Montag, 7. September 2015

Naturschutzgebiet Schlappolt in den Allgäuer Alpen

Das Naturschutzgebiet Schlappolt in den Allgäuer Alpen erhält seinen Reiz durch die unmittelbare Nähe eines für den Skitourismus erschlossenen Gebiets einerseits und eines Reststücks einigermaßen ursprünglicher Natur andererseits.

Das Naturschutzgebiet Schlappolt hat eine Fläche von 163 Hektar. Es wurde im Jahr 1986 von der bayerischen Bezirksregierung Schwaben verordnet. Das Naturschutzgebiet befindet sich im Naturraum Allgäuer Hochalpen auf dem Gebiet der Gemeinde Oberstdorf im Landkreis Oberallgäu. In der Beschreibung zum Naturschutzgebiet heißt es wörtlich:


"In Bayern einziger Flyschbereich, der nahezu die alpine Höhenstufe erreicht. Schon seit langem als "Allgäuer Blumenberg" im Flysch des Fellhorn-Schlappolt-Zuges bekannt und von hervorragender pflanzengeographischer Bedeutung. Außer oberem Bergmischwald finden sich Grünerlenbestände, Hochstaudenfluren, Zwergstrauchheiden, Mattenvegetation, Moorgesellschaften, Karseen. Durch Rodungen der ursprünglichen subalpinen Fichtenwälder und Grünerlengebüsche für alpwirtschaftliche Nutzung wurden die Flächen alpigener Magerrasen und Zwergstrauchgesellschaften stark erweitert. Insbesondere am Gipfelhang, in der Karmulde über der Oberen Bierenwangalpe sowie auf den Hängen zwischen Unterer Bierenwangalpe und Fellhornbahn-Bergstation haben sich auf den gerodeten Flächen, die als Alpweiden genutzt werden, hochmontane Borstgrasrasen und Rost-Alpenrosengebüsche angesiedelt. Die Formation der Alpenrosengebüsche - im subalpinen Bereich als Waldersatzgesellschaft interpretiert - hat in diesem Teil der Allgäuer Alpen den Schwerpunkt ihrer Verbreitung. Übergangs-, Flach- und Quellmoorgesellschaften sowie Feucht- und Naßwiesen prägen hier auch einen der größten hochmontan-subalpinen Hangmoorkomplexe der Bayerischen Alpen." 

Das Naturschutzgebiet erstreckt sich über die Hänge östlich des Berggrats, der vom Fellhorn nordnordöstlich über den Schlappoltkopf bis oberhalb des Söllerecks führt. Innerhalb des Naturschutzgebiets befindet sich auch der Schlappoltsee, ein Karsee. Unmittelbar an das Naturschutzgebiet grenzt die Fellhornbahn an. Die Mittelstation sowie die Bergstation dieser Bergbahn bilden ebenso wie verschiedene Pisten einen auffallenden Gegensatz zum Naturschutzgebiet.

Wie kommt man hin?
Fast alle Besucher des Naturschutzgebiets Schlappolt erreichen dieses mit Hilfe der Fellhornbahn, einer Luftseilbahn mit zwei Sektionen. Man fährt entweder bis zur Mittelstation oder bis zur Bergstation. Man kann zu Fuß auch direkt aus dem Stillachtal südlich von Oberstdorf oder vom Söllereck her zum Naturschutzgebiet gelangen.

Im Gebiet unterwegs
Am Rand des Naturschutzgebiets führen Wanderwege vorbei. Zwei Pfade führen durch das Naturschutzgebiet hindurch. Die bei Bergwanderern ungemein beliebte Gratwanderung vom Fellhorn zum Söllereck führt am Rand des Naturschutzgebiets entlang. Von der Mittelstation der Fellhornbahn gelangt man in wenigen Minuten zum Schlappoltsee. Es gibt auch Möglichkeiten für kleinere Rundwanderungen. So kann man von der Bergstation der Fellhornbahn über das Fellhorn bis in die Scharte zwischen Fellhorn und Schlappoltkopf wandern und von dort in Richtung Schlappoltsee absteigen. Von dort kommt man zur Mittelstation der Fellhornbahn.     


Blick vom Grat zwischen Fellhorn und Schlappoltkopf hinab zum Schlappoltsee
Blick auf die Hangmoore beim Schlappoltsee: Im Hintergrund erhebt sich der Hauptkamm der Allgäuer Alpen mit dem Dreigestirn aus Trettachspitze, Mädelegabel und Hochfrottspitze in der Bildmitte.
Blick von der Scharte zwischen Fellhorn und Schlappoltkopf auf das Fellhorn (etwas links der Bildmitte)
Abstieg vom Grat zwischen Fellhorn und Schlappoltkopf zum Schlappoltsee: Die Aufnahme stammt vom Juli. Im August blühen hier die Alpenrosen.
Moorige Wiese beim Schlappoltsee
Verlandungsbereich beim Schlappoltsee
Schlappoltsee und Berghänge im Flyschgestein mit Grünerlenbeständen und Hochstaudenfluren
Schlappoltsee mit Schlappoltkopf (links) und Söllerkopf (rechts)

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