Freitag, 13. April 2012

Europarat sieht Lücken im Netzwerk der Europadiplom-Schutzgebiete

In einer für den Europarat durchgeführten Untersuchung (Future of the European Diploma for protected areas, state of the network, analysis of the different types of habitats and biogeographic regions already represented and proposals for developing the network into the future, verfasst von Marc Roekaerts, Straßburg, 15.01.2012) wird die Schlussfolgerung gezogen, dass das Netzwerk der Schutzgebiete, die mit dem Europadiplom des Europarats ausgezeichnet worden sind, Lücken aufweist. Diese Lücken sollen in den kommenden Jahren mit Nachdruck geschlossen werden.


Betrachtet man die biogeographischen Regionen Europas, gibt es in drei der elf biogeographischen Regionen bisher keine Schutzgebiete, die mit dem Europadiplom ausgezeichnet worden sind. Dies sind die anatolische, die arktische und die Steppe-Region. Die anderen acht biogeographischen Regionen sind: die alpine, die atlantische, die Schwarzmeer-, die boreale, die kontinentale, die makaronesische, die mediterrane und die pannonische Region. 

Aber auch in den biogeographischen Regionen, die bereits Schutzgebiete mit dem Europadiplom aufweisen, ist die Verteilung dieser Schutzgebiete teilweise nicht zufriedenstellend. So sind zum Beispiel innerhalb der alpinen biogeographischen Region keine oder kaum Europadiplom-Schutzgebiete in den folgenden drei Teilgebieten vorhanden: Ural, Kaukasus und Westbalkan. In der makaronesischen biogeographischen Region sind die Azoren bisher nicht mit Europadiplom-Schutzgebieten vertreten.

Auf der Karte Europas wurden fünf Hauptgebiete ermittelt, die große Lücken bei den Europadiplom-Schutzgebieten aufweisen: Nord-, Nordost- und Mittlerer Atlantik einschließlich der makaronesischen Inseln, Arktic-boreale Region einschließlich des alpinen Ural, südliches baltisches Becken, mittleres und östliches Mittelmeergebiet einschließlich Westbalkan, Steppe-Anatolien einschließlich Kaukasus.

Bezogen auf die Haupt-Habitate ergibt sich die folgende Verteilung der Europadiplom-Schutzgebiete:
Meer: 10
Küsten: 8
Binnengewässer: 27
Moore: 28
Gras- und Mooslandschaften: 38
Heide und Tundra: 32
Wald: 51
vegetationsarme Gebiete: 24
Kulturland: 3
Kunstbauten: 2
verschiedene Habitate: 8

Die Mehrzahl der Europadiplom-Schutzgebiete befindet sich in Waldgebieten, gefolgt von Gras- und Heidelandschaften. Meeres- und Küstengebiete sind unterrepräsentiert. 

Die Untersuchung empfiehlt dem Europarat, die Mitgliedsstaaten verstärkt aufzufordern, Gebiete für das Europadiplom zu melden, die die ermittelten Lücken abdecken.      

 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen