Mittwoch, 24. August 2016

"Collina Po" ist neues Biosphärenreservat in Piemont

Das internationale Koordinierungskomitee des MAB-Programms der Unesco (International Co-ordinating MAB Council of the Man and the Biosphere (MAB) programme) hat bei seiner 28. Sitzung vom 18.-19.03.2016 in Peru das neue Biosphärenreservat "Collina Po" in der italienischen Region Piemont anerkannt. Dies ist das 14. Unesco-Biosphärenreservat Italiens.

Das neue Biosphärenreservat umfasst eine Fläche von 171.233,85 Hektar. Davon gehören 3.853,05 Hektar zur Kernzone. Die Pflegezone umfasst eine Fläche von 21.161,45 Hektar. Die Entwicklungszone ist 146.219,46 Hektar groß. Das Biosphärenreservat erstreckt sich über den Teil des Flusses Po innerhalb von Turin sowie die Hügellandschaft Collina Torinese. Der geographische Mittelpunkt des Biosphärenreservats ist 45°3’12”N – 7°48’52”E.

Samstag, 20. August 2016

"Ivenacker Eichen" in Mecklenburg-Vorpommern ist erstes Nationales Naturmonument Deutschlands

Das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern hat am 13. Juli 2016 die Verordnung über das Nationale Naturmonument "Ivenacker Eichen" erlassen. Die Ivenacker Eichen sind damit das erste Nationale Naturmonument nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern, sondern in ganz Deutschland.

Die Schutzgebietskategorie des Nationalen Naturmonuments wurde mit dem neuen Bundesnaturschutzgesetz vom 29. Juli 2009 geschaffen. §24 (4) des Bundesnaturschutzgesetzes legt fest:
"Nationale Naturmonumente sind rechtsverbindlich festgesetzte Gebiete, die
1. aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, kulturhistorischen oder landeskundlichen Gründen und
2. wegen ihrer Seltenheit, Eigenart und Schönheit
von herausragender Bedeutung sind. Nationale Naturmonumente sind wie Naturschutzgebiete zu schützen."

Bisher gab es für die neue Schutzgebietskategorie des Nationalen Naturmonuments noch nicht den Durchbruch in Deutschland. Aus anderen Bundesländern sind kaum diesbezügliche Planungen bekannt.

Das neue Nationale Naturmonument Ivenacker Eichen befindet sich im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in der Gemeinde Ivenack. Es umfasst den Ausschnitt einer Waldlandschaft mit den in ihr befindlichen Uralteichen. Das Nationale Naturmonument ist auch ein Teil des mit der Schutzwaldverordnung Ivenacker Hudewald vom 8. Februar 2010 festgesetzten Schutzwaldes. Die Fläche des Nationalen Naturmonuments beträgt 75 Hektar.

Dienstag, 16. August 2016

Geopark Vulkanland Eifel wird in die beiden Geoparks Vulkaneifel und Laacher See aufgeteilt

Der nationale Geopark Vulkanland Eifel in Rheinland-Pfalz wird in zwei Geoparks aufgeteilt. Das gab die GeoUnion Alfred-Wegener-Stiftung, die für das Label Nationaler Geopark in Deutschland zuständig ist, in einer Mitteilung vom 06.07.2016 bekannt. Die beiden neuen Geoparks heißen Geopark Vulkaneifel und Geopark Laacher See.

Damit erhöht sich die Zahl der nationalen Geoparks in Deutschland von 15 auf 16. Hintergrund der Aufteilung sind gemäß der Mitteilung einerseits die unterschiedlichen Förderinstrumentarien in den beiden Teilräumen und andererseits der Umstand, dass der westliche Teil des bisherigen Geoparks Vulkanland Eifel als UNESCO Global Geopark anerkannt ist (nicht aber der östliche Teil, der zukünftig den Geopark Laacher See darstellt).

Im neuen Geopark Vulkaneifel befinden sich unter anderem die Eifelmaare. Im neuen Geopark Laacher See befindet sich selbstredend der Laacher See mit den Auswurfmassen des Laacher-See-Ausbruchs und der Lava-Dome in Mendig. Der Geopark Vulkaneifel entspricht dem Naturpark Vulkaneifel, der im Jahr 2010 als achter Naturpark in Rheinland-Pfalz eröffnet worden ist. 

