Dienstag, 8. Dezember 2015

"Alpi Ledrensi e Judicaria" ist neues Biosphärenreservat in der italienischen Provinz Trentino

Das internationale Koordinierungskomitee des MAB(Man and Biosfere)-Programms der Unesco hat bei seiner 27. Sitzung vom 8.-12.06.2015 in Paris den Vorschlag Italiens zur Einrichtung eines Biosphärenreservats "Alpi Ledrensi e Judicaria" in der Provinz Trentino gutgeheißen. Damit hat Italien im Jahr 2015 insgesamt drei neue Biosphärenreservate erhalten. Insgesamt hat Italien jetzt 13 Biosphärenreservate.

Das neue Biosphärenreservat heißt in der englischen Sprache "Ledro Alps and Judicaria". Italien hat dieses Biosphärenreservat bereits für die vorhergehende 26. Sitzung des MAB-Koordinierungskomitees im Jahr 2014 angemeldet. Damals wurde die Anerkennung jedoch verweigert. 


Das neue Bioshärenreservat hat eine Fläche von 47.427 Hektar. Die Kernzone umfasst 4.786 Hektar. Die Pufferzone erstreckt sich über 15.774 Hektar. Die Entwicklungszone umfasst 26.867 Hektar. Das Biosphärenreservat befindet sich zwischen dem Unesco-Welterbegebiet Dolomiten und dem Gardasee. Das Gebiet ist repräsentativ für die Südhänge der zentralen Ostalpen. Es umfasst verschiedene Habitate wie z.B. alpine Wiesen, Wald, Grasland und Moore. Seine strategische Lage trägt zu einer reichen und vielfältigen Biodiversität bei. Das Biosphärenreservat ist Bestandteil eines ökologischen Korridors durch die Alpen in Nord-Süd-Richtung, so dass eine territoriale Kontinuität bei den Schutzgebieten von der Po-Ebene bis zu den Nordalpen besteht.

Das neue Biosphärenreservat beinhaltet zwei Siedlungen beim Ledro-See und beim Carera-See, die auf der Unesco-Welterbeliste stehen. Das Gebiet ist auch eine hochgeschätzte Tourismus-Destination. Der Tourismus ist die Haupterwerbsquelle für die 15.845 permante Bewohner zählende Bevölkerung. Dazu kommt noch die Landwirtschaft, hauptsächlich Weinbau, Oliven, Früchte- und Gemüseanbau.

Das Unesco-MAB-Koordinierungskomitee hieß die zusätzlich zum Vorschlag von 2014 unterbreiteten Informationen willkommen. Die potenziellen Konflikte mit der Jägerschaft wurden von den Behörden gelöst. Die Kommunikation mit den Grundbesitzern sowie deren Mitsprache wurde verbessert. Der Status der Kernzone und der Entwicklungszone als ökologischer Korridor wurde geklärt, wobei es das MAB-Komitee gerner gesehen hätte, wenn dieser Korridor als Pufferzone ausgewiesen worden wäre. 

Siehe auch:
Toskanisch-Emilianischer Appennin ist neues Unesco-Biosphärenreservat im Post vom 10.11.2015 in diesem Blog
Italiens Po-Delta ist neues Unesco-Biosphärenreservat im Post vom 01.10.2015
Unesco lehnt Antrag für Biosphärenreservat "Ledro Alps and Judicara" im Trentino ab im Post vom 15.03.2015  

       

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