.

Wie das Ramsar-Sekretariat mitteilt, hat das neue Ramsar-Gebiet eine Größe von 8.292 Hektar. Seine Koordinaten sind 45 10 40 N / 20 04 10 E. Das Gebiet war bisher bereits ein Naturschutzgebiet sowie ein IBA Gebiet (important bird area). 

Samstag, 28. April 2012

Europadiplom für Italien`s Abruzzen-Nationalpark soll verlängert werden

Der Europarat will das Europadiplom für den italienischen Abruzzen-Nationalpark im Jahr 2012 für die Dauer von 10 Jahren verlängern. Die Grundlage dafür bildet ein Expertenbericht, der auf den Internetseiten des Europarats eingesehen werden kann.

Der volle italienische Name des Parks ist seit dem Jahr 2001 "Parco nazionale d`Abruzzo, Lazio e Molise". Der Name des Parks weist darauf hin, dass sich das Gebiet des Parks über drei Regionen Italien`s erstreckt. Drei Viertel des Parks befinden sich in der Region Abruzzen. Mit einer Einweihung im Jahr 1922 ist der Abruzzen-Nationalpark der zweitälteste Nationalpark Italiens. Das Europadiplom wurde dem Nationalpark zum ersten Mal im Jahr 1967 verliehen. Seitdem wurde es regelmäßig um fünf Jahre verlängert, zuletzt 2007. Eine Änderung im Regelwerk zum Europadiplom sieht ab jetzt eine Verlängerung jeweils um 10 Jahre vor.  

Donnerstag, 26. April 2012

Die Calanques bei Marseille sind der zehnte Nationalpark Frankreichs

Der Premierminister von Frankreich hat am 18. April 2012 die Verordnung zur Schaffung des Nationalparks Calanques (Parc national des Calanques) unterzeichnet. Damit ist nach jahrelanger Vorbereitungszeit jetzt der zehnte Nationalpark Frankreichs Wirklichkeit geworden.

Die Calanques sind eine buchtenreiche mediterrane Felsenlandschaft unmittelbar östlich der Millionenstadt Marseille an der Mittelmeerküste in der Region Provence Alpes Cote d`Azur und im Departement Bouches du Rhone. Dies ist wohl der einer Großstadt nächstgelegene Nationalpark Europas. Das Gebiet ist teilweise einem großen Druck durch Tourismus und Freizeitnutzung ausgesetzt. Der neue Nationalpark Calanques ist vor allem ein Meeresnationalpark. Er ist ein Teil der nationalen Strategie Frankreichs, zukünftig mehr Meeresschutzgebiete auszuweisen.

Die Kernzone des Nationalparks besteht aus einer Fläche auf dem Festland mit einer Größe von 8.300 Hektar und einer viel größeren Meeresfläche mit 43.500 Hektar. Gemäß dem französischen Nationalparkgesetz müssen alle Nationalparks neben der Kernzone auch eine Pufferzone aufweisen (Aire d`adhesion). Die Pufferzone auf dem Festland ist 8.300 Hektar groß. Die im Meer gelegene Pufferzone wird Aire Maritime Adjacente genannt. Sie ist 130.800 Hektar groß.

Dies sind die zehn Nationalparks in Frankreich:
Calanque, Cevennes, Ecrins, Guadeloupe, Guyane, La Reunion, Mercantour, Port-Cros, Pyrenees, Vanoise.

In Frankreich sind zur Zeit zwei weitere Nationalparks in konkreter Planung, ein Laubwald-Nationalpark (voraussichtlich in der Bourgogne) und ein Feuchtgebiets-Nationalpark.       

Dienstag, 24. April 2012

48. Naturpark Frankreichs in den Voralpen bei der Cote d`Azur

Mit einer Verordnung, die am 30 März 2012 im Gesetzblatt veröffentlicht worden ist, wurde in Frankreich der neue Naturpark (Parc Naturel Regional) Prealpes d`Azur geschaffen. Dies ist der 48. Naturpark Frankreichs.

Der neue Naturpark befindet sich in der Region Provence Alpes Cote d`Azur und dort im Departement Alpes Maritimes. Er umfasst eine Fläche von 89.000 Hektar. 45 Kommunen mit insgesamt 31.300 Einwohnern haben Anteil am Naturpark. Der neue Naturpark Prealpes d`Azur ist der sechste Naturpark der Region Provence Alpes Cote d`Azur. Die anderen fünf Naturparks sind: Alpilles, Camargue, Queyras, Luberon und Verdon.

Die Außengrenze des neuen Naturparks Prealpes d`Azur befindet sich nur ca. 10 Kilometer von der Küste des Mittelmeers entfernt. Der Park befindet sich unmittelbar westlich des Vartals. Der Fluss Var mündet beim Flughafen von Nizza ins Mittelmeer. Die Berge erheben sich im Park bis zu einer Höhe von 1705 Metern ü NN.  

  

Sonntag, 22. April 2012

Le Chablais wird der vierte Geopark Frankreichs

Im März 2012 hat das weltweite Netzwerk der Geoparks unter dem Dach der Unesco (Global Geopark Network) das Gebiet Le Chablais als vierten Geopark Frankreichs anerkannt. Le Chablais ist damit auch automatisch Mitglied im europäischen Netzwerk der Geoparks.

Le Chablais befindet sich in der Region Rhone-Alpes. Es erstreckt sich zwischen dem Genfer See im Norden und dem Mont Blanc im Süden. Im Chablais kann man beispielhaft die Alpenfaltung beobachten und eine geologische Geschichte von 250 Millionen Jahren zurückverfolgen. Zudem gibt es im Gebiet viele Überbleibsel der letzten Eiszeit. Das Gebiet ist seenreich und durch große unterirdische Wasservorkommen gekennzeichnet. Dies zeigt sich auch in mehreren bekannten Mineralwasserabfüllungen.

