Freitag, 30. September 2011

England`s Naturschutzbehörde genehmigt Erweiterung der Nationalparke Lake District und Yorkshire Dales

Natural England, die Naturschutzbehörde von England, hat am 28. September 2011 die Prüfung der Erweiterungspläne des Lake District Nationalparks sowie des Yorkshire Dales Nationalparks abgeschlossen und die Erweiterung gutgeheißen. Es liegt jetzt am Umweltministerium, die Erweiterung zu beschließen.

Beide Nationalparks sollen um insgesamt 500 km² erweitert werden. Nach der Erweiterung werden beide Nationalparks teilweise unmittelbar an die Autobahn M 6 grenzen und damit auch aneinander grenzen. Der Lake District Nationalpark befindet sich westlich der M 6, der Yorkshire Dales Nationalpark liegt östlich der M 6 in Nordengland.

Der Yorkshire Dales Nationalpark soll an zwei Stellen erweitert werden. Im Norden des bestehenden Parks sollen die Orton Fells, die nördlichen Howgill Fells, das Wild Boar Fell sowie Mallerstang einbezogen werden. Die Erweiterung im Westen umfasst die Barbon -, Middleton -, Casterton - und Leck Fells, den Fluss Lune und einen Teil des Firbank Fells und andere Fells westlich des Flusses Lune.

Der Lake District Nationalpark soll ebenfalls an zwei Stellen erweitert werden. Im Osten des bestehenden Schutzgebiets kommen Birkbeck Fells Common sowie Whinfell Common hinzu. Im Süden wird der Nationalpark um ein Gebiet von den Helsington Barrows zum Sizergh Fell und um einen Teil des Lyth-Tales erweitert.

England verfügt zur Zeit über 10 Nationalparks. Der Lake Disctrict Nationalpark hat zur Zeit eine Größe von 2.292 km², der Yorkshire Dales Nationalpark hat eine Größe von 1.769 km².

Freitag, 23. September 2011

Der zwölfte PAN Park befindet sich in Litauen

Bei der zehnten PAN Parks Wildniskonferenz im September 2011 erhielt das Gebiet des Dzukija-Nationalparks sowie des angrenzenden Cepkeliai-Reservats in Litauen das Label PAN Park. Dies ist bereits das 12. Gebiet in Europa, das als PAN Park zertifiziert worden ist. PAN Parks ist eine Wildnisorganisation, die ein Zertifizierungssytem für Wildnisgebiete entwickelt hat und die ein wichtiger Partner bei der Entwicklung eines Wildnissystems innerhalb der EU ist. 

Voraussetzung für die Zertifizierung eines Gebiets als PAN Park sind unter anderem eine Wildnisfläche von mindestens 10.000 Hektar und eine Mindestgröße des Schutzgebiets von 20.000 Hektar. Cepkeliai-Dzukija ist der erste PAN Park in Litauen und der zweite PAN Park in den baltischen Staaten nach dem Soomaa Nationalpark in Estland.

Cepkeliai ist mit einer Größe von 18.150 Hektar das größte Feuchtgebiet Litauens und eines der größten Feuchtgebiete der baltischen Region. Im 55.900 Hektar großen Dzukija-Nationalpark befinden sich ausgedehnte Kiefernwälder sowie Sanddünen. Im Gebiet kommen unter anderem Elche, Wölfe, Luchse, Bieber und Otter vor. Das für die Zertifizierung geforderte über 10.000 Hektar große Wildnisgebiet befindet sich hauptsächlich im Cepkeliai-Reservat. Dzukija ist das größte Schutzgebiet in Litauen. Litauen hat zur Zeit fünf Nationalparks.   

 

Donnerstag, 22. September 2011

Aletschwald ist jetzt größtes Naturwaldreservat im Kanton Wallis

Anfang Septeber 2011 wurde das bestehende Naturwaldreservat Aletschwald im Schweizer Kanton Wallis von 305 auf 740 Hektar vergrößert. Damit ist der Aletschwald nun das größte Naturwaldreservat des Kantons.

