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Mittwoch, 15. Oktober 2025

Der Dreimühlen-Wasserfall in Rheinland-Pfalz war im Rennen um das Naturwunder Deutschlands im Jahr 2025

Die Heinz Sielmann Stiftung veranstaltete im Jahr 2025 zusammen mit dem Deutschen Wanderverband eine Publikumswahl zum Naturwunder Deutschlands im Jahr 2025 (Naturwunderwahl 2025).

Unter den zur Wahl stehenden neun Naturphänomenen war auch der "Dreimühlen-Wasserfall" im Bundesland Rheinland-Pfalz.

Der Wasserfall befindet sich im Natur- und Geopark Vulkaneifel. Es ist Deutschlands einziger "wachsender Wasserfall". Durch das Ausscheiden von Kalksinter wächst der Wasserfall jährlich acht bis zehn Zentimeter ins Tal.

Der Dreimühlen-Wasserfall wurde auch von der Akademie für Geowissenschaften und Geotechnologien als Nationaler Geotop ausgezeichnet.

Die Publikumswahl fand vom 11. August bis 28. September 2025 statt. Sieger wurde die Breitachklamm bei Oberstdorf.

 


Mittwoch, 3. September 2025

"Blautopf" bei Blaubeuren im Rennen um das Naturwunder Deutschlands im Jahr 2025

Die Heinz Sielmann Stiftung veranstaltet im Jahr 2025 zusammen mit dem Deutschen Wanderverband eine Publikumswahl zum Naturwunder Deutschlands im Jahr 2025 (Naturwunderwahl 2025).

Unter den zur Wahl stehenden neun Naturphänomenen ist auch der "Blautopf" bei Blaubeuren auf der Schwäbischen Alb (Bundesland Baden-Württemberg).

Der Blautopf gehört zu den größten und schönsten Quelltöpfen Deutschlands. Der Blautopf ist einer der wichtigsten Geotope im UNESCO Global Geopark Schwäbische Alb und wurde als Geopoint ausgezeichnet.

Die Publikumswahl findet vom 11. August bis 28. September 2025 statt. 

Aktualisierung
Der Blautopf wurde auf Platz 2  der Naturwunder Deutschlands im Jahr 2025 gewählt. 20,35 Prozent der abgegebenen Stimmen fielen auf den Blautopf. 

 

Freitag, 22. August 2025

"Breitachklamm" bei Oberstdorf im Rennen um das Naturwunder Deutschlands im Jahr 2025

Die Heinz Sielmann Stiftung veranstaltet im Jahr 2025 zusammen mit dem Deutschen Wanderverband eine Publikumswahl zum Naturwunder Deutschlands im Jahr 2025 (Naturwunderwahl 2025).

Unter den zur Wahl stehenden neun Naturphänomenen ist auch die "Breitachklamm" bei Oberstdorf im Allgäu (Bundesland Bayern).

Die Breitachklamm wurde als eines der schönsten Geotope Bayerns ausgezeichnet.

Sie ist begehbar (Eintrittsgebühr).

Die Publikumswahl findet vom 11. August bis 28. September 2025 statt. 

Aktualisierung
Die Breitachklamm wurde auf Platz 1 der Naturwunder Deutschlands gewählt. 28,73 Prozent der abgegebenen Stimmen (über 2.200 Stimmen) fielen auf die Breitachklamm.

   

Freitag, 9. August 2024

"Der Schlossgraben im Heidelberger Schloss" - ein Geotop im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald

Im Schlossgraben des Heidelberger Schlosses befindet sich ein bedeutender Geotop, der im Jahr 2016 vom Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald zum Geotop des Jahres ausgezeichnet worden ist. 

Seit dem Jahr 2002 zeichnet der Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald ein Geotop des Jahres aus.

Eine Informationstafel im Schlossgraben des Heidelberger Schlosses erläutert mit Text, Bild und Skizze die Situation.

In der Steilwand des Schlossgrabens treffen zwei Gesteinsschichten aufeinander. Die Grenze der beiden Gesteinseinheiten ist durch Verwitterungsvorgänge besonders herausgebildet. Das untenliegende Gestein ist verwitterter Heidelberger Granit aus dem Erdaltertum (340 Mio. Jahre alt). Die obenliegenden Gesteine umfassen Schuttströme aus Sand, Geröll und vulkanischen Auswurfsmassen der Permzeit (290 Mio. Jahre). 

Sonntag, 7. Juli 2019

Buchenegger Wasserfälle und Naturwaldreservat Achrain bei Oberstaufen im Westallgäu, Teil 2 von 2

Dies ist der zweite von zwei hintereinanderfolgenden Posts in diesem Blog über die Buchenegger Wasserfälle und das Naturwaldreservat Achrain im Naturpark Nagelfluhkette im Westallgäu.

Im vorangegangenen Post gab es einige allgemeine Informationen zu den Wasserfällen und zum Naturwaldreservat. Heute wandern wir durch die Weißachschlucht mit dem Naturwaldreservat Achrain hinab zu den Buchenegger Wasserfällen.

Die Buchenegger Wasserfälle gehören inzwischen zu den beliebtesten Natursehenswürdigkeiten des Allgäus und sind schon lange kein Geheimtip mehr. Das Naturwaldreservat Achrain ist dagegen weniger bekannt.

Bei schönem Wetter im Frühjahr, Sommer und Herbst sowie insbesondere an den Wochenenden ist mit Besuchermassen zu rechnen, die den Naturgenuss beeinträchtigen können und sogar den Zugang zu den Wasserfällen verunmöglichen. Wenn man die nötige Ausrüstung und die nötigen Kenntnisse hat, ist es vielleicht sogar besser, an einem Tag mit "schlechtem" Wetter in die Schlucht abzusteigen.

Freitag, 5. Juli 2019

Buchenegger Wasserfälle und Naturwaldreservat Achrain bei Oberstaufen im Westallgäu, Teil 1 von 2

Die Buchenegger Wasserfälle im Westallgäu im Naturpark Nagelfluhkette sind der interessanteste Punkt im Verlauf der Weißach.

Die Schlucht der Weißach (Weißachtobel) bei den Buchenegger Wasserfällen ist als Naturwaldreservat Achrain geschützt.

Im heutigen Post in diesem Blog gibt es einige allgemeine Informationen zu den Buchenegger Wasserfällen und zum Naturwaldreservat Achrain. Im folgenden Post wandern wir hinab zu den Buchenegger Wasserfällen.

Eine Infotafel am Beginn des Wanderwegs in die Schlucht hat das Naturwaldreservat Achrain zum Thema. Dies ist demnach eines der ältesten Naturwaldreservate in Bayern. Es wurde im Jahr 1978 ausgewiesen. Es hat eine Fläche von 110 Hektar und befindet sich im Staatswald. Das Naturwaldreservat zeichnet sich durch eine artenreiche Waldvegetation aus. Dies ist bedingt durch die vielen Steilhänge und Hangrutschungen, eine gute Wasserversorgung und hohe Luftfeuchtigkeit. Die charakteristische Waldgesellschaft ist der sogenannte "Carbonat-Bergmischwald der Alpen".


Samstag, 8. Juni 2019

Blick von der Prodel-Alpe bei Oberstaufen im Westallgäu auf die Nagelfluhkette

Wie von einer Schaukanzel präsentiert sich die Nagelfluhkette im gleichnamigen Naturpark im Westallgäu von der nördlichen Nachbarbergkette, dem Prodelkamm.

Im vorangegangenen Post in diesem Blog war der Hochgrat und im Besonderen der Blick von Norden auf den Hochgrat bereits das Thema. Im heutigen Post ist ein Teil der Nagelfluhkette von links nach rechts fotografiert. Aufnahmestandort ist die Prodel Alpe in einer Höhe von 1.207 m ü NN am westlichen Ende des Prodelkamms.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, zur Prodel Alpe zu kommen. Eine Möglichkeit ist, dass man mit dem Auto oder mit dem Linienbus von Oberstaufen zur Talstation der Hochgratbahn fährt (Parkplätze sind gebührenpflichtig). Von der Talstation der Hochgratbahn geht es zu Fuß weiter. Man folgt dem Fahrweg, der im Talgrund des Weißachtals in östlicher Richtung talaufwärts führt. Ca. 420 Meter ab der Talstation biegt man auf den nach links abzweigenden Karrenweg ab und überquert die Weißach. Dahinter steigt der Karrenweg zum Teil in Kehren und zum Teil relativ steil hinauf zur Prodel Alpe. Der zu bewältigende Höhenunterschied ist ca. 350 Höhenmeter.

