Donnerstag, 29. Oktober 2009

Bergtour auf den Stuiben im Naturpark Nagelfluhkette im Allgäu


Der Naturpark Nagelfluhkette in Bayern hat eine Größe von 24.700 Hektar. Hinzu kommen weitere ca. 15.000 Hektar im angrenzenden Österreich / Vorarlberg. Der Naturpark wurde im Mai 2008 von beiden Ländern feierlich eröffnet. Dies ist der 18. Naturpark Bayerns.

Vielleicht etwas überraschend ist, dass dies der erste Naturpark Bayerns im Alpenraum ist. Die anderen 17 Naturparke des Freistaats befinden sich in den Mittelgebirgsregionen vor allem in Nordbayern. Der Hintergrund ist der in Deutschland etwas problematische Zweck der Naturparks. Naturparks stellen eine nur sehr schwache Schutzgebietskategorie dar und dienen in erster Linie zur Förderung des Tourismus. Vor diesem Hintergrund hat man in Bayern zunächst Naturparks in den nördlichen Landesteilen ausgewiesen, um dort den Tourismus gezielt zu fördern. Der Tourismus in den Alpen war dagegen ein Selbstläufer, für den es keiner Einrichtung von Naturparks bedurfte. Erst in jüngster Zeit beginnt man hier etwas umzudenken und versucht, die Naturparks gleichmäßiger über die Landesfläche zu verteilen.

Auch verschiedene Gemeinden Vorarlbergs haben sich dem Naturparkprojekt angeschlossen, so dass der Naturpark Nagelfluhkette auch der erste grenzüberschreitende Naturpark Bayerns geworden ist. Allerdings ist der Rechtsstatus des Parks auf der österreichischen Seite nicht ganz klar. Der Naturpark wird auf den offiziellen Regierungsseiten Deutschlands beschrieben, in Vorarlberg sucht man den Naturpark bisher jedoch vergebens.

Ein Post ist viel zu kurz, um den Naturpark umfassender zu erörtern - das besondere Molassegstein, das große und vielfältige Gebiet, die interessanten Berge, die Probleme der Nutzung der Kulturlandschaft usw. Da müsste ich entweder weitere Posts verfassen oder den Naturpark an anderer Stelle näher beschreiben.

Die dem Bildmaterial zugrundliegende Bergtour beginnt in Immenstadt im Allgäu. Durch das Steigbachtal geht es hinauf zur Mittelberg-Alpe und weiter über den Nordrücken auf den Stuibengipfel, einem großartigen Aussichtsberg. Der Rückweg erfolgt auf demselben Weg oder über mindestens ein Dutzend mögliche Varianten, für die eine Wanderkarte nützlich ist. 


Im Post vom 06.07.2012 in diesem Blog werden alle Artikel des Blogs, die sich mit dem Naturpark Nagelfluhkette befassen, verlinkt.
Schilderbaum am Eingang zum Steigbachtal bei Immenstadt im Allgäu. Der Naturpark Nagelfluhkette ist der jüngste der bayerischen Naturparke, der erste Naturpark im deutschen Alpenraum und der erste grenzüberschreitende Naturpark Bayerns. Ein Teil des Naturparks befindet sich im angrenzenden Vorarlberg.

Im untersten Steigbachtal bei Immenstadt im Allgäu hat sich vor wenigen Jahren ein großer Bergsturz ereignet, ein Zeichen für die Vergänglichkeit der Alpen - zumindest im geologischen Maßstab. Im ersten Jahr nach dem Bergsturz waren ein Dutzend Bagger damit beschäftigt, das Gelände am Osthang des Immenstädter Horns zu stabilisieren. Inzwischen scheint das Gelände zur Ruhe gekommen zu sein. Die große Wunde des Bergsturzes wird freilich noch Jahrzehnte zu sehen sein.

Im Sattel bei der Seifenmoos-Alpe zwischen dem Dreherberg, 1430 Meter, und dem Berg "Am roten Kopf", 1481 Meter, (im Hintergrund), befindet sich ein kleines Moor.

Bei der Mittelberg-Alpe, 1370 Meter, zeigt sich die westliche Nagelfluhkette in ihrer ganzen Pracht. Die leichte Schneeauflage hebt die charakteristischen Bänder aus Molassegestein noch besser hervor.

Die Silberdistel kündet vom Herbst. Vor einigen Tagen war das Gelände hier bereits schneebedeckt. Jetzt ist der Schnee noch einmal abgetaut, eine kurze Gnadenfrist bis zum endgültigen Beginn des Winters.

Vom Sattel zwischen dem Stuiben, 1749 Meter (links) und dem Sedererstuiben, 1737 Meter (rechts) blickt man zum ersten Mal nach Süden auf die Allgäuer Hochalpen und die angrenzenden Gebirgsgruppen. Ein Herbsttag von wundervoller Klarheit. Rechts der Bildmitte im Hintergrund erkennt man das breite Massiv der Schesaplana im Rätikon (Vorarlberg/Schweiz). Im Mittelgrund sieht man den Siplingerkopf mit Trabanten, die ebenfalls aus Molassegestein bestehen.

Eine Nahaufnahme des Molassegesteins, auch Nagelfluh genannt oder im Volksmund "Herrgottsbeton".
Vom Stuiben-Westgrat geht der Blick auf die westliche Nagelfluhkette mit dem Buralpkopf, 1772 Meter, im Zentrum. Rechts im Hintergrund sieht man auf das nebelbedeckte Bodenseebecken, links des Buralpkopfs im Hintergrund erhebt sich der Säntis in der Ostschweiz.

Um das ganze Panorama vom Gipfel des Stuiben zu zeigen, bedürfte es vieler Einzelbilder. Hier noch ein Ausschnitt nach Osten auf einen Teil des Allgäuer Hauptkamms. In der linken Bildhälfte dominiert die breite Masse des Großen Daumen, 2280 Meter. In der Bildmitte erhebt sich hinter dem Nebelhorn ganz im Hintergrund die Pyramide des wundervollen Hochvogels, 2592 Meter, einer der berühmtesten Berge der Allgäuer Alpen. Rechts davon sieht man im Hintergrund einige Berge der Hornbachkette, des größten Seitenkamms der Allgäuer Alpen, beginnend von links mit der trapezförmigen Urbeleskarspitze, 2632 Meter.

Der östliche Teil der Nagelfluhkette mit dem Steineberg, 1683 Meter. Rechts hinter dem Steineberg ist der Grünten, 1738 Meter, jenseits des Illertals. Der Grünten wird auch Wächter des Allgäus genannt. Im Hintergrund rechts erheben sich einige Gipfel der Tannheimer Gruppe.

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