Freitag, 30. Juli 2010

Neue und vergrößerte Unesco - Weltnaturerbestätten in Europa

Vom 25. Juli bis zum 3. August 2010 wird in der Hauptstadt von Brasilien das jährliche Treffen des Unesco-Welterbe-Komitees abgehalten (34. Sitzung). Bei diesen jährlichen Treffen wird auch regelmäßig über die Aufnahme neuer Welterbestätten bzw. die Vergrößerung vorhandener Welterbestätten entschieden.

In diesem Jahr gibt es 39 Nominierungen für neue oder zu vergrößernde Welterbestätten aus 33 Staaten. Darunter sind 8 Weltnaturerbestätten sowie 2 gemischte (Natur und Kultur) Welterbestätten. Von den 8 gemeldeten Weltnaturerbestätten sind 3 aus Europa. Dazu kommt noch ein Teil der Insel Reunion im Indischen Ozean, die zwar nicht zum geographischen Europa, jedoch zu Frankreich gehört. Die 3 Weltnaturerbestätten aus Europa sind:

Mittwoch, 28. Juli 2010

Infos zu Schutzgebieten beim italienischen Umweltministerium

Der volle Name des Ministeriums ist Ministero dell`ambiente e della tutela del territorio e del mare, also Ministerium für Umwelt, Gebietsschutz und Meeresschutz. Es lohnt sich, einmal auf die Internetseite des Ministeriums zu schauen. Dort werden eine Reihe von Informationen zum Flächennaturschutz angeboten.

Man geht zunächst auf die Startseite des Internetauftritts www.minambiente.it

Gehen wir gleich einmal zum eigentlichen Knaller des Informationsangebots. Das ist das "Elenco Ufficiale delle Aree Naturali Protette". Dabei handelt es sich um ein offizielles Verzeichnis aller Schutzgebiete Italiens. Dieses Verzeichnis wird nun aber nicht laufend aktualisert, sondern in regelmäßigen (relativ großen) Abständen überarbeitet und im Gesetzblatt veröffentlicht. Zur Zeit ist die fünfte Aktualisierung des Verzeichnisses gültig. Sie stammt vom Jahr 2003! Eigentlich wird es Zeit, dass mal wieder ein neues Verzeichnis erstellt wird. Aber gleichwohl ist dieses Verzeichnis eine umfangreiche wertvolle Information über alle Schutzgebiete Italiens. Man muss der Vollständigkeit halber anfügen, dass es auch zahlreiche Schutzgebiete gibt, die nicht in diesem Verzeichnis auftauchen. Das hat seinen Grund darin, dass diese Schutzgebiete die Bedingungen für die Aufnahme in das Verzeichnis nicht erfüllen.

Sonntag, 25. Juli 2010

EU-Liste der FFH-Gebiete der atlantischen biogeographischen Region

EU-Europa wird im Rahmen der FFH-Richtlinie (Flora-Fauna-Habitat) in neun biogeographische Regionen eingeteilt. Die atlantische Region ist eine der neun biogeographischen Regionen. Die EU erstellt und aktualisiert für jede der biogeographischen Regionen eine Liste der FFH-Gebiete.

Mit Datum vom 22. 12. 2009 hat die EU bereits die vierte Liste (dritte aktualisierte Liste) der FFH-Gebiete der atlantischen biogeographischen Region veröffentlicht. Zur atlantischen biogegraphischen Region gehören Irland, die Niederlande und Großbritannien mit ganzer Fläche sowie Belgien, Dänemark, Frankreich, Deutschland, Portugal und Spanien teilweise. 

Dies sind die jeweils größten FFH-Gebiete der atlantischen biogeographischen Region in den einzelnen Ländern:

Donnerstag, 22. Juli 2010

Naturschutzgebiet Ehrwalder Becken in Tirol


Das Naturschutzgebiet Ehrwalder Becken ist eines von zur Zeit 22 Naturschutzgebieten in Tirol. Das Naturschutzgebiet Ehrwalder Becken hat eine Größe von 28,6 Hektar und wurde im Jahr 1991 verordnet.

Der Talkessel von Ehrwald zählt zu den großartigsten Landschaften der Nördlichen Kalkalpen. Das Zentrum des Talkessels bildet das Ehrwalder Moos, eine große, nahezu ebene Fläche. Diese Fläche kontrastiert mit der Hochgebirgsumrahmung. Riesige Kalkmassive, wie das Wettersteingebirge mit der Zugspitze, die Mieminger Kette mit der Sonnenspitze und dem Wannig und der Daniel in den Ammergauer Alpen umschließen das Moos auf allen Seiten.

