Mittwoch, 7. August 2013

Licht und Schatten bei Korsika`s Weltnaturerbestätte Golfe de Porto

Beim Golfe de Porto an der Westküste der Mittelmeerinsel Korsika befindet sich die einzige Weltnaturerbestätte im europäischen Teil Frankreichs. Das Unesco-Welterbekommittee hat sich bei seiner 37. Sitzung im Juni 2013 in Phnom Penh mit dem Zustand der Weltnaturerbestätte Golfe de Porto befasst.

Der volle Name der Welterbestätte lautet (englisch): "Gulf of Porto: Calanche of Piana, Gulf of Girolata, Scandola Reserve". Die Weltnaturerbestätte hat eine Fläche von 11.800 Hektar. Sie wurde im Jahr 1983 anerkannt. Die Welterbestätte erstreckt sich über einen langen Küstenstreifen im Westen Korsikas und schließt den Golf von Porto sowie den Golf von Girolata mit ein. Bestandteil der Weltnaturerbestätte ist auch das Naturschutzgebiet Scandola, das eine Halbinsel nördlich des Golf von Girolata umfasst. Ebenso gehört zur Welterbestätte die Steilküstenlandschaft am südlichen Golf von Porto in der Nähe des Orts Piana (Calanche of Piana). Teile des Welterbegebiets gehören zum Naturpark Korsika. 


Die Küste des Welterbegebiets ist von außergewöhnlicher Schönheit mit vorgelagerten Inselchen, versteckten Höhlen, langen Stränden und hohen Felsen aus dunkelrotem Porphyr-Gestein. Die Vegetation wird von Buschland bestimmt. Die höhergelegenen Bereiche sind zum Teil mit Wald bedeckt. Unter anderem gibt es Kormorane und Seeadler im Gebiet sowie eine vielfältige Unterwasserwelt.

Die Unesco hat sich bei ihrer Überprüfung des Zustands des Welterbegebiets zunächst einmal zufrieden darüber gezeigt, dass die Lizenz für die Erkundung von Gasvorkommen zur Zeit nicht erneuert wird. Voraussetzung für eine zukünftige Bohrlizenz ist eine Umweltverträglichkeitsstudie und deren Prüfung durch die Unesco.

Die zuständigen staatlichen Stellen wurden aufgefordert, einen Managementplan vorzulegen und die bestehenden Managementaktivitäten zu überprüfen. Mit Sorge sieht die Unesco die Zunahme des Massentourismus im Umfeld der Welterbestätte. Der Managementplan muss Maßnahmen enthalten, wie mit dem touristischen Druck umzugehen ist.

Weitere Informationen hat die Unesco zu einer geplanten Abfallbehandlungsanlage für den Ort Porto sowie zu einem geplanten Ausbau der im Welterbegebiet verlaufenden Straßen D424 und D81 verlangt. Mit Wohlwollen hat die Unesco Pläne aufgenommen, die eine Vergrößerung des Naturschutzgebiets Scandola vorsehen. Bis zum 1. Februar 2016 haben die zuständigen Stellen einen ausführlichen Bericht über den Zustand des Welterbegebiets an die Unesco zu liefern.       

    

    

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