Samstag, 9. Januar 2016

Der Südschwarzwald ist das zweite Biosphärengebiet in Baden-Württemberg

Baden-Württemberg hat ab dem 01.02.2016 zwei Biosphärengebiete. Nach dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb, das am 31.01.2008 verordnet und 2009 von der Unesco anerkannt worden ist, wird jetzt der Südschwarzwald zum Biosphärengebiet ernannt. 

Der baden-württembergische Naturschutzminister Alexander Bonde hat am 04.01.2016 die Verordnung zum Biosphärengebiet Südschwarzwald unterzeichnet. Nach der Veröffentlichung der Verordnung im Gesetzblatt wird das Biosphärengebiet ab dem 01.02.2016 wirksam. Die Verordnung liegt mit Datum vom 05.01.2016 noch nicht vor. Sobald die Verordnung öffentlich bekannt ist, werden wir hier in diesem Blog noch einmal darauf zurückkommen.

Die Anerkennung des Biosphärengebiets durch die Unesco steht noch aus. Möglicherweise wird das Biosphärengebiet Südschwarzwald bei der nächsten Sitzung des MAB-Komitees der Unesco im Sommer 2016 anerkannt. In Deutschland gibt es jetzt insgesamt 17 Biosphärenreservate. Zwei davon sind jedoch noch nicht von der Unesco anerkannt.

Dienstag, 5. Januar 2016

"Marais Vernier et Vallée de la Risle maritime" in der Normandie ist das 44. Ramsar-Gebiet Frankreichs

Frankreich hat am 18.12.2015 ein neues Gebiet im Rahmen der Ramsar-Konvention zum Schutz der Feuchtgebiete gemeldet. Das Gebiet "Marais Vernier et Vallée de la Risle maritime" befindet sich in der Region Haute Normandie* und hat eine Fläche von 9.564, 5 Hektar. Die Koordinaten des Gebiets sind 49°26'N 0°29'E. Die Ramsar-Gebietsnummer ist 2247. Dies ist das 44. Ramsar-Gebiet Frankreichs.

* Im Rahmen der Verwaltungsreform in Frankreich wurden die Regionen Haute Normandie und Basse Normandie am 01.01.2016 zur Region Normandie verschmolzen.

Das neu gemeldete Gebiet ist ein großes Flussmündungssystem mit Sümpfen auf angeschwemmten Böden, Schlammebenen, Brackwasserflächen, Flüssen, Torfflächen sowie einem Netzwerk von Gräben und offenen Wasserflächen, die im Grand Mare-Naturbecken aufeinandertreffen. Marais Vernier, ein früherer Mäander des Flusses Seine, beinhaltet heute das größte Torfvorkommen in Frankreich. Der Risle-Küstenfluss ist eine Übergangszone zwischen Salzwasser und Süßwasser und unterstützt Habitate, die auf die Gezeiten angewiesen und als Lebensraum für Fische wichtig sind.

Samstag, 2. Januar 2016

UNESCO Global Geoparks in Europa

Auf ihrer Sitzung vom 03. bis 18.11.2015 (konkret am 17.11.2015) hat die UNESCO-Generalversammlung das neue Label "UNESCO Global Geopark" geschaffen. Neben den UNESCO-Welterbestätten und den UNESCO-Biosphärenreservaten gibt es damit ein drittes Schutzgebietslabel, das die UNESCO vergibt.

Konkret wird das seit 1972 bestehende internationale Geowissenschaftsprogramm IGCP (International Geoscience Programme), das von der UNESCO und IUGS (International Union of Geological Sciences) gemeinsam getragen wird, zu einem International Programme of Geosciencis and Geoparks (IGGP) weiterentwickelt.  

Eine Dachorganisation der Geoparks der Welt, Global Geoparks Network, existiert bereits seit dem Jahr 1998 und wurde bereits von der UNESCO unterstützt. Diese Organisation hat Kriterien eingeführt, denen ein Geopark genügen muss, um Mitglied der Organisation zu werden. Alle Geoparks, die mit Stand November 2015 bereits Mitglied im Global Geoparks Network sind, erhalten automatisch das Label UNESCO Global Geopark. Geoparks, die Mitglied im Netzwerk Global Geoparks Network sind, sind automatisch auch Mitglied im europäischen Netzwerk der Geoparks (European Geoparks Network).

Geoparks, die ab November 2015 neu das Label UNESCO Global Geopark erhalten wollen, müssen einen Bewerbungsprozess im nationalen und im UNESCO-Rahmen durchlaufen, wie das auch bei den Welterbestätten und den Biosphärenreservaten der Fall ist.


Wie bei anderen internationalen Programmen üblich werden für die Beurteilung und Aufnahme der UNESCO-Geoparks Nationalkomitees eingerichtet. Das deutsche Nationalkomitee hatte unter Federführung des Auswärtigen Amts am 22. 04.2016 seine konstituierende Sitzung.  

Im heutigen Post in diesem Blog sind die UNESCO Global Geoparks in Europa aufgelistet. Alle Artikel in diesem Blog, die die UNESCO Global Geoparks zum Inhalt haben, sind und werden von hier verlinkt. Der heutige Post ist auch von der rechten Spalte des Blogs direkt verlinkt.

