Dienstag, 21. Februar 2017

Schweden vergrößert Ramsar-Gebiet Tärnasjön

Gemäß einer Mitteilung des Sekretariats der Ramsar-Konvention, des internationalen Übereinkommens zum Schutz der Feuchtgebiete, vom 16.01.2017 hat Schweden das bestehende  Ramsar-Gebiet Tärnasjön um über 11.000 Hektar vergrößert.

Das Ramsar-Gebiet Tärnasjön wurde am 05.12.1974 zum ersten Mal gemeldet, noch bevor Schweden offiziell der Ramsar-Konvention beigetreten ist (am 05.04.1975). Tärnasjön hat die Gebietsnummer 29 und gehört damit zu den ältesten Ramsar-Gebieten weltweit. Das Gebiet befindet sich in der Landschaft Västerbotten in Nordschweden. Tärnasjön hat nun eine Fläche von 23.236 Hektar. Die Koordinaten sind 65°56'N 15°33'E.

Das Ramsar-Gebiet Tärnasjön befindet sich am Oberlauf des Flusses Umeälven (Ume). Das Gebiet umfasst vor allem einen großen alpinen See mit vielen Inseln und Inselchen. Zum Gebiet gehören auch große Sumpfflächen. Darunter befindet sich die südlichste Palsa-Moorfläche in Schweden. Unter Palsa versteht man eine niedrige ovale Bodenerhebung in Gebieten mit Permafrost. 

Zum Gebiet gehören auch viele kleinere Seen und ein Flussdelta, das keinerlei Beeinflussungen durch den Menschen aufweist. Die Erweiterungsfläche des Ramsar-Gebiets umfasst die Moorschutzfläche Tärnasjön och Ånkardalen und andere Feuchtgebietsflächen. Die Vegetation wird von der Polarbirke sowie von einer reichen Uferflora dominiert.

In Schweden gibt es mit Stand Februar 2017 insgesamt 68 Ramsar-Gebiete. Sie bedecken eine Fläche von insgesamt 666.507 Hektar.

Samstag, 18. Februar 2017

EU veröffentlicht zehnte aktualisierte Liste der FFH-Gebiete in der mediterranen biogeographischen Region

Die Europäische Union hat im EU-Amtsblatt L 353 vom 23. Dezember 2016 den "Durchführungsbeschluss (EU) 2016/2328 der Kommission vom 9. Dezember 2016 zur Annahme einer zehnten aktualisierten Liste von Gebieten von gemeinschaftlicher Bedeutung in der mediterranen biogeographischen Region" veröffentlicht.

Die Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung (GGB), (auch: FFH-Gebiete) stützen sich auf die Richtlinie 92/43/EWG des Rates vom 21. Mai 1992 zur Erhaltung der natürlichen Lebensräume sowie der wild lebenden Tiere und Pflanzen.

An der mediterranen biogeographischen Region haben die EU-Staaten Frankreich, Griechenland, Italien, Kroatien, Malta, Portugal, Spanien, Vereinigtes Königreich (wegen Gibraltar) und Zypern Anteil. Die EU hat Anteil an neun biogeographischen Regionen.

Die erste Liste von Gebieten von gemeinschaftlicher Bedeutung in der mediterranen biogeographischen Region wurde mit der Entscheidung 2006/613/EG der Kommission verabschiedet. Die letzte Aktualisierung erfolgte mit dem Durchführungsbeschluss (EU) 2015/2374 der Kommission.

Die zehnte Aktualisierung berücksichtigt neue Gebiete sowie geänderte Angaben zu bereits vorhandenen Gebieten, die von den Mitgliedsstaaten zwischen dem 01. Januar 2015 und dem 31. Januar 2016 übermittelt worden sind. 

Die Liste umfasst die folgenden Daten:
  • Gebietscode
  • Bezeichnung des Gebiets
  • Vorhandensein von einem oder mehreren prioritären natürlichen Lebensraumtypen und/oder einer oder mehrerer prioritärer Arten im Sinne von Artikel 1 der Richtlinie 92/43/EWG
  • Fläche des Gebiets in Hektar
  • Länge des Gebiets in Kilometer (wo sinnvoll)
  • Geographische Koordinaten 
 

Mittwoch, 15. Februar 2017

Die Ramsar-Gebiete in Österreich

Im heutigen Post in diesem Blog sind die Ramsar-Gebiete Österreichs aufgelistet. Artikel in diesem Blog, die sich mit einzelnen Ramsar-Gebieten Österreichs befassen, sind vom heutigen Post aus verlinkt.

