Mittwoch, 29. Juni 2016

"The Borders Forest Trust" - Engagement für Wildnis in Südschottland

"The Borders" nennt man den südlichsten Teil Schottlands, der an England grenzt. Die gemeinnützige Organisation "The Borders Forest Trust" hat es sich zur Aufgabe gemacht, Landflächen in den Borders aufzukaufen, sie mit einheimischen Baumarten und anderen Pflanzen wiederzubewalden und später der natürlichen Entwicklung zu überlassen.

Zur Zeit befinden sich drei Gebiete im Besitz des Borders Forest Trust.

Carrifran Wildwood
Dieses Gebiet umfasst eine Fläche von 1.500 acres, das sind ca. 600 Hektar. Es befindet sich in den Southern Uplands in den Moffat Hills. Der Borders Forest Trust kaufte das Gebiet im Jahr 2000. Über 600.000 Bäume einheimischer Arten wurden seitdem gepflanzt. Zur Zeit werden weitere Bäume und Büsche nachgepflanzt. Nach und nach wird das Gebiet der natürlichen Entwicklung überlassen. 

Corehead & Devil´s Beef Tub
Dieses Gebiet umfasst eine Fläche von 640 Hektar. Es befindet sich in den Southern Uplands im Council Dumfries & Galloway. Der Borders Forest Trust kaufte das Gebiet im Jahr 2009. Die Corehead-Farm soll zukünftig nach biologischen Kriterien betrieben werden. Wälder mit einheimischen Bäumen, Feuchtgebieten und Heidelandschaften sollen wiedererschaffen werden. Auf 195 Hektar Fläche wurden einheimische Baumarten gepflanzt, über 230.000 Bäume. Der westliche Teil der Farm soll weiter von einheimischen Schafarten beweidet werden.

Talla & Gameshop
Dieses Gebiet umfasst eine Fläche von 1.832 Hektar. Der Borders Forest Trust kaufte das Gebiet im Jahr 2013. Nach und nach wird das hügelige Gebiet in einen natürlichen Zustand überführt, unter anderem durch das Pflanzen von einheimischen Bäumen und Büschen.     

Website:
http://www.bordersforesttrust.org/

Samstag, 25. Juni 2016

Ballon d´Alsace in den Vogesen ist neues Mitglied im Netzwerk Großer Orte Frankreichs (Grands Sites de France)

Der 1.247 m ü NN hohe Ballon d´Alsace und seine Umgebung in den südlichen Vogesen ist neues Mitglied im Netzwerk der Großen Orte Frankreichs (Réseau des Grands Sites de France). Ballon d´Alsace ist das erste Mitglied im Netzwerk in der neuen Region Grand-Est überhaupt (Die neue Region Grand-Est umfasst die bisherigen Regionen Alsace, Lorrain und Champange-Ardenne).

Die Mitgliedschaft im Netzwerk "Réseau des Grands Sites de France" ist die Voraussetzung dafür, eines Tages das prestigeträchtige Label "Grand Site des France" gemäß dem französischen Naturschutzgesetz zuerkannt zu bekommen. Bisher haben erst 14 Orte das Label vom Umweltministerium erhalten.

Ballon d´Alsace befindet sich am Schnittpunkt der beiden Regionen Grand-Est und Bourgogne/Franche-Comté sowie der vier Départements Haut-Rhin, Haute-Saône, Vosges und Territoire de Belfort. Ballon d´Alsace ist charakterisiert durch die abgerundeten Gipfel, die ein ballonartiges Aussehen haben, sowie Wildbäche, Gletscherkare, Felsabstürze und Seen. 

Dienstag, 21. Juni 2016

Neues Naturschutzgebiet "Pfinzquellen" in Nordbaden

Das Regierungspräsidium Karlsruhe im deutschen Bundesland Baden-Württemberg hat am 24. Mai 2016 das neue Naturschutzgebiet Pfinzquellen verordnet. Das neue NSG hat eine beachtliche Größe von 281 Hektar. Das Gebiet liegt ca. 20 Kilometer südlich von Karlsruhe und 17 Kilometer westlich von Pforzheim.