Die drei Ortschaften Ehrwald, Leermoos und Biberwier befinden sich am Rand des Beckens. Die ehemals ausgedehnte Moorlandschaft im Ehrwalder Becken ist heute durch Entwässerungsmaßnahmen, landwirtschaftliche Nutzung sowie Nutzung für Freizeiteinrichtungen (Golfplatz, Modellflieger) zum größten Teil verlorengegangen. Nur im Süden des Beckens ist ein Stück ursprüngliche Moorlandschaft (Niedermoor) übriggeblieben. Sie steht heute als Naturschutzgebiet unter Schutz.

Freitag, 16. Juli 2010

Chancen für Nationalpark in Rheinland-Pfalz?

Die beiden Bundesländer Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz sind zur Zeit die einzigen großen Flächenländer Deutschlands, die noch nicht über einen Nationalpark verfügen. Im Post vom 12.07.2010 ging es bereits um dieses Thema für Baden-Württemberg. Wenden wir uns nun einmal Rheinland-Pfalz zu. Das Bundesamt für Naturschutz hat ja in einem Papier zur Umsetzung der Biodiversitätsstrategie der Bundesregierung die beiden Bundesländer Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz explizit aufgefordert, auf ihrem Territorium jeweils einen Nationalpark einzurichten.

Vom 6. bis 8. Juni 2010 besuchte eine Delegation mit hochrangigen Parlamentariern aus Rheinland-Pfalz das österreichische Bundesland Salzburg. Einer der drei Besuchstage war dem Nationalpark Hohe Tauern gewidmet. Unter anderem gab es eine Präsentation des Konzepts Nationalpark Hohe Tauern durch den Nationalpark-Direktor. Hoffen wir, dass die Besucher aus Rheinland-Pfalz Anregungen zum Thema Nationalpark nach Hause nehmen konnten.

Montag, 12. Juli 2010

Parteien für Nationalpark in Baden-Württemberg

Das Thema "Nationalpark in Baden-Württemberg" könnte man in Anlehnung an die berühmte Asterix-Geschichte so erläutern:

Die Unesco und alle ernstzunehmenden Naturschutz-Fachleute haben seit vielen Jahren erkannt, dass nur die weltweite Ausweisung von Großschutzgebieten und hier vor allem von Nationalparks die Erhaltung der Biodiversität der Erde ermöglichen und damit auch das Überleben der Menschheit sichern wird. Alle Länder der Erde und auch alle Regionen im Europa der Regionen haben bereits einen oder mehrere Nationalparks ausgewiesen und sind im Begriff, weitere Schutzgebiete zu bestimmen.

Alle Regionen? Nein, eine Region im Südwesten von Deutschland, hinter den sieben Bergen, schweigt beim Thema Nationalpark beharrlich. Man will dort kein "Reservat". Statt dessen schlägt man lieber immer wieder neue Sonderwege im Naturschutz ein, mit denen Baden-Württemberg (so heißt diese Region) seine Rolle als Sonderling beim internationalen Flächennaturschutz festigt.

Freitag, 9. Juli 2010

Naturschutzgebiet Wurzacher Ried in Oberschwaben


Die Landschaft von Oberschwaben im Süden des deutschen Bundeslands Baden-Württemberg ist von den Relikten der Eiszeiten geprägt. Es gibt eine Vielzahl von Seen, Mooren und Moränenwällen. Das Wurzacher Ried bei Bad Wurzach in Oberschwaben umfasst unter anderem die größte zusammenhängende intakte Hochmoorfläche Mitteleuropas. Das Naturschutzgebiet hat eine Größe von 1387 Hektar. Teilflächen wurden bereits ab dem Jahr 1959 geschützt, die heutige Schutzgebietsfläche besteht seit dem Jahr 1981. 

Beim Wurzacher Ried handelt es sich mit einer gewisssen Wahrscheinlichkeit um das größte Wildnisgebiet Baden-Württembergs. Leider kann man diese Aussage nicht ganz sicher treffen, denn die Schutzgebietskategorie des Wildnisgebiets gibt es in Baden-Württemberg (noch) nicht. Es gibt die Bannwälder, die sich auf Waldflächen erstrecken und es gibt Naturschutzgebiete, von denen jedoch viele keine Wildnis sind. Die in Baden-Württemberg bestehenden Bannwälder sind alle sehr viel kleiner als das Wurzacher Ried. 

Mittwoch, 7. Juli 2010

Bayern will Bioshärenreservat Rhön vergrößern

Es gibt eine gute Nachricht für das Bisphärenreservat Rhön: Der bayerische Ministerpräsident Seehofer hat jetzt bei einer Sitzung des bayerischen Kabinetts in Bad Kissingen angekündigt, dass die Fläche des bayerischen Anteils des Biospärenreservats Rhön auf die Fläche des Natruparks Rhön vergrößert werden soll. In diesem Zusammenhang sollen auch die bisher noch nicht ausreichend vorhandenen Kernzonen erweitert werden.

