Sonntag, 2. August 2015

Meseta Ibérica ist neues staatenübergreifendes Biosphärenreservat in Spanien und Portugal

Der Internationale Koordinierungsrat des MAB-Programms der Unesco hat auf seiner 27. Sitzung vom 8.-12.06.2015 in Paris das neue staatenübergreifende (transboundary) Biosphärenreservat "Meseta Ibérica" anerkannt. Das neue Biosphärenreservat befindet sich in Portugal und Spanien. 

Dies ist bereits das zweite staatenübergreifende Biosphärenreservat zwischen Portugal und Spanien. Portugal hat nun insgesamt acht Biosphärenreservate. Spanien hat nun insgesamt 47 Biosphärenreservate und befindet sich damit zusammen mit den USA an der Spitze der Staaten weltweit.

In Spanien erstreckt sich das neue Biosphärenreservat über die Provinzen Salamanca und Zamora. In Portugal sind die Provinzen Terra Quente und Fria betroffen. Das Biosphärenreservat umfasst eine Gesamtfläche von 1.132.606 Hektar, davon 475.241 Hektar in Spanien. Von der Gesamtfläche befinden sich 106.934 Hektar in der Kernzone, 636.654 Hektar in der Pufferzone und 389.018 Hektar in der Entwicklungszone. Das Biosphärenreservat umfasst eine große Bandbreite an Landschaften, orographischen Elementen und Landnutzungsformen. Die Höhenlage des Gebiets reicht von 100 Metern bis zu 2.000 Metern ü NN. 


Das neue Biosphärenreservat beherbergt eine Reihe von wichtigen Arten, für die es zum Teil bereits Erhaltungsmaßnahmen gegeben hat. Dazu gehören der Schwarzstorch, der Ägyptische Geier, der Bonelli`s-Adler, die eurasische Adler-Eule, der Europäische Otter und der Iberische Wolf. Insgesamt leben 304.627 Menschen im Biosphärenreservat. Nur ein ganz kleiner Teil von ihnen lebt innerhalb der Kernzone. Im Gebiet finden sich auch Bauwerke, die bis in die Römerzeit und ins Mittelalter zurückreichen. Die Überbleibsel der Befestigungen und Schlösser in Orten wie z.B. San Felices de los Gallegos in der Provinz Salamanca bezeugen die häufigen Kriege, die es im Mittelalter zwischen den portugiesischen und spanischen Königreichen gab. 

Das Gebiet beherbergt auch ein einmaliges Kulturerbe. Das zeigt sich in der Architektur, in den Bräuchen, Traditionen und in der Folklore. Alte Traditionen wie z.B. die Wander-Viehwirtschaft (Transhumance) zeigen sich in einem Netz an Pfaden. Sie werden Cañadas Reales genannt und wurden im Jahr 2007 auf die Vorschlagsliste für das Unesco-Welterbe gesetzt.

Der MAB-Koordinierungsrat erkennt an, dass das neue Biosphärenreservat das Potenzial hat, nachhaltige lokale Aktivitäten zu fördern wie z.B. die Erzeugung erneuerbarer Energien und die Förderung des nachhaltigen Tourismus. Die neuen Einkommensquellen für die ansässige Bevölkerung können dazu beitragen, die Landflucht zu stoppen. 

Die Kernzone von Biosphärenreservaten muss auf allen Seiten von einer Pufferzone umgeben sein. Dies ist beim Nordteil des neuen Biosphärenreservats Meseta Iberica nicht der Fall. Dort wird die Kernzone jedoch von einem Natura 2000-Gebiet begrenzt, das sich außerhalb des Biosphärenreservats befindet. Trotz dieser Unzulänglichkeit wurde das neue Biosphärenreservat anerkannt. Die nationalen Behörden wurden aufgefordert, die Zusammenarbeit zwischen dem Biosphärenreservat und dem Natura 2000-Gebiet zu stärken.       

Siehe auch:
Macizo de Anaga ist das erste Biosphärenreservat Teneriffas im Post vom 05.07.2015 in diesem Blog

 

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