Mittwoch, 16. Januar 2013

Durch den Steigbachtobel bei Immenstadt im Allgäu im Naturpark Nagelfluhkette

Der Steigbachtobel ist der unterste Teil des Steigbachtals in den Allgäuer Voralpen bei Immenstadt im Allgäu. 

Das Steigbachtal wird als sogenanntes Hängetal bezeichnet. Das ist ein Taltyp, der im Vergleich zum übergeordneten Haupttal (im konkreten Fall zum Illertal) weit weniger eingetieft ist. Das Illertal wurde durch den großen Illergletscher in der letzten Eiszeit glazial übertieft. Das kleine Steigbachtal konnte damit nicht schritthalten.

Der Steigbachtobel gleicht nun den Höhenunterschied zwischen dem Steigbachtal und dem Illertal aus. Der im Naturpark Nagelfluhkette liegende Steigbachtobel ist als Geotop ausgewiesen. Dort sind Schichten der Unteren Süßwassermolasse aufgeschlossen. Die Molassegesteine wurde während des Tertiärs in einem Trog im Bereich des heutigen Alpenvorlands abgelagert. Die im Steigbachtobel aufgeschlossenen Schichten nennt man die Höheren Steigbachschichten. Sie entstammen einem Ur-Iller Flusssystem.


Wie kommt man hin?
Vom Bahnhof von Immenstadt im Allgäu ist es nicht weit bis zum Steigbachtobel. Vom Bahnhof folgt man der Bahnhofstraße wenige Meter nach Osten. Dann überquert man die Bahngleise mit Hilfe einer Fußgängerbrücke. Dahinter geht man geradeaus weiter im Verlauf der Adolph-Probst-Straße. An ihrem Ende beginnt das Steigbachtal. Die Entfernung ist ca. 520 Meter.

Im Gebiet unterwegs
Durch das Steigbachtal führen ein Forstweg und eine Fahrstraße. Man folgt zunächst dem Forstweg. Vom Forstweg zweigt nach einiger Zeit ein Pfad ab, der am Steigbach entlang durch den Steigbachtobel führt und später wieder zum Forstweg zurückkehrt. Während der Skisaison ist der Pfad allerdings nicht begehbar. Dann schirmen Fangzäune den als Skiweg dienenden Forstweg zur Schlucht hin ab.

Man kann im Steigbachtal und in der Umgebung fast unendlich viele Wanderungen unternehmen. Es gibt auch die Möglichkeit, mit der Mittagbahn (Doppelsessellift) zur Mittelstatiion aufzufahren und von dort zum Steigbachtobel abzusteigen.  

Im Post vom 06.07.2012 in diesem Blog sind alle Artikel des Blogs, die sich mit dem Naturpark Nagelfluhkette befassen, verlinkt.

Im untersten Teil des Steigbachtobels befindet sich an einer senkrechten Felswand die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnistafel. Auf einem Schild steht diese Information: "Sie wurde am 19. September 1897 unter großer Anteilnahme der Immenstädter Bevölkerung enthüllt. Anlass war die hundertste Wiederkehr des Geburtstages Kaiser Wilhelms I., zu der im ganzen damaligen Deutschen Reich sogenannte Kaiser-Feiern stattfanden. Die 350 Kilogramm schwere Kupfertafel sollte auch Ausdruck des Dankes der Stadt für die finanzielle Hilfe des Kaisers nach der verheerenden Steigbach-Hochwasserkatastrophe des Jahres 1873 sein. Die Kosten von 1205 Reichsmark wurden durch freiwillige Spenden gedeckt." 
Aufschluss der Unteren Süßwassermolasse im Steigbachtobel
Der Steigbach hat sich im Steigachtobel tief in die Molasseschichten eingetieft.
Wasserfall im Steigbachtobel
Von der Mittelstation der Mittagbahn blickt man hier über das Steigbachtal hinweg zum Immenstädter Horn. Der Steigbachtobel tieft sich nach rechts außerhalb des Bildes ein.
Blick von der Mittelstation der Mittagbahn in Richtung Nordnordwesten: Der Steigbachtobel tieft sich links unten im Bild ein. Am bewaldeten Hang des Immenstädter Horns sieht man die Anrisskante eines bedeutenden Bergsturzes, der vor wenigen Jahren am Ausgang des Steigbachtals niederging und dort umfangreiche Sicherungsarbeiten erforderlich machte. Man sieht ein Stück des Kleinen Alpsees bei Immenstadt. Die Stadt selbst ist rechts hinter dem grünen Wiesenhang im Vordergrund verborgen.

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