Freitag, 26. Juli 2013

Moore im FFH-Gebiet Hörnergruppe in den Allgäuer Alpen

Die Hörnergruppe ist eine kleine Berggruppe in den Allgäuer Voralpen links (westlich) des Illertals. Diese Berge bestehen aus Flyschgestein. Dieses Gestein wurde während der Kreidezeit in einem Tiefseetrog abgelagert. Der Flysch besteht aus wasserstauenden Mergel-, Ton- und Sandsteinen. Berge aus Flysch sind einerseits mit einem üppigen Bewuchs überzogen. Andererseits neigt der Flysch zu Instabilität und Rutschungen sowie zu Vermoorungen.

Das FFH-Gebiet Hörnergruppe ist 1.183 Hektar groß und liegt im Landkreis Oberallgäu. Es besteht aus zwei Teilgebieten. Das südliche der beiden Gebiete umfasst den Gipfelbereich des Wannenkopfs und dessen Südhänge. Das nördliche Teilgebiet erstreckt sich über den Großen Ochsenkopf und dessen Nordhänge.  Das FFH-Gebiet befindet sich innerhalb des Naturparks Nagelfluhkette.


Prioritäre Arten im FFH-Gebiet Hörnergruppe gemäß dem Anhang I zur FFH-Richtlinie sind:
  • Buschvegetation mit Pinus mugo und Rhododendron hirsulum
  • Lebende Hochmoore
  • Kalktuffquellen
  • Alpine Pionierformationen des Caricion bicoloris-atrofuscae
  • Schlucht- und Hangmischwälder
Das Gebiet ist von zahlreichen Wanderwegen durchzogen. Es gibt jedoch weite Bereiche im Gebiet, die kaum je Besuch erhalten. Ist man im Gebiet unterwegs, bemerkt man bald die vermoorten Bereiche in den Hanglagen und auf einzelnen Verebnungsflächen. Es gibt sogar vereinzelt kleine Wasserflächen, die teilweise in der Verlandung begriffen sind. Besonders schön ist eine Wanderung im Sommer, wenn die vermoorten Bereiche mit Wollgras überzogen sind. Anderere Reize hat der Herbst, wenn die Natur in den Herbstfarben leuchtet und die Fernsicht grenzenlos ist.

Der Wert dieses geschützten Gebiets ist umso höher zu schätzen, als größere Bereiche der Allgäuer Flyschberge für den Pistenskilauf teilweise übel hergerichtet worden sind. Für das FFH-Gebiet Hörnergruppe hat man diejenigen Teile der Flyschberge zusammengefasst, die noch am naturnächsten sind. 

Wie kommt man hin?
Ausgangspunkte für einen Besuch des FFH-Gebiets Hörnergruppe sind der Riedbergpass (Straße zwischen Fischen im Allgäu und Balderschwang) sowie die Hörnerbahn, die von Bolsterlang auf die Höhen der Hörnergruppe führt.

Im Gebiet unterwegs
Nachfolgend zwei kurze Wanderungen im FFH-Gebiet Hörnergruppe:
1. Mit Ausgangspunkt Riedbergpass geht man auf der Asphaltstraße hinauf zur Grasgehrenhütte. Dort wendet man sich mit Wegweiser in Richtung Osten und steigt auf den Grat zwischen dem Bolgen und dem Wannenkopf hinauf. Entlang des Grats kommt man zum Wannenkopfgipfel.
2. Mit Ausgangspunkt Bergstation Hörnerbahn geht man in Richtung Westen zum bewirtschafteten Berghaus Schwaben. Von dort steigt man mit Wegweiser hinauf zum Gipfel des Großen Ochsenkopfs. Vom Gipfel folgt man dem Südwestgrat in Richtung Riedberger Horn und steigt in einem Sattel nach links (Süden) auf Weg hinab zu einem Alpweg. Auf diesem Weg geht es zurück zum Berghaus Schwaben.

Im Post vom 06.07.2012 in diesem Blog sind alle Artikel des Blogs, die sich mit dem Naturpark Nagelfluhkette befassen, verlinkt.

Nur wenige Meter abseits des Skigebiets Grasgehrenhütte beginnen die vermoorten Wiesenflächen der Hörnergruppe.
Bergfichten und vermoorte Wiesen am Südhang des Wannenkopfs in der Hörnergruppe machen fast einen skandinavischen Eindruck.
Blick vom Südhang des Wannenkopfs in Richtung Süden auf den Besler. Dieser Berg besteht ebenfalls aus Gesteinen der Kreidezeit, jedoch nicht aus Flysch, sondern aus Kalkablagerungen.  
Kleine Moorseen am Grat zwischen dem Bolgen und dem Wannenkopf in der Hörnergruppe
Das Wollgras überzieht im Sommer weite Bereiche der Hörnergruppe.
Seelein unterhalb des Gipfels des Wannenkopfs in der Hörnergruppe
Das Berghaus Schwaben am Südhang des Großen Ochsenkopfs in der Hörnergruppe
Moorlandschaften am Südwestgrat des Großen Ochsenkopfs
        

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