Montag, 23. Januar 2017

Die Europäischen Vogelschutzgebiete in Nordrhein-Westfalen

Das Bundesland Nordrhein-Westfalen hat in seinem Ministerialblatt, Ausgabe 2016, Nr. 12, 13. April 2016, die Europäischen Vogelschutzgebiete in diesem Bundesland bekanntgemacht. 

Demnach gibt es in Nordrhein-Westfalen insgesamt 28 EU-Vogelschutzgebiete (Richtlinie 2009/147/EG, Europäische Vogelschutzrichtlinie als Teil des Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000). Das größte Vogelschutzgebiet in NRW ist das Gebiet Hellwegbörde mit einer Fläche von 48.379 Hektar.

Das neue Gesetz zum Schutz der Natur in Nordrhein-Westfalen (Landesnaturschutzgesetz, LNatSchG NRW) vom 15. November 2016 bestimmt im § 52, dass die am 13. April 2016 im Ministerialblatt bekannt gemachten Europäischen Vogelschutzgebiete ...... gesetzlich geschützt sind. Damit wird die von der EU verlangte Ausweisung der Natura 2000-Gebiete als Schutzgebiete nach nationalem Recht für die Vogelschutzgebiete in NRW umgesetzt.   

Nachfolgend sind die EU-Vogelschutzgebiete in Nordrhein-Westfalen in alphabetischer Reihenfolge aufgelistet. Angegeben sind der Name des Gebiets, der Gebietscode, der Kreis und die Flächengröße.

Donnerstag, 19. Januar 2017

Weißrussland vergrößert Ramsar-Gebiet Osveiski

Mit Datum vom 30. November 2016 hat das Sekretariat der Ramsar-Konvention, des internationalen Übereinkommens zum Schutz der Feuchtgebiete, eine Aktualisierung bei den Ramsar-Gebieten Weißrusslands mitgeteilt.

Das Ramsar-Gebiet Osveiski wurde um über 35 Prozent vergrößert. Seine Fläche beträgt nun 30.567 Hektar. Darüber hinaus hat Weißrussland aktualisierte Informationen zu acht Ramsar-Gebieten unterbreitet. Die zur Verfügung stehenden Infos und Daten zu allen 26 Ramsar-Gebieten Weißrusslands sind jetzt aktuell. Die Gesamtfläche der Ramsar-Gebiete Weißrusslands beträgt nun 778.303 Hektar. Das sind 3,7 Prozent der Landesfläche.

Das Ramsar-Gebiet Osveiski wurde im Jahr 2002 als Ramsar-Gebiet gemeldet. Es hat die Ramsar-Gebietsnummer 1217. Die Koordinaten sind 56°04'N 28°09'E. Osveiski ist ein großer Komplex von Seen, Wäldern sowie Übergangs- und Sumpfmooren an der Grenze mit Lettland und Russland. Im Jahr 2016 wurden die Außengrenzen des Ramsar-Gebiets neu festgelegt, so dass die Grenzen mit denen des Landschaftsschutzgebiets übereinstimmen. Dadurch vergrößerte sich die Fläche des Ramsar-Gebiets um fast 8.000 Hektar.

Im Zentrum des Ramsar-Gebiets Osveiski befindet sich der See Osveiskoe. Dies ist der größte eutrophe See (= Gewässer mit hohem Phosphatgehalt) Weißrusslands. Der See wächst schnell mit Wasserpflanzen zu. Er spielt aber immer noch eine wichtige Rolle beim Wasserhaushalt des nördlichen Weißrussland. Das Ramsar-Gebiet beherbergt regelmäßig mehr als 10.000 Zugvögel.    

 

Sonntag, 15. Januar 2017

Neues Naturschutzgebiet "Schlosspark Buch und angrenzende Waldfläche" in Berlin

Mit Datum vom 16. September 2016 hat die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt das neue Naturschutzgebiet "Schlosspark Buch und angrenzende Waldfläche" verordnet.

Das neue Naturschutzgebiet ist identisch mit dem FFH-Gebiet "Schlosspark Buch" des EU-Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000. Dieses FFH-Gebiet hat den Gebietscode DE-3347-303. Die Landesnummer des FFH-Gebiets ist FFH 12. Die Naturschutzgebietsverordnung dient der von der EU geforderten Ausweisung der FFH-Gebiete als Schutzgebiete nach nationalem Recht.