Wie das Regierungspräsidium Karlsruhe in einer Pressemitteilung bekanntgab, erstreckt sich das neue Naturschutzgebiet Pfinzquellen über Flächen in den Gemeinden Straubenhardt, Karlsbad und Marxzell. Die Ausweisung des Naturschutzgebiets wurde über zwei Jahre lange vorbereitet. Unter anderem gab es 20 Informationsveranstaltungen.

Das neue NSG umfasst Wiesen (75 Prozent) und Wälder in zwanzig verschiedenen Biotoptypen. In den Wiesen wurden 19 Heuschrecken-, 46 Tagfalter- und 204 Nachtfalterarten kartiert. 120 Vogelarten wurden beobachtet. 74 Vogelarten brüten im Gebiet. 

Beim NSG Pfinzquellen handelt es sich um eine der letzten großen zusammenhängenden Wiesenlandschaften des nördlichen Schwarzwaldes. Das Gebiet befindet sich am Nordrand des Schwarzwalds und erstreckt sich über die Naturräume Schwarzwald-Randplatten und Kraichgau. 

Website:
www.rp.baden-wuerttemberg.de  

Freitag, 17. Juni 2016

"Pays de Sarrebourg - Moselle Sud" will neues französisches Unesco-Biosphärenreservat werden

Das Gebiet "Pays de Sarrebourg-Moselle Sud" in Frankreich will für die Anerkennung als Unesco-Biosphärenreservat kandidieren. Am 16. April 2016 wurde die Kandidatur vorgestellt. Das Gebiet befindet sich in der Region Alsace-Champagne-Ardenne-Lorraine, die seit dem 01.01.2016 besteht und die aus der Fusion der früheren Region Lorraine mit anderen Regionen hervorgegangen ist. Der Name der neuen Region ist noch provisorisch. Aus einer Bürgerbefragung ging im April 2016 der neue Name Grand Est (Großer Osten) als Favorit für die zukünftige Bezeichnung der Region hervor. Nach der Zustimmung des französischen Staates kann dieser Name dann im Laufe des Jahres 2016 in Kraft treten. 

Die Kandidatur gründet sich auf ein hydrologisches System, das einmalig in Europa ist. Die 993 km² des Pays de Sarrebourg bieten die größte Konzentration an großen Teichen in Frankreich. Im Gebiet befinden sich auch die Quelle der Saar, ein Kanal sowie an die 40 bemerkenswerte Feuchtgebiete. Dazu gibt es Offenlandschaften. Fast die Hälfte des Gebiets ist zudem von Wald bedeckt.

Im zukünftigen Biosphärenreservat gibt es bereits zahlreiche Schutzgebiete, darunter Natura 2000-Gebiete, den Naturpark Lorraine, die Zones naturelles d’intérêt écologique faunistique et floristique (Znieff) (Gebiete von faunistischen und floristischem Interesse) sowie Ramsar-Gebiete. Das bestehende staatenübergreifende Biosphärenreservat Pfälzer Wald-Nordvogesen befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft.     

In Frankreich gibt es zur Zeit 14 Unesco-Biosphärenreservate. Darunter gibt es zwei staatenübergreifende Biosphärenreservate.

Montag, 13. Juni 2016

Brandenburg verordnet Schutzwald "Friedrichsthaler Eichen" mit Naturwald "Pommersche Heide"

Das deutsche Bundesland Brandenburg hat mit der Verordnung 23/2016 vom 24. Mai 2016 den Schutzwald "Friedrichsthaler Eichen" ausgewiesen. Ein Teil der Fläche des neuen Schutzwalds wurde als Naturwald "Pommersche Heide" festgelegt.

Der Begriff des Schutzwalds ist im §12 des Waldgesetzes des Landes Brandenburg definiert. Demnach ist Schutzwald ein Wald, der zur Abwehr von Gefahren, erheblichen Nachteilen oder erheblichen Belästigungen für die Allgemeinheit, zur Durchführung von Forschungen sowie zur Erhaltung schutzwürdiger Biotope, insbesondere Naturwäldern, notwendig ist.

