Sonntag, 27. Juni 2010

Zweiter Nationalpark in Nordrhein-Westfalen in Sicht

Im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen gibt es bisher einen Nationalpark, den Nationalpark Eifel. Er wurde im Jahr 2004 gegründet und hat eine Fläche von 11.000 Hektar. Eine Zeitlang war auch das Siebengebirge bei Bonn als Nationalpark im Gespräch. Das Nationalparkprojekt Siebengebirge scheiterte jedoch am ablehnenden Votum der Bürger der Gemeinde Bad Honnef.

Nun sieht es so aus, als ob Nordrhein-Westfalen in absehbarer Zeit doch einen zweiten Nationalpark erhält. Bestandteil des Wahlprogramms der beiden Parteien SPD und Bündnis 90 / Die Grünen ist ein Nationalpark im Teutoburger Wald. Diese beiden Parteien werden in Kürze eine Minderheitsregierung in NRW bilden, so dass dann einer raschen Umsetzung der Nationalparkpläne nur noch wenig entgegensteht. Der neue Nationalpark soll zunächst ca. 7.500 Hektar groß sein mit der Option auf eine spätere Erweiterung.

Mit der Planung eines weiteren Nationalparks nimmt das bevölkerungsreichste Bundesland Deutschlands seine Verantwortung für die Bewahrung der Biodiversität in beispielhafter Weise war. Sicher wird jetzt der Druck auf die beiden bisher noch nationalparklosen großen Bundesländer Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg weiter steigen, auf ihrem Gebiet ebenfalls Nationalparks auszuweisen.    

Samstag, 26. Juni 2010

Wildnis in Deutschland: jede Stimme zählt

Bis zum Jahr 2020 sollen nach dem Willen der Bundesregierung mindestens zwei Prozent der Fläche Deutschlands als Wildnis bzw. Wildnisentwicklungsgebiet ausgewiesen werden. Doch bis zum Erreichen dieses Ziels ist es noch ein weiter Weg, zumal aus den unterschiedlichsten Lagern und Interessengruppen die erwarteten Widerstände gegen die "Verwilderung Deutschlands" artikuliert werden.

Vor diesem Hintergrund kann man dankbar sein, dass es in Deutschland Vereine und gemeinnützige Organisationen gibt, die die Ausweisung weiterer Wildnisgebiete vorantreiben wollen. Eine dieser Organisationen ist die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg. Auf der Internetseite der Stiftung www.wildniskonferenz.de kann jetzt jedermann und frau die Potsdamer Wildnisresolution mitzeichnen. 

Donnerstag, 24. Juni 2010

Tiroler Verwallgruppe erhält erstes Landschaftsschutzgebiet

Die Verwallgruppe in den zentralen Ostalpen erstreckt sich über die österreichischen Bundesländer Vorarlberg und Tirol. Beim Flächennaturschutz in der Verwallgruppe herrschten bisher stark unterschiedliche Verhältnisse zwischen den Gebietsteilen in den beiden Bundesländern.

Ein großer Prozentsatz des Vorarlberger Teils der Verwallgruppe ist ein Vogelschutzgebiet im Rahmen des EU-Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000. Im Tiroler Teil der Verwallgruppe herrschte beim Thema Flächennaturschutz bisher Fehlanzeige. Dieser Teil der großartigen Gebirgsgruppe machte bisher eher durch technische Erschließungsmaßnahmen auf sich aufmerksam wie zum Beispiel mit dem neuen Stausee im Kartellboden unterhalb der Darmstädter Hütte.

Umso erfreulicher ist es deshalb, dass das Land Tirol am 2. März 2010 das erste Schutzgebiet im Tiroler Teil der Verwallgruppe verordnet hat, das Landschaftsschutzgebiet Mösli. Das Schutzgebiet hat eine Größe von 207,50 Hektar und befindet sich im Gebiet der Gemeinde Flirsch im Bezirk Landeck. Das Landschaftsschutzgebiet Mösli umfasst den Flirscher Ferner (Ferner = Gletscher) am Hohen Riffler (einer der höchsten Gipfel der Verwallgruppe) sowie das Gebiet oberhalb der Gampernunalpe.

Hoffen wir, dass das neue Landschaftsschutzgebiet Mösli der Einstieg für eine zukünftig größere Bedeutung des Flächennaturschutzes im Tiroler Teil der Verwallgruppe ist! 

Dienstag, 22. Juni 2010

Frankreich plant Laubwald-Nationalpark

Im Bestreben, alle wesentlichen Ökosysteme des Landes durch mindestens einen Nationalpark zu repräsentieren, plant Frankreich die Schaffung eines Nationalparks, der sich über einen Laubwald der tiefen Lagen erstreckt.

Die bisher bestehenden neun Nationalparks in Frankreich decken die Ökosysteme der Mittleren Hochlagen, des Hochgebirges, verschiedene Typen des Regenwalds sowie verschiedene Küsten und Inselökosysteme ab. Großflächige Laubwaldgebiete sind noch nicht als Nationalpark geschützt.

Der neue Laubwaldnationalpark soll in einem Gebiet beidseits der Grenze zwischen den französichen Regionen Champagne-Ardennes und Bourgogne entstehen. Daher kommt der Arbeitstitel des Nationalparks "parc national entre Champagne et Bourgogne". Die betroffenen Departements sind Cote d`Or und Haute-Marne. Die Höhenlage des Gebiets ist zwischen 230 und 460 Meter.

Montag, 21. Juni 2010

Sonderschutzgebiete in Österreich

Die Schutzgebietskategorie "Sonderschutzgebiet" gibt es in drei Bundesländern von Österreich. Dabei wird diese Kategorie in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich angewandt. Im Bundesland Tirol ist das Sonderschutzgebiet eine eigenständige Schutzgebietskategorie. In den Bundesländern Kärnten und Salzburg gibt es das Sonderschutzgebiet nur im Zusammenhang mit dem Nationalpark Hohe Tauern, der in die Kategorien Kernzone, Außenzone und Sonderschutzgebiet eingeteilt wird.

Die Schutzgebietskategorie des Sonderschutzgebiets kann (aber nicht: muss) der IUCN-Schutzgebietskategorie Ia (strict nature reserve / wilderness area) entsprechen. Zu wünschen wäre, dass die Zahl und Flächengröße der Sonderschutzgebiete in den österreichischen Alpen in der Zukunft weiter zunimmt.  

Freitag, 18. Juni 2010

Österreich besitzt 200 Naturwaldreservate

Mit der Ausweisung gleich drei neuer Naturwaldreservate in den Bundesländern Burgenland, Oberösterreich und Steiermark am 13. Mai 2010 gibt es in Österreich nun 200 Naturwaldreservate. Die von den Naturwaldreservaten bedeckte Fläche hat nun 8.600 Hektar erreicht, das ist ein Durchschnitt von 43 Hektar pro Naturwaldreservat.

Positiv zu bewerten ist die große Zahl der Naturwaldreservate. Österreich ist damit dem Ziel schon relativ nahe gekommen, alle Waldgesellschaften des Landes durch mindestens ein Naturwaldreservat abzudecken. Weniger positiv ist die relativ kleine durchschnittliche Größe der Naturwaldreservate. Denn Fachleute halten eine Mindestgröße von 100 Hektar für ein Naturwaldreservat für erforderlich. Nur so kann sich die volle biologische Vielfalt im jeweiligen Biotop entwickeln.

Sonntag, 13. Juni 2010

Neue Liste der FFH-Gebiete der kontinentalen biogeographischen Region


Mit Datum vom 22. Dezember 2009 hat die EU bereits die dritte aktualisierte Liste der FFH-Gebiete der kontinentalen biogeographischen Region veröffentlicht. Die FFH (Flora-Fauna-Habitat)-Gebiete sind ein Bestandteil des europäischen Schutzgebietsnetzwerks Natura 2000. Die einzelnen FFH-Gebiete werden unter neun biogeographischen Regionen zusammengefasst. Eine der neun Regionen ist die kontinentale biogeographische Region.

Die Lage der kontinentalen biogeographischen Region innerhalb EU-Europas lässt sich ungefähr wie folgt beschreiben: Das größte Teilgebiet erstreckt sich in einem Bereich nordwestlich und nördlich der Alpen vom oberen Rhone- und Loiretal bis zur Elbe und zur Ostseeküste. Ein weiterer Teil der kontinentalen biogeographischen Region befindet sich in der Poebene bis zur nördlichen Adria und mit einem schmalen Streifen am Osten der Alpen entlang. Der dritte Bereich befindet sich östlich des Balkans sowie nördlich und südlich des Unterlaufs der Donau. 

Donnerstag, 10. Juni 2010

Neue Biosphärenreservate für Europa

Vom 31. Mai bis 4. Juni 2010 fand die 22. Sitzung des Unesco-MAB-Kommitees (Kommitee Biosphärenreservate) beim Sitz der Unesco in Paris statt. Als ein Ergebnis der 22. Sitzung gibt es Veränderungen bei verschiedenen Biosphärenreservaten weltweit. Es wurden neue Biosphärenreservate ausgewiesen. Einige bestehende Biosphärenreservate wurden vergrößert. Und es gab auch die Aufhebung von zwei Biosphärenreservaten, die sich nicht mit den neuen Bestimmungen der Sevilla-Strategie zu den Biosphärenreservaten in Einklang bringen ließen.

Schauen wir einmal, was die 22. Sitzung des Unesco-MAB-Kommitees für Europa gebracht hat.

Montag, 7. Juni 2010

Jetzt acht Naturparks in Rheinland Pfalz

Am 31. Mai 2010 hat das deutsche Bundesland Rheinland-Pfalz den achten Naturpark, den Naturpark Vulkaneifel eingeweiht. Dies soll Anlass sein, in diesem Blog einige Daten und Fakten zu den Naturparks von Rheinland-Pfalz aufzulisten.

Die bisherigen sieben Naturparks von Rheinland-Pfalz sind:
  • Naturpark Rhein-Westerwald, Größe: 446 km², Gründung: 1962
  • Naturpark Nassau, Größe: 590 km², Gründung: 1963, Erweiterung 1979
  • Naturpark Hohes Venn - Eifel, Größe: 2.680 km², Gründung: 1960, Zusammenlegung mit belgischem Naturpark 1971
  • Naturpark Südeifel, Größe: 440 km², Gründung: 1964
  • Naturpark Soonwald-Nahe, Größe: 736 km², Gründung: 2005
  • Naturpark Saar-Hunsrück, Größe: 2.055 km², Gründung: 1980
  • Naturpark Pfälzer Wald, Größe: 1.790 km², Gründung: 1958
 Neu hinzugekommen ist nun
  • Naturpark Vulkaneifel, Größe: 1.000 km², Gründung: 2010

Donnerstag, 3. Juni 2010

Nationalparks in Griechenland


Griechenland hat zur Zeit 10 Nationalparks und 2 Meeresnationalparks.

Nachfolgend sind die einzelnen Nationalparks aufgelistet mit dem Jahr der Ausweisung und der Fläche:
1. Ainos, 1962, 2.862 Hektar
2. Oiti, 1966, 7.210 Hektar
3. Olympos, 1038, 3.988 Hektar
4. Parnassos, 1938, 3.513 Hektar
5. Parnitha, 1961, 3.812 Hektar
6. Pindos, 1966, 6.927 Hektar
7. Prespes, 1974, 19.470 Hektar
8. Samaria, 1962, 4.850 Hektar
9. Souino, 1974, 3.500 Hektar
10. Vikos-Aoos, 1973, 12.600 Hektar

Dies sind die beiden Meeres-Nationalparks:
1. Alonissos-Nördliche Sporaden, 1992, 208.713 Hektar
2. Zakynthos, 1999, 13.500 Hektar