Freitag, 20. April 2012

Schottland kartiert Wildnisgebiete

Die schottische Naturschutzbehörde Scottish Natural Heritage hat im Februar 2012 bekanntgegeben, dass sie eine erste Kartierung der Wildnisgebiete Schottlands abgeschlossen hat. Ob es sich hierbei um denselben Wildnisbegriff handelt, wie ihn die EU gerade dabei ist zu definieren (siehe den Post vom 18.04.2012), sei einmal dahingestellt.

Schottland ist nach eigenen Angaben der erste Staat im Vereinigten Königreich, der die Wildnisgebiete systematisch kartiert. Hierbei geht es vor allem auch darum, die außerhalb der Schutzgebietskategorien Nationalpark und Scenic Area vorhandenen Wildnisflächen zu identifizieren. Die erstellten Karten sollen unter anderem auch den Behörden helfen, die Wildnisgebiete besser in ihre raumwirksamen Planungen miteinzubeziehen. Ziel ist, dass die Gebiete mit hoher Wildnisqualität identifiziert werden. Das deckt sich mit der Politik der schottischen Regierung, die alle Gebiete mit Wildnischarakter schützen will.


Die Kartierung der Wildnisgebiete besteht aus vier Teilen:
  • Die Übereinstimmung der vorhandenen Landbedeckung mit der potenziell natürlichen Landbedeckung wird überprüft.
  • Die Form der Landoberfläche spielt eine Rolle. Je steiler und abrupter das Terrain, desto größer ist die angenommene Wildnis.
  • Der Wildnischarakter nimmt mit der Entfernung von öffentlichen Straßen und Fähren zu.
  • Das Fehlen von Gebäuden, Straßen, Oberleitungen und anderen modernen Einrichtungen trägt ebenfalls zum Wildnischarakter bei.

In Sachen Wildnisgebiete soll es in Schottland nun so weitergehen, dass zunächst Rückmeldungen zur bisher vorgenommenen Kartierung entgegengenommen werden. In einer zweiten Phase sollen dann Wildnisgebiete identifiziert werden, die wegen ihrer Qualität und Ausdehnung von nationaler Bedeutung sind. Die Ergebnisse der zweiten Phase werden im Sommer 2012 erwartet.

www.snh.gov.uk
           

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