Die Ramsar-Konvention ist ein internationales Übereinkommen über Feuchtgebiete. Das Ramsar-Übereinkommen wurde am 02.02.1971 in der iranischen Stadt Ramsar geschlossen. 

In Österreich ist die Ramsar-Konvention am 16. April 1983 in Kraft getreten. Das Land hat zur Zeit 23 Ramsar-Gebiete. Sie umfassen eine Fläche von 124.968 Hektar. Darunter befinden sich drei staatenübergreifende Ramsar-Gebiete (Transboundary Ramsar Sites).

Das größte Ramsar-Gebiet ist Neusiedler See, Seewinkel & Hanság mit einer Fläche von 44.229 Hektar. Das kleinste Ramsar-Gebiet ist Autertal/St. Lorenzener Hochmoor mit einer Fläche von 48 Hektar.

Die Ramsar-Gebiete Österreichs im Einzelnen:

Sonntag, 12. Februar 2017

Vier neue Ramsar-Gebiete in der Ukraine - Jetzt insgesamt 37 Ramsar-Gebiete

Die Ukraine hat Ende 2016 in zwei Tranchen vier neue Ramsar-Gebiete gemeldet. Das gab das Sekretariat der Ramsar-Konvention bekannt. Die bei der Unesco angesiedelte Ramsar-Konvention ist das internationale Abkommen zum Schutz der Feuchtgebiete.

Gemäß den Angaben des Sekretariats der Ramsar-Konvention gibt es in der Ukraine jetzt insgesamt 37 Ramsar-Gebiete. Sie umfassen eine Fläche von 770.545 Hektar. Die Ramsar-Konvention trat in der Ukraine am 1. Dezember 1991 in Kraft.

In einer Meldung vom 01.12.2016 gab das Sekretariat der Ramsar-Konvention die beiden neuen Ramsar-Gebiete Cheremske Bog und Sim Maiakiv Floodplain bekannt.

Das neue Ramsar-Gebiet Cheremske Bog (Cheremske-Moor) hat die Gebietsnummer 2272. Das Gebiet umfasst eine Fläche von 2.975,7 Hektar. Das Gebiet befindet sich zwischen den Flüssen Prypiat, Styr and Stokhid. Es besteht aus mesotrophischen Sümpfen, Moorwäldern und zwei glazialen Karst-Seen.

Mittwoch, 8. Februar 2017

Auf dem Weg Nr. 1 zur Fortaleza in Teneriffas Teide-Nationalpark

Die Fortaleza ist das einzige Überbleibsel des alten Kraterrandes im Norden des Teide-Nationalparks auf der Kanareninsel Teneriffa. Die Fortaleza ist auf dem Weg Nr. 1, einem von 37 offiziell freigegebenen Wegen im Nationalpark Teide, relativ einfach zu erreichen.

Im Teide-Nationalpark auf der Kanareninsel Teneriffa lassen sich zwei wichtige geomorphologische Strukturen unterscheiden. Einmal gibt es den Vulkan Teide, den mit 3.718 m ü NN höchsten Berg Spaniens. Dieser Vulkan und sein Nachbarvulkan, der Pico Viejo, sind relativ jung. 

Dann gibt es den Rand des Kraters eines vor ca. 150.000 Jahren eingestürzten Vulkans. Dieser Kraterrand (Caldera) mit einer Ost-West-Ausdehnung von 16 Kilometern und einer Nord-Süd-Ausdehnung von 9 Kilometern ist älter als der Vulkan Teide, der sich erst nach dem Einsturz des alten Vulkans bildete. Der alte Kraterrand ist von Osten über Süden bis Westen noch fast vollständig erhalten. Im Norden wurde der alte Kraterrand durch die mit dem Vulkan Teide zusammenhängenden Aktivitäten verschüttet - mit Ausnahme des Bereichs, der Fortaleza genannt wird.

