Freitag, 17. Februar 2012

Superlative bei den Schutzgebieten der Kanaren


In Sachen Flächennaturschutz gibt es bei den zu Spanien gehörenden, im Atlantik liegenden Kanarischen Inseln Licht und Schatten. Einerseits wurde die Natur der Inseln in den vergangenen Jahrhunderten massiv beeinträchtigt und zerstört. Andererseits verfügen die sieben Inseln heute über einen Flächenanteil bei den Schutzgebieten zwischen 40 und 50 Prozent der Inselfläche. Damit gibt es Hoffnung, dass trotz Bevölkerungsdruck und Massentourismus sich die Natur der Inseln in der Zukunft regenerieren kann und dass sich auch nachfolgende Generationen an der vulkanischen Natur der Inseln, die Weltrang hat, erfreuen können.

Im heutigen Post geht es um Superlative bei den Schutzgebieten der Kanaren.


Das größte Schutzgebiet
Der Parque Natural de Corona Forestal (Naturpark Waldkrone) auf der Insel Teneriffa ist mit einer Größe von 46.612,9 Hektar das flächengrößte Schutzgebiet der Kanaren. Dieser Naturpark bildet einen Ring um den in der Inselmitte gelegenen Nationalpark Teide. Der Naturpark Corona Forestal erstreckt sich über die Höhenlage zwischen 1.000 und 2.000 m ü NN und schützt die großen Waldgebiete aus Kanarischer Kiefer, die für den Wasserhaushalt der Insel von großer Bedeutung sind.

Der meistbesuchte Nationalpark
Der Nationalpark Teide auf der Insel Teneriffa ist nicht nur der meistbesuchte Nationalpark der Kanaren, sondern ganz Spaniens. Zudem ist er einer der meistbesuchten Nationalparks der Welt.     

Der höchste Punkt im Atlantik
Der Gipfel des Vulkans Teide im Teide-Nationalpark ist mit einer Höhe von 3.718 m ü NN nicht nur der höchste Berg der Insel Teneriffa und der Kanaren, sondern der höchste Punkt jeglicher Landmasse im Atlantik. Zudem ist der Teide der dritthöchste Vulkan der Welt, gemessen von der Basis im Ozean aus.

Der weltgrößte Lorbeerurwald
Der Nationalpark Garajonay auf der Kanareninsel La Gomera beherbergt den größten verbliebenen Lorbeerurwald der Welt. Dieser Waldtyp (lat. laurisilva) bedeckte im Tertiär noch fast ganz Europa. Durch die Eiszeiten wurde der Lorbeerwald nach Süden abgedrängt und fand letztendlich auf den Kanaren eine Zufluchtstätte. Auch auf den Kanaren war der Lorbeerurwald massiv bedroht, nicht durch die Natur, sondern durch die spanischen Eroberer. Zur Zeit bedeckt der Lorbeerwald nur noch zwei Prozent der ursprünglichen Fläche auf den Kanaren. Größere Flächen finden sich noch auf den Inseln La Gomera, La Palma und Teneriffa. Die langsame Wiederaufforstung des Lorbeerurwalds, der unter anderem auch für die Erhaltung des Grundwassers der Inseln von enormer Bedeutung ist, gehört zu den großen Aufgaben des Naturschutzes auf den Kanaren. 

Die weltgrößte Erosionscaldera
Der Nationalpark Caldera de Taburiente auf der Kanareninsel La Palma umfasst die größte Erosionscaldera der Welt. Eine Caldera ist ein Einsturzkrater, eine Erosionscaldera ist dann vorhanden, wenn die Erosion die Caldera an einer Stelle so weit angenagt hat, dass das Innere der Caldera nach außen entwässern kann. Mit einem Durchmesser von sieben Kilometern und Höhen bis über 2.400 m sowie ihren dichten Wäldern aus kanarischer Kiefer ist die Caldera de Taburiente eines der eindrucksvollsten Naturschauspiele der Welt. Der weltweit gebräuchliche Begriff Caldera stammt ursprünglich aus La Palma. 

Weltzentrum für Biosphärenreservate
Die Kanaran kann man als das Weltzentrum der Unesco-Biosphärenreservate betrachten. Auf fünf der sieben Inseln befinden sich Biosphärenreservate: El Hierro, Fuerteventura, Gran Canaria, La Palma und Lanzarote. Mit der Ausnahme von Gran Canaria umfassen die Biosphärenreservate sogar jeweils die gesamte Inselfläche. Das Biosphärenreservat auf der Insel Gran Canaria soll später auf die gesamte Inselfläche ausgedehnt werden.  

Auch die hier nicht genannten weit über 100 anderen Schutzgebiete der Kanaren bieten unvergleichliche Naturerlebnisse.

An der Westgrenze des Teide-Nationalparks in einer Höhe von ca. 2.000 m ü NN: Kanarische Kiefer erobert langsam als Pionierbaum die jungen Lavaflächen. Links im Hintergrund erhebt sich der Teide, 3.718 m ü NN, rechts davon im Hintergrund ist der Pico Viejo, 3.138 m ü NN, davor ist der dunkle Kegel des Vulkans Montana de la Botija, 2.234 m m ü NN.
     

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