Freitag, 22. Mai 2015

Neuer Bericht zum Zustand der Welterbelandschaft "Oberes Mittelrheintal"

Das Welterbekommittee der Unesco hat im Jahr 2013 von den deutschen Behörden einen Bericht zum Zustand der Unesco-Weltkulturerbelandschaft Oberes Mittelrheintal bis spätestens 01.02.2015 angefordert. In diesem Bericht soll auch auf Empfehlungen eingegangen werden, die das Welterbekommittee ausgesprochen hat.

Der Bericht liegt nun fristgerecht vor, so dass er bei der kommenden 39. Sitzung des Welterbekommittes vom 28.06. bis 08.07.2015 in Bonn behandelt werden kann. 

In seiner Entscheidung zur Weltkuturerbestätte Oberes Mittelrheintal vom Jahr 2013 hat das Welterbekommittee positiv vermerkt, dass bis zum Ende der aktuellen Legislaturperiode in Rheinland-Pfalz im Jahr 2016 die Pläne für eine Brücke über den Rhein zwischen St. Goar und St. Goarshausen nicht weiterverfolgt werden.


Zufrieden hat sich das Welterbekommittee mit den Fortschritten bei der Erarbeitung eines Masterplans für das Welterbegebiet gezeigt. Im Masterplan soll jedoch die Form einer zukünftigen Flussquerung (Brücke, Fähre, Tunnel) näher erläutert und begründet werden.

Das Bundesland Rheinland-Pfalz wurde zudem aufgefordert, die Seilbahn zwischen Koblenz und Ehrenbreitstein bis spätestens 30.06.2026 abzureißen. Die Genehmigung für die Bobbahn auf dem Loreley-Plateau soll widerrufen, die Bahn abgebaut und das Gelände in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt werden. Die Genehmigung für die geplanten Großbauvorhaben (Hotels) auf dem Loreley-Plateau soll nicht erteilt werden. 

Die zuständigen staatlichen Stellen werden aufgefordert, die Auswirkungen geplanter Energieanlagen (Windräder, Speicherbecken) genau zu prüfen und dem Welterbekommittee vorzulegen. Zudem soll der Eisenbahnlärm im Mittelrheintal so effektiv wie möglich bekämpft werden.

Rheinland-Pfalz antwortet dem Unesco-Welterbekommittee
In seinem Bericht an das Welterbekommittee weist das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur des Bundeslandes Rheinland-Pfalz jetzt darauf hin, dass zu einer zukünftigen Rheinquerung noch keine verbindlichen Angaben gemacht werden können. Denn die Landesregierung hat das Thema bis zum Ende der laufenden Legislatur (2016) zurückgestellt. Seit 2012 findet ein erweiterter Fährbetrieb statt, der sich jedoch in den Tagesrandstunden nicht rechnet.

Die Genehmigung für die Seilbahn zur Burg Ehrenbreitstein läuft wie von der Unesco gewünscht am 30.06.2026 aus. Jedoch weist das Ministerium darauf hin, dass diese Seilbahn ein sehr beliebtes Transportmittel ist.

Der Betrieb einer Sommerschlittenbahn wurde von den lokalen Behörden trotz einer ablehnenden Haltung des Landes genehmigt. Die Bahn wurde jetzt jedoch grün angestrichen. Auch die Umgebung der Bahn wurde besser begrünt (bepflanzt), so dass diese Bahn jetzt keine negativen Auswirkungen auf die Welterbelandschaft mehr hat.

Die Gebäude auf dem Loreley-Plateau sollen neu konfiguriert werden. Vom Tal aus sowie von den umliegenden Höhen sollen die Gebäude nicht sichtbar sein. Das Loreley-Plateau soll zum zentralen und attraktiven Punkt des gesamten Welterbegebiets werden.

Windräder sollen im Welterbegebiet nicht gebaut werden. Der Bau von Windrädern in der Pufferzone des Welterbegebiets wurde zunächst ins Auge gefasst, jedoch von den Ergebnissen einer umfangreichen Sichtstudie abhängig gemacht. Die Studie hat gezeigt, dass fast alle Windräder in der Pufferzone visuelle Auswirkungen auf das Welterbegebiet gehabt hätten. Als Folge hat die Regierung von Rheinland-Pfalz beschlossen, dass auch in der Pufferzone des Welterbegebiets keine Windräder errichtet werden sollen. Einige bereits vor diesem Beschluss errichtete Windräder haben Bestandsschutz. Die Regierung betont, dass diese Entscheidungen gefallen sind, obwohl Rheinland-Pfalz bis zum Jahr 2030 seine elektrische Energie zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien decken will.

Die Stadtwerke Mainz planen das Wasserkraftwerk Heimbach. Die visuellen Auswirkungen des Kraftwerks sollen minimiert werden. So sollen die Hänge des Oberbeckens so natürlich wie möglich aussehen.

Der Bahnlärm im Mittelrheintal wird mit einer Vielzahl an Maßnahmen bekämpft. Eine endgültige Lösung kann jedoch nur der Neubau der gesamten Güterzugstrecke bringen. Bis zum Jahr 2020 sollen alle Güterwagen mit modifizierten Bremsen ausgerüstet sein, die den Bahnlärm um 50 Prozent reduzieren.

Die Bahn plant, drei alte Tunnels bei St. Goar / Oberwesel auf der linken Rheinseite zu ersetzen. Es gibt nun Bestrebungen, die Bahntrasse in diesem Bereich über eine längere Strecke zu verlegen, so dass die Gemeinden St. Goar und Oberwesel vom Bahnlärm befreit werden. 

Die hessischen Behörden haben das Niederwald-Denkmal bei Rüdesheim und den umgebenden Park (Osteinscher Park) in den vergangenen Jahren restauriert.     
        
http://whc.unesco.org

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