Donnerstag, 12. September 2013

Vom Lünersee zur Schesaplana

Die Schesaplana ist mit einer Höhe von 2.964 m ü NN der höchste Berg des Rätikon. Der Rätikon ist eine Gebirgsgruppe der Zentralen Ostalpen. Über den Gipfel der Schesaplana verläuft die Grenze zwischen Österreich (Bundesland Vorarlberg) und der Schweiz (Kanton Graubünden).

Östlich unterhalb der Schesaplana befindet sich der Lünersee. Dieser See wird für die Nutzung der Wasserkraft aufgestaut. Bereits vor seinem Aufstau war der Lünersee jedoch der größe Hochalpensee der Ostalpen. Das Gebiet zwischen dem Gipfel der Schesaplana, dem Lünersee und dem benachbarten Rellstal ist in Vorarlberg als sogenannter geschützter Landschaftsteil ausgewiesen. Dies ist ein relativ schwacher Gebietsschutz, in etwa einem Landschaftsschutzgebiet vergleichbar. Der umfangreichen Nutzung der Wasserkraft mit Überleitungsstollen und dem Aufstau eines Hochgebirgssees hat dieser geschützte Landschaftsteil genauso wenig etwas entgegenzusetzen wie der Alm- und Forstwirtschaft.

Der geschützte Landschaftsteil "Rellstal und Lünerseegebiet" wurde im Jahr 1966 verordnet. Die Fläche des Gebiets ist ca. 3.328 Hektar groß. Der einfachste Anstieg zur Schesaplana beginnt bei der Staumauer des Lünersees mit der Douglashütte, einer Alpenvereinshütte und führt durch das Schutzgebiet hindurch.


Wie kommt man hin?
Von Bludenz in Vorarlberg fährt man mit dem Auto oder mit dem Linienbus ins Brandner Tal durch den Ort Brand hindurch bis zum Ende der Straße bei Schattenlagant. Hier hat man bereits eine Höhe von 1.565 m ü NN erreicht. Von Schattenlagant führt eine Luftseilbahn hinauf zum Lünersee. Man kann die Tour zur Schesaplana als Tagestour von Brand aus unternehmen. Man kann auch eine zweitägige Tour machen, mit Übernachtung in der Douglashütte oder in der Totalphütte.

Im Gebiet unterwegs
Von der Douglass-Hütte an der Staumauer des Lünersees folgt man dem Weg am Westufer des Sees entlang und biegt dann nach rechts auf den Pfad ab, der hinauf zur Totalphütte führt. Von der Totalphütte folgt man der blauen Markierung über Geröll und Felsen zum Teil sehr steil hinauf zum Gipfel der Schesaplana. Unterhalb des Gipfels ist absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich. Der Höhenunterschied von der Douglashütte zum Gipfel der Schesaplana beträgt ziemlich genau 1.000 Meter. Die Schesaplana zählt bei guter Sicht zu den besten Aussichtsbergen in weitem Umkreis.     
 

Anstieg vom Lünersee zur Totalphütte mit Blick zu den Kanzelköpfen (rechts), zu den Kirchlispitzen (links der Bildmitte) und zur Drusenfluh (dunstig im Hintergrund)
Die Totalphütte diente früher den Arbeitern, die einen Wasserstollen vom Brandner Gletscher bei der Schesaplana zum Lünersee gruben. Heute ist sie ein beliebtes Ausflugsziel vom Lünersee aus und Stützpunkt für eine Besteigung der Schesaplana.
Blick von der Totalphütte hinab auf das Totalpseeli
Blick von der Totalphütte zur Schesaplana: Der Gipfel ist nicht sichtbar und befindet sich hinter dem Schneefeld links oben, das Massiv rechts oben heißt Felsenkopf.
Bei genauem Hinsehen entdeckt man selbst in der Geröllwüste oberhalb der Totalphütte (= tote Alpe) eine interessante Flora.
Steinmänner am Weg von der Totalphütte zur Schesaplana: links erhebt sich der Zirmenkopf, rechts der Seekopf, dazwischen sieht man die Zimba, die auch das Matterhorn des Montafon genannt wird.
Am Gipfelhang der Schesaplana mit wunderbar geformten Gesteinsschichten
Knapp unterhalb des Gipfels der Schesaplana: In der linken Bildhälfte erhebt sich im Mittelgrund die Zimba, alle anderen Berge sind plötzlich ganz klein geworden. Leider ist die Luft an diesem Augusttag relativ dunstig. Das ist bei einem Top-Aussichtsberg wie der Schesaplana in etwa so, als wie wenn man Sand in den Augen hätte.
 

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