Donnerstag, 6. Juni 2019

Blick von Norden auf den Hochgrat im Westallgäu

Die Nagelfluh am Hochgrat im Westallgäu ca. 8 Kilometer südsüdöstlich von Oberstaufen im Naturpark Nagelfluhkette ist gemäß den Angaben des Bayerischen Landesamts für Umwelt einer der 100 schönsten Geotope in Bayern.

Die Nagelfluh am Hochgrat hat die Ordnungsnummer 77 bei den 100 schönsten Geotopen Bayerns. Der Hochgrat ist mit einer Höhe von 1.834 m ü NN der höchste Gipfel der Nagelfluhkette in den Allgäuer Alpen. Diese vom Mittagberg bei Immenstadt über den Hochgrat bis nach Vorarlberg reichende Bergkette ist von markanten Gipfeln und Gesteinsrippen geprägt. Am deutlichsten wird dies beim Blick von Norden.

Die Nagelfluhkette ist im Prinzip eine von der Natur recycelte Bergkette. Sie stammt aus Gestein, das vor Jahrmillionen bereits einmal von den Alpen abgetragen, dann in Flüssen in Richtung Alpenvorland gespült und dort durch den anhaltenden Druck der afrikanischen auf die eurasische Kontinentalplatte erneut gehoben und gefaltet worden ist.

Nagelfluh ist die Bezeichnung für einen besonderen Typ des Molassegesteins. Runde Gesteinsbrocken (die runde Form beweist den früheren Transport in Flüssen) sind mit feineren Materialien zu Konglomerat verbacken. Die an der Oberflächen herausragenden runden Gesteinsbrocken sehen aus wie Nagelköpfe. Daher der Name des Gesteins. Fluh bedeutet in der Schweiz und in Vorarlberg eine steile Wand.

Donnerstag, 20. September 2018

Der Christlessee in den Allgäuer Alpen


Der Christlessee befindet sich im Trettachtal der Allgäuer Alpen im Landkreis Oberallgäu südlich von Oberstdorf.

Der nur 100 mal 100 Meter große und 915 m ü NN gelegene Christlessee zeichnet sich durch seine außergewöhnlichen Farben von türkis über grün bis zu schwarz aus. Der See wird unter anderem durch Karstquellen am Grund des Sees gespeist. Diese Karstquellen sind als Geotop ausgewiesen.

Das Wasser der Karstquellen ist ganzjährig vier bis sechs Grad kalt. Deshalb gefriert der See winters nicht zu. Im Sommer ist der See zu kalt zum Baden.

Wie kommt man hin?
Der Christlessee befindet sich südlich von Oberstdorf im Trettachtal, das für den allgemeinen Kraftfahrzeugverkehr gesperrt ist. Gleich beim Christlessee befindet sich ein Hotel.

Man kann den Christlessee auf einem Fahrweg und einem Pfad umrunden.

Der nächstgelegene für den öffentlichen Kraftfahrzeugverkehr zugänglich Parkplatz ist der Parkplatz Unterer Renksteg an der Straße von Oberstdorf zur Fellhornbahn. Dort ist auch eine Bushaltestelle. Vom Parkplatz Unterer Renksteg bis zum Christlessee folgt man dem Fahrweg ins Trettachtal. Die Entfernung ist ca. 3,3 Kilometer.

Dienstag, 7. August 2018

Geotop "Wasserfall NNW von der Burgruine Nesselburg" bei Nesselwang in den Allgäuer Voralpen

Der Wasserfall NNW von der Burgruine Nesselburg bei Nesselwang im Allgäu ist gemäß dem beim Bayerischen Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat geführten Kataster ein Geotop.

Die Geotop-Nummer ist 777R009. Der Geotop befindet sich in den Allgäuer Molasse-Vorbergen. Der Rechtswert ist 4387507. Der Hochwert ist 5276039.

Gemäß dem Steckbrief zum Geotop ist die Größe des Geotops 40 mal 5 Meter. Im Geotop sind senkrecht stehende Konglomerate mit dazwischen gelagerten Sand-, Ton- und Mergelbänken der Weißach-Schichten (Untere Süßwassermolasse) aufgeschlossen. Sie bilden die Steilstufe mit dem Wasserfall, der in vier Stufen 22 Meter überwindet. 