Das Biosphärenreservat Rhön hat in den vergangenen Monaten eher negative Schlagzeilen gemacht (siehe auch den Post vom 05.01.2010). Das bereits vor dem Jahr 1995 (Jahr der Verabschiedung der sogenannten Sevilla-Strategie der Unesco, die eine Zonierung mit Mindestgrößen der Zonen sowie einer Mindestgröße für Biosphärenreservate vorsieht) ausgewiesene Schutzgebiet muss dringend an die Vorgaben der Sevilla-Strategie angepasst werden. Sonst würde die Rhön in wenigen Jahren ihren Status als Biosphärenreservat verlieren.

Dienstag, 6. Juli 2010

Scheidegger Wasserfälle im Westallgäu


Die Scheidegger Wasserfälle im Westallgäu bei Scheidegg gehören zu den 100 schönsten Geotopen Bayerns. Das im Gebiet anstehende Gestein "Nagelfluh" ist überhaupt ein guter Wasserfallbildner, denn in diesem Gestein wechseln harte und weiche Gesteinsschichten ab. Die unter einer harten Schicht liegende weiche Schicht wird vom Wasser schnell ausgeräumt, an der harten Schicht bildet sich dann eine Kante, über die das Wasser hinabstürzt zur nächsten harten Schicht.

Das Nagelfluhgestein (oder Molasse) ist eine Geschichte für sich, eine faszinierende Geschichte. Dieses Gestein sieht ein wenig aus wie Beton. Runde Steine sind mit Gesteinsmehl zusammengekittet. Die runden Steine deuten klar darauf hin, dass dieses Gestein mit wasserreichen Flüssen transportiert worden ist. Das Gestein war in der Frühzeit der Alpenbildung bereits einmal zu Bergen aufgefaltet worden. Es wurde dann abgetragen, von Flüssen nach Norden ins Alpenvorland transportiert und dort - jetzt wird`s interessant - durch den anhaltenden Druck der afrikanischen Kontinentalplatte ein zweites Mal zu Bergen aufgefaltet. Die aus Nagelfluh bzw. Molasse bestehenden Berge sind somit eigentlich so etwas wie Recycling-Berge. 

Montag, 5. Juli 2010

Biosphärenreservate - Planungen in Österreich

Bei der 22. Versammlung des Unesco-Biosphärenreservate-Komitees in Paris hat das nationale österreichische Biosphärenreservate-Komitee eine Übersicht über den Stand und die Planungen bei den österreichischen Biosphärenreservaten vorgelegt.

Zur Zeit gibt es in Österreich sechs Biosphärenreservate. Davon entsprechen allerdings nur zwei den Kriterien gemäß der Sevilla-Strategie für Biosphärenreservate, die seit dem Jahr 1995 zur Anwendung kommt (Einteilung in drei Zonen, Mindestgrößen der einzelnen Zonen, Mindestgröße des Reservats). Dies sind die Biosphärenreservate (bzw. Biosphärenparks) Großes Walsertal (Vorarlberg) und Wienerwald (Wien und Niederösterreich). Die anderen vier Biosphärenreservate wurden bereits vor dem Jahr 1995 ausgewiesen. Diese Reservate müssen in den kommenden Jahren so gestaltet werden, dass sie den Bedingungen der Sevilla-Strategie genügen. Andernfalls geht zu gegebener Zeit die Anerkennung durch die Unesco verloren.

Samstag, 3. Juli 2010

FFH-Gebiet Bregenzerachschlucht in Vorarlberg


Ein toller Wildfluss, eine beeindruckende Waldschlucht: das und noch manches mehr machen das FFH-Gebiet Bregenzerachschlucht in Vorarlberg aus. Die Bregenzerachschlucht wurde als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet im Rahmen des europäischen Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000 ausgewiesen.

Das FFH-Gebiet Bregenzerachschlucht hat eine Größe von 434 Hektar und erstreckt sich auf das Gebiet der Gemeinden Alberschwende, Bregenz, Buch, Doren, Kennelbach, Langen und Wolfurt. Entlang der Bregenzerach erstreckt sich das Gebiet von der Einmündung der Weißach flussabwärts bis zum Ort Kennelbach. Das FFH-Gebiet Bregenzerachschlucht wurde im Jahr 2003 von der Vorarlberger Landesregierung ausgewiesen im Rahmen der 36. Verordnung über eine Änderung der Naturschutzverordnung des Landes Vorarlberg.