Der neue Schutzwald befindet sich im Landkreis Uckermark im Gebiet der Stadt Schwedt/Oder. Die Flächengröße ist ca. 161 Hektar. Die Fläche des Naturwalds Pommersche Heide beträgt ca. 36 Hektar. Der Schutzzweck des neuen Schutzwaldes ist unter anderem der Erhalt und die Entwicklung eines natürlich entstandenen Kiefern-Eichenwaldes zum Zweck der wissenschaftlichen Beobachtung und Erforschung der naturnahen Entwicklung des Waldes. 

Im Naturwald Pommersche Heide ist die forstwirtschaftliche Nutzung verboten. Auf der übrigen Fläche des Schutzwalds ist die forstwirtschaftliche Nutzung erlaubt mit der Maßgabe, dass die Holznutzung einzelstammweise bis gruppenweise mit dem Ziel der Erhaltung und Entwicklung typischer Strukturen naturnaher Kiefern-Eichenwälder erfolgt, sowie dass die Waldverjüngung ausschließlich mit standortheimischen Baumarten der potenziell natürlichen Waldgesellschaft erfolgt. 

Die Stadt Schwedt/Oder liegt am Nationalpark Unteres Odertal und trägt die Zusatzbezeichnung Nationalparkstadt. Der neue Schutzwald Friedrichsthaler Eichen grenzt unmittelbar westlich an ein Totalreservat des Nationalparks Unteres Odertal.  
 

Donnerstag, 9. Juni 2016

Erlebnispfad Burgermoos bei Kißlegg in Oberschwaben in Baden-Württemberg

Das Burgermoos ist ein Moor unmittelbar westlich von Kißlegg in Oberschwaben im Landkreis Ravensburg des deutschen Bundeslands Baden-Württemberg.

Im Gegensatz zu vielen anderen Moorlandschaften im Landkreis Ravensburg wurde das Burgermoos während der Hochzeit der Neuausweisungen von Naturschutzgebieten (Achtziger Jahre, Neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts) nicht als Naturschutzgebiet verordnet. Der Grund lag wohl darin, dass im Burgermoos in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts massiv Torf abgebaut worden ist. Das Burgermoos ist somit ein degradiertes Moor. 

Im 21. Jahrhundert ist das Burgermoos jedoch als Natura 2000-Gebiet ausgewiesen worden. Es gehört zum FFH-Gebiet "Feuchtgebiete bei Waldburg und Kißlegg". Dies ist ein serielles FFH-Gebiet mit einer Gesamtfläche von 1.524 Hektar. Es besteht aus Dutzenden einzelner, nicht zusammenhängender Gebiete und umfasst eine Jungendmoränenlandschaft mit mehreren Moorkomplexen (Hochmoor, Zwischenmoor, Niedermoor), z.T. verlandeten Toteisseen, Weihern, Quellmooren, Feucht- und Nasswiesen, Torfabbaugebieten und naturnahen Bachläufen mit Auwald sowie Pfeifengraswiesen.

Durch das Burgermoos führt seit dem Jahr 2008 ein Erlebnispfad. Der Pfad führt auf einem Teilstück auch entlang der Trasse der einstigen Torfbahn. Dort verläuft der Erlebnispfad auf Holzbohlen. Der Rundweg ist ca. 2,5 Kilometer lang. Im Verlauf des Rundwegs befinden sich 10 Stationen mit Infostelen zu den folgenden Themen:
1 Übersichtstafel beim Familienfreizeitzentrum
2 Tiere und Pflanzen am Wiesenbach
3 Vögel und Bäume des Waldes
4 Die Entstehungsgeschichte der Moore
5 Die Entwässerung der Moore
6 Der historische Torfabbau im Burgermoos
7 Bäume und Sträucher im Moor
8 Tiere und Pflanzen im Moor
9 Die Funktionen eines Moores
10 Den Säugetieren des Waldes auf der Spur    

Sonntag, 5. Juni 2016

Neues Naturschutzgebiet "Restsee Tröbitz" in Bergbaufolgelandschaft in Brandenburg

Das deutsche Bundesland Brandenburg hat mit der Verordnung 7/2016 vom 01. März 2016 das neue Naturschutzgebiet "Restsee Tröbitz" festgesetzt. Das neue Naturschutzgebiet hat eine Flächengröße von 45 Hektar. Es befindet sich im Landkreis Elbe-Elster in den Gemeinden Tröbitz und Uebigau-Wahrenbrück. Das Naturschutzgebiet liegt zudem innerhalb des Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft.

