Donnerstag, 9. Juli 2020

Geopark Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz erhält 2019 die Grüne Karte

Der Internationale Rat für UNESCO-Geoparks (UNESCO Global Geoparks Council) hat auf seiner 4. Sitzung, die vom 31.08.2019 bis 02.09.2019 in Indonesien stattfand, dem UNESCO Global Geopark Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz die Grüne Karte gegeben.

Das Votum erfolgte einstimmig. Es wurden die folgenden zwei Empfehlungen ausgesprochen:

1. Das Geopark-Museum und das Infozentrum sollen aufgewertet werden durch zeitgemäße Darbietung und Design.

2. Der Geopark soll über die sozialen Netzwerke wie Instagram, Twitter und Facebook besser bekanntgemacht werden.

UNESCO Global Geoparks müssen alle vier Jahre revalidiert werden. Wenn der Geopark die Kriterien für UNESCO Global Geoparks weiterhin erfüllt, wird das Label in der Form einer Grünen Karte (green card) für weitere vier Jahre vergeben.

Der Geopark Vulkaneifel in Rheinland-Pfalz ist einer von sechs UNESCO Global Geoparks in Deutschland. Seit dem Jahr 2004 ist der Geopark Vulkaneifel Mitglied im Global Geoparks Network. Seit dem Jahr 2015 ist dies ein UNESCO Global Geopark. Die Fläche des Geoparks beträgt 1,220 km². Die Koordinaten sind N50°12'24'', E006°50'10''.

Dienstag, 7. Juli 2020

Der neue Naturwald "Donau-Auwald zwischen Lechmündung und Neuburg a.d.Donau" in Bayern

Die Forstministerin Bayerns hat im November 2019 die Ausweisung des neuen Naturwalds "Donau-Auwald zwischen Lechmündung und Neuburg a.d. Donau" beschlossen.

Das Gebiet befindet sich im Staatswald. Die Schutzgebietskategorie des Naturwalds gründet sich auf Art. 12a Abs. 2 des Bayerischen Waldgesetzes. Dieser lautet wie folgt: "(2) 1Bis zum Jahr 2023 wird im Staatswald ein grünes Netzwerk eingerichtet, das 10 Prozent des Staatswaldes umfasst und aus naturnahen Wäldern mit besonderer Bedeutung für die Biodiversität besteht (Naturwaldflächen). 2Abs. 1 Satz 3 gilt entsprechend".

Der zitierte Abs. 1 Satz 3 lautet: "Abgesehen von notwendigen Maßnahmen des Waldschutzes und der Verkehrssicherung finden in Naturwaldreservaten keine Bewirtschaftung und keine Holzentnahme statt." Somit gilt auch für Naturwaldflächen wie für die Naturwaldreservate (Abs. 1), dass dort keine wirtschaftliche Holznutzung stattfindet und sich diese Flächen zu den Urwäldern von morgen entwickeln können.

Der neue Naturwald umfasst eine Fläche von 960 Hektar. Er begleitet den Flusslauf der Donau auf einer Länge von 17 Kilometern. Innerhalb des neuen Naturwalds liegt das über 40 Jahre alte Naturwaldreservat "Moser Schütt" mit einer Fläche von 46 Hektar. Der Nettozuwachs an Wildnisfläche beträgt somit 960 - 46 = 914 Hektar.

Der neue Naturwald ist ein Teil der größten zusammenhängenden Auwaldgebiete Mitteleuropas. Der neue Naturwald umfasst zwischen der Lechmündung bei Marxheim in Schwaben und dem Stadtgebiet von Neuburg an der Donau in Oberbayern alle Auwälder im Verantwortungsbereich der Bayerischen Staatsforsten AöR (BaySF).  

Sonntag, 5. Juli 2020

Die boreale biogeographische Region im EU-Schutzgebietsnetz Natura 2000

Die boreale biogeographische Region ist eine von insgesamt neun biogeographischen Regionen, mit denen im Rahmen des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 die Fläche der EU unterteilt wird.

Fünf Staaten der EU haben Anteil an der borealen biogeographischen Region. Dies sind Estland, Finnland, Lettland, Litauen und Schweden. Estland, Lettland und Litauen befinden sich vollständig innerhalb der borealen biogeographischen Region.

Die boreale biogeographische Region erstreckt sich entlang der nördlichen Hemisphäre der Erde mit ausgedehnten Nadelwäldern, Mooren und Seen. Die boreale biogeographische Region bedeckt 20,4 Prozent der Fläche der EU.

Die boreale biogegraphische Region hat spezielle regionale Ausprägungen wie ihr Breitengrad, das Klima, eine relativ flache Topographie, eine zerklüftete Küste mit tausenden Inseln und das Brackwassermeer der Ostsee. Im Norden vermischt sich die boreale Region mit der Tundra der Arktis. Im Westen reicht das Gebiet bis zum fennoskandinavischen Gebirge. Im Süden geht das Gebiet langsam in die Laubwälder der kontinentalen biogeographischen Region über.

