Donnerstag, 23. August 2012

Quelltuff-Naturlehrpfad bei Lingenau im Bregenzer Wald

Das Quelltuffvorkommen im Tal der Subersach bei Lingenau im Bregenzer Wald gilt als eine der großartigsten Kalksinterbildungen nördlich der Alpen und als eine der herausragendsten geologischen Erscheinungen im österreichischen Bundesland Vorarlberg. Der Quelltuff bei Lingenau wurde im Jahr 1998 als Naturdenkmal ausgewiesen. Zudem ist das gesamte Schluchtgebiet der Subersach, eines Seitenflusses der Bregenzer Ach, ein Biotop im Vorarlberger Biotopinventar.

Ein Lehrpfad führt von dem auf einer späteiszeitlichen Schotterterrasse gelegenen Ort Lingenau am Nordhang der Subersachschlucht zu den Quelltuffvorkommen hinab, am Hang entlang und wieder auf die Hochfläche hinauf.  Fünf Informationstafeln bieten Texte und Bilder zu den Themen Übersicht, Geologie, Vegetation, Ausblick und Lokalgeschichtliches.

Das Kalksintervorkommen bei Lingenau wurde in früheren Jahren bis in die Fünfziger Jahre des Zwanzigsten Jahrhunderts teilweise abgebaut. Kalksinter war ein begehrter Baustoff. Auch die St. Anna-Kapelle bei Lingenau, der Ausgangspunkt der kleinen Wanderung über den Kalktuff-Naturlehrpfad, ist aus Kalktuff erbaut worden - wie auch die Pfarrkirche von Lingenau. 


Wie kommt man hin?
Ausgangspunkt für den Quelltuff-Naturlehrpfad ist Lingenau im Bregenzer Wald. Es gibt Linienbusverbindungen mit verschiedenen Orten im Bregenzer Wald, auch mit Bregenz. Mit dem Auto steuert man einen öffentlichen Parkplatz westlich des Ortszentrums von Lingenau gegenüber dem Vitalhotel Quellengarten an. Vom Parkplatz geht man zurück zur Hauptstraße bei der St. Anna-Kapelle. Dort findet man Wegweiser, die zum Quelltuff-Naturlehrpfad führen.

Im Gebiet unterwegs
Zunächst geht es auf Wirtschaftswegen durch Wiesen. Dann steigt man ab, geht an den letzten Bauernhäusern vorbei und in den Wald am Hang der Talschlucht der Subersach. Für das Begehen des Quelltuff-Naturlehrpfads sind Wanderschuhe erforderlich. Teilweise führt der Pfad über steile Holztreppen und über Stege. Ohne den Talgrund der Subersach zu erreichen, steigt der Pfad nach einiger Zeit wieder bergan. Man erreicht wieder die Hochfläche und kommt über Wiesen zurück zur St. Anna-Kapelle. Die reine Gehzeit für den Weg ab/bis Parkplatz ist ca. eine Stunde.

Teilweise über Holzstege, teilweise auf Erdpfaden verläuft der Quelltuff-Naturlehrpfad am nördlichen Hang der Subersach-Schlucht bei Lingenau entlang.
Unter dem abgelagerten Kalktuff befindet sich Molassegestein, das ca. 40 Höhenmeter am Hang über der Subersach einnimmt. Darüber lagern die eiszeitlichen Schotter. 
Das Wasser hat bei seinem Lauf durch den eiszeitlichen Schotterkörper Kalk aufgenommen. An der Grenze zwischen den Eiszeitschottern und den Molassegesteinen tritt das Wasser aus dem Hang aus.
Beim Austritt des Quellwassers scheidet sich Kalksinter ab.
Moose, Algen und Bakterien spielen bei der Ablagerung des Quelltuffs ebenfalls eine wichtige Rolle.
Die honiggelbe bis rostrote Farbe des Kalkgesteins kommt von Verunreinigungen durch Eisenoxid.
Es ist nicht nur eine Quelle und ein Wasserlauf, der den Quelltuff bei Lingenau bildet. Über eine Breite von 30 Metern rinnt Wasser über die Steilwand. Die Überdeckung durch den Kalksinter ist teilweise bereits mehrere Meter dick.
   

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