Donnerstag, 9. August 2012

Salzburger Lungau und Kärntner Nockberge sind der siebte Biosphärenpark Österreichs

Die Unesco hat auf der 34. Sitzung des Internationalen Koordinierungsrats zu den Biosphärenreservaten vom 06. bis 13. Juli 2012 in Paris den Salzburger Lungau und die Kärntner Nockberge als biosphere reserve (in Österreich: Biosphärenpark) anerkannt. Damit gibt es in Österreich nun sieben Biosphärenparks.

Der neue Biosphärenpark Salzburger Lungau und Kärntner Nockberge ist jetzt der größte Biosphärenpark Österreichs. Und dieser Biosphärenpark erstreckt sich über zwei Bundesländer. Die Unesco charakterisiert den neuen Biosphärenpark auf ihrer Internetseite als ein repräsentatives Beispiel einer inneralpinen Landschaft mit hohen Bergen und tief eingeschnittenen Tälern. Das Gebiet befindet sich in einer Höhenlage von 600 bis 3.000 Meter ü NN und umfasst für die Zentralalpen typische Ökosysteme wie Begwiesen und Moore mit einer großen Biodiversität. 


Allerdings ist mit der jetzt erfolgten Anerkennung des Gebiets durch die Unesco noch längst nicht alle Arbeit erledigt. Die Vorprüfungskommission der Unesco beurteilte das Gesuch für den Biosphärenpark zunächst skeptisch. Insbesondere fehlten danach belastbare Daten zur Zonierung des Gebiets. Die Unesco hat das Gebiet trotzdem anerkannt, eigentlich eine etwas ungewöhnliche Entscheidung, denn diese Anerkennung wurde gemacht, ohne dass die Voraussetzungen für die Anerkennung vollständig vorlagen.

Insbesondere im Kärntner Teil des neuen Biosphärenparks gibt es nach wie vor keine Zonierung. Man will in Kärnten nun innerhalb der kommenden drei Jahre mit den Grundstückseigentümern eine Einigung über die Zonierung und über die Ausweisung von Kernzonen erzielen. Bis dies der Fall ist, bleibt das Label Nationalpark für die Kärntner Nockberge (IUCN-Kategorie V) bestehen. Auf der Internetseite des Lungauer Teils des Biosphärenreservats wird von einem gemäß Unesco erforderlichen Kernzonenanteil von fünf Prozent der Parkfläche gesprochen. Dies lässt aufhorchen, denn die Vorgaben der Unesco belaufen sich eigentlich auf einen Kernzonenanteil von mindestens drei Prozent. Wird hier schon Vorsorge getroffen, falls im Kärntner Teil des Parks in den kommenden drei Jahren nicht ausreichend Kernzonen ausgewiesen werden?

Die Datenlage zum neuen Biosphärengebiet ist zur Zeit noch dünn. Auf der Internetseite der Unesco ist der neue Bisphärenpark noch nicht in die Datenbank eingearbeitet, so dass man hier noch keine verlässlichen Zahlen zur Gesamtgröße des Gebiets sowie zur Größe der Kernzonen erhält. Auf der Internetseite des Lungauer Teils des Parks werden die Kernzonen zwar erwähnt. Jedoch gibt es auch hier keine näheren Infos zur genauen Größe der Kernzonen und eine kartographische Darstellung. (www.biosphaerenpark.eu).

Also heißt es zunächst einmal abzuwarten und zu hoffen, dass in den kommenden Monaten und Jahren diese Biosphärenparkidee konkreter greifbar wird.       

Kommentare:

  1. Hallo,

    könnten Sie sich vielleicht mal bei uns melden: info@lungau.travel. Danke vielmals. Ihr Beitrag ist sehr interessant, weil es vieles erklärt.

    AntwortenLöschen
  2. ich schreibe eine Semiararbeit zu diesem thema die 5 % Kernzone (von der Gesamtfläche) sind eine Empfehlung des Man and the Biosphere Programm-Nationalkomitees von 2005

    AntwortenLöschen