Mit Stand April 2019 gibt es 147 UNESCO Global Geoparks in 41 Staaten. Davon sind vier transnationale Geoparks, die sich über zwei Staaten erstrecken.

Montag, 28. Dezember 2015

Neues Schutzgebiet "Intérêt géologique du département du Lot" ist das größte geologische Naturschutzgebiet Frankreichs

Das mit der Verordnung 2015-599 am 02.06.2015 vom franzöischen Staat neu ausgewiesene Naturschutzgebiet (réserve naturelle nationale) "Intérêt géologique du département du Lot" ist mit einer Fläche von 800 Hektar das größte geologische Naturschutzgebiet Frankreichs.

Die Réserve naturelle nationale Intérêt géologique du département du Lot befindet sich - der Name sagt es bereits - im Département Lot in der Region Midi-Pyrénées. Im Rahmen der Neustrukturierung der französischen Regionen wird die Region Midi-Pyrénées ab dem 01.01.2016 Teil der größeren Region Languedoc-Roussillon-Midi-Pyrénées.

Das neue Naturschutzgebiet hat den nationalen Code FR3600180 und ist in die IUCN-Kategorie III eingeordnet. Die Koordinaten des Zentrums des Gebiets sind: 44.4065 N / 1.69776 E.

Mittwoch, 23. Dezember 2015

Weinbaugebiete in Burgund sind neue Kulturlandschaft im Unesco-Welterbe

Das Welterbekomitee der UNESCO hat bei seiner 39. Sitzung vom 28.06. bis 08.07.2015 in Bonn einigen Weinbaugebieten in Burgund in Frankreich den Welterbetitel als Welterbe-Kulturlandschaft zuerkannt.

Das neue Welterbegebiet heißt auf französich "Les climats du vignoble de Bourgogne". Das Wort "climat" hat dabei nichts mit Klima zu tun. Vielmehr steht dieses Wort in Burgund für ein Gebiet, in dem Wein angebaut wird. Die original englische Bezeichnung der neuen Welterbestätte ist "Climats, terroirs of Burgundy".

Die Burgunder Climats sind kleine und genau abgegrenzte Weinstock-Grundstücke an den Hängen der Cotes de Nuits und der Cotes de Beaune, die sich auf einer Länge von 50 Kilomtern südlich von Dijon bis nach Maranges erstrecken. Die Welterbestätte umfasst die Elemente, die die Entwicklung und passgenaue Ausgestaltung der Grundstücke in Bezug auf die Eigenart und Qualität des jeweils angebauten Weins ermöglichen. Dies beinhaltet zwei verschiedene Elemente.

Sonntag, 20. Dezember 2015

Neuer Naturpark Sauerland-Rothaargebirge in NRW ist der zweitgrößte Naturpark Deutschlands

Mit der Übergabe des Bescheids des Umweltministers von Nordrhein-Westfalen am 30.11.2015 hat das Bundesland NRW einen neuen Naturpark erhalten. Der Naturpark Sauerland-Rothaargebirge ist mit einer Fläche von 3.826 km² der größte Naturpark von NRW und nach dem Naturpark Südschwarzwald der zweitgrößte Naturpark Deutschlands.

Der neue Naturpark Sauerland-Rothaargebirge im Sauerland und im Siegerland umfasst einerseits die bisherigen drei Naturparks Homert, Ebbegebirge und Rothaargebirge. Andererseits umfasst der neue Naturpark auch Flächen in den Kreisen Olpe und Siegen-Wittgenstein, dem Märkischen Kreis und dem Hochsauerlandkreis, die bisher noch nicht Naturparkflächen waren. Die Gründungsversammlung des Naturparkvereins Sauerland-Rothaargebirge war bereits am 29.04.2015. Zum Vorsitzenden des Naturparkvereins wurde der Bürgermeister von Bad Berleburg gewählt.

Mittwoch, 16. Dezember 2015

Italien`s Pollino-Nationalpark als UNESCO Global Geopark anerkannt

Der Nationalpark Pollino in Kalabrien und in der Basilicata wurde beim vierten Asien-Pazifik-Geoparksnetzwerk-Symposium (vom 15. bis 20. 09. 2015) als Mitglied des Weltnetzwerks der Geoparks (Global Geopark Network) anerkannt. 

Dem voraus ging ein Beschluss bei der 13. Konferenz der Europäischen Geoparks (vom 3. bis 6. 09. 2015). Damit ist der Pollino Nationalpark seit November 2015 gleichzeitig auch ein UNESCO Global Geopark.

Das Label UNESCO Global Geopark wurde von der Unesco bei der Unesco-Generalkonferenz im November 2015 neu geschaffen. Die UNESCO Global Geoparks haben damit denselben Status wie zum Beispiel die Biosphärenreservate oder die Welterbestätten. Alle Geoparks, die bereits Mitglied im Weltnetzwerk der Geoparks sind, erhalten automatisch den Status UNESCO Global Geopark. Geoparks, die zukünftig das Label UNESCO Global Geopark erlangen wollen, müssen ein Bewerbungsverfahren über die jeweilige nationale, dafür bestimmte Stelle durchlaufen.