Der Bach heißt Schlossbach. Die Engstelle nennt man Schlossbach-Tobel. Der Wasserfall ist auch als Naturdenkmal ausgewiesen. Etwas unterhalb des Wasserfalls gibt es eine weitere geologische Besonderheit. Dort verläuft der Bach parallel zum Schichtstreichen in einer ca. 60 Meter langen auffälligen "Schussrinne".  

Samstag, 17. September 2016

Lechfall und Klamm bei Füssen - einer der 100 schönsten Geotope Bayerns

Unter Tausenden Geotopen in Bayern hat das Bayerische Landesamt für Umwelt die 100 schönsten Geotope ausgewählt. Kriterien für die Auswahl waren Schönheit, Seltenheit, Eigenart und wissenschaftlicher Wert. Die 100 schönsten Geotope sollen zudem für die Öffentlichkeit leicht zugänglich sein. An allen 100 Standorten sind Informationstafeln aufgestellt worden. Zudem gibt es für diese Geotope jeweils ein Faltblatt. Der Projektsabschluss war im Jahr 2011.

Das Geotop mit der Ordnungsnummer 8 heißt "Lechfall und Klamm bei Füssen". Gemäß der Geotopbeschreibung ist dies ein im bayerischen Alpenraum einmaliges Naturdenkmal. Der Lech stürzt sich hier über fünf Stufen zwölf Meter in die Tiefe. Unterhalb des Lechfalls fließt der Lech durch eine Schlucht. Diese Schlucht ist die einzige im bayerischen Alpenraum, durch die der Lech noch frei fließen kann.

Mittwoch, 29. Juli 2015

Die Breitachklamm bei Oberstdorf in den Allgäuer Alpen

Die Breitachklamm bei Oberstdorf wird als die großartigste Klamm Mitteleuropas bezeichnet. Im Verlauf der Klamm hat sich die Breitach, einer der drei Quellflüsse der Iller, tief in den aus der Kreidezeit stammenden Schrattenkalk des Kackenkopf-Engenkopfgewölbes - eine Gesteinsschicht der Deckeneinheit des  sogenannten Helvetikums in den Allgäuer Alpen - eingegraben.

Am 15.11.1949 wurde die Breitachklamm vom Landkreis Oberallgäu als Naturdenkmal ausgewiesen. Damit wurden Pläne vereitelt, oberhalb der Klamm eine 60 Meter hohe Staumauer zum Hochwasserschutz zu bauen. Die Breitachklamm ist ca. 1,3 Kilometer lang. Der zentrale Teil der Klamm wird als Zwing bezeichnet. Die Breitach überwindet in der Klamm einen Höhenunterschied von 80 Metern. Die Wände in der Klamm erreichen eine Höhe von bis zu 87 Metern. 

Sonntag, 9. November 2014

Geologische Gesellschaft von London kürt die hundert wichtigsten Geotope Großbritanniens und Irlands

Die geologische Gesellschaft von London (Geological Society of London) hat im Oktober 2014 die hundert wichtigsten und beliebesten Geotope Großbritanniens und Irlands gekürt. Dem voraus ging eine neun Monate dauernde Befragung der Öffentlichkeit, unter anderem in den sozialen Netzwerken. Anlass war die Earth Science Week (Woche der Erdgeschichte) 2014. Diese Veranstaltung wird seit dem Jahr 1998 vom American Geosciencies Institute veranstaltet.

Die 100 wichtigsten Geotope Großbritanniens und Irlands wurden in zehn Kategorien unterteilt wie folgt:

Mittwoch, 13. November 2013

Die Partnachklamm bei Garmisch-Partenkirchen - einer der 100 schönsten Geotope Bayerns

Die Partnachklamm befindet sich im Wettersteingebirge in den Nördlichen Ostalpen. Das Naturwunder liegt unmittelbar südlich von Garmisch-Partenkirchen in Oberbayern. 

Die Partnachklamm gehört zu den 100 schönsten Geotopen Bayerns. Die Partnach entspring im Reintal im Wettersteingebirge am Fuß der Zugspitze. Im Bereich der Partnachklamm musste sich die Partnach durch einen geologischen Sattel (eine Gesteinsaufwölbung) (Wamberger Sattel) aus harten Muschelkalkschichten graben.