In Deutschland gibt es zur Zeit sechs UNESCO Global Geoparks. Damit sind zehn der nationalen Geoparks keine UNESCO Global Geoparks.

Hier gibt es eine Übersicht über die UNESCO Global Geoparks in Europa. Von dort werden alle Artikel in diesem Blog, die sich mit einzelnen UNESCO Global Geoparks befassen, verlinkt.

http://www.nationaler-geopark.de

Freitag, 12. August 2016

Entsteht Bayerns dritter Nationalpark im Spessart?

In Bayern soll ein dritter Nationalpark eingerichtet werden. Das hat gemäß einer Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz das Bayerische Kabinett auf einer Klausur in St. Quirin am Tegernsee Ende Juli 2016 beschlossen.

Gemäß der Pressemitteilung soll der dritte Nationalpark nicht im Steigerwald eingerichtet werden. Dort gibt es seit langem Forderungen und Diskussionen über die Einrichtung eines Nationalparks. Darüber hinaus ist die Einrichtung des dritten Nationalparks in den Bayerischen Alpen wenig wahrscheinlich. Denn mit dem Nationalpark Berchtesgaden gibt es bereits einen Nationalpark in den Alpen und in Oberbayern. In Bezug auf die Bayerischen Alpen werden immer wieder das Ammergebirge und das Karwendel als Kandidaten für einen Nationalpark genannt.

Montag, 8. August 2016

Baden-Württemberg stellt Antrag an UNESCO für die Anerkennung des Biosphärengebiets Schwarzwald

Am 29.07.2016 hat das Land Baden-Württemberg zusammen mit den betroffenen Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald, Lörrach und Waldshut und vielen Gemeinden den Antrag an die Unesco zur Anerkennung des Biosphärengebiets Schwarzwald gestellt. Eine mögliche Anerkennung wird bis Ende 2017 erwartet.

Das Biosphärengebiet Schwarzwald wurde am 04.01.2016 von der baden-württembergischen Landesregierung verordnet. Das Gebiet hat eine Fläche von 63.236 Hektar. Es erstreckt sich über drei Landkreise mit 28 Gemeinden sowie die kreisfreie Stadt Freiburg. Das Biosphärengebiet Schwarzwald weist bereits einen Kernzonenanteil von etwas über drei Prozent auf. Es gibt keine zusammenhängende Kernzone. Vielmehr gibt es über das ganze Gebiet verteilt zahlreiche kleine Kernzonenflächen.

Die Kernzonen lassen sich in drei Gruppen unterteilen. Die erste Gruppe umfasst diejenigen Flächen, die bereits seit vielen Jahren als Bannwald ausgewiesen sind. Die zweite Gruppe umfasst die Flächen, die mit der Verordnung vom 04.12.2015 des Regierungspräsidiums Freiburg neu als Bannwälder ausgewiesen worden sind. Die dritte Gruppe umfasst Flächen, die bisher nicht als Bannwald ausgewiesen worden sind. Eine spätere Ausweisung als Bannwald ist für diese Flächen geplant (Bannwald ist der baden-württembergische Begriff für Naturwaldreservat).

Baden-Württemberg hat bereits ein von der Unesco anerkanntes Biosphärengebiet, das Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Es wurde am 31.01.2008 verordnet und am 26.05.2009 von der Unesoco anerkannt.   

Donnerstag, 4. August 2016

Königsbrücker Heide ist erstes zertifiziertes Wildnisgebiet unter dem Dach der Nationalen Naturlandschaften in Deutschland

EUROPARC Deutschland, der Dachverband der Nationalparks, Naturparks und UNESCO-Biosphärenreservate in Deutschland, hat am 02.06.2016 eine vierte Schutzgebietskategorie eröffnet. Dies ist das zertifizierte Wildnisgebiet.

Unter dem Dach der Nationalen Naturlandschaften sind ab jetzt auch Gebiete vertreten, 
  • die eine bestimmte Größe aufweisen
  • in denen der Prozessschutz gewährleistet ist
  • und die nicht einer der anderen drei Kategorien angehören.

