Donnerstag, 11. Juni 2015

Europarat äußert Besorgnis über großes Windparkprojekt beim Nationalpark Bayerischer Wald

Der Nationalpark Bayerischer Wald ist im Jahr 1986 als 25. Schutzgebiet mit dem Europadiplom des Europarats ausgezeichnet worden. Auf ihrer Sitzung am 13. März 2015 hat die Expertengruppe des Europarats zum Europadiplom (Group of Specialists on the European Diploma for Protected Areas) Bedenken zu einem geplanten großen Windparkprojekt in der Nähe des Nationalparks Bayerischer Wald geäußert. Im Gebiet Wagensonnenriegel soll mit einem Abstand von nur 1.000 Meter zur Außengrenze des Nationalparks Bayerischer Wald eine riesige Windenergieanlage mit Windrädern von bis zu 200 Metern Höhe entstehen. 

Die Expertengruppe hat eine Bedingung sowie fünf Empfehlungen in Bezug auf das Windparkprojekt zu Papier gebracht. Erfahrungsgemäß werden die Bedingungen und Empfehlungen vom Kommittee der Minister der Länder des Europarats, das zum nächsten Mal vom 1. bis 4. Dezember 2015 tagt, übernommen.


Als Bedingung wurde formuliert:
Es darf keine Windernergieanlage genehmigt werden ohne vorangegangene Umweltverträglichkeitsuntersuchung. Diese Untersuchung muss garantieren, dass die Naturwerte, die zur Zuerkennung der Europadiploms für den Nationalpark Bayerischer Wald geführt haben, nicht wesentlich beeinträchtigt werden.

Dazu wurden die folgenden fünf Bedingungen formuliert:
1. Während des Zeitraums von mindestens einem Jahr sollen Daten zu den Brutvögeln im Einflussbereich der geplanten Windräder gesammelt werden.
2. Genauso sollen während eines Jahres Daten zu den Fledermäusen gesammelt werden.
3. Es sollen Daten zum Luchs und seinen Wanderungen gesammelt werden. Wichtig sind insbesondere auch die Felsklippen, die für die Aufzucht der Jungen eine Rolle spielen.
4. Die Beeinträchtigung des Landschaftscharakters durch die geplanten Windenergieanlagen soll näher untersucht werden.
5. Das Dokument "Wind Farms and Birds: an updated analysis of the effects of wind farms on birds, and best practice guidance on integrated planning and impact assessment" des Europarats soll für die Untersuchungen herangezogen werden.

Der Europarat wird nun jährlich die Entwicklungen beim Nationalpark Bayerischer Wald verfolgen und ggf. weitere Maßnahmen einleiten.
       

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