Bereits vor der Hebung des Wamberger Sattels floss die Partnach an dieser Stelle. Dem Fluss ist es gelungen, beim Eingraben mit der Geschwindigkeit der Hebung des Wamberger Sattels Schritt zu halten. Sowohl oberhalb als auch unterhalb der Partnachklamm ist das Tal der Partnach viel breiter. Dort fließt sie durch die Partnachschichten, die wesentlich weicher sind als der Muschelkalk.  

Mittwoch, 16. Januar 2013

Durch den Steigbachtobel bei Immenstadt im Allgäu im Naturpark Nagelfluhkette

Der Steigbachtobel ist der unterste Teil des Steigbachtals in den Allgäuer Voralpen bei Immenstadt im Allgäu. 

Das Steigbachtal wird als sogenanntes Hängetal bezeichnet. Das ist ein Taltyp, der im Vergleich zum übergeordneten Haupttal (im konkreten Fall zum Illertal) weit weniger eingetieft ist. Das Illertal wurde durch den großen Illergletscher in der letzten Eiszeit glazial übertieft. Das kleine Steigbachtal konnte damit nicht schritthalten.

Der Steigbachtobel gleicht nun den Höhenunterschied zwischen dem Steigbachtal und dem Illertal aus. Der im Naturpark Nagelfluhkette liegende Steigbachtobel ist als Geotop ausgewiesen. Dort sind Schichten der Unteren Süßwassermolasse aufgeschlossen. Die Molassegesteine wurde während des Tertiärs in einem Trog im Bereich des heutigen Alpenvorlands abgelagert. Die im Steigbachtobel aufgeschlossenen Schichten nennt man die Höheren Steigbachschichten. Sie entstammen einem Ur-Iller Flusssystem.

Freitag, 30. November 2012

Die Schleierfälle in der Ammerschlucht


Die Ammer gehört zu den letzten Flüssen Oberbayerns, die fast ohne Verbauungen einen großen See (Ammersee) erreichen. Zwischen den Ammergauer Alpen und dem Ammersee verläuft die Ammer zu einem großen Teil in einer Schlucht, die auf Abschnitten nicht einmal gangbar ist. 

Bei den Schleierfällen auf Höhe von Bad Bayersoien tritt Wasser an einer Gesteinsgrenze am Hang der Ammerschlucht aus. Dieses Wasser führt Kalk mit, der sich nach dem Austritt als Tuff ablagert. Oberhalb des Wasseraustritts lagern wasserdurchlässige Kiese aus der letzten Eiszeit. Unterhalb steht wasserundurchlässiges Molassegestein an. Die im Laufe der letzten Jahrtausende entstandenen Kaskaden aus Tuffgestein sind als Geotop geschützt. Ein weiteres Geotop ist gleich um die Ecke. Es heißt Ammerprallhang bei den Schleierfällen. 

Dienstag, 11. September 2012

Nagelfluh am Hochgrat - einer der 100 schönsten Geotope Bayerns

"Nagelfluh am Hochgrat" heißt ein Geotop in den Allgäuer Voralpen in Bayern. Dies ist sogar eines der 100 schönsten Geotope Bayerns, gemäß der offiziellen Zählung des Bayerischen Landesamts für Umwelt.

Der Hochgrat ist mit einer Höhe von 1.834 m ü NN der höchste Gipfel Deutschlands, der aus Molassegestein besteht. Nagelfluh ist die lokale Bezeichung für Molassegestein. Der höchste Molassegipfel überhaupt ist der Speer in den Schweizer Voralpen mit einer Höhe von 1.950 m ü NN.

Das Molassegestein wurde in der Frühzeit der Alpenfaltung von heute nicht mehr existierenden Flüssen aus den Alpen nach Norden ins Alpenvorland transportiert. Dort wurde es abgelagert und später durch den anhaltenden Druck der afrikanischen auf die eurasische Kontinentalplatte erneut zu Bergen aufgefaltet. 


