Mittwoch, 11. Februar 2015

Biosphärenreservats-Pläne für Italiens Po-Delta vorerst gescheitert.

Die Pläne, im Po-Delta in Italien, dem einzigen Delta des Landes, ein Biosphärenreservat einzurichten, sind vorerst gescheitert. Das Internationale Koordinierungskommittee des MAB-Programms der Unesco hat auf seiner 26. Sitzung im Juni 2014 einen entsprechenden Antrag aus Italien zur Anerkennung eines Biosphärenreservats im Po-Delta abgelehnt und eine Neuerarbeitung des Antrags verlangt.

Der Vorschlag aus Italien zur Einrichtung eines Biosphärenreservats im Po-Delta umfasste eine Fläche von 139.398 Hektar. Betroffen waren 16 Gemeinden mit insgesamt ca. 120.000 Einwohnern. Das vorgeschlagene Gebiet besteht aus einer Ebene, die vom Fluss Po sowie von landwirtschaftlichen Aktivitäten geprägt ist. Es handelt sich hier um das einzige Flussdelta Italiens. Das Delta ist durch den Zusammenfluss von zwei Hauptarmen des Po entstanden. Das Gebiet wird durch Dünensysteme, Sandflächen, Lagunen, Fischteiche, Sumpfgebiete, Kanäle und Küstenkiefernwälder geprägt. 


Die von der Landwirtschaft geprägten Flächen umfassen Brackwasserfeuchtgebiete und bearbeitete Flächen, die vor allem zum Reisanbau genutzt werden. Das Gebiet des vorgeschlagenen Biosphärenreservats ist ein wichtiges Ziel für Touristen. Der Tourismus ist neben der Landwirtschaft und der Fischzucht der wichtigste Wirtschaftszweig im Gebiet.

Das Internationale Koordinierungskommittee kritisierte am Vorschlag für das Biosphärengebiet, dass der Status und das Management für die Kernzonen nicht klar genug beschrieben war. Zudem sei die geplante Führungsstruktur des Biosphärenreservats zu umfangreich und nicht handhabbar. Es fehle auch an einer gemeinsamen Vision für die Entwicklung des Biosphärenreservats. Unklar sei auch, welchen Mehrwert das Biosphärenreservat über die bereits bestehenden Schutzgebietsausweisungen (Natura 2000, Regionalpark Po-Delta) hinaus bringen soll. Es fehlen auch Studien zur sozialen Entwicklung im vorgeschlagenen Biosphärenreservat. Diese Studien sind wichtig, weil ein Großteil des Gebiets aus landwirtschaftlich genutzten Flächen besteht. Nicht vorhanden waren auch Informationen über das Wassermanagement und über die Entwicklung der Wasserqualität. Auch diese Unterlagen sind wichtig, denn der Großteil der Flächen ist entweder Feuchtgebiet oder bewässerte Landwirtschaftsfläche.

Das Internationale Koordinierungskommittees des MAB-Programms hat deshalb den Vorschlag zur Einrichtung eines Biosphärenreservats im Po-Delta zunächst abgelehnt. Die zuständigen Behörden und Gebietskörperschaften wurden aufgefordert, einen neuen Vorschlag zu präsentieren, der die genannten Kritiken aufnimmt.

Siehe auch:
Sila in Kalabrien ist neues Unesco-Biosphärenreservat im Post vom 12.10.2014 in diesem Blog
Transnationales Biosphärenreservat MontViso eingeweiht im Post vom 21.08.2014
Biosphärenreservate in Italien im Post vom 23.03.2011    

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