Samstag, 12. Dezember 2015

Polens Nationalpark Karkonosze (Riesengebirge) wird vergrößert

Der am 16.01.1959 gegründete Nationalpark (Park Narodowy) Karkonosze (Riesengebirge) in Polen wird am 01.01.2016 zum ersten Mal vergrößert. Seine Fläche wächst von 5.580 Hektar um 370 Hektar auf 5.950 Hektar. Konkret wird die bisherige Nationalpark-Enklave beim Berg Chojnik mit dem größeren Rest des Nationalparks verbunden. Auch die 11.266 Hektar umfassende Pufferzone des Nationalparks wird erweitert. Bis zum Jahr 2019 soll zudem ein neues Bildungs- und Informationszentrum im ehemaligen Schaffgottschen Palais in Sobieszów errichtet werden. 

In Polen gibt es zur Zeit 23 Nationalparks, wobei die Mehrzahl der Nationalparks eine größere Fläche hat als Karkonosze. Über das Riesengebirge verläuft die Grenze zwischen Polen und Tschechien. Der am 17.06.1963 gegründete tschechische Nationalpark Krkonoše grenzt unmittelbar an den polnischen Nationalpark Karkonosze. Der höchste Berg des Riesengebirges ist die 1.602 m ü NN hohe Schneekoppe, über die die Staatsgrenze verläuft.

Seit dem 10.09.2010 ist Karkonosze auch ein nationaler Geopark Polens. Zudem ist das Riesengebirge mit den beiden Nationalparks auch ein Unesco-Biosphärenreservat (Krkonose/Karkonosze). Es wurde im Jahr 1992 anerkannt. Seine Fläche beträgt 60.362 Hektar. Die Kernzone in Polen ist 1.717 Hektar groß, in Tschechien 8.432 Hektar.

Dienstag, 8. Dezember 2015

"Alpi Ledrensi e Judicaria" ist neues Biosphärenreservat in der italienischen Provinz Trentino

Das internationale Koordinierungskomitee des MAB(Man and Biosfere)-Programms der Unesco hat bei seiner 27. Sitzung vom 8.-12.06.2015 in Paris den Vorschlag Italiens zur Einrichtung eines Biosphärenreservats "Alpi Ledrensi e Judicaria" in der Provinz Trentino gutgeheißen. Damit hat Italien im Jahr 2015 insgesamt drei neue Biosphärenreservate erhalten. Insgesamt hat Italien jetzt 13 Biosphärenreservate.

Das neue Biosphärenreservat heißt in der englischen Sprache "Ledro Alps and Judicaria". Italien hat dieses Biosphärenreservat bereits für die vorhergehende 26. Sitzung des MAB-Koordinierungskomitees im Jahr 2014 angemeldet. Damals wurde die Anerkennung jedoch verweigert.

Das neue Bioshärenreservat hat eine Fläche von 47.427 Hektar. Die Kernzone umfasst 4.786 Hektar. Die Pufferzone erstreckt sich über 15.774 Hektar. Die Entwicklungszone umfasst 26.867 Hektar. Das Biosphärenreservat befindet sich zwischen dem Unesco-Welterbegebiet Dolomiten und dem Gardasee. Das Gebiet ist repräsentativ für die Südhänge der zentralen Ostalpen. Es umfasst verschiedene Habitate wie z.B. alpine Wiesen, Wald, Grasland und Moore. Seine strategische Lage trägt zu einer reichen und vielfältigen Biodiversität bei. Das Biosphärenreservat ist Bestandteil eines ökologischen Korridors durch die Alpen in Nord-Süd-Richtung, so dass eine territoriale Kontinuität bei den Schutzgebieten von der Po-Ebene bis zu den Nordalpen besteht.

Freitag, 4. Dezember 2015

"Vashlovani Protected Areas" sollen das erste Schutzgebiet in Georgien mit Europadiplom werden

Der Europarat plant, dem Schutzgebiet Vashlovani Protected Areas in Georgien das Europadiplom für Schutzgebiete zu verleihen. Die Expertengruppe für das Europadiplom des Europarats hat auf ihrer Sitzung am 13. März 2015 diese Entscheidung vorbereitet. Verabschiedet werden soll die Entscheidung bei der 35. Sitzung des ständigen Komitees zur Berner Konvention, die vom 1. bis 4. Dezember 2015 in Straßburg tagt.

Das Schutzgebiet Vashlovani Protected Areas umfasst fünf Gebietsteile:
  • Vashlovani Strict Nature Reserve
  • Vashlovani National Park
  • Alazani Riparian Forest Natural Monument
  • Takhti-Tepa Natural Monument
  • Eagle Canyon Natural Monument.
Mit der Verleihung des Europadiploms erkennt der Europarat die Bedeutung dieser Gebiete mit ihren bemerkenswerten Landschaften, außergewöhnlichen geologischen Erscheinungen, ihrer reichen Flora und Fauna mit seltenen Arten und ihrer Ökosysteme mit besonderem Interesse für die europäische Biodiversität an.