Das Naturschutzgebiet "Schlosspark Buch und angrenzende Waldfläche" befindet sich im Berliner Bezirk Pankow und im dortigen Ortsteil Buch. Buch ist der nördlichste Ortsteil von ganz Berlin. Die Flächengrößte des NSG ist 26,11 Hektar.

Das neue Naturschutzgebiet ist durch einen bemerkenswerten Altbaum- und Totholzbestand sowie einen hohen Grundwasserstand geprägt. Die Naturschutzgebietsverordnung nennt als Schutzzweck insbesondere den Schutz des mitteleuropäischen Stieleichen-Hainbuchenwalds, des Erlen-Eschenwalds als Rest des Pankeauenwaldes, der prioritären Käferart Eremit, des Mittelspechts sowie der Baumhöhlen bewohnenden Fledermausarten. Die Erhaltung der prioritären Käferart Eremit hat Vorrang, wenn bei einem Vorhaben mehrere Schutzgüter betroffen sind.

Das neue Naturschutzgebiet Schlosspark Buch und angrenzende Waldfläche befindet sich im landschaftlichen Gebiet Barnim, einem von drei Naturräumen Berlins. Dieses Gebiet weist zur Zeit 13 Naturschutzgebiete auf. Die beiden anderen Naturräume sind das Berliner Urstromtal (13 Naturschutzgebiete) und Teltow (16 Naturschutzgebiete). Somit gibt es im Bundesland Berlin zur Zeit insgesamt 42 Naturschutzgebiete.   

Mittwoch, 11. Januar 2017

Galicien gründet Netzwerk seiner Naturparks

Mit der Verordnung 69/2016 vom 19. Mai 2016 hat die autonome spanische Region Galicien ein Netzwerk ihrer Naturparks gegründet (Rede de parques naturais de Galicia).

Das Netzwerk hat zum Ziel, eine abgestimmte Führung der einzelnen Naturparks zu ermöglichen, gemeinsame Projekte durchzuführen, sowie den Bekanntheitsgrad der Naturparks zu steigern.  

Zur Zeit gibt es in Galicien sechs Naturparks:

Samstag, 7. Januar 2017

Schweiz schlägt zwei neue UNESCO-Welterbestätten vor

Gemäß einer Meldung des Schweizer Bundesamts für Umwelt (BAFU) vom 09.12.2016 hat der Schweizer Bundesrat (die Regierung der Schweiz) bei seiner Sitzung vom 09.12.2016 zwei neue Stätten bestimmt, die bei der UNESCO als Welterbestätten vorgeschlagen werden sollen.

Dies sind die Salginatobelbrücke im Kanton Graubünden (potenzielles UNESCO-Weltkulturerbe) sowie zwei Gebiete mit Alten Buchenwäldern im Val di Lodano im Kanton Tessin und auf dem Bettlachstock im Kanton Solothurn (potenzielles UNESCO-Weltnaturerbe).

Die von den einzelnen Staaten vorgeschlagenen Gebiete für zukünftige UNESCO-Welterbestätten werden von der UNESCO auf den sogenannten Tentative-Lists geführt. Diese Listen nennt man in der Schweiz Liste indicative. Schaute man bisher auf der UNESCO-Welterbe-Website in die Tentative-List der Schweiz war dort lediglich eine "0" zu sehen. Das dürfte sich mit den beiden neu vorgeschlagenen Stätten jedoch bald ändern.

Hier in diesem Blog interessieren vor allem die Weltnaturebestätten. Mit den beiden vorgeschlagenen Gebieten mit Alten Buchenwäldern dockt die Schweiz an die bereits bestehende transnationale, serielle Weltnaturerbestätte "Primeval Beech Forests of the Carpathians and the Ancient Beech Forests of Germany" an. Diese serielle Weltnaturebestätte umfasst zur Zeit zahlreiche Gebiete in Deutschland, in der Slowakei und in der Ukraine. 

Montag, 2. Januar 2017

Thüringer Geopark "Inselsberg-Drei Gleichen" für die Aufnahme als UNESCO Global Geopark nominiert

Gemäß den Angaben der GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung will die Deutsche UNESCO-Kommission (Mitteilung vom 01.12.2016) den Thüringer Geopark Inselsberg-Drei Gleichen für die Aufnahme als UNESCO Global Geopark nominieren.

