Freitag, 4. Dezember 2015

"Vashlovani Protected Areas" sollen das erste Schutzgebiet in Georgien mit Europadiplom werden

Der Europarat plant, dem Schutzgebiet "Vashlovani Protected Areas" in Georgien das Europadiplom für Schutzgebiete zu verleihen. Die Expertengruppe für das Europadiplom des Europarats hat auf ihrer Sitzung am 13. März 2015 diese Entscheidung vorbereitet. Verabschiedet werden soll die Entscheidung bei der 35. Sitzung des ständigen Komitees zur Berner Konvention, die vom 1. bis 4. Dezember 2015 in Straßburg tagt.

Das Schutzgebiet Vashlovani Protected Areas umfasst fünf Gebietsteile:
  • Vashlovani Strict Nature Reserve
  • Vashlovani National Park
  • Alazani Riparian Forest Natural Monument
  • Takhti-Tepa Natural Monument
  • Eagle Canyon Natural Monument.
Mit der Verleihung des Europadiploms erkennt der Europarat die Bedeutung dieser Gebiete mit ihren bemerkenswerten Landschaften, außergewöhnlichen geologischen Erscheinungen, ihrer reichen Flora und Fauna mit seltenen Arten und ihrer Ökosysteme mit besonderem Interesse für die europäische Biodiversität an.


Das Europadiplom wird bis 2020 gültig sein. Dann muss es erneuert werden. Der Europarat wird zwei Bedingungen für die Verleihung des Europadiploms stellen:
  • Die Gebäude an der unmittelbaren Grenze zum Schutzgebiet Vashlovani Strict Nature Reserve müssen bis Ende 2015 entfernt werden. Ebenso muss die bestehende Weideregelung ohne Wenn und Aber durchgesetzt werden.
  • Der Prozess der Erarbeitung eines Managementplans für die Beweidung des Gebiets muss beschleunigt werden. Dieser Plan muss klare Ziele nennen sowie einen Fahrplan für die Umsetzung und Fortschrittsindikatoren beinhalten. Der Plan muss klare Vorgaben für den Abbau und den Umzug von Weideeinrichtungen machen. Ebenso muss die Restauration der durch die Weide geschädigten Gebiete behandelt werden. Bis Ende 2016 muss dem Europarat ein Entwurf des Mangementplans zugesandt werden. Dieser Entwurf muss auch Ersatzweideflächen außerhalb des Schutzgebiets benennen.
Der Europarat gibt zudem sieben Empfehlungen für das Schutzgebiet ab:
  • Für das Schutzgebiet soll ein Monitoringprogramm aufgestellt werden.
  • Ein Programm zur Erhaltung und Entwicklung der Infrastruktur für Besucher soll aufgestellt werden.
  • Die im Gebiet vorkommenden Arten sollen erfasst und dokumentiert werden, entsprechend den Standards im Netzwerk Smaragd (Emerald Network).
  • Das Budget des Schutzgebiets muss bis 2019 gesichert sein.
  • Der nächstfolgende Managementplan soll rechtzeitig erarbeitet werden, so dass für die Gültigkeitsdauer des Europadiploms stets ein Managementplan existiert.
  • Das Personal des Schutzgebiets soll besser geschult werden, vor allem bei ökologischen Themen.
  • Der Schutz großer Raubtiere soll durch eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit gesichert werden.
  
   

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