Der Weg Nr. 1 im Teide-Nationalpark hat den passenden Namen La Fortaleza. Der Weg ist in einfacher Richtung 5.274 Meter lang und bewegt sich in einer Höhe von 1.900 bis 2.075 m ü NN. Die Gehzeit für die einfache Richtung wird mit 1 Stunde und 45 Minuten angegeben. Vom Ende des Wegs muss man dieselbe Strecke wieder zurückgehen. 

Samstag, 4. Februar 2017

Neues Naturdenkmal "Monumento Natural de los Mallos de Riglos, Agüero y Peña Rueba" in Aragón

Die autonome spanische Region Aragón hat mit der Verordnung 174/2016 vom 22. November 2016 das neue Naturdenkmal (Monumento Natural) Mallos de Riglos, Agüero y Peña Rueba ausgewiesen.

Die Verordnung wurde im Amtsblatt von Aragón (Boletín oficial de Aragón) Nr. 232/2016 am 1.12.2016 veröffentlicht. Das neue Naturdenkmal befindet sich in den Provinzen Huesca und Zaragoza. Das Gebiet liegt im Talsystem des Flusses Río Gállego zwischen den Pyrenäen und dem Ebrobecken. Die Fläche des neuen Naturdenkmals ist 188,43 Hektar groß. 

Gemäß dem Schutzgebietsgesetz von Aragón sind Naturdenkmale Gebiete oder Naturerscheinungen, die seltene oder besonders schöne Einzelbildungen der Natur darstellen und die eines besonderen Schutzes würdig sind.

Die Fläche des neuen Naturdenkmals ist auch Teil des Europäischen Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000 (Vogelschutzgebiet Sierra de Santo Domingo y Caballera y río Onsella und FFH-Gebiet Sierras de Santo Domingo y Caballera).

Die drei Teilgebiete des neuen Naturdenkmals sind auch im Katalog der Gebiete von besonderem geologischem Interesse in Aragón enthalten. Dieser Katalog wurde mit der Verordnung 274/2015 geschaffen. 

Unter dem Begriff Mallos versteht man Felswände, die ganz oder teilweise aus Berghängen herausragen. Die Felswände erreichen Höhen von bis zu 250 Metern. Der höchste dieser Felsgipfel ist der Cerro de San Cristóbal en Riglos mit einer Höhe von 1.179 m ü NN.

In Aragón gibt es jetzt sechs Naturdenkmale. 

Dienstag, 31. Januar 2017

Thüringen vergrößert Biosphärenreservat Thüringer Wald

Mit der Thüringer Verordnung über das Biosphärenreservat Thüringer Wald (ThürBRThWVO) vom 6. Dezember 2016 (Gesetz- und Verordnungsblatt Thüringen 12/2016) hat das Bundesland Thüringen die gesetzliche Grundlage für das vergrößerte Biosphärenreservat Thüringer Wald geschaffen.

Das Biosphärenreservat hieß zunächst Vessertal und dann Vessertal-Thüringer Wald. Es wurde im Jahr 1979 geschaffen. Flächenerweiterungen gab es 1986 und 1990. Mit der neuen Verordnung vom 6. Dezember 2016 gibt es eine weitere markante Flächenerweiterung von 171 km² auf nunmehr 327 km² sowie eine erneute Namensänderung in "Thüringer Wald".

Das erweiterte und neustrukturierte Biosphärenreservat entspricht nun allen aktuellen Anforderungen der Unesco, so dass einer erneuten Anerkennung durch die Unesco nichts mehr im Wege stehen dürfte.

Freitag, 27. Januar 2017

Kärntner Naturpark Weißensee bleibt bis mindestens 31.12.2031 bestehen

Mit der 76. Verordnung vom 13. Dezember 2016 hat die Kärntner Landesregierung die vom  06.06.2006 stammende Verordnung zum Naturpark Weißensee dahingehend geändert, dass der Naturpark Weißensee bis zum 31.12.2031 weiterbesteht.

Die Verordnung zum Naturpark Weißensee wäre zum 31. Dezember 2016 außer Kraft getreten. Dieses Datum des Außerkrafttretens ist nun auf den 31.12.2031 verschoben worden.