Das neue Naturschutzgebiet Restsee Tröbitz befindet sich an der Westgrenze des Niederlausitzer Braunkohlen-Bergbaureviers in einer Bergbaufolgelandschaft. Es umfasst einen oligotrophen (nährstoffarmen) Tagebausee sowie Pionier- und Vorwälder auf ehemaligen Kippenflächen. Schutzzweck des Naturschutzgebiets ist unter anderem die Erhaltung, Wiederherstellung und Entwicklung von Gewässern, Trockenrasen und Heiden, naturnahen Kippenvorwäldern und Forsten mit Potenzial für naturnahe Wälder. Das Gebiet soll auch ein wesentlicher Teil des überregionalen Biotopverbundes zwischen den Bergbaufolgelandschaften des nordwestlichen und westlichen Teils des Niederlausitzer Braunkohlen-Bergbaureviers sein.

Innerhalb des Naturschutzgebiets wurde eine Zone I mit einer Fläche von 32 Hektar festgelegt, in der weitergehende Schutzbestimmungen als im übrigen Naturschutzgebiet bestehen. In der Zone I ist es verboten, zu baden oder zu tauchen sowie Luftmatratzen oder andere Schwimmhilfen, Wasserfahrzeuge aller Art oder Surfbretter zu benutzen. In der Zone I ist auch die forstwirtschaftliche Bodennutzung nicht gestattet.

Das neue Naturschutzgebiet Restsee Tröbitz ist auch ein Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung (Natura 2000 der EU). Die Naturschutzgebietsverordnung dient auch der gemäß der FFH-Richtlinie der EU erforderlichen Ausweisung des FFH-Gebiets als Schutzgebiet nach nationalem Recht.       

Mittwoch, 1. Juni 2016

Südliche Fröttmaninger Heide ist neues Münchner Naturschutzgebiet

Die Regierung von Oberbayern hat am 8. April 2016 die Verordnung über das neue Naturschutzgebiet Fröttmaninger Heide im Norden der bayerischen Landeshauptstadt München erlassen. Die Verordnung trat am 9. Mai 2016 in Kraft. Das neue Naturschutzgebiet ist 347 Hektar groß. Anteil haben neben der Landeshauptstadt München auch die Stadt Garching bei München und die Gemeinde Oberschleißheim.

Gemäß der Verordnung ist der südliche Teil der Fröttmaninger Heide eine der größten verbliebenen Restflächen der eiszeitlichen Schotterlandschaft im Norden Münchens mit Kalkmagerrrasen und lichten Kiefernwaldbeständen. Das Gebiet befindet sich unmittelbar südlich der Autobahn A99 (Außenring) und unmittelbar westlich der Strecke der U-Bahn nach Garching. Die Allianz-Arena befindet sich in Sichtweite östlich des Naturschutzgebiets.

Das Gebiet war ein ehemaliges Militärgelände. Wegen der noch nicht beseitigten Hinterlassenschaften des Militärs sowie aus Naturschutzgründen darf das neue Naturschutzgebiet nur eingeschränkt betreten werden. Hierzu wurde für das Gebiet eine Zonierung festgesetzt. Es gibt die folgenden Zonen: Schutzzone, Zone für das Heideerleben, Umweltbildungszone und Zone für das freie Betreten. Zusätzlich wurde eine weitere Verordnung erlassen (Inkraftreten ebenfalls am 9. Mai 2016), die Verordnung zur Beschränkung der Erholung in der freien Natur aus Sicherheitsgründen im Naturschutzgebiet „Südliche Fröttmaninger Heide“ in der Landeshauptstadt München und im Landkreis München. Diese Verordnung soll in Abhängigkeit von den Fortschritten bei der Kampfmittelbeseitigung regelmäßig aktualisiert werden.

In der Landeshauptstadt München gibt es jetzt insgesamt vier Naturschutzgebiete. Davon erstrecken sich zwei Gebiete auch über benachbarte Landkreise:
Allacher Lohe
Panzerwiese und Hartelholz
Schwarzhölzl (auch Landkreise München und Dachau)
Südliche Fröttmaninger Heide (auch Landkreis München).