Freitag, 24. Januar 2020

Das neue Nationale Naturmonument "Grünes Band Sachsen-Anhalt"

Das Bundesland Sachsen-Anhalt hat am 28.10.2019 ein Gesetz über die Festsetzung des Nationalen Naturmonuments "Grünes Band Sachsen-Anhalt - Vom Todesstreifen zur Lebenslinie" (Grünes-Band-Gesetz Sachsen-Anhalt - GBG LSA) erlassen.

Das neue Nationale Naturmonument umfasst eine Fläche von 4.754 Hektar und eine Länge von 343 Kilometern. Gemäß dem Gesetz ist das Nationale Naturmonument auf der einen Seite durch die Landesgrenze und auf der anderen Seite durch den Verlauf des grenznächsten Kolonnenweges begrenzt.

Der Schutzzweck des neuen Nationalen Naturmonuments umfasst einerseits die Erinnerungslandschaft auch für zukünftige Generationen und andererseits die besonderen Biotopstrukturen, die sich von der Umgebung abheben.

Das neue Nationale Naturmonument umfasst Teile der Landkreise Stendal, Altmarkkreis Salzwedel, Börde und Harz. Dies ist das erste Nationale Naturmonument in Sachsen-Anhalt sowie das fünfte Nationale Naturmonument in Deutschland.   

Mittwoch, 22. Januar 2020

Die Vertragsstaaten des "Übereinkommens über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume" (Berner Konvention)

Das "Übereinkommen über die Erhaltung der europäischen wildlebenden Pflanzen und Tiere und ihrer natürlichen Lebensräume" (Berner Konvention) des Europarats wurde mit Stand 12.01.2020 von 50 Staaten sowie der Europäischen Union ratifiziert.

Die Berner Konvention wurde am 19.09.1979 für die Ratifizierung geöffnet. Am 01.06.1982 trat die Berner Konvention mit der Ratifizierung von fünf Staaten in Kraft. Die Berner Konvention steht den Mitgliedsstaaten des Europarats offen sowie den Nicht-Mitgliedsstaaten, die an der Erarbeitung der Konvention mitgewirkt haben sowie der Europäischen Union.

Die Berner Konvention ist die Grundlage unter anderem für das Europadiplom für Schutzgebiete sowie für das Schutzgebietsnetz Smaragd (emerald network).

1. Mitgliedsstaaten des Europarats
Albanien
Zeichnung am 31.10.1995, Ratifizierung am 13.01.1999, Inkrafttreten am 01.05.1999

Andorra
Zeichnung am 11.05.2000, Ratifizierung am 13.10.2000, Inkraftreten am 01.02.2001

Armenien
Zeichnung am 13.03.2006, Ratifizierung am 14.04.2008, Inkrafttreten am 01.08.2008

Aserbaidschan
Beitritt am 28.03.2000, Inkrafttreten am 01.07.2000

Montag, 20. Januar 2020

UNESCO lehnt Erweiterung des polnischen Biosphärenreservats Tuchola Forest ab

Der Internationale Koordinierungsrat des MAB-Programms der UNESCO hat bei seiner 31. Sitzung, die vom 17. bis 21. Juni 2019 in Paris stattfand, die von Polen beantragte Erweiterung des Biosphärenreservats Tuchola Forest abgelehnt.

Das beratende Komitee zum MAB-Programm hat den Erweiterungsvorschlag zuvor begrüßt. Dessen Annahme wurde jedoch von der Bedingung abhängig gemacht, dass zusätzliche Angaben zur Zonierung gemacht werden. Dabei ging es auch darum zu erklären, warum es rund um einige der Kernzonen im nördlichen und östlichen Teil des Biosphärenreservats keine Pflegezonen gibt.

Diese zusätzlichen Angaben wurden nicht geliefert. Polen hat geantwortet, dass die zuständigen Institutionen nicht in der Lage waren, die gewünschten zusätzlichen Informationen zum vorgegebenen Zeitpunkt am 15.05.2019 zu liefern. Gleichzeitig wurde die Hoffnung ausgedrückt, dass die zusätzlichen Informationen zum nächsten vorgegebenen Termin geliefert werden können.

Samstag, 18. Januar 2020

UNESCO-Biosphärenreservat Cuenca alta del Río Manzanares in der Region Madrid umbenannt und erweitert

Der Internationale Koordinierungsrat des MAB-Programms der UNESCO hat bei seiner 31. Sitzung, die vom 17. bis 21. Juni 2019 in Paris stattfand, der Umbennung und Erweiterung des Biosphärenreservats Cuenca alta del Río Manzanares in der spanischen Region Madrid zugestimmt.

Das Biosphärenreservat heißt nun Cuencas Altas de los Ríos Manzanares, Lozoya y Guadarrama. Seine Fläche vergrößert sich um 58.876 Hektar von bisher 46.778 Hektar auf nunmehr 105.654 Hektar. Die Oberläufe der Flüsse Lozoya und Guadarrama kommen nun zum Biosphärenreservat hinzu. Die Kernzone des Biosphärenreservats umfasst nun 26.371 Hektar, die Pflegezone 54.008 Hektar und die Entwicklungszone 25.275 Hektar.

Das Biosphärenreservat wurde im Jahr 1992 anerkannt. Die jetzt erfolgte Erweiterung wurde vor allem vorgenommen, weil das Biosphärenreservat bisher keine Entwicklungszone hatte. In den Gemeinden, die vollständig Teil des erweiterten Biosphärenreservats sind, leben 99.200 Einwohner. In den Gemeinden, die sich nur mit einem Teil ihrer Fläche innerhalb des Biosphärenreservats befinden, leben 3.626.774 Einwohner.

Hier gibt es eine Übersicht über die Biosphärenreservate in Spanien. Von dort sind alle Artikel dieses Blogs, die sich mit einzelnen Biosphärenreservaten bzw. mit den Biosphärenreservaten einer bestimmten Region befassen, verlinkt.

Donnerstag, 16. Januar 2020

Gibt es in Österreich bald neue Nationalparks und Wildnisgebiete?

In Österreich könnte es bald neue sowie vergrößerte Nationalparks und Wildnisgebiete geben.

Das jedenfalls geht aus dem Regierungsprogramm 2020 - 2024 hervor, das die Grundlage der neuen Legislaturperiode in Österreich bildet. 

Im Kapitel 03 "Klimaschutz, Infrastruktur, Umwelt & Landwirtschaft" sowie im Unterkapitel "Umwelt- und Naturschutz" des neuen Regierungsprogramms ist festgehalten,  das in Österreich neue Nationalparks und Wildnisgebiete ausgewiesen werden sollen und bestehende Nationalparks und Wildnisgebiete vergrößert werden sollen.

Der WWF Österreich hat hierzu bereits konkrete Vorschläge. Die bestehenden sechs Nationalparks und zwei Wildnisgebiete decken nur 1,2 Prozent der Staatsfläche ab. Gemäß der österreichischen Biodiversitätsstrategie 2020+ sollen zukünftig zwei Prozent der Staatsfläche der natürlichen Entwicklung überlassen bleiben. Zur Erreichung dieses Ziels fehlen noch 67.000 Hektar. Die erforderliche Mindestgrößte von Nationalparks und Wildnisgebieten beträgt 10.000 Hektar. 

Gemäß dem Vorschlag des WWF sollen die March-Thaya-Auen in den Nationalpark Donau-Auen einbezogen werden. Der Nationalpark Kalkalpen soll erweitert werden. Der Tiroler Lech - zur Zeit ein Naturpark - soll ebenfalls als Nationalpark ausgewiesen werden. Potenzial für Wildnisgebiete gibt es in den Ötztaler Alpen, im Karwendel, im Toten Gebirge und im Hochschwab-Gebiet.

Drei der genannten Flächen befinden sich im Bundesland Tirol. Die Schaffung eines weiteren Nationalparks gehört auch zu den Zielen der gerade laufenden Legislatur in Tirol.  

Dienstag, 14. Januar 2020

Der Europarat hat im Jahr 2019 das Europadiplom von zwölf Schutzgebieten verlängert

Im Jahr 2019 hat der Europarat das Europadiplom von zwölf Schutzgebieten verlängert

Das geht aus einer Liste hervor, die bei der 39. Sitzung des Ständigen Ausschusses zur Berner Konvention des Europarats (3. bis 6. Dezember 2019) präsentiert worden ist.

Die Verlängerung des Gültigkeit des Europadiploms für die zwölf Schutzgebiete wurde am 04.09.2019 bei der 1352. Sitzung der Vertreter der zuständigen Minister bzw. am 21.11.2019 bei der 1361. Haushaltsplansitzung der Vertreter der zuständigen Minister beschlossen.

Die Schutzgebiete im Einzelnen:
Wollmatinger Ried Untersee-Gnadensee Nature Reserve, Deutschland, verlängert am 04.09.2019 mit Resolution CM/ResDip(2019)1 durch das Ministerkomitee bei der 1352. Sitzung der Vertreter der zuständigen Minister.

Sonntag, 12. Januar 2020

Schieferland ist der 17. Nationale Geopark in Deutschland

Die Mitglieder der zuständigen Expertengruppe "Nationaler GeoPark" haben sich auf ihrer Herbstsitzung am 18.11.2019 für die Zertifizierung des bayerisch-thüringischen Geoparks Schieferland als Nationaler Geopark ausgesprochen. Dies ist bereits der 17. Nationale Geopark in Deutschland.

Der Geopark Schieferland wurde am 17. Juni 2009 gegründet. Der Geopark befindet sich an der Nahtstelle der Naturparks Thüringer Schiefergebirge / Obere Saale, Thüringer Wald und Frankenwald. Das Geopark-Informationszentrum befindet sich im Naturpark-Haus in Leutenberg.

Schiefer wird auch das Blaue Gold genannt. Die Orte im Geopark Schieferland sind durch ihre schwarz-blauen Schieferdächer charakterisiert. Im Gebiet gibt es viele historische Schieferbrüche. Darüber hinaus bietet die Region eine Fülle sehenswerter geologischer Besonderheiten, Besucherbergwerke und Ausstellungen.

Der Geopark Schieferland ist bereits der fünfte Nationale Geopark in Bayern und der vierte Nationale Geopark in Thüringen.

Hier gibt es eine Übersicht über die Nationalen Geoparks in Deutschland. Von dort sind alle Artikel dieses Blogs, die sich mit einzelnen Nationalen Geoparks befassen, verlinkt. 

Freitag, 10. Januar 2020

Nordrhein-Westfalen veröffentlicht Wildnisentwicklungsgebiete "Stadtwald Schwerte" und "Kranenmeer"

Mit einer Bekanntmachung des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz vom 28. November 2019, veröffentlicht im Ministerialblatt Ausgabe 2019, Nr. 27, vom 09.12.2019 hat das Land NRW die beiden Wildnisentwicklungsgebiete "Stadtwald Schwerte" und "Kranenmeer" veröffentlicht.

Die beiden Wildnisentwicklungsgebiete sind damit Naturschutzgebiete im Sinne des §23 des Bundesnaturschutzgesetzes.

Das Wildnisentwicklungsgebiet Stadtwald Schwerte befindet sich im Regierungsbezirk Arnsberg, im Kreis Unna und in der Stadt Schwerte. Die WEG-Kennung ist WG-UN-0002. Die Fläche umfasst 16,2 Hektar. Im Gebiet finden sich reich strukturierte Buchenwälder verschiedener Altersphasen mit eingestreuten Alt- und Totholzbeständen.

Das Wildnisentwicklungsgebiet Kranenmer befindet sich im Regierungsbezirk Münster, im Kreis Borken und in der Gemeinde Heiden. Die WEG-Kennung ist WG-BOR-0001. Die Fläche umfasst 78,1 Hektar. Es handelt sich größtenteils um aufgelichtete Kiefernwälder mit naturnahem Waldjungwuchs und sturmbedingt zum Teil hohen Anteilen an liegendem Totholz. Kleinere Teilflächen werden von Schwarz-Erlen-Wäldern und naturnahen Birken-Eichen-Mischwäldern eingenommen.

Die Wildnisentwicklungsgebiete in Nordrhein-Westfalen gründen sich auf den §40 des Landesnaturschutzgesetzes. Diese Gebiete werden vom für den Naturschutz zuständigen Ministerium im Ministerialblatt des Landes Nordrhein-Westfalen und in der Karte der Wildniswälder in Nordrhein-Westfalen erfasst und veröffentlicht.      

Mittwoch, 8. Januar 2020

Neues Naturschutzgebiet "Tiefer-Wald" in Tirol

Mit der 131. Verordnung der Tiroler Landesregierung vom 23. Oktober 2019 wurde das neue Naturschutzgebiet Tiefer-Wald ausgewiesen.

Das Naturschutzgebiet Tiefer-Wald befindet sich in der Gemeinde Nauders im Bezirk Landeck. Das Naturschutzgebiet umfasst eine Fläche von 1,73 Hektar.

Schutzzweck ist die Erhaltung und Förderung des Gebietes als Lebensraum für den Braungrünen Streifenfarn. 

Das neue Naturschutzgebiet ist auch ein Natura 2000-Gebiet. Das Natura 2000-Gebiet wurde im Landesgesetzblatt 75/2018 kundgemacht. 

Das neue Naturschutzgebiet Tiefer-Wald befindet sich südwestlich von Nauders nahe des Dreiländerecks Österreich/Schweiz/Italien am Rand der Münstertaler Alpen.  

Montag, 6. Januar 2020

Biosphärenreservat Menorca wurde beträchtlich erweitert

Der Internationale Koordinierungsrat des MAB-Programms der UNESCO hat bei seiner 31. Sitzung, die vom 17. bis 21. Juni 2019 in Paris stattfand, der Erweiterung des Biosphärenreservats Menorca in Spanien zugestimmt.

Das Biosphärenreservat auf der Baleareninsel Menorca wurde von der UNESCO bereits im Jahr 1993 anerkannt. Im Jahr 2004 wurde die Zonierung geändert. Im Jahr 2017 sandte das Biosphärenreservat einen periodischen Bericht an die UNESCO, der von dort anerkannt worden ist. Bisher hatte die Kernzone einen Anteil von vier Prozent, die Pflegezone von 39 Prozent und die Entwicklungszone von 57 Prozent. 

Die Erweiterung des Biosphärenreservats Menorca trägt zum Schutz der marinen Ökosysteme und Arten bei, die bisher nur zum Teil im Biosphärenreservat vertreten waren (konkret im marinen Teil des Naturparks S´Albufera des Grau). 

Die Fläche des Biosphärenreservats vergrößert sich nun von bisher 71.291 Hektar auf 514.485 Hektar. Auf Menorca leben 92.000 Menschen dauerhaft. 

Hier gibt es eine Übersicht über die Biosphärenreservate in Spanien. Von dort sind alle Artikel dieses Blogs, die sich mit einzelnen Biosphärenreservaten bzw. mit den Biosphärenreservaten einer bestimmten Region befassen, verlinkt.