Dienstag, 1. März 2016

Das Biosphärenreservat Gran Canaria


Inzwischen gibt es auf allen sieben Hauptinseln der Kanaren jeweils ein Biosphärenreservat. Bei der Mehrzahl der Inseln erstreckt sich das Biosphärenreservat sogar über die gesamte Inselfläche. Das Biosphärenreservat Gran Canaria umfasst nur einen Teil der Insel Gran Canaria, die südwestliche Hälfte der Insel. Die Haupt-Urlauberzentren an der Südküste sind jedoch ausgespart.

Das Biosphärenreservat Gran Canaria hat eine Gesamtfläche von 100.459 Hektar. Davon sind 65.595 Hektar terrestrisch und 34.864 Hektar marin. Bei einer Landfläche der Insel Gran Canaria von 156.010 Hektar hat das Biosphärenreservat mit seinem terrestrischen Teil somit einen Anteil von 42 Prozent an der Insel Gran Canaria. 

Die Unesco hat das Biosphärenreservat Gran Canaria am 29.06.2005 anerkannt. Gemäß den Angaben der Unesco hat die Kernzone einen Anteil von 7 Prozent. Die Pflegezone hat einen Anteil von 33 Prozent.

 
Die Kernzone des Biosphärenreservats Gran Canaria wird von den beiden folgenden Schutzgebieten des Netzes der kanarischen Schutzgebiete gebildet:
1. Reserva Natural Integral de Inagua
2. Reserva Natural Especial de Güigüi. 

Die Pflegezone des Biosphärenreservats Gran Canaria wird von den folgenden Schutzgebieten des Netzes der kanarischen Schutzgebiete gebildet:
1. Parque Rural del Nublo
2. Parque Natural de Tamadaba
3. Parque Natural de Pilancones
Zur Pflegezone gehört auch ein 500 Meter breiter Meerestreifen entlang der Küste des Schutzgebiets Reserva Natural Especial de Güigüi. Damit wird der Vorgabe der Unesco Rechnung getragen, wonach die Kernzone vollständig von der Pflegezone umgeben sein muss.

Die Entwicklungszone des Biosphärenreservats Gran Canaria erstreckt sich über die Fläche der Gemeinden San Bartolomé de Tirajana, Mogán, Artenara, San Mateo, Valle de la Aldea de San Nicolás sowie über einen Teil der Fläche der Gemeinde Agaete.

Gran Canaria besitz Naturschätze von außergewöhnlichem Wert, vor allem unter Berücksichtigung der relativ kleinen Ausdehung der Insel. Die Einmaligkeit der Ökosysteme sowie der Flora und Fauna, die viele Endemismen aufweist, hat ebenso wie die Geologie der Insel zur Ausweisung zahlreicher Schutzgebiete geführt, die zur Zeit 43 Prozent der Inseloberfläche einnehmen. 

Der Anspruch des Biosphärenreservats auf eine nachhaltige Entwicklung zeigt sich in Projekten wie dem geplanten Wasserspeicherkraftwerk zwischen den bestehenden Stauseen Soria, las Niñas und Chira. Damit soll der von den mit erneuerbaren Energien betriebenen Kraftwerken auf der Insel erzeugte Strom gespeichert werden. Ein weiteres Projekt ist die Wiederbelebung der traditionellen Landwirtschaft, wie z.B. der Kaffeeanbau im Agaete-Tal. Die ehemaligen Fußwege, die sich über die ganze Insel erstreckten, werden nach und nach instandgesetzt und mit Wegweisern und anderen Einrichtungen für die Besucher versehen. 

Website des Biosphärenreservats Gran Canaria:
http://reserva-biosfera.grancanaria.com/

Ein überraschend großes Wegenetz mit ausgezeichneter Beschilderung überzieht inzwischen das Biosphärenreservat Gran Canaria.
Der Naturpark Pilancones gehört zur Pflegezone des Biosphärenreservats Gran Canaria. Der Naturpark Pilancones ist fast vollständig von Kanarischer Kiefer bedeckt. Allerdings sind die Bestände hier im trockenen Süden der Insel relativ licht. Der Naturpark Pilancones verfügt ansonsten über atemberaubende Barranco-Landschaften ("Canyons").
       
Das Fataga-Tal gehört zur Entwicklungszone des Biosphärenreservats Gran Canaria. Hier blickt man auf die Oase Arteara. 
Der Roque Nublo gehört zu den markantesten Bergen Spaniens (im Bild in der rechten Hälfte). Das Gebiet ist als Naturschutzgebiet ausgewiesen und gehört zur Pflegezone des Biosphärenreservats Gran Canaria.
Blick vom Rundwanderweg um den Roque Nublo im Biosphärengebiet Gran Canaria über den gigantischen Barranco de Tejeda hinweg auf die Nachbarinsel Teneriffa mit dem Vulkan Teide.
Die Azulejos im Parque Rural del Nublo sind von weitem sichtbare farbige Gesteinsschichten. Hier erstreckt sich die Pflegezone des Biosphärenreservats Gran Canaria.
Das Naturschutzgebiet Inagua ist ein Totalreservat. Hier befinden sich die ältesten Kiefernwälder von Gran Canaria. Inagua bildet eine von zwei Kernzonen des Biosphärenreservats Gran Canaria. Im Bild ist auch ein Stausee sichtbar. Verschiedene Forstpisten in diesem Gebiet sind nur noch nach Einholung einer Genehmigung begehbar. Es gibt jedoch auch neu beschilderte Wanderwege, die jederzeit offen sind. 
Durch die Schlucht (Barranco) de Mogán in der Pflegezone des Biosphärenreservats Gran Canaria führt die wohl abenteuerlichste asphaltierte Straße der Insel. 
Blick auf einen der beiden Stauseen bei Ayagaures in der Entwicklungszone des Biosphärenreservats Gran Canaria

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