Superlative der Natur sammeln sich im Kanton Wallis. Dazu gehört auch der längste Gletscher der Alpen und Kontinentaleuropas, der 23 Kilometer lange Aletschgletscher. Am Ostrand des Aletschgletschers befindet sich der Aletschwald, der älteste und wertvollste Lärchen- und Arvenwald der Schweiz.

Bereits im Jahr 1933 wurden 304,5 Hektar des Aletschwalds unter strengen Schutz gestellt durch einen kantonalen Entscheid, der den Aletschwald als absolute "Reservation" und "Naturdenkmal" erklärt hat. Die Schweizer Naturschutzvereinigung Pro Natura besitzt 23,9 Hektar des Schutzgebiets und hat einen Dienstbarkeitsvertrag über 325 Hektar.

Nun wurde das Kernschutzgebiet des Aletschwalds von 304,5 auf 422 Hektar vergrößert. Zusätzlich wurde in der Nachbarschaft des Aletschwalds ein weiteres Naturwaldreservat auf einer Fläche von 318 Hektar eingerichtet. In der Summe ergeben sich somit 740 Hektar Wildnis an einem der großartigsten Orte der Alpen.

Naturwaldreservate sind zur Zeit im Kanton Wallis noch unterrepräsentiert. Sie nehmen derzeit nur zwei Prozent der Waldfläche des Kantons ein. Geplant ist bis 2020 eine Erweiterung auf 5 Prozent der Waldfläche. Bevorzugt sollen in den kommenden Jahre große zusammenhängende Naturwaldreservate von um die 1.000 Hektar ausgewiesen werden.  

Montag, 19. September 2011

Weltkulturerbe Wieskirche erhält neue Schutzzone

Das Unesco-Weltkulturerbe ist normalerweise nicht das Thema in diesem Blog. Eine Ausnahme machen wir dann, wenn beim Unesco-Weltkulturerbe eine raum- oder flächenwirksame Entscheidung getroffen wird. Dies ist jetzt bei der Wieskirche in Oberbayern, einer der schönsten Barockkirchen der Welt, der Fall.

Das Unesco-Welterbekommittee hat auf seiner Sitzung im vergangenen Juni in Paris der Einrichtung einer Pufferzone rund um die Wieskirche zugestimmt. Die Flächenverhältnisse bei der Wieskirche sind jetzt wie folgt: 
Grundstücksfläche des Weltkulturerbes Wieskirche 0,1 Hektar
Geschütztes Gebiet 1,6 Hektar
Pufferzone 6,8 Hektar

Die Unesco hat die Einrichtung einer Pufferzone rund um die Wieskirche gefordert, um die auf einer Anhöhe am Fuß der Ammergauer Alpen gelegene Wallfahrtskirche vor optischen Beeinträchtigungen zu schützen. Insbesondere soll verhindert werden, dass zum Beispiel Windkraftanlagen oder Sendetürme die Sicht auf die Wieskirche verstellen. 

Die Bundesrepublik Deutschland will die Pufferzone gleich zweifach absichern. Einerseits ist durch einen Bebauungsplan im Rahmen des Baugesetzbuchs sichergestellt, dass in der Pufferzone keine das Welterbe beeinträchtigenden Nutzungen stattfinden. Andererseits wird durch die Beteiligung der für das Weltkulturerbe Wieskirche zuständigen nationalen Stellen an der Aufstellung und Änderung eines Regionalplans sichergestellt, dass schädliche Flächennutzungen in einem Bereich unterbunden werden, der weit über die jetzt eingerichtete Pufferzone rund um die Wieskirche hinausgeht.

