Dienstag, 12. Juli 2011

Naturschutzgebiet am Ebro bei Zaragoza erweitert

Mit dem Gesetz 6/2011 vom 10. März 2011 hat die spanische autonome Region Aragon das Naturschutzgebiet "Reserva Natural Dirigida de los Sotos y Galachos del Ebro" ausgewiesen. Das Naturschutzgebiet mit neuem Namen ist eine Erweiterung des bereits bestehenden Naturschutzgebiets "Reserva Natural Dirigida de los Galachos de la Alfranca de Pastriz, La Cartuja y El Burgo de Ebro".

"Reserva Natural" ist eine der im Rahmen des Gesetzes zum Netz der Schutzgebiete in Aragon festgelegten Schutzgebietskategorien. Der Zusatz "Dirigida" bedeutet, dass im Naturschutzgebiet Maßnahmen umgesetzt werden, um den Schutz für bestimmte Arten zu verbessern. Mit dem Begriff Galachos bezeichnet man Flussarme des Ebro, die dieser Fluss bei Hochwasser geschaffen hat und die wegen der zwischenzeitlich erfolgten Flussregulierung zu Seen geworden sind. Der Begriff Sotos bezeichnet die Auenwälder entlang der Flüsse und Seen.


Das neue und vergrößerte Naturschutzgebiet hat eine Fläche von 1.536,7 Hektar. Dazu kommt eine Pufferzone von 1.563,8 Hektar. Das Gebiet ist ganz oder teilweise auch ein FFH-Gebiet sowie ein Vogelschutzgebiet im Rahmen des europäischen Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000.

Die Reserva Natural Dirigida de los Sotos y Galachos del Ebro befindet sich im mittleren Teil der sogenannten Ebro-Senke wenige Kilometer flussabwärts von Zaragoza. Der Ebro ist der wasserreichste Fluss Spaniens. Das Gebiet der Ebro-Senke gehört gleichzeitig zu den trockensten Gebieten Spaniens, so dass der Ebro hier die Eigenschaft eines Fremdlingsflusses hat. Weiter flussabwärts am Ende der Ebro-Senke durchstößt der Fluss das iberische Randgebirge. Dort nimmt die Niederschlagsmenge im Vergleich zum Ebro-Delta wieder zu. Dort wird der Ebro auf über 100 Kilometern Länge in riesigen Stauseen gestaut, die man auch das "Aragonesische Meer" nennt (Aragon hat ansonsten keinen Meereszugang).    

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen