Montag, 19. August 2013

Naturdenkmal Rappenlochschlucht im Bregenzerwald


Bei der im Alpenrheintal gelegenen Vorarlberger Stadt Dornbirn erreicht die aus dem Bregenzerwaldgebirge kommende Dornbirner Ache die Ebene. Die Dornbirner Ache entwässert einen großen Talbereich des Bregenzerwaldgebirges, der im Hohen Freschen auf 2.004 m ü NN gipfelt. Vor dem Erreichen des Alpenrheintals muss sich die Dornbirner Ache durch einen harten Gesteinsriegel aus Kalksteinen der Kreidezeit kämpfen. Hierbei hat die Dornbirner Ache zwei Schluchten geschaffen, das Alploch und die Rappenlochschlucht. Beide Schluchten sind als Naturdenkmal ausgewiesen. Die Rappenlochschlucht ist gemäß Eigenwerbung der Stadt Dornbirn die größte Schlucht der Ostalpen.

Das Wasser der Dornbirner Ache wurde bereits im 19. Jahrhundert zum Teil für den Antrieb von Maschinen in den Fabriken am unteren Ausgang der Rappenlochschlucht genutzt. Auch wenn diese Fabriken heute zum Teil nicht mehr vorhanden sind, so sind die Rohre und Staumauern in der Rappenlochschlucht heute noch in Betrieb. Obwohl sie bereits historisch sind, beeinträchtigen sie ein wenig den Naturgenuss.


Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts wurde ein Steg durch die Rappenlochschlucht gelegt. Im Mai 2011 ereignete sich jedoch ein großer Felssturz, der die Steiganlage zerstörte und die Schlucht ungangbar machte. Ab dem Jahr 2012 investierte die Stadt Dornbirn in eine neue Steiganlage. Deren erster Abschnitt wurde im Juli 2013 in Betrieb genommen. Der zweite Abschnitt wurde am 23. August 2013 fertiggestellt. Der zweite Abschnitt des neuen Steigs durch die Rappenlochschlucht hat einen anderen Verlauf als der alte Steig. Er führt nicht mehr am Schluchtgrund, sondern an der Steilwand hoch über der Schlucht entlang. Die Begehung des Steigs ist kostenlos.

Wie kommt man hin?
Vom Bahnhof Dornbirn fährt die Buslinie 47 in Richtung Ebnit, ein Stadtteil von Dornbirn, der hoch oben im Tal liegt, das von der Dornbirner Ache entwässert wird. Man steigt an der Haltestelle Gütle aus und kann von dort auf den Steig durch die Rappenlochschlucht gehen.

Mit dem Auto verlässt man die Rheintal-Autobahn A14 bei der Anschlussstelle Dornbirn-Süd und folgt der Hauptstraße immer geradeaus in Richtung Osten. An ihrem Ende macht die Straße einen Bogen nach links und überquert die Dornbirner Ache. Dahinter biegt man nach rechts ab und erreicht das sogenannte Gütle. Dort befinden sich gebührenpflichtige Parkplätze.

Der untere Teil der Rappenlochschlucht wird seit über 100 Jahren für die Wasserkraft genutzt.
Die Straße von Dornbirn nach Ebnit führt teilwiese abschüssig am Hang der Rappenlochschlucht entlang.
Staudamm in der unteren Rappenlochschlucht
Neu angelegter Weg zur Versturzstelle in der Rappenlochschlucht
Hinter der Biegung nach rechts befindet sich die neue Plattform an der Felssturzstelle in der Rappenlochschlucht.
Blick auf die Felssturzstelle von 2011 in der Rappenlochschlucht: Rechts sieht man einen Teil des alten Wegs in der Schlucht.
Blick von der Plattform an der Felssturzstelle in der Rappenlochschlucht nach oben: Die Brücke der Straße nach Ebnit überquert hier die Schlucht. Etwas unterhalb der Brücke sieht man den im August 2013 eröffneten zweiten Abschnitt des neuen Stegs, der hoch über den Schluchtwänden entlangführt. 

  

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