Montag, 6. Februar 2012

Portugal`s Naturschutzgebiet Selvagens-Inseln (Ilhas Selvagens) im Atlantik

Die Selvagens-Inseln (Ilhas Selvagens) im Atlantik sind zur Zeit das einzige Gebiet Portugals, das mit dem Europadiplom des Europarats ausgezeichnet worden ist.

Die Selvagens-Inseln befinden sich ca. 160 Kilometer südlich der portugiesischen Insel Madeira und ca. 80 Kilometer nördlich der zu Spanien gehörenden Inselgruppe der Kanaren. Damit sind die Selvagens eine eigene Inselgruppe im Atlantik - jedoch im Gegensatz  zu den Kanaren und zur Madeira-Gruppe fast völlig unbekannt. Das ist jedoch nicht weiter verwunderlich, denn die Selvagens sind unbewohnt.


Die drei wichtigsten Inseln der Selvagens sind Selvagem Grande mit einer Fläche von 245 Hektar, Selvagem Pequena mit einer Fläche von 20 Hektar und Ilheu de Fora mit einer Fläche von 8,1 Hektar. Auf der Insel Selvagem Grande sind das ganze Jahr über staatliche Aufseher anwesend, auf der Insel Selvagem Pequena nur im Sommer. Wissenschaftler sind zeitweise auf den Inseln. Die Inseln sind von großem wissenschaftlichem Interesse wegen ihrer Flora und wegen den Wasservögeln.

Die Inseln wurden von der portugiesischen Regierung im Jahr 1971 gekauft. Seit diesem Zeitpunkt sind wirtschaftliche Aktivitäten auf den Inseln und den umgebenden Meeresbereichen nicht mehr zugelassen. Im Jahr 1992 wurde den Inseln das Europadiplom des Europarats verliehen. Das Europadiplom wurde in den Jahren 1997, 2002 und 2007 erneuert. Die nächste Erneuerung steht in diesem Jahr (2012) an. Hierzu gibt es bereits einen ausführlichen Bericht, der zusammen mit Berichten über andere Gebiete auf einem Expertentreffen am 9. und 10. Februar 2012 in Straßburg diskutiert werden wird. Der Bericht basiert auf einem Expertenbesuch des Gebiets vom 12.-16.09.2011.

Auf der Agenda für das Schutzgebiet stehen nach wie vor die Vernichtung von Tier- und Pflanzeninvasoren. Im 19. Jahrhundert wurde die Tabakpflanze auf die Inseln gebracht. Diese pflanzlichen Eindringlinge konnten inzwischen fast vollständig beseitigt werden. Anstrengungen sind noch zu unternehmen in Bezug auf Mäuse und Kaninchen. Als Folge der bereits durchgeführten Maßnahmen konnte sich die endemische Flora auf den Inseln merklich erhohlen. 

Die Evaluierung des Schutzgebiets durch den Vertreter des Europarats brachte insgesamt sehr gute Ergebnisse, so dass einer neuerlichen Verlängerung des Europadiploms nichts im Wege steht. Für die Zukunft empfiehlt der Europarat, dass keine fremden Tiere und Pflanzen auf die Inseln gebracht werden, dass die Unterkünfte für die Wärter und deren Kommunikationseinrichtungen verbessert werden, dass Untersuchungen zur Beseitigung fremder Tier- und Pflanzenarten weitergeführt werden und dass die geologische Bedeutung der Inselgruppe der Öffentlichkeit besser vermittelt wird.     

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