Sonntag, 18. Oktober 2009

Ruhegebiet Muttekopf in den Lechtaler Alpen



In Tirol gibt es die Schutzgebietskategorie des Ruhegebiets. Darunter versteht man ein großräumiges Gebiet, das frei von öffentlich befahrbaren Straßen sowie von Seilbahnen und Siedlungen ist. Eines dieser Ruhegebiete ist das Ruhegebiet Muttekopf in den östlichen Lechtaler Alpen.

Das Gebiet hat eine Größe von 38 km², es erstreckt sich in einer Höhe von 1360 - 2827 m ü NN und wurde im Jahr 1991 ausgewiesen. Der höchste Berg des Ruhegebiets Muttekopf ist die Große Schlenkerspitze, 2827 m, ein Berg, der nur auf relativ schwierigen und langwierigen Routen erstiegen werden kann. Der Muttekopf, 2774 m, kann auf einem Weg ab der Muttekopfhütte erreicht werden. Außer der Muttekopfhütte, die südlich des Lechtaler Hauptkamms gegen das Inntal zu liegt, gibt es im Gebiet noch die Hanauer Hütte, nördlich des Hauptkamms im obersten Angerletal.

Durch das Ruhegebiet Muttekopf führt ein Teilstück des Lechtaler Höhenwegs (Verbindung von der Hanauer Hütte zur Muttekopfhütte). Der größte Teil des Gebiets sieht kaum einmal einen Menschen, außer dem Muttekopf erfordern alle Gipfel mehr oder weniger schwierige Kletterei.

Das Bildmaterial stammt von der folgenden Bergtour: man fährt vom Lechtal aus über die Hahntennjochstraße bis nach Boden. Dort sind Parkplätze vorhanden. Von Boden steigt man durch das Angerletal zur Hanauer Hütte, 1922 m auf. In der Hanauer Hütte besteht Übernachungsmöglichkeit. Von der Hütte folgt man dem Lechtaler Höhenweg auf das Galtseitenjoch, 2421 m. Dort besteht die Möglichkeit, einen Abstecher auf die Reichspitze, 2590 m zu machen. Der Gipfelaufbau der Reichspitze erfordert Kletterei im zweiten Schwierigkeitsgrad. Zurück am Galtseitenjoch folgt man dem Lechtaler Höhenweg weiter nach Osten abwärts in die große Karmulde des sogenannten Hinteren Kars. Dort zweigt ein Weg in Richtung Norden in das Fundaistal ab. Die Hahntennjochstraße erreicht man bei der historischen Siedlung Pfafflar. Von dort steigt man noch nach Boden ab. Diese Tour ist selbstverständlich nur während der kurzen Sommermonate von Anfang Juli bis Mitte September (Öffnungszeiten der Hanauer Hütte erfragen), nur für geübte Bergsteiger und Bergwanderer und nur bei passenden Wetterverhältnissen möglich. 

Im Ruhegebiet Muttekopf befinden sich die imposantesten Berge der östlichen Lechtaler Alpen, hier der Blick auf die Dremelspitze vom Anstieg zur Hanauer Hütte durch das Angerletal.

Von den Alpböden bei der Hanauer Hütte zeigt sich die riesenhafte Dremelspitze.

Nach Westen blickt man auf die Parzinnspitze.

Die Reichspitze, gesehen vom Galtseitenjoch im Verlauf des großen Lechtaler Höhenwegs.

Vom Galtseitenjoch blickt man nach Westen auf die großen Gipfelgestalten des Parzinn mit der Dremelspitze links.

Nach Südosten sieht man vom Galtseitenjoch den fingerhutartigen Gipfelaufbau des Brunnkarspitz. Das hier zutage tretende Gestein ist sensationell: es sind die sogenannten Gosauschichten aus der Kreidezeit, die nur hier im Ruhegebiet Muttekopf und viel weiter östlich im namengebenden Gosaukamm im Dachsteingebiet vorkommen.
Der Gipfelaufbau der Reichspitze besteht aus Hauptdolomit, der Bereich darunter und rechts im Bild besteht aus den Gosauschichten.

Vom Gipfel der Reichspitze blickt man auf die wunderbar gefalteten Gosauschichten des Muttekopfs (rechts), die Berge links des Gipfelkreuzes bestehen aus dem bleichen Hauptdolomit.


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