Mit der vierten Schutzgebietskategorie des Wildnisgebiets unterstützt EUROPARC Deutschland das Ziel der Bundesregierung im Rahmen der Nationalen Biodiversitätsstrategie, bis zum Jahr 2020 auf mindestens zwei Prozent der Fläche in Deutschland Wildnis zuzulassen.

Sonntag, 31. Juli 2016

Sielmann-Stiftung ruft zur Wahl von Deutschlands schönster Wildnis auf

Zum siebten Mal ruft die Heinz Sielmann Stiftung zur Wahl des schönsten Naturwunders Deutschlands auf. Im Jahr 2016 steht die Wahl unter dem Motto "Wildnis". Kooperationspartner ist EUROPARC Deutschland e.V..

Bis zum 18. September 2016 können auf der Website der Sielmann-Stiftung 13 wilde Naturwunder gewählt werden. Darunter sind Nationalparks oder Teile von Biosphärenreservaten und Naturparks.
  • Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer (Salzwiesen, Priele und Nehrungen bei St. Peter Ording), Bundesland Schleswig-Holstein
  • Nationalpark Harz (eine der größten Waldwildnisflächen der Nationalen Naturlandschaften), Bundesländer Niedersachsen, Sachsen-Anhalt
  • Nationalpark Hainich (Weltnaturerbefläche Alte Buchenwälder), Bundesland Thüringen
  • Nationalpark Vorpommersche Bottenlandschaft (Darßer Weststrand), Bundesland Mecklenburg-Vorpommern
  • Naturpark Nuthe-Nieplitz (Stiftungsflächen Jüterbog), Bundesland Brandenburg
  • Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe (Schaale im Urstromtal der Elbe), Bundesland Mecklenburg-Vorpommern
  • Naturpark Fichtelgebirge (Blockhalden im Fichtelgebirge), Bundesland Bayern
  • Naturpark Bayerischer Wald (Rieslochschlucht), Bundesland Bayern
  • Naturpark Dahme-Heideseen (Trauben-Eichen der Dubrow), Bundesland Brandenburg
  • Naturpark Südschwarzwald (Wutachschlucht), Bundesland Baden-Württemberg
  • Naturpark Münden (Bachtäler im Kaufunger Wald), Bundesland Niedersachsen
  • Naturpark Siebengebirge (Wildnis im Siebengebirge), Bundesland Nordrhein-Westfalen
  • Naturpark Niederlausitzer Landrücken (Sielmanns Naturlandschaft Wanninchen), Bundesland Brandenburg
Website der Sielmann-Stiftung:
www.sielmann-stiftung.de


Mittwoch, 27. Juli 2016

Neue EU-Verordnung Nr. 1143/2014 zu invasiven gebietsfremden Arten sowie neue Unionsliste in Kraft

Die neue EU-Verordnung 1143/2014 vom 22. Oktober 2014 "über die Prävention und das Management der Einbringung und Ausbreitung invasiver gebietsfremder Arten ist mit der Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union am 04.11.2014 in Kraft getreten.

Artikel 4 (1) der EU-Verordnung 1143/2014 legt fest, dass die EU-Kommission im Wege von Durchführungsrechtsakten eine Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung (sog. Unionsliste) erstellt. Die Kommission führt mindestens alle sechs Jahre eine umfassende Überprüfung der Unionsliste durch und aktualisiert sie gegebenenfalls.

Mit Datum vom 13.07.2016 wurde nun im Amtsblatt der Europäischen Union die Durchführungsverordnung (EU) 2016/1141 der Kommission zur Annahme einer Liste invasiver gebietsfremder Arten von unionsweiter Bedeutung gemäß der Verordnung (EU) Nr. 1143/2014 des Europäischen Parlaments und des Rates veröffentlicht.

Die Liste führt 37 invasive Tier- und Pflanzenarten auf. 14 davon sind Gefäßpflanzen, 16 sind Wirbeltierarten und 7 sind wirbellose Tiere. Die Arten werden in der Liste nur mit ihrem wissenschaftlichen Namen aufgeführt. 

Die Liste umfasst vier Spalten. In der ersten Spalte wird der wissenschaftliche Name der Art angegeben. In der zweiten Spalte wird der KN-Code für lebende Exemplare angegeben (Code der kombinierten Nomenklatur). In der dritten Spalte wird der KN-Code für reproduktionsfähige Teile angegeben. In der Spalte vier wird die Kategorie der Waren angegeben, mit denen eine Verbindung besteht.  
 

Samstag, 23. Juli 2016

Bezirksregierung Köln verordnet vergrößertes Naturschutzgebiet "Eisbachtal mit Nebensiefen"

Die Bezirksregierung Köln im Bundesland Nordrhein-Westfalen hat am 23. Juni 2016 die ordnungsbehördliche Verordnung über das Naturschutzgebiet "Eisbachtal mit Nebensiefen" erlassen.

Das Naturschutzgebiet befindet sich in der Stadt Königswinter im Rhein-Sieg-Kreis. Es umfasst eine Fläche von 25 Hektar. Das NSG befindet sich im Nordosten des Siebengebirges östlich des Stadtteils Oberpleis (östlich der Autobahn A3). Das Gebiet umfasst ein ökologisch wertvolles und zusammenhängendes Fließgewässersystem. Das Gebiet zeichnet sich durch naturnahe Fließgewässer, durch naturnahe Ufer- und Auenbereiche und durch gehölzgeprägte Talhänge aus.

Bereits im Jahr 1994 wurde das Eisbachtal als Naturschutzgebiet ausgewiesen, allerdings nur auf einer Fläche von 8,5 Hektar. Mit der jetzt neu erlassenen Naturschutzgebietsverordnung wird die ordnungsbehördliche Verordnung "Landschaftsschutzgebiete in den Städten Königswinter und Bad Honnef" vom 31. August 2006 im Geltungsbereich der neuen Naturschutzgebietsverordnung aufgehoben.

Die neue Naturschutzgebietsverordnung ihrerseits tritt außer Kraft, wenn ein rechtskräftiger Landschaftsplan vorliegt, spätestens jedoch 20 Jahre nach ihrem Inkrafttreten.         

Dienstag, 19. Juli 2016

Südtirol weist 35 Natura 2000-Gebiete nach nationalem Recht aus

Die autonome Provinz Bozen-Südtirol hat am 14. Juni 2016 35 EU-Natura 2000-Gebiete in Schutzgebiete nach nationalem Recht umgewandelt.

Der Artikel 4(4) der Richtlinie 92/43/EWG des Rats vom 21. Mai 1992 (FFH-Richtlinie der EU) legt fest, dass die als Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung bezeichneten Gebiete spätestens 6 Jahre nach der Aufnahme in die EU-Listen von den einzelnen Staaten als Besondere Schutzgebiete nach nationalem Recht ausgewiesen werden (Gebiete von gemeinschaftlicher Bedeutung = Siti di Importanza Comunitaria, Besondere Schutzgebiete = Zone speciale di Conservazione). 

Dem sind viele italienische Regionen - wie übrigens auch viele deutsche Bundesländer - nicht nachgekommen, weshalb die EU unter anderem auch gegen den italienischen Staat bereits ein Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet hat. Das zuständige Ministerium hat die Regionen und autonomen Provinzen daraufhin aufgefordert, bis spätestens Juni 2016 die Umwandlung der Siti di Importanza Comunitaria in Zone speciale di Conservazione zu bewerkstelligen.

In Südtirol gibt es 40 FFH-Gebiete. Sie bedecken ca. 150.000 Hektar oder 20 Prozent der Landesfläche. 35 dieser Gebiete wurden nun in Zone speciale di Conservazione umgewandelt. Weitere 5 dieser Gebiete befinden sich innerhalb des Nationalparks Stilfser Joch. Hier hat die Umwandlung noch bis Ende 2016 Zeit. Das Umwandlungsverfahren hat sechs Monate in Anspruch genommen. Im Rahmen dieses Verfahrens wurden für die einzelnen Gebiete spezifische Entwicklungs- und Erhaltungsmaßnahmen festgelegt.