Montag, 18. Juni 2012

Der Eistobel im Allgäu (Teil 1)


Die faszinierende Landschaft des Eistobels im Westallgäu ist ein Naturschutzgebiet, ein FFH-Gebiet und eines der 100 schönsten Geotope Bayerns. Der Eistobel ist der Durchbruch des Flusses Obere Argen durch einen Molassehöhenrücken am Alpennordrand. Die Obere Argen entspringt in den Allgäuer Voralpen nördlich des Orts Oberstaufen. Westlich von Wangen im Allgäu vereinigt sie sich mit der Unteren Argen zur Argen und mündet bei Kressbronn in den Bodensee.


Das Geotop trägt den vollen Namen Molasseprofil Eistobel. Im Eistobel sind die verschiedenen Schichten der Molasse beispielhaft aufgeschlossen. Mit Molasse bezeichnet man die Gesteine, die in der Frühphase der Alpenbildung bereits einmal abgetragen worden sind und von Flüssen in das damalige Alpenvorland transportiert worden sind. Dort wurden sie später wegen des anhaltenden Drucks der afrikanischen auf die eurasische Kontinentalplatte erneut angehoben oder teilweise sogar erneut zu Bergen - man könnte dies auch Bergerecycling nennen - aufgefaltet. 

Wegen der großen Naturschönheit des Eistobels gibt es in diesem Blog zwei hintereinanderfolgende Posts zu diesem Geotop.


Wie kommt man hin?
Ausgangspunkt für eine Wanderung durch den Eistobel ist der Infopavillon an der Argentobelbrücke im Verlauf der Straße von Maierhöfen nach Grünenbach. Die nächstgrößere Stadt ist Isny im Allgäu, ca. 6 Kilometer nördlich. Der Eistobel befindet sich in Bayern, Isny liegt bereits im württembergischen Allgäu. 

Im Gebiet unterwegs
Beim Infopavillon wird eine geringe Eintrittsgebühr für den Eistobel verlangt. Das ist absolut nachvollziehbar, denn die Instandhaltung des Wegs durch den Eistobel ist mit hohen Kosten verbunden. Vom Infopavillon steigt man auf einem Treppenweg zur Oberen Argen hinab. Nun folgt man der Oberen Argen flussaufwärts durch den ganzen Eistobel hindurch. Hierbei kommt man an einer Reihe von interessanten Naturphänomenen vorbei. Vom oberen Ende des Eistobels beim sogenannten Schüttentobel kann man auf demselben Weg zurückgehen. Es gibt jedoch auch mehrere Möglichkeiten zu Rundwanderungen. Die kürzeste Variante durch den Eistobel und wieder zurück ist 3,5 Kilometer lang, die längste Variante 9 Kilometer. Eine am Infopavillon erhältliche Broschüre zeigt die verschiedenen Wandermöglichkeiten.     

Vom Infopavillon bei der Argentobelbrücke führt ein Treppenweg hinab in das Tal der Oberen Argen.
Die Argentobelbrücke der Straße von Maierhöfen nach Grünenbach ist ein berühmtes Bauwerk. Diese Brücke lässt das Tal der Oberen Argen nahezu unberührt. 
Ein gut ausgebauter Fußweg führt am Ufer der Oberen Argen entlang.
Eine Auswaschung im Molassegestein am Steilufer der Oberen Argen
Bei jedem der 100 schönsten Geotope Bayerns befindet sich eine Informationstafel mit ausführlichen Erklärungen zum jeweiligen geologischen Phänomen.
Nach einiger Zeit trifft man auf die ersten Wasserfälle im Eistobel.
Blick über die ersten Wasserfälle zum sogenannten Großen Wasserfall im Eistobel
Der Große Wasserfall im Eistobel
Im folgenden Post geht es weiter entlang der Großen Argen im Eistobel.

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