Die zeitliche Befristung der Verordnungen zu den Naturparks in Kärnten macht insofern Sinn, als es sich bei den Naturparks nicht um eigenständige Schutzgebiete handelt. Im Kärntner Naturschutzgesetz werden die Naturparks im § 26 aufgeführt. Gemäß §26 (1) können nur bestehende Landschaftsschutz-, Naturschutz- und Europaschutzgebiete zum Naturpark erklärt werden. Die Verordnung eines Naturparks bringt somit für das betreffende Gebiet keinen zusätzlichen Schutz.

Montag, 23. Januar 2017

Die Europäischen Vogelschutzgebiete in Nordrhein-Westfalen

Das Bundesland Nordrhein-Westfalen hat in seinem Ministerialblatt, Ausgabe 2016, Nr. 12, 13. April 2016, die Europäischen Vogelschutzgebiete in diesem Bundesland bekanntgemacht. 

Demnach gibt es in Nordrhein-Westfalen insgesamt 28 EU-Vogelschutzgebiete (Richtlinie 2009/147/EG, Europäische Vogelschutzrichtlinie als Teil des Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000). Das größte Vogelschutzgebiet in NRW ist das Gebiet Hellwegbörde mit einer Fläche von 48.379 Hektar.

Das neue Gesetz zum Schutz der Natur in Nordrhein-Westfalen (Landesnaturschutzgesetz, LNatSchG NRW) vom 15. November 2016 bestimmt im § 52, dass die am 13. April 2016 im Ministerialblatt bekannt gemachten Europäischen Vogelschutzgebiete ...... gesetzlich geschützt sind. Damit wird die von der EU verlangte Ausweisung der Natura 2000-Gebiete als Schutzgebiete nach nationalem Recht für die Vogelschutzgebiete in NRW umgesetzt.   

Nachfolgend sind die EU-Vogelschutzgebiete in Nordrhein-Westfalen in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet. Angegeben sind der Name des Gebiets, der Gebietscode, der Kreis und die Flächengröße.

Donnerstag, 19. Januar 2017

Weißrussland vergrößert Ramsar-Gebiet Osveiski

Mit Datum vom 30. November 2016 hat das Sekretariat der Ramsar-Konvention, des internationalen Übereinkommens zum Schutz der Feuchtgebiete, eine Aktualisierung bei den Ramsar-Gebieten Weißrusslands mitgeteilt.

Das Ramsar-Gebiet Osveiski wurde um über 35 Prozent vergrößert. Seine Fläche beträgt nun 30.567 Hektar. Darüber hinaus hat Weißrussland aktualisierte Informationen zu acht Ramsar-Gebieten unterbreitet. Die zur Verfügung stehenden Infos und Daten zu allen 26 Ramsar-Gebieten Weißrusslands sind jetzt aktuell. Die Gesamtfläche der Ramsar-Gebiete Weißrusslands beträgt nun 778.303 Hektar. Das sind 3,7 Prozent der Landesfläche.

Das Ramsar-Gebiet Osveiski wurde im Jahr 2002 als Ramsar-Gebiet gemeldet. Es hat die Ramsar-Gebietsnummer 1217. Die Koordinaten sind 56°04'N 28°09'E. Osveiski ist ein großer Komplex von Seen, Wäldern sowie Übergangs- und Sumpfmooren an der Grenze mit Lettland und Russland. Im Jahr 2016 wurden die Außengrenzen des Ramsar-Gebiets neu festgelegt, so dass die Grenzen mit denen des Landschaftsschutzgebiets übereinstimmen. Dadurch vergrößerte sich die Fläche des Ramsar-Gebiets um fast 8.000 Hektar.

Im Zentrum des Ramsar-Gebiets Osveiski befindet sich der See Osveiskoe. Dies ist der größte eutrophe See (= Gewässer mit hohem Phosphatgehalt) Weißrusslands. Der See wächst schnell mit Wasserpflanzen zu. Er spielt aber immer noch eine wichtige Rolle beim Wasserhaushalt des nördlichen Weißrussland. Das Ramsar-Gebiet beherbergt regelmäßig mehr als 10.000 Zugvögel.