Freitag, 3. Juli 2020

Deutscher Geopark "Terra.Vita" erhält 2019 die Grüne Karte

Der Internationale Rat für UNESCO-Geoparks (UNESCO Global Geoparks Council) hat auf seiner 4. Sitzung, die vom 31.08.2019 bis 02.09.2019 in Indonesien stattfand, dem deutschen UNESCO Global Geopark "Terra.Vita" die Grüne Karte gegeben.

Das Votum erfolgte einstimmig. Es wurden die folgenden vier Empfehlungen ausgesprochen:

1. Die Sichtbarkeit des Labels UNESCO Global Geopark (UGGp) soll verbessert werden. Es soll ein UGGp-Führer erstellt werden. Es soll eine vereinfachte UGGp-Karte erstellt werden.

2. Das gesamte Territorium des UGGp soll bekanntgemacht werden. Es sollen Informationsmaterialien zu Stätten erstellt werden, die zur Zeit noch unbekannt sind, wie z.B. die Ankum Bippener Berge und verschiedene erratische Blöcke.

3. Die Aktivitäten zur Inventarisierung des örtlichen immateriellen Erbes sollen verstärkt werden.

Donnerstag, 2. Juli 2020

UNESCO Global Geoparks (UGGps) in Deutschland


In Deutschland gibt es mit Stand Juli 2020 sechs UNESCO Global Geoparks (UGGp).

Im heutigen Post in diesem Blog sind die UNESCO Global Geoparks in Deutschland aufgelistet. Artikel dieses Blogs, die sich mit einzelnen dieser Geoparks befassen, sind und werden vom heutigen Post verlinkt.

Die UNESCO Global Geoparks (UGGp) sind nach den UNESCO-Welterbestätten und den UNESCO-Biosphärenreservaten die dritte Flächenkategorie der UNESCO. Das Label der UNESCO Global Geoparks wurde von den 195 Mitgliedstaaten der UNESCO am 17. November 2015 während der 38. Generalkonferenz der Organisation ratifiziert.

Alle Mitglieder im Global Geoparks Network mit Stand November 2015 wurden automatisch zu UNESCO Global Geoparks erklärt. Dazu gehören auch alle derzeitigen deutschen UNESCO Global Geoparks.

Die UGGps in Deutschland im Einzelnen:

1. Bergstraße-Odenwald
Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Hessen
Mitglied im Global Geoparks Network seit 2004
UNESCO Global Geopark seit 2015
Koordinaten N49°32'11'', E008°34'07''
Fläche 3.500 km²

Eingangstor Neckarsteinach zum Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald im Post vom 21.03.2014

Wanderung auf dem Burgensteig Bergstraße bei Heidelberg im Post vom 26.11.2015

Mittwoch, 1. Juli 2020

Der neue Naturwald "Knetzberge-Böhlgrund" im Steigerwald in Bayern

Die Forstministerin Bayerns hat im Juni 2020 die Ausweisung des neuen Naturwalds "Knetzberge-Böhlgrund" im nördlichen Steigerwald beschlossen.

Das Gebiet befindet sich im Staatswald. Die Schutzgebietskategorie des Naturwalds gründet sich auf Art. 12a Abs.2 des Bayerischen Waldgesetzes. Dieser lautet wie folgt: "(2) 1Bis zum Jahr 2023 wird im Staatswald ein grünes Netzwerk eingerichtet, das 10 Prozent des Staatswaldes umfasst und aus naturnahen Wäldern mit besonderer Bedeutung für die Biodiversität besteht (Naturwaldflächen). 2Abs. 1 Satz 3 gilt entsprechend".

Der zitierte Abs. 1 Satz 3 lautet: "3Abgesehen von notwendigen Maßnahmen des Waldschutzes und der Verkehrssicherung finden in Naturwaldreservaten keine Bewirtschaftung und keine Holzentnahme statt". Somit gilt auch für Naturwaldflächen wie für die Naturwaldreservate (Abs. 1), dass dort keine wirtschaftliche Holznutzung stattfindet und sich diese Flächen zu den Urwäldern von morgen entwickeln können.

Mit einer Fläche von 850 Hektar ist der Naturwald Knetzberge-Böhlgrund eines der größten Waldschutzgebiete für Buchenmischwälder in Bayern. Der Naturwald liegt im nördlichen Steigerwald und südlich von Knetzgau und der Autobahn A70.

Der Naturwald Knetzberge-Böhlgrund umfasst auch zwei Naturwaldreservate, die bereits vor einigen Jahren ausgeschieden worden sind. Dies sind das Naturwaldreservat Mordgrund mit einer Fläche von 25,2 Hektar und das Naturwaldreservat Böhlgrund mit einer Fläche von 180,95 Hektar. Das ergibt zusammen 206,15 Hektar. Die Nettozunahme an Wildnisfläche durch den neuen Naturwald Knetzberge-Böhlgrund beträgt somit 850 Hektar minus 206,15 Hektar = 634,85 Hektar.

