Donnerstag, 3. September 2015

"Gorges du Gardon" ist das 14. Biosphärenreservat Frankreichs

Das Internationale Koordinierungskomitee des MAB-Programms der Unesco hat bei seiner 27. Sitzung vom 8. bis 12. Juni 2015 in Paris dem Vorschlag Frankreichs zur Schaffung des Biosphärenreservats Gorges du Gardon zugestimmt.

Das neue Biosphärenreservat befindet sich im Département Gard in der Region Languedoc-Roussillon in Südfrankreich. Das Biosphärenreservat Gorges du Gardon umfasst eine Fläche von 45.501 Hektar. Davon gehören 7.800 Hektar zur Kernzone, 13.907 Hektar zur Pufferzone und 23.794 Hektar zur Entwicklungszone. 26 Gemeinden mit ca. 250.000 Einwohnern haben Anteil am neuen Biosphärenreservat. Zum Biosphärenreservat gehören auch die Städte Uzès im Norden des Gebiets sowie Nîmes im Süden. Auch die bekannte Brücke Pont du Gard, seit 1985 eine Welterbestätte, befindet sich innerhalb des Biosphärenreservats und dort sogar in der Kernzone. 


Koordinaten des Biosphärenreservats:
geographische Breite: von 43°55’53,9’’N bis 43°52’39,6’’N
geographische Länge: von 04°31’48,0’’E bis 04°31’27,3’’E
Mittelpunkt: 43°54′17″N, 004°31′38″E

Die Landschaft des Biosphärenreservats ist typisch mediterran mit Buschland, Steineichen, dem Fluss Gardon (auch: Gard) und Felsklippen. Im Gebiet kommen gefährdete und geschützte Arten vor wie z.B. der ägyptische Geier, der Bonelli`s-Adler und die Woodcock-Orchidee. Das Gebiet ist auch bekannt für sein reiches kulturelles, architektonisches und historisches Erbe. Die hauptsächlichen wirtschaftlichen Aktivitäten sind Landwirtschaft, Tourismus (450.000 Besucher pro Jahr) und Dienstleistungen (64 Prozent der Wirtschaftsleistung). Zu den Hauptfeldern der Landwirtschaft gehört der Weinbau in der Pufferzone des neuen Biosphärenreservats, der zahlreiche Einwohner beschäftigt. Seit 2006 wird in der Nähe von Nîmes eine begrenzte Menge von Olivenöl hoher Qualität hergestellt. Die Herstelllung von Trüffel, Heilpflanzen und Aromen sind weitere landwirtschaftliche Tätigkeiten.

14 Gemeinden sowie öffentliche und private Träger waren an der Erstellung des endgültigen Managementplans beteiligt. Neun Pilotprojekte umfassen die Themen nachhaltige Landwirtschaft, Umwelterziehung, Umweltforschung und Gebietsschutz. Für die Öffentlichkeit wurden mehrere Veranstaltungen organisiert, auf denen die Kontrolle der Urbanisierung des Gebiets besprochen wurde. Das neue Biosphärenreservat wird von einem Syndikat der Gorges du Gordon zusammen mit lokalen Partnern und Programmen wie zum Beispiel der Agenda 21 geführt.

Einige Ortschaften, die an die Kernzone angrenzen, haben keine Pufferzone. Einige dieser Ortschaften sehen sich einer starken Urbanisierung ausgesetzt. Im Gebiet ist auch ein Naturpark (parc naturel regional) geplant, der auch die Führung und Koordination für das Biosphärenreservat verbessern wird.

Die Gorges du Gordon sind auch Kandidat für das Label "Grand Site de France". Die Brücke Pont du Gard wurde bereits mit diesem Label ausgezeichnet.  

   

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