Damit werden das große erdgeschichtliche Potenzial sowie die bedeutende geowissenschaftliche und geotouristische Entwicklung des Geoparks anerkannt. Der Geopark Inselsberg-Drei Gleichen ist seit dem Jahr 2008 bereits als Nationaler Geopark anerkannt. Der Geopark liegt in Westthüringen. Namensgebend sind der Inselsberg, ein bedeutender Berg des Thüringer Walds, sowie die Drei Gleichen, drei mittelalterliche Burgen im Thüringer Becken. 

Zur Zeit gibt es in Deutschland insgesamt 16 Geoparks, die als Nationaler Geopark anerkannt sind. Davon sind bereits 6 Geoparks als UNESCO Global Geopark anerkannt.

Die Nationalen Geoparks in Deutschland (in Fettschrift: gleichzeitig UNESCO Global Geopark):

Bayern-Böhmen (Bayern)
Bergstraße-Odenwald (Baden-Württemberg, Bayern, Hessen)
Eiszeitland am Oderrand (Brandenburg)
Grenzwelten (Hessen, Nordrhein-Westfalen)
Harz-Braunschweiger Land-Ostfalen (Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen)
Inselsberg-Drei Gleichen (Thüringen)
Kyffhäuser (Sachsen-Anhalt, Thüringen)
Muskauer Faltenbogen (Brandenburg, Sachsen)
Porphyrland. Steinreich in Sachsen (Sachsen)
Ries (Baden-Württemberg, Bayern)
Ruhrgebiet (Nordrhein-Westfalen)
Schwäbische Alb (Baden-Württemberg, Bayern)
TERRA.vita (Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen)
Vulkaneifel (Rheinland-Pfalz)

Laacher See (Rheinland-Pfalz)
Westerwald-Lahn-Taunus (Hessen, Rheinland-Pfalz) 

Hier gibt es eine Übersicht über die UNESCO Global Geoparks in Europa. Von dort sind alle Artikel in diesem Blog, die sich mit einzelnen dieser Geoparks befassen, verlinkt.

Dienstag, 27. Dezember 2016

Teneriffas Naturpark Corona Forestal - das größte Schutzgebiet der Kanaren


Mit einer Fläche von 46.612,9 Hektar ist der Naturpark Parque Natural Corona Forestal auf der Insel Teneriffa nicht nur der größte Naturpark, sondern das größte Schutzgebiet überhaupt der Kanarischen Inseln. 

Der Naturpark Corona Forestal hat die ungefähre Form eines Kreisrings. Corona Forestal umgibt den Nationalpark Teide vollständig. Um zum in der Inselmitte von Teneriffa liegenden Teide-Nationalpark zu gelangen, muss man somit stets erst einmal durch den Naturpark Corona Forestal gehen oder fahren - egal aus welcher Himmelsrichtung man kommt.

Es trifft allerdings nicht zu, dass der Naturpark Coronal Forestal gleichbedeutend mit einer Pufferzone um den Nationalpark Teide ist. Der Nationalpark Teide und der Naturpark Corona Forestal haben vollkommen eigenständige Schutzziele. Beim Naturpark Corona Forestal (wörtlich übersetzt "Waldkranz") steht der Schutz der Wälder mit der Hauptbaumart der Kanarischen Kiefer im Vordergrund.

Der Naturpark Corona Forestal in seiner heutigen Form wurde im Rahmen des Gesetzes 12/1994 der Regierung der Kanaren geschaffen. Dieses Gesetz schuf nahezu alle Naturschutzgebiete der Kanaren, wie sie heute bestehen. Der Naturpark Corona Forestal erstreckt sich über einen enormen Höhenbereich, von ca. 300 m ü NN am tiefsten Punkt bis auf 2.576 m ü NN am höchsten Punkt.  

Donnerstag, 22. Dezember 2016

Schutzgebiete in Ulm

Die baden-württembergische Großstadt Ulm hat ca. 123.000 Einwohner und umfasst eine Fläche von 118,69 km². Ulm befindet sich am Südrand der Schwäbischen Alb und an der Donau. Ulm hat Anteil an der Großlandschaft Schwäbische Alb mit den Naturräumen Mittlere Flächenalb und Lonetal-Fächenalb sowie an der Großlandschaft Donau-Iller-Lech-Platte mit den Naturräumen Unteres Illertal, Hügelland der Unteren Riß und Donauried.

