Samstag, 19. September 2015

Schweiz muss zusätzliche Schutzgebiete im Rahmen der Berner Konvention des Europarats schaffen

In einem Bericht zum Stand der Umsetzung des Schutzgebietsnetzwerks "Smaragd" (Emerald Network) im Rahmen der Berner Konvention des Europarats hat die Schweiz erhebliche Defizite eingeräumt. Der Bericht steht auf der Tagesordnung des siebten Treffens der Expertengruppe für Schutzgebiete und ökologische Netzwerke des Europarats, das vom 16.-17.09.2015 in Straßburg stattfindet.

Alle Mitgliedsländer des Europarats müssen im Rahmen der Berner Konvention eine ausreichende Zahl an Schutzgebieten ausweisen, um den Schutz der prioritären Arten zu gewährleisten. Diese Schutzgebiete werden im Netzwerk Smaragd zusammengefasst. Für die Staaten der europäischen Union gilt das Smaragd-Netzwerk durch das EU-Schutzgebietssystem Natura 2000 als erfüllt.

In der Schweiz gibt es 43 Habitate und 140 Arten, die im Rahmen des Smaragd-Netzwerks geschützt werden müssen. Im Jahr 2012 wurden 37 Schutzgebiete in der Schweiz als Smaragd-Gebiete durch den Europarat offiziell anerkannt. Das biogeographische Seminar für die Schweiz im Jahr 2012 hat jedoch gezeigt, dass die 37 Schutzgebiete bei weitem nicht ausreichen, um die Anforderungen der Berner Konvention zu erfüllen. Die geforderten Kriterien wurden nur für ganz wenige Arten und für überhaupt kein Habitat erfüllt.


Die Schweiz muss deshalb ihr Smaragd-Netzwerk in der nächsten Zeit vervollständigen. In einem ersten Schritt ist geplant, dass bis Ende 2015 alle bestehenden nationalen Schutzgebiete der Schweiz in das Smargagd-Netzwerk integriert werden. Diese Aktion wird jedoch immer noch nicht ausreichen, die Bestimmungen der Berner Konvention zu erfüllen. In einem zweiten Schritt muss die Schweiz deshalb vollkommen neue, zusätzliche Schutzgebiete ausweisen und diese ebenfalls in das Smaragd-Netzwerk integrieren. 

Für den ersten Schritt plant die Schweiz, alle Schutzgebiete der nationalen Inventare (Hochmoorinventar, Flachmoorinventar, Trockenwieseninventar, Aueninventar, Amphibienlaichgebieteinventar) sowie den Schweizerischen Nationalpark in das Smaragd-Netzwerk zu integrieren. Das bereitet jedoch insofern Probleme, als es sich hier in der Mehrzahl um sehr kleine Gebiete handelt und die Gesamtzahl dieser Gebiete mit ca. 6.000 sehr hoch ist.

Für den zweiten Schritt sind durch Experten bereits zahlreiche neue zu schützende Gebiete identifiziert worden. Schließlich gilt es, alle Gebiete zu einem eigentlichen Netz zu integrieren, um die Durchgängigkeit für die Arten zu gewährleisten.

Internetseite des Europarats:

www.coe.int       

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