Die Ablagerung des Molassegesteins erfolgte nicht gleichmäßig am Nordrand der Alpen entlang. Dort wo die Flüsse aus den Alpen ins Alpenvorland traten, wurde besonders viel Molassegestein abgelagert. An diesen Stellen wurden später dann auch die höchsten Molasseberge aufgetürmt. Einer dieser früheren Flüsse mündete in der Gegend des heutigen Hochgratgipfels ins Alpenvorland. Das ist der Grund, weshalb gerade an dieser Stelle später der höchste Molasseberg Deutschlands aufgefaltet wurde. Die Geologen nennen den damaligen Mündungsbereich des Flusses den Hochgratfächer.

Samstag, 11. August 2012

Die Starzlachklamm im Allgäu

Die Starzlachklamm ist eine der zahlreichen Schluchten des Allgäus. Die Klamm selbst wie auch ein Wasserfall am Ausgang der Klamm sind als Geotope ausgewiesen. Ansonsten ist die Starzlachklamm auch ein Naturdenkmal.

Die Starzlachklamm befindet sich auf dem Gebiet der Stadt Sonthofen, am Südrand des Grünten, eines Bergs am Nordrand der Allgäuer Alpen. Die den Grünten und seine Umgebung aufbauenden Gesteine sind sehr vielfältig. Es gibt Gesteinswechsel auf engstem Raum. Die Starzlachklamm befindet sich an einer Stelle, an der der Bach Starzlach durch eine harte Schicht aus Nummulitenkalk fließt. Dieses Gestein wurde am Beginn des Tertiärs in einem nur wenige Meter flachen, warmen Meer abgelagert. Es besteht fast ausschließlich aus Einzellertieren, die eine heute nicht mehr vorkommende Größe hatten. 

Freitag, 29. Juni 2012

Die Wutachschlucht - ein Schaufenster der Erdgeschichte, Teil 2 von 2

Die Wutachschlucht ist eines der ältesten Naturschutzgebiete in Baden-Württemberg. Die Schlucht wurde bereits im Jahr 1939 unter Schutz gestellt. Vorher war es gelungen, Pläne für einen Stausee und ein Wasserkraftwerk abzuwehren. Im Jahr 1989 wurde das Naturschutzgebiet auf die heutige Fläche von 950 Hektar vergrößert. Als Pufferzone dient ein Landschaftsschutzgebiet mit weiteren 415 Hektar Fläche.

Die Wutach und gleichzeitig auch die Wutachschlucht beginnt mit der Vereinigung der beiden Flüsse Haslach und Gutach ca. 5 Kilometer östlich von Lenzkirch. Die Gutach fließt aus dem Titisee, der wiederum sein Einzugsgebiet bis zum Feldberg hat. Die Haslach kommt aus dem Raum Altglashütten / Lenzkirch.

Nicht nur die Wutachschlucht selbst ist ein Naturjuwel. Auch die Seitenschluchten sind sehenswert. Dazu gehören die Rötenbachschlucht, die Lotenbachklamm und die Gauchachschlucht.

Dienstag, 26. Juni 2012

Die Wutachschlucht - ein Schaufenster der Erdgeschichte, Teil 1 von 2

Die Wutachschlucht gehört zu den erdgeschichtlich und naturschutzfachlich bedeutendsten Tälern Deutschlands. Die im Südwesten Deutschlands zwischen dem südlichen Schwarzwald und der südlichen Schwäbischen Alb gelegene Schlucht ist geologisch sehr jung. Sie zeigt alle Gesteine des Südwestdeutschen Schichtstufenlandes.

Die Wutachschlucht ist zusammen mit dem Feldberg, dem höchsten Schwarzwaldberg, als Nationaler Geotop ausgewiesen (in Deutschland gibt es 77 Nationale Geotope). Das Wasser der Wutach entspringt in der Gegend des Feldbergs. Noch vor 20.000 Jahren, als im Gebiet bereits die ersten Menschen umherzogen, floss das Wasser aus dem Feldberggebiet zur Donau. Nach der Eintiefung des Oberrheingrabens mit seiner gegenüber der Donau wesentlich tieferen Erosionsbasis zapfte die Wutach von Süden her die Donau an und lenkte das Wasser der Donau nach Süden zum Hochrhein um. 

In der Folge tiefte sich der Fluss oberhalb der Umlenkungsstelle sehr rasch ein. Die Wutachschlucht ist also sehr jung und heute noch in ständiger Veränderung begriffen. Immer wieder gibt es Rutschungen. Auch die Weganlagen und Stege werden immer wieder in Mitleidenschaft gezogen.