Montag, 6. August 2012

Lechweg von Stanzach nach Weißenbach am Lech


Im Juni 2012 wurde entlang des Lechtals in den Alpen der neue Lechweg offiziell eingeweiht. Dieser 132 Kilometer lange, neue Weitwanderweg mit dem Untertitel "Von der Quelle bis zum Fall" führt in 13 Tagesetappen vom Formarinsee im Lechquellengebirge bis zum Lechfall bei Füssen am nördlichen Alpenrand.

Der größere Teil des neuen Lechwegs führt duch das österreichische Bundesland Tirol und dort wiederum durch den Naturpark Tiroler Lech. Die ersten 2,5 Tagesetappen verlaufen durch das Bundesland Vorarlberg und die letzte Tagesetappe verläuft teilweise durch Bayern.

Es gibt zwei Besonderheiten, die eine Wanderung entlang des ganzen Lechwegs oder entlang eines Teils davon lohnend erscheinen lassen.


Zum einen handelt es sich beim Tiroler Lech um den einzigen verbliebenen Wildfluss in den nördlichen Alpen. Der gesamte Verlauf des Tiroler Lech ist inzwischen unter Naturschutz gestellt sowie als Naturpark ausgewiesen. Das Erlebnis eines Flusses, der seinen Weg zum größeren Teil noch frei wählen kann, ist in der Tat in Mitteleuropa und in den Alpen inzwischen eine Seltenheit.

Zum Zweiten ist der neue Lechweg der erste Weitwanderweg, der von der Europäischen Wandervereinigung EWV mit dem neuen Label "Leading Quality Trails - Best of Europe" ausgezeichnet worden ist. Vorbild für dieses neu geschaffene Label war das bereits seit einigen Jahren bestehende Label "Qualitätsweg Wanderbares Deutschland", das vom Deutschen Wanderverband vergeben wird. Man kann gespannt sein, welche Weitwanderwege in Europa als nächstes das europäische Qualitätslabel erhalten werden.

Die nachfolgenden Bilder stammen von der 10. Tagesetappe des Lechwegs zwischen Stanzach und Weißenbach. Diese Etappe ist 13 Kilometer lang und weist keine nennenswerten Höhenunterschiede auf. Zum größeren Teil verläuft die Etappe am Lech oder in dessen Nähe.

Wie kommt man hin?
Von Reutte in Tirol fährt man im Verlauf der Straße 198 das Lechtal aufwärts. Parkmöglichkeiten gibt es in Stanzach am Beginn der 10. Etappe des Lechwegs. Vom Zielort Weißenbach fährt man mit dem Bus nach Stanzach zurück. Man kann die 10. Etappe auch in zwei Hälften aufteilen. Etwa in der Mitte dieser Etappe befindet sich der Ort Forchach, ebenfalls mit Busanschluss. In Forchach parkt man beim Sportplatz ganz in der Nähe der Hängebrücke über den Lech.      
Das Zeichen des Lechwegs - das geschwungene L - ist im Wegverlauf in ganz kurzen Abständen vorhanden, teilweise als Blechschild, teilweise auf Bäume aufgemalt.
Der Tiroler Lech ist die einzige verbliebene Wildflusslandschaft der Nordalpen und eine der ganz wenigen Wildflusslandschaften der Alpen.
Die Breite der Flussbetts des Tiroler Lechs variiert zwischen einigen Dutzend und mehreren hundert Metern.
Jedes Jahr gestaltet der Lech sein Bett um. Neue Kiesflächen entstehen, flussnahe Wälder werden vom Fluss angegriffen.
Das Naturschutzgebiet und der Naturpark Tiroler Lech umfassen den gesamten Flusslauf des Lech auf Tiroler Gebiet sowie die Mehrzahl der Seitenbäche und einige Bergflanken.
Bei Forchach überquert an einer von Natur aus vorhandenen Engstelle eine 75 Meter lange Hängebrücke für Fußgänger den Lech.
Der Wildfluss Tiroler Lech macht auch vor Wegen nicht halt. Hier hat der Lech während der letzten Schneeschmelze einen Fahrweg angegriffen. Der Fahrweg ist jetzt unterbrochen. Für den Lechweg wurde 20 Meter weiter weg vom Fluss ein Ersatz (Pfad) geschaffen.
Vor Jahren floss hier noch Wasser,  jetzt erobert Pionierwald die Kies- und Schotterflächen.
  

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