Freitag, 20. April 2012

Schottland kartiert Wildnisgebiete

Die schottische Naturschutzbehörde Scottish Natural Heritage hat im Februar 2012 bekanntgegeben, dass sie eine erste Kartierung der Wildnisgebiete Schottlands abgeschlossen hat. Ob es sich hierbei um denselben Wildnisbegriff handelt, wie ihn die EU gerade dabei ist zu definieren (siehe den Post vom 18.04.2012), sei einmal dahingestellt.

Schottland ist nach eigenen Angaben der erste Staat im Vereinigten Königreich, der die Wildnisgebiete systematisch kartiert. Hierbei geht es vor allem auch darum, die außerhalb der Schutzgebietskategorien Nationalpark und Scenic Area vorhandenen Wildnisflächen zu identifizieren. Die erstellten Karten sollen unter anderem auch den Behörden helfen, die Wildnisgebiete besser in ihre raumwirksamen Planungen miteinzubeziehen. Ziel ist, dass die Gebiete mit hoher Wildnisqualität identifiziert werden. Das deckt sich mit der Politik der schottischen Regierung, die alle Gebiete mit Wildnischarakter schützen will.

Mittwoch, 18. April 2012

EU bringt das Thema Wildnis voran

Wildnis auch im relativ dichtbesiedelten Europa, das muss kein Widerspruch sein. Die EU hat sich des Themas Wildnis angenommen. Die europäischen Mühlen mahlen zwar bisweilen langsam, aber sie mahlen. Bereits im Jahr 2009 hat sich das europäische Parlament mit 538 zu 19 Stimmen für die Einrichtung von Wildnisgebieten in Europa ausgesprochen. In der Zwischenzeit wurden auf Beamtenebene wichtige Vorbereitungen für die zukünftige Schutzgebietskategorie des Wildnisgebiets in der EU geleistet. 

Auf einem Forum im EU-Parlament am 31.01.2012 und auf einer Sitzung der europäischen Arbeitsgruppe Wildnis am 11.04.2012 wurde nun über den aktuellen Stand in Sachen Wildnis in der EU informiert sowie das weitere Vorgehen abgestimmt.

Montag, 16. April 2012

Französische Region Aquitaine weist ihre ersten beiden Ramsar-Gebiete aus

Frankreich hat bisher bereits 38 Ramsar-Gebiete entsprechend dem internationalen Abkommen zum Schutz der Feuchtgebiete ausgewiesen. Einen weißen Fleck auf der Karte der Ramsar-Gebiete bildete bisher allerdings die französische Region Aquitaine. Dabei ist diese Region für Ramsar-Gebiete geradezu prädestiniert. Denn sie befindet sich im Südwesten Frankreichs und grenzt über eine lange Strecke an den Atlantik.

Das Sekretariat der Ramsar-Konvention teilt nun mit, dass die Region Aquitaine Anfang 2012 zwei neue Ramsar-Gebiete ausgewiesen hat. Damit erhöht sich die Zahl der französischen Ramsar-Gebiete auf 40.

Freitag, 13. April 2012

Europarat sieht Lücken im Netzwerk der Europadiplom-Schutzgebiete

In einer für den Europarat durchgeführten Untersuchung (Future of the European Diploma for protected areas, state of the network, analysis of the different types of habitats and biogeographic regions already represented and proposals for developing the network into the future, verfasst von Marc Roekaerts, Straßburg, 15.01.2012) wird die Schlussfolgerung gezogen, dass das Netzwerk der Schutzgebiete, die mit dem Europadiplom des Europarats ausgezeichnet worden sind, Lücken aufweist. Diese Lücken sollen in den kommenden Jahren mit Nachdruck geschlossen werden.

Mittwoch, 11. April 2012

Meeresschutzgebiete im Rahmen der OSPAR-Konvention

Die OSPAR-Konvention ist ein zwischenstaatlicher Vertrag, der den Schutz der Meeresfläche des Nordostatlantiks einschließlich der Nordsee regelt. Eines der Elemente zum Schutz des Nordostatlantiks ist die Ausweisung von Meeresschutzgebieten (Marine Protected Areas, MPA). OSPAR bezieht sich auf die beiden Vorgänger-Konventionen, die Konvention von Oslo und die Konvention von Paris. Die Unterzeichnung der OSPAR-Konvention war ab dem Jahr 1992 möglich. Die Konvention trat im Jahr 1998 in Kraft. 

Die folgenden Staaten sind Signatarstaaten des OSPAR-Konvention: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Irland, Island, Luxemburg, Norwegen, Niederlande, Portugal, Schweden und die Schweiz. Angenommen wurde die Konvention auch von der Europäischen Union sowie von Spanien. Finnland hat keinen direkten Anteil am Nordostatlantik, ist jedoch indirekt über die Ostsee mit dem Nordatlantik verbunden. Auch Luxemburg und die Schweiz sind nur indirekt über den Rhein mit dem Nordostatlantik verbunden.

Die Ausweisung von Meeresschutzgebieten unter der OSPAR-Konvention ist die Aufgabe aller Signatarstaaten mit direktem Anteil am Nordostatlantik (ohne Finnland, Luxemburg und die Schweiz). Zudem gibt es einige Meeresschutzgebiete, die außerhalb der nationalen Gesetzgebung liegen (sogenannte ABNJ-Gebiete, Areas beyond National Jurisdiction).