Montag, 17. November 2014

Bannwald Eisenbachhain im Naturpark Schönbuch

Der Naturpark Schönbuch ist der älteste der sieben Naturparks von Baden-Württemberg. Der Bannwald Eisenbachhain ist einer von zur Zeit drei Bannwäldern im Naturpark Schönbuch. Mit dem Begriff Bannwald wird in Baden-Württemberg ein Naturwaldreservat bezeichnet.

Der Bannwald Eisenbachhain ist mit einer Fläche von 8,4 Hektar vergleichsweise klein. Der Bannwald schützt ein Stück ehemaligen Hutewalds. So bezeichnete man früher die Wälder, in die das Vieh zum Weiden getrieben wurde. Als Folge der Beweidung war im 18. Jahrhundert im Schönbuch kein geschlossenes Waldbild mehr vorhanden. Es gab nur noch Einzelbäume (Solitäre). Einige dieser Einzelbäume haben im Bannwald Eisenbachhain überdauert. Es gibt dort einzelne Eichen, die bis zu 400 Jahre alt sind, sowie bis zu 200jährige Buchen.


Nach der Aufgabe der Waldweide wuchsen um die Solitäre herum Jungbäume heran und es bildete sich allmählich wieder ein geschlossenes Waldbild. Zur Zeit ist die Buche dabei, im Bannwald Eisenbachhain die Herrschaft zu übernehmen. Die alten Eichen sterben langsam ab, junge Eichen wachsen nicht mehr nach. Die Buche ist auch die natürlich im Schönbuch vorkommende Baumart - wie in großen Teilen Deutschlands.

Der Eichenbachhain wurde bereits im Jahr 1915 aus der forstwirtschaftlichen Nutzung genommen. Im Jahr 1937 wurde der Eisenbachhain zum Naturschutzgebiet erklärt. Im Jahr 1970 wurde das Gebiet durch eine Erklärung der Forstbehörde Bannwald. Im Jahr 2004 wurde der Bannwald gemäß dem Landeswaldgesetz verordnet. Schutzzweck der Bannwaldverordnung ist, "das Bild eines ehemaligen Weidewaldes, wie er im Mittelalter entstanden ist und bis in das 19. Jahrhundert das Bild des Schönbuchs geprägt hat, möglichst lange als Zeuge einer früheren Nutzungsform zu erhalten". 

Der Eisenbachhain ist auch ein geschütztes Biotop gemäß § 32 des Naturschutzgesetzes von BW. In der Biotopbeschreibung heißt es unter anderem: "sehr strukturreiches Buchen-Eichen-Altholz, das aus einem Hutewald hervorgegangen ist, ungleichaltriger Bestand mit zahlreichen alten, großkronigen und markanten Einzelbäumen..." 

Wie kommt man hin?
Mit dem Auto fährt man zum Waldparkplatz Stadtreitereiche an der Bundesstraße B 464 Böblingen-Reutlingen. Aus Richtung Böblingen kommend kreuzt man innerhalb des Naturpark Schönbuchs die Landesstraße L 1208 bei einer Kreisverkehrsanlage. Als nächstes kreuzt man die Kreisstraße K 6912 ebenfalls bei einer Kreisverkehrsanlage. Ca. 550 Meter hinter dieser Kreisverkehrsanlage befindet sich auf der rechten (südlichen) Straßenseite ein großer Waldparkplatz.

Im Gebiet unterwegs
Vom Waldparkplatz Stadtreitereiche folgt man dem Forstweg, der in Richtung Süden führt. Ca. 500 Meter ab dem Parkplatz kommt man zu einer Forstwegeinmündung und zur Außengrenze des Bannwalds Eisenbachhain. Dort finden sich das Schild, das auf den Bannwald hinweist sowie eine Informationstafel zum Bannwald.

Der Bannwald hat eine relativ kleine Ausdehnung. Man kann jetzt dem Forstweg weiter geradeaus folgen. Der Bannwald befindet sich links des Forstwegs. Bei einer Waldhütte endet das Bannwaldgebiet. Nun geht es zurück zur Forstwegeinmündung. Jetzt kann man auch noch dem in Richtung Osten führenden Forstweg folgen. Der Bannwald ist rechts des Wegs. Nach wenigen hundert Metern endet der Bannwald. Das kann man am Waldbild sofort sehen. Am Ende des Bannwalds befindet sich ebenfalls ein Schild. Ein Betreten des Bannwalds ist nicht gestattet. Es empfiehlt sich, den Bannwald nicht im Sommer aufzusuchen, wenn dichtes Blattwerk die Sicht in den Wald verdeckt. Eine Umrundung des Bannwalds auf Forstwegen ist nicht unmittelbar möglich, weil nur auf der Nord- und Westseite des Bannwalds Forstwege entlangführen. Eine weitläufigere Umrundung des Gebiets auf Forstwegen ist jedoch möglich. Man muss dann aber auch längere Zeit durch Wirtschaftswald gehen.     


Siehe auch:
Informationszentrum des Naturparks Schönbuch im Post vom 13.04.2010 in diesem Blog


Der Planausschnitt zeigt die Lage des Waldparkplatzes Stadtreitereiche an der B 464 (roter Pfeil). Von dort führt der Forstweg (rote Linie) in Richtung Süden zum Bannwald Eisenbachhain.
Naturschutzgebietsschild sowie Bannwaldschild an der Außengrenze des Eisenbachhains
Eine Informationstafel gibt Auskunft über die Bannwälder im Schönbuch.
Von der Eisenbachhaineiche ist heute nur noch ein Stumpf übrig.
Der Eisenbachhain unterscheidet sich von den benachbarten Waldgebieten durch das viele Totholz, das am Boden liegt.
Größere baumfreie Fläche im Eisenbachhain: Es ist nicht ganz klar, warum hier zur Zeit keine Jungbäume wachsen.
Buchen-Methusalem und Jungbuchen im Bannwald Eisenbachhain
Sturm und Altersschwäche haben im Bannwald Eisenbachhain einen Buchenstamm umgelegt.

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