Im heutigen Post in diesem Blog sind die Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete, EU-Vogelschutzgebiete sowie EU-FFH-Gebiete Ulms mit einigen Daten aufgelistet.

Sonntag, 18. Dezember 2016

West Pennine Moors ist größtes neues Schutzgebiet in England seit einem Jahrzehnt

Natural England, die in England für den Naturschutz zuständige Behörde, will das Gebiet West Pennine Moors als Site of Special Scientific Interest (SSSI) (Gebiet von besonderem wissenschaftlichem Interessse) ausweisen. Mit einer Fläche von 76 Quadratkilometern ist dies die größte Schutzgebietsausweisung (alle Schutzgebietskategorien) in England seit über einem Jahrzehnt.

West Pennine Moors ist die größte neue Ausweisung eines SSSI seit dem Jahr 2004. Das Gebiet befindet sich in Nordwestengland nordnordwestlich von Manchester zwischen den Städten Chorley, Blackburn, Bolton und Haslingden in den Counties Lancashire und Greater Manchester. Die Ausweisung als SSSI dokumentiert die nationale Bedeutung des Gebiets mit seiner Kombination aus Hochland-Habitaten, Graslandschaften der Moorrandbereiche und Wald. 

Die West Pennine Moors bilden einen dramatischen Hintergrund für die angrenzenden Städte. Die wilden, offenen Landschaften ziehen seit Generationen Einheimische und Touristen an. Die Hügellandschaft sorgt auch für klares Trinkwasser für die umliegenden Gebiete. Ihre Fähigkeit, Wasser zu speichern, reduziert die Wahrscheinlichkeit von Flutereignissen.

Sites of Special Scientific Interest (SSSI) bilden die Grundlage des Flächennaturschutzes in England. Viele andere und in ihrem Schutzstatus weitergehende Schutzgebiete (z.B. Naturschutzgebiete) basieren auf einer vorherigen Ausweisung des betreffenden Gebiets als SSSI.  

Website von Natural England: https://www.gov.uk/government/organisations/natural-england

Mittwoch, 14. Dezember 2016

Niederländischer Lauwersmeer-Nationalpark ist internationales Schutzgebiet des dunklen Nachthimmels

Die in den USA beheimatete gemeinnützige Gesellschaft "International Dark-Sky Association" (ida) hat am 07. Oktober 2016 den niederländischen Lauwersmeer-Nationalpark mit dem Label "International Dark Sky Park" ausgezeichnet. Der Nationalpark Lauwersmeer stellt eine Insel ohne bzw. mit ganz wenig künstlichem Nachtlicht in einem der ansonsten nachthellsten Gebiete der Welt dar.

Der Lauwersmeer-Nationalpark ist ein Schutzgebiet der IUCN-Kategorie II in den nördlichen niederländischen Provinzen Friesland und Groningen. Der Nationalpark grenzt an die Nordsee. Der Park wurde im Jahr 2003 ausgewiesen. Der Nationalpark bzw. der neue International Dark Sky Park ist 6.000 Hektar groß. Bis zum 25. Mai 1969 war das Gebiet ein Teil des Meeres und hieß bis dann Lauerszee. Dann wurde ein Damm gebaut und das Gebiet vom Meer abgetrennt. In der Folge wechselte das Salzwasser langsam zu Süßwasser. Landflächen entstanden. Die Landschaft des Nationalparks wird durch regelmäßige Beweidung offengehalten. 

Die Provinz Groningen und die staatliche Forstbehörde (Staatsbosbeheer) haben gemeinsam die Bewerbung des Lauwersmeer-Nationalparks als Dark Sky Park verfasst. Die nächtliche Dunkelheit des Gebiets ist genauso ein wichtiger Faktor wie die Ruhe, die Weite und die ungewöhnliche Natur. An manchen Tagen kann man sogar das Polarlicht vom Lauwersmeer-Nationalpark aus sehen. 

Der Lauwersmeer-Nationalpark ist nach dem Boschplaat-Naturschutzgebiet das zweite Gebiet in den Niederlanden, das sich zu den zertifizierten International Dark Sky Places zählen darf.

Hier gibt es eine Übersicht über die von der ida anerkannten Schutzgebiete des dunklen Nachthimmels in Europa. Von dort sind alle Artikel in diesem Blog, die sich mit einzelnen Schutzgebieten befassen, verlinkt.