Gemäß den Angaben des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sind jetzt bereits fast 5.000 Hektar Naturwaldflächen eingerichtet, die nicht mehr forstwirtschaftlich genutzt werden.       


Montag, 29. Juni 2020

Das neue Nationale Naturmonument "Weltenburger Enge" in Bayern

Mit der Verordnung über das Nationale Naturmonument "Weltenburger Enge" vom 11. Februar 2020 hat die Bayerische Staatsregierung das erste Nationale Naturmonument in Bayern ausgewiesen. Deutschlandweit ist die Weltenburger Enge das sechste Nationale Naturmonument.

Das Nationale Naturmonument Weltenburger Enge befindet sich südwestlich der Stadt Kelheim im Landkreis Kelheim. Es umfasst das Durchbruchstal der Donau zwischen Weltenburg und Kelheim mit einer Fläche von 197 Hektar.

Durch das Nationale Naturmonument werden u.a. die freifließende Donau mit ihrer natürlichen Fließ- und Geschiebedynamik, die naturgeschichtlich und geologisch bedeutsamen offenen Felsen, Felswände und Felsköpfe der Malmkalksteine sowie die imposante Naturerscheinung geschützt. Die Wälder sollen unter Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse langfristig einer natürlichen, vom Menschen im Wesentlichen unbeeinflussten Entwicklung zugeführt werden.

Unter anderem sind forstliche Maßnahmen jedweder Art verboten. Für die Verwaltung des Nationalen Naturmonuments wird eine Außenstelle der höheren Naturschutzbehörde mit Sitz in Kelheim eingerichtet.

Samstag, 27. Juni 2020

Geopark "Parc naturel régional du Luberon" in Frankreich erhält 2019 die Grüne Karte

Der Internationale Rat für UNESCO-Geoparks (UNESCO Global Geoparks Council) hat auf seiner 4. Sitzung, die vom 31.08.2019 bis 02.09.2019 in Indonesien stattfand, dem UNESCO Global Geopark "Parc naturel régional du Luberon" in Frankreich die Grüne Karte gegeben.

Das Votum erfolgte einstimmig. Es wurden die folgenden sechs Empfehlungen ausgesprochen:

1. Die Informationstafeln sollen für alle Besucher leicht verständlich sein. Die Info bei den Geotopen und in den geologischen Karten soll vereinfacht werden. Die Nutzung wissenschaftlicher Begriffe soll vermieden werden bzw. sie sollen auch in englischer Sprache einfach erklärt werden.

2. Alle Informationsmaterialien sollen aktualisiert werden. Die englische Übersetzung soll qualitativ verbessert werden.

Donnerstag, 25. Juni 2020

Küstenschutz in der Normandie im Jahr 2019 durch die Organisation Conservatoire du littoral

Am 31. Dezember 2019 hat die französische Organisation Conservatoire du littoral 14.110 Hektar Fläche in der Normandie im Besitz gehabt. Dies teilt sich auf in 73 Schutzgebiete.

Das geht aus einem Bericht der im Jahr 1975 gegründeten Organisation hervor (Rapport d´
activité 2019 Normandie).

Im Jahr 2019 wurden 3,5 Mio. Euro mobilisiert, um Flächen aufzukaufen und bereits gekaufte Flächen ökologisch aufzuwerten. Im Jahr 2019 wurden darüber hinaus 88 Maßnahmen zur Restaurierung und Aufwertung von Flächen vorgenommen. Dafür wurde ein Betrag von 1,08 Mio. Euro aufgewendet.

Im Besitz des Conservatoire du littoral befinden sich in der Normandie so bekannte Flächen wie die Falaise d´Amont (Etretat) (Klippen von Amont), die zusammen mit dem Mont-Saint-Michel das Bild der Küste der Normandie in der Welt prägen. 

Dienstag, 23. Juni 2020

EU veröffentlicht 13. aktualisierte Liste der FFH-Gebiete in der atlantischen biogeographischen Region

Die Europäische Union hat im EU-Amtsblatt  L111 vom 8. April 2020 den Durchführungsbeschluss (EU) 2020/495 der Kommission vom 24. März 2020 zur Annahme einer 13. aktualisierten Liste von Gebieten von gemeinschaftlicher Bedeutung in der atlantischen biogeographischen Region" veröffentlicht.

Die EU veröffentlicht die aktualisierten Listen der Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung normalerweise um den Jahreswechsel herum. Die Veröffentlichung der aktualisierten Liste für die atlantische biogeographische Region hat sich im Jahr 2020 verzögert, weil dem Habitatausschuss zunächst eine fehlerhafte Liste vorgelegt worden ist, die sachliche Fehler in Bezug auf die Fläche von sieben Gebieten in Spanien und eines Gebiets in Irland enthielt.

Die Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung (GGB), (auch: FFH-Gebiete) stützen sich auf die Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen.