Montag, 22. September 2014

Bannwald Hohentwiel im Hegau

Der Hegau ist eine Landschaft im Süden Baden-Württembergs in der Nähe des Bodensees. Der Hegau ist vulkanisch geprägt. Nördlich und westlich der Stadt Singen (Hohentwiel) befinden sich mehrere erstarrte Vulkanschlote, die im Miozän entstanden sind.

Der Hohentwiel ist der wohl bekannteste dieser Vulkanberge. Er erhebt sich unmittelbar westlich von Singen (Hohentwiel). Auf dem Gipfel des Hohentwiel befindet sich eine ehemals württembergische Festungsruine. Die Hänge des Hohentwiel sind sehr steil. Trotzdem siedeln seit 9.000 Jahren Menschen an den Hängen des Bergs.  

Im Jahr 1923 wurde an den steilen Hängen des Hohentwiels der erste Bannwald Württembergs eingerichtet (Bannwald = Naturwaldreservat). Im Jahr 1941 wurde der Berg und seine Umgebung als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Die Fläche war 108,1 Hektar groß. Im Jahr 2004 wurde das Naturschutzgebiet auf 137,9 Hektar vergrößert. Dazu kommt noch ein abhängiges Landschaftsschutzgebiet mit einer Fläche von 63 Hektar. Der Bannwald Hohentwiel hat eine Größe von 18,9 Hektar. Er ist jetzt Bestandteil des Naturschutzgebiets.


Vor einigen hundert Jahren war der Hohentwiel noch ein ziemlich kahler Berg. Bis zum 18. Jahrhundert hätten Bäume die Verteidigung behindert. Danach konnten Bäume im bewegten Gestein der steilen, teilweise beweideten Schuttflächen nicht Fuß fassen. Im Jahr 1890 wurden zur Verschönerung des Bergs und zum Schutz vor Steinschlag über 12.000 Büsche und Bäume gepflanzt. Alle darunter sich befindenden exotischen Baumarten verkümmerten in der Folgezeit. Einheimische Baumarten, wie Haselstrauch, Esche, Linde und andere konnten sich jedoch behaupten. Aus ihren Samen wächst inzwischen die nächste Baumgeneration heran. 

Der Wald macht bereits einen relativ wilden Eindruck. Efeu und Waldreben ranken sich um die Bäume, ohne ihnen zu schaden. Am Boden liegen im Bereich der flacheren Abschnitte bereits zahlreiche abgestorbene Bäume.

Wie kommt man hin?
Mit dem Zug fährt man bis zum Haltepunkt Singen Landesgartenschau (Regionalverkehr mit Seehas). Dort befindet sich auch ein gebührenfreier Großparkplatz. Vom Zentrum von Singen folgt man der Bundestraße 34 in Richtung Gottmadingen. Westlich des Bahnübergangs befindet sich der Großparkplatz.

Im Gebiet unterwegs
Vom Großparkplatz überquert man die B 34 und biegt in die Hohentwielstraße ab. Sie führt schnell aus dem Ort hinaus. Auf dem Wanderweg des Schwarzwaldvereins (Querweg Freiburg-Bodensee) steigt man hinauf zum Hofgut Hohentwiel. Hierbei kommt man bereits durch den Bannwald Hohentwiel.

Der Ten Brink-Weg führt mitten durch den Bannwald am steilen Südosthang des Hohentwiel entlang. Dieser Weg ist vom 1.11. bis 30.4. jeden Jahres gesperrt. Dieser Weg zweigt wenig unterhalb des Hofguts Hohentwiel von der Zufahrtsstraße ab. Nach dem Durchqueren des Bannwalds kommt man in waldfreies Steillagengelände. Sobald wie möglich zweigt man hier nach links auf einen Weg ab, der in Kehren durch die Weinberge hinabführt. 

Der Rundweg ab/bis Großparkplatz bzw. Haltepunkt Singen Landesgartenschau über das Hofgut Hohentwiel und den Ten Bring-Weg ist ca. 3,8 Kilometer lang.        

 

Der Planausschnitt zeigt den Vulkanberg Hohentwiel im Hegau mit dem Naturschutzgebiet (rote Umrandung) und dem Bannwald (grüne Umrandung). Man sieht auch die Zufahrtsstraße zum Hofgut Hohentwiel (graue Farbe) sowie den Ten Brink-Weg am Osthang und Südhang des Hohentwiels (gelbe Farbe).
Einige Wege, die jedoch teilweise jahreszeitlich gesperrt sind, führen durch den Bannwald Hohentwiel hindurch.
Die Vegetation im Bannwald Hohentwiel ist teilweise sehr dicht. Efeu rankt sich um die Bäume, ohne ihnen zu schaden.
An einigen Stellen des Bannwalds Hohentwiel hat sich bereits Totholz angesammelt.
Blick von der Nordseite beim Hofgut Hohentwiel auf den Vulkanschlot-Pfropfen Hohentwiel. Die steilen Hänge des Bergs nimmt der Bannwald Hohentwiel ein.
Am steilen Südhang des Hohentwiels: Im Hintergrund erstreckt sich der Bannwald Hohentwiel. Die Hänge im Vordergrund sind so steil, dass sich hier kaum Vegetation ansiedelt. Die flacheren Hänge werden teilweise von Schafen beweidet.
Am Südhang des Hohentwiel erstreckt sich ein Weingut. Auf dem Gipfel ist ein Teil der Festungsruine Hohentwiel zu sehen. Die an den Steilhängen stockenden Wälder gehören zum Bannwald Hohentwiel.

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