Montag, 3. Dezember 2012

Die größten Naturschutzgebiete der deutschen Bundesländer

Naturschutzgebiete in Deutschland sind eine sehr heterogene Angelegenheit. Große Unterschiede gibt es bei der Flächengröße der Gebiete und beim Schutzstatus. 

In einigen Naturschutzgebieten darf sich die Natur nach ihrem eigenen Gusto entwickeln. Diese Naturschutzgebiete kann man als Wildnisgebiete bezeichnen und diese Naturschutzgebiete könnte man ohne Probleme in eine neue Schutzgebietskategorie "Wildnisgebiet" überführen. Leider sind diese Gebiete unter den Naturschutzgebieten in der Minderzahl. 

In der Mehrzahl der Naturschutzgebiete werden Pflegemaßnahmen durchgeführt, um einen bestimmten Entwicklungszustand der Natur auf Dauer zu erhalten. Meist handelt es sich hierbei um einen Zustand der Natur, wie er durch jahrhundertelange Einflussnahme des Menschen entstanden ist. In einigen Naturschutzgebieten - das sind vor allem Naturschutzgebiete in Wäldern - wird Forstwirtschaft betrieben. Diese Naturschutzgebiete gehören zum Traurigsten, was Deutschland in Sachen Flächennaturschutz zu bieten hat.

Im heutigen Post in diesem Blog listen wir das jeweils größte Naturschutzgebiet der 16 deutschen Bundesländer auf, geordnet nach der Flächengröße. Unter Naturschutzgebiet verstehen wir nur die Schutzgebietskategorie des Naturschutzgebiets im engeren Sinne und nicht das Naturschutzgebiet als Überbegriff über alle Flächenschutzgebiete.


1. Schleswig-Holstein
Nordfriesisches Wattenmeer, 136.570 Hektar (gleichzeitig Nationalpark)

2. Niedersachsen
Küstenmeer vor den Ostfriesischen Inseln, 53,500 Hektar (gleichzeitig Nationalpark)

3. Bayern
Ammergebirge, 28.876 Hektar (dieses Gebiet ist auch als zukünftiger Nationalpark im Gespräch)
Die Ammergauer Alpen sind das 22. Fahrtziel Natur der Deutschen Bahn AG im Post vom 18.01.2015 in diesem Blog
Sind Wildnisinseln die Alternative zu einem Nationalpark Ammergebirge im Post vom 17.08.2014
Die Kreuzspitze im Naturschutzgebiet Ammergauer Alpen in den Bayerischen Alpen im Post vom 01.02.2014
Initiative für Nationalpark Ammergebirge im Post vom 04.03.2013
Naturwaldreservat Friedergrieß in den Ammergauer Alpen im Post vom 01.08.2010
Vorschlag für Nationalpark Ammergebirge im Post vom 26.10.2009
Geotop "Flysch im Röthenbachtal" in den Ammergauer Alpen im Post vom 21.08.2009
Naturschutzgebiet Ammergebirge in den Bayerischen Alpen im Post vom 14.08.2009

4. Sachsen
Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft, 13.000 Hektar (gleichzeitig Biosphärenreservat)

5. Brandenburg
Nationalpark Unteres Odertal, 10.445 Hektar (gleichzeitig Nationalpark)

6. Sachsen-Anhalt
Ohre-Drömling, 10.365 Hektar

7. Mecklenburg-Vorpommern
Peenemünder Haken, Struck und Ruden, Gebietsteil A, 7.544 Hektar

8. Baden-Württemberg
Feldberg, 4.227 Hektar

9. Thüringen
Hohe Schrecke,  3.459 Hektar

10. Hessen
Kühkopf-Knoblochsaue, 2.440 Hektar

11. Rheinland-Pfalz
Laacher See, 2.100 Hektar

12. Hamburg
Kirchwerder Wiesen, 860 Hektar

13. Bremen
Borgfelder Wümmewiesen, 677 Hektar

14. Nordrhein-Westfalen
Lambertstal, 650 Hektar

15. Saarland
Wolferskopf, 337 Hektar

16. Berlin
Pfaueninsel, 88,3 Hektar

Aus der Auflistung ist ersichtlich, dass das größte Naturschutzgebiet, das nicht gleichzeitig Bestandteil eines Großschutzgebiets (Nationalpark, Biosphärenreservat) ist, ca. 10.000 Hektar groß ist. Alle größeren Naturschutzgebiete sind später Bestandteil von Großschutzgebieten geworden, ohne dass die für die Naturschutzgebiete bestehende Verordnung aufgehoben worden ist. Eine Ausnahme bildet zur Zeit noch das Naturschutzgebiet Ammergauer Alpen, das aber ebenfalls als Nationalpark im Gespräch ist. 

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