Der streng geschützte Bereich rund um die Wieskirche ist übrigens wesentlich größer als die jetzt ausgewiesene Pufferzone. Denn unmittelbar angrenzend an die Pufferzone befindet sich das bereits im Jahr 1989 ausgewiesene Naturschutzgebiet "Moore um die Wies" mit einer Fläche von 375 Hektar. Die jetzt ausgewiesene Pufferzone hat somit die Aufgabe, die bisher bestandene Schutzlücke zwischen dem Welterbe und dem Naturschutzgebiet abzudecken.    

Samstag, 17. September 2011

Schritte zum Nationalpark Nordschwarzwald

Die neue Grün-Rote Landesregierung in Baden-Württemberg geht konsequent auf dem Weg zur Ausweisung eines ersten Nationalparks in diesem Bundesland voran. Insbesondere der Minister für den ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Alexander Bonde, in dessen Resort der Flächennaturschutz fällt, arbeitet mit großem Elan für einen Nationalpark Nordschwarzwald.

Bereits die Vorgängerregierung hat Untersuchungen für einen Nationalpark in BW angestellt. Diese Untersuchungen wurden jetzt von der neuen Landesregierung öffentlich gemacht. Nur der Nordschwarzwald kommt demnach für einen Nationalpark in Frage. Denn nur dort finden sich ausreichend Staatswaldflächen, um einen Nationalpark einrichten zu können.

Für den Nationalpark Nordschwarzwald werden keine kommunalen oder privaten Flächen benötigt. Der Nationalpark mit einer Fläche von über 10.000 Hektar soll möglicherweise über mehrere Teilflächen verfügen. In einem ca. 17.000 Hektar großen Suchraum wurden Flächen östlich des Murgtals (Hochfläche von Kaltenbronn) sowie auch westlich des Murgtals (Ruhestein, Ochsenkopf, Badener Höhe) als geeignet für einen Nationalpark identifiziert. In allen Flächen befinden sich bereits einzelne Bannwälder (der baden-württembergische Begriff für Naturwaldreservat), die im neuen Nationalpark aufgehen könnten.

Freitag, 16. September 2011

Nationalpark Harz zur schönsten Wasserlandschaft Deutschlands gewählt

Die Heinz Sielmann Stiftung veranstaltet nun schon seit einigen Jahren die Wahl der schönsten Landschaft Deutschlands. Im Jahr 2011 stand die schönste Wasserlandschaft Deutschlands zur Wahl. Die Internetnutzer haben in diesem Jahr den Nationalpark Harz auf den ersten Platz gewählt. Der Nationalpark Harz erhielt 21,5 Prozent der insgesamt 18.000 abgegebenen Stimmen.

Für die Wahl standen 24 Naturlandschaften Deutschlands (Nationalpark, Naturpark, Biosphärengebiet) bereit. Alle diese Landschaften zeichnen sich unter anderem durch das Element Wasser aus. Dazu gehören Quellen, Bäche, Flüsse oder Seen. Auf die Plätze zwei bis fünf kamen die folgenden Landschaften: Nationalpark Bayerischer Wald, Nationalpark Kellerwald Edersee, Nationalpark Altmühltal, Nationalpark Berchtesgaden.  

Donnerstag, 15. September 2011

Jetzt acht Naturparks in Mecklenburg-Vorpommern

Mit der am 19. Juli 2011 erfolgten Ausweisung des Naturparks Flusslandschaft Peenetal hat das deutsche Bundesland Mecklenburg-Vorpommern nun insgesamt acht Naturparks. Der neue Naturpark Flusslandschaft Peenetal hat eine Größe von 33.400 Hektar und erstreckt sich vom Auslauf der Peene aus dem Kummerower See bis zum Peenestrom, einem Meeresarm der Ostsee.

Der Ausweisung als Naturpark vorausgegangen ist das Naturschutzgroßprojekt Peenetal. Im Rahmen dieses Projekts wurde mit dem Peenetal das erste Flusstal Deutschlands in seiner Gesamtheit renaturiert. Mit über 25 Millionen Euro wurden auf über 100 Kilometer Länge Moorflächen wiedervernässt sowie vom Buschwuchs befreit. 5.500 Hektar Fläche gingen in den Besitz des Zweckverbands Peenetal-Landschaft über.

Dies sind die acht Naturparks in Mecklenburg-Vorpommern:

Sonntag, 11. September 2011

Flächengrößen der PAN Parks-Schutzgebiete

PAN Parks ist die einzige europaweite Organisation, die sich dem Schutz von Wildnisflächen in Europa sowie der Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus in den Wildnisgebieten verschrieben hat. PAN Parks ist ein Projekt des WWF sowie der Molecaten Groep, einem Veranstalter für Wildnisreisen aus den Niederlanden.

PAN Parks zertifiziert Schutzgebiete in Europa. Unter anderem müssen die als PAN Parks zertifizierten Schutzgebiete bestimmte Mindestgrößen aufweisen. Die Gesamtfläche eines zertifizierten Schutzgebiets muss mindestens 20.000 Hektar umfassen. Davon müssen mindestens 10.000 Hektar Wildnis sein.

Zur Zeit gibt es 11 zertifizierte PAN Parks in Europa. Sie weisen die folgenden Kennzahlen bei den Flächen auf:

Mittwoch, 7. September 2011

Schweizer Bundesamt für Umwelt genehmigt neun weitere Pärke

Die Schutzgebietskategorie der Pärke - so ist in der Schweiz die Mehrzahl des Worts Park - ist in diesem Land noch vergleichsweise jung. Aber deshalb gibt es auf diesem Gebiet immer noch eine stürmische Entwicklung. Das Bundesamt für Umwelt der Schweiz hat Anfang September 2011 acht weiteren Gebieten das Label Regionaler Naturpark verliehen sowie die Errichtung eines weiteren Nationalparks gutgeheißen. Damit können diese Pärke zukünftig mit Fördermitteln für die Errichtung bzw. den Betrieb rechnen.

Bei den Pärken gibt es in der Schweiz drei Untergruppen. Dies sind der Nationalpark, der Wildniserlebnispark (ein großstadtnahes Wildnisgebiet) und der regionale Natupark.

Vor der jetzt erfolgten Anerkennung weiterer Pärke waren bereits die folgenden Pärke in Betrieb: 

Samstag, 3. September 2011

Bergtour auf den Siplingerkopf im FFH-Gebiet "Nagelfluhkette Hochgrat-Steineberg" in den Allgäuer Alpen


Die Allgäuer Alpen sind eine Gebirgsgruppe, die sich durch eine große Vielfalt der sie aufbauenden Gesteine auszeichnet. Im Nordwestteil der Allgäuer Alpen befindet sich eines der alpenweit bedeutendsten Vorkommen von Molassegestein. Dieses auch als Nagelfluh bezeichnete Gestein wurde in der Frühzeit der Alpenbildung aus den jungen Alpen von Flüssen in Richtung Norden ins Alpenvorland transportiert. Dort wurde es abgelagert und später durch den anhaltenden Druck der afrikanischen Platte auf die eurasische Platte erneut zu Bergen angehoben und gefaltet.

Das Molassegestein ist nicht gleichmäßig am Nordrand der Alpen verteilt. Schwerpunkte gibt es dort, wo die ehemaligen Flüsse aus den frühen Alpen ins Vorland mündeten. Einer dieser Mündungstrichter befand sich im Bereich südlich des Orts Oberstaufen im Allgäu. Dort erhebt sich mit dem Hochgrat, 1.834 m ü NN, einer der höchsten aus Molasse bestehenden Berge der Alpen. Und die Nagelfluhkette, deren höchster Berg der Hochgrat ist, ist die wohl bedeutendste Bergkette aus Molasse der Alpen. Eine Bergkette weiter südlich findet man beim Siplingerkopf, 1.746 m, die wohl schönsten Felsbildungen aus Molasse der gesamten Alpen.