Samstag, 22. August 2009

Pärke in der Schweiz

Als Nicht-Schweizer wird man bei diesem Titel vielleicht stutzig. Wie lautet die Mehrzahl von Park? Es heißt doch z.B. "der Nationalpark" (Einzahl) und "die Nationalparks" (Mehrzahl). In der Schweiz jedoch geht die deutsche Sprache manchmal anders, so auch bei der Mehrzahl des Worts Park. In der Schweiz heißt es Pärke - und das nicht nur umgangssprachlich, sondern hochoffiziell. Nehmen wir das einfach mal so zur Kenntnis.

Jetzt kommt aber gleich die nächste Besonderheit. Die Mehrzahl von Park - also Pärke - wurde bis vor wenigen Jahren in der Schweiz praktisch nicht angewendet. Denn die Schweiz besaß über viele Jahrzehnte hinweg nur einen Park, einen Nationalpark. Und dieser Park wurde der Einfachheit halber lapidar "Schweizer Nationalpark" genannt. Wozu sollte man auch einen spezifischeren Namen erfinden, wenn es in der Schweiz nur einen Park gab und gibt?

Freitag, 21. August 2009

Geotop "Flysch im Röthenbachtal" in den Ammergauer Alpen



Ein Geotop ist keine Schutzgebietskategorie, sondern nur eine Klassifizierung einer Bodenform. Um wirksam geschützt zu werden, ist zusätzlich die Ausweisung eines Schutzgebiets, z.B. eines Naturdenkmals erforderlich.

Der Geotop "Flysch im Röthenbachtal" befindet sich im Naturschutzgebiet Ammergebirge. Somit ist sein Schutz gesichert. Wie kaum irgendwo sonst zeigt der Geotop die Schichtfolge des Flysch. Der Flysch wurde in einem Tiefseebecken abgelagert. Die Geologen können die Entstehung des Flysch ziemlich genau beschreiben. Denn in den Tiefseebecken der heutigen Meere laufen dieselben Vorgänge ab.

Donnerstag, 20. August 2009

Schutzgebiete der Schweiz im Internet

Das Thema der Schutzgebiete in der Schweiz ist sehr umfangreich. Es gibt eine Reihe von nationalen Schutzgebietskategorien. Dazu gibt es kantonale Schutzgebiete. Um einen vollständigen Überblick über die Schutzgebiete zu bekommen, müsste man neben den nationalen Informationsangeboten auch noch die Seiten der einzelnen Kantone kontaktieren.

Heute will ich einmal nur einen Anfang machen. Es soll nur um die nationalen Schutzgebiete gehen und hier nur um das geographische Informationssystem des Bundesamts für Umwelt im eidgenössischen Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation.

Die Adresse des geographischen Informationssystems zu den Schutzgebieten ist www.ecogis.admin.ch

Mittwoch, 19. August 2009

Kernzonen im Biosphärengebiet Schwäbische Alb




Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb im deutschen Bundesland Baden-Württemberg wurde am 31. Januar 2008 verordnet und im Mai 2009 von der Unesco anerkannt. Um den Anforderungen der Unesco für Biosphärenreservate zu genügen, mussten auch für das Biosphärengebiet Schwäbische Alb auf mindestens drei Prozent der Fläche Kernzonen ausgewiesen werden, in denen eine wirtschaftliche Nutzung der Natur unterbleibt.

Für das Biosphärengebiet Schwäbische Alb hat man bei der Ausweisung der Kernzonen einen sehr dezentralen Weg gewählt. An Stelle einer großen zentralen Kernzone wurden über 20 kleine, über das Gebiet verstreute Kernzonen ausgewiesen. Jede Gemeinde im Biosphärengebiet musste mindestens eine Kernzone einbringen.

Montag, 17. August 2009

Parks in Katalonien im Internet

Die Regierungsseiten der spanischen Regionen enthalten jeweils eine Fülle an Informationen zu den Schutzgebieten der jeweiligen Region. So verhält es sich auch bei Katalonien.

Ich will jetzt einmal nicht auf das gesamte Informationsangebot der Region Katalonien zu den Schutzgebieten eingehen. Für`s erste sollen die Naturparks von Katalonien ausreichen.

Man geht auf die Seite der Regierung von Katalonien http://www.gencat.cat/
(generalitat de Catalunya, Regierung von Katalonien). Die angezeigte Sprache ist katalanisch. Auf der Startseite findet man rechts oben die Optionen für castellano (spanisch) und english.

Freitag, 14. August 2009

Naturschutzgebiet Ammergebirge in den bayerischen Alpen



Das Naturschutzgebiet Ammergebirge ist das größte Naturschutzgebiet Bayerns und ganz Süddeutschlands. Mit einer Fläche von 28850 Hektar umfasst es einen großen Teil des deutschen Anteils der Ammergauer Alpen. Die Größe des Gebiets gelangt erst bei einem Vergleich richtig zur Geltung. So ist das Naturschutzgebiet Feldberg, das größte Naturschutzgebiet Baden-Württembergs, 4226 Hektar groß.

Das Naturschutzgebiet Ammergebirge wurde im Jahr 1963 eingerichtet. Bereits in den Zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts gab es für das Gebiet erste Unterschutzstellungen. Das Schutzgebiet umfasst - zusammen mit dem Nationalpark Berchtesgaden - den schönsten und ursprünglichsten Teil der Bayerischen Alpen.

Donnerstag, 13. August 2009

Naturwaldreservat Bödmeren im Kanton Schwyz

Erfreuliche Nachrichten gibt es aus dem Kanton Schwyz: das Naturwaldreservat Bödmeren soll von bestehenden 70 Hektar auf 550 Hektar erweitert werden.

Nun handelt es sich beim Naturwaldreservat Bödmeren nicht um irgendein Waldreservat. Der Bödmerenwald ist einer von nur drei noch bestehenden Urwäldern in der Schweiz (die beiden anderen sind der Fichten-Urwald von Scatle im Kanton Graubünden sowie der Tannen-Urwald von Derborence im Kanton Wallis). Mehr noch: der Bödmerenwald ist der größte noch bestehende Fichtenurwald der Alpen sowie in alpiner Lage in ganz Europa (1350 - 1680 Meter Meereshöhe).

Mittwoch, 12. August 2009

Schutzgebiete der Kanaren im Internet

In Spanien ist der Flächennaturschutz zu einem großen Teil in der Zuständigkeit der einzelnen Regionen. Um offizielle Informationen zu den Schutzgebieten zu bekommen, sind deshalb die Internetauftritte der einzelnen Regionen die erste Adresse.

So verhält es sich auch bei den Kanarischen Inseln. Die Adresse der Regierung der Kanaren ist www.gobcan.es (gobierno de canarias, Regierung der Kanaren).
Die Informationen sind nur in spanischer Sprache erhältlich. Es gibt jedoch auch umfangreiche grafische Informationen zu den einzelnen Schutzgebieten.

Dienstag, 11. August 2009

Naturdenkmal Torrent de Pareis auf Mallorca




Die zweitgrößte Erosionsschlucht des Mittelmeerraums, der Torrent de Pareis auf der Insel Mallorca, wurde im Mai 2003 als Naturdenkmal unter besonderen Schutz gestellt. Dies ist eines von zwei Naturdenkmalen in der Serra de Tramuntana, dem Hauptgebirgszug von Mallorca.

Die korrekte Bezeichnung des Schutzgebiets ist "monument natural del torrent de Pareis". Das Gebiet umfasst eine Fläche von 445,81 Hektar. Dazu gehört der eigentliche torrent de Pareis sowie die beiden Seitentäler torrent del Gorg Blau und torrent de Lluc. 

Montag, 10. August 2009

Was bedeutet "Biosphärengebiet" in Baden-Württemberg?

Mit dem neuen Naturschutzgesetz vom 13. Dezember 2005 hat die von der Unesco im Rahmen des MAB-Programms (man and biosphere) propagierte Schutzgebietskategorie des Biosphärenreservats (biosphere reserve) auch in Baden-Württemberg eine gesetzliche Grundlage erhalten.

Diese Schutzgebietskategorie wird jedoch in Baden-Württemberg nicht als Biosphärenreservat, sondern als Bioshärengebiet bezeichnet. Hierfür war maßgebend, dass der Begriff "Reservat" nicht immer positiv besetzt ist.

Die Biosphärengebiete werden im Naturschutzgesetz BW im Vierten Abschnitt (besonderer Schutz von Natur und Landschaft) und dort im § 28 behandelt.

Samstag, 8. August 2009

Unesco-Weltnaturerbe in der Schweiz

Die Schweiz verfügt inzwischen über drei von der Unesco anerkannte Weltnaturerbestätten. Am bekanntesten dürfte sein:

Schweizer Alpen Jungfrau - Aletsch

Dieses Gebiet umfasst einen großen Teil der Berner Alpen. Darin eingeschlossen sind so bekannte Berge wie Eiger, Mönch, Jungfrau, Finsteraarhorn, Blümlisalp, Aletschhorn oder Bietschhorn. Bei den Berner Alpen handelt es sich um das Gebiet der Alpen mit der größten Vergletscherung. Der längste Gletscher der Alpen, der Aletschgletscher, ist ein wichtiger Bestandteil des Gebiets. Schutzzweck ist die Erhaltung einer der großartigsten Hochgebirgslandschaften der Welt mit vielen Gletschern, Viertausendern und einer besonderen an die Bedingungen des Hochgebirges angepassten Flora und Fauna.

Hier einige Daten zum Gebiet:
  • territoriale Zugehörigkeit: Schweiz (Kantone Bern und Wallis)
  • Größe: 82400 Hektar
  • Anerkennung: 2001
  • Erweiterung: 2007
Weit weniger bekannt dürfte ein Gebiet in der Südschweiz sein, das allerdings eine wesentlich kleinere Fläche umfasst als das vorherige Gebiet:

Freitag, 7. August 2009

Bannwald Wildseemoor im Schwarzwald



Der Bannwald Wildseemoor ist mit einer Größe von 291,6 Hektar zur Zeit der größte Bannwald in Baden-Württemberg (Jahr 2009). In Baden-Württemberg wird ein Naturwaldreservat ohne forstwirtschaftliche Nutzung als Bannwald bezeichnet.

Der Bannwald Wildseemoor wurde bereits im Jahr 1928 eingerichet und in den Jahren 1970 und 2001 auf die heutige Ausdehnung vergrößert. Der Bannwald Wildseemoor befindet sich im Nordschwarzwald auf einer ausgedehnten Hochfläche aus Buntsandstein zwischen dem Murgtal im Westen und dem Enztal im Osten.

Außer Wald umfasst die Bannwaldfläche auch Gebiete, die von Natur aus waldfrei sind. Dazu gehören die verschiedenen Moorseen (Kolke) und das Hochmoor selbst. Der überwiegende Teil der Bäume im Bannwaldgebiet sind zur Zeit Fichten. In den Jahren seit 2005 hat sich der Borkenkäfer über weite Flächen des Bannwaldgebiets ausgebreitet und die Fichten großflächig zum Absterben gebracht. In den betroffenen Gebieten kann man zur Zeit apkalyptische Bilder sehen.

Deutschland`s Naturwaldreservate im Internet

Die Ausweisung von Naturwaldreservaten ist in Deutschland Sache der Bundesländer. Um Informationen zu den einzelnen Naturwaldreservaten zu bekommen, ist es deshalb im Allgemeinen erforderlich, auf die einschlägigen homepages des Bundesländer zu gehen.
Nun hat die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung eine Seite eingerichtet, in der die Daten der einzelnen Bundesländer zu den Naturwaldreservaten gesammelt werden: www.naturwaelder.de
Diese Seite eignet sich hervorrragend dazu, einen Überblick über die in Deutschland bestehenden Naturwaldreservate zu bekommen. Auch ein Vergleich zwischen den Bundesländern ist über diese Seite einfach möglich.
Zur Zeit gibt es Informationen zu den Naturwaldreservaten der folgenden Bundesländer:

Italien`s Schutzgebiete im Internet

Italien verfügt über zahlreiche Schutzgebiete, sowohl auf gesamtstaatlicher als auch auf regionaler Ebene. Fast alle dieser Schutzgebiete werden auf einer gemeinsamen Internetseite präsentiert: www.parks.it

Dies ist bemerkenswert und bei weitem nicht für jedes europäische Land vorhanden.
Die Seite www.parks.it ist das Portal der italienischen Parks. Dazu gehören die Nationalparks, die Regionalparks, die Meeresschutzgebiete, die Reservate, die Feuchtgebiete sowie andere Schutzgebiete. Neben der Hauptsprache italienisch kann auch in die Sprachen englisch, deutsch und französisch gewechselt werden. Jedoch werden nicht alle Inhalte in diesen drei Sprachen angezeigt.

Die Seite bietet eine nahezu unerschöpfliche Fülle an Informationen zu den einzelnen Gebieten mit Weiterleitungen zu den homepages der Gebiete. Auch Veröffentlichungen und Zeitschriften sind zu finden. Alles in allem: eine großartige empfehlenswerte Seite, die Nachahmung wird anderen Ländern empfohlen.

Donnerstag, 6. August 2009

Wildnis in Europa

Wenn wir als Europäer an den Begriff Wildnis denken, können wir damit oft nicht viel anfangen. Vielleicht denken wir an Alaska oder an Kanada oder an Feuerland. Aber es gibt auch in Europa Wildnis, wenngleich oft in kleinem Maßstab und vielfach als sekundäre, also erst wieder im Entstehen begriffene Wildnis.
Hierbei sind mehrere Themen von Interesse:

  • Wo gibt es Wildnis in Europa?

  • Braucht Europa überhaupt Wildnis?

  • Falls ja, wieviel Prozent der Fläche Europas sollte auf längere Sicht dauerhaft Wildnis sein?

  • Welche Aktivitäten und Entwicklungen gibt es in Sachen Wildnis?
Diese Fragen haben mich schon seit langer Zeit beschäftigt. Und das sollen auch die Themen des vorliegenden Blogs sein. Darüber hinaus können und sollen hier alle weiteren Themen zum Flächennaturschutz in Europa angesprochen weden. Ich bin überzeugt, dass die Themen Wildnis und Flächennaturschutz eine große Zukunft vor sich haben werden. Man kann gespannt darauf sein, was sich in den kommenden Jahren und Jahrzehnten beim Thema Wildnis und